Mittwoch, 3. Juni 2026

Chiffonbluse - Me made Mittwoch

Im März dieses Jahr habe ich bei Intrend/Max Mara in Triest eine ganze Menge Stoff gekauft. Die Qualität dort ist einfach atemberaubend, die Auswahl auch und die Preise sind gigantisch günstig für das, was man bekommt. Einziges Manko, die Stoffe sind bereits fertig zugeschnitten und werden als Coupons verkauft, ganz oft mit 1,5 m. Es gab Seidenchiffon in verschiedenen Farben, federleicht, transparent, sehr schön anzufassen. Ich habe mich für ein Flaschengrün entschieden, eine Farbe, die man nicht immer und überall sieht. Der Coupon kostete 23 Euro.

Dann begann die Recherche nach einem Schnittmuster. Das war komplizierter als ich dachte, in meinen vielen Zeitschriften fand ich nicht das, was ich suchte. Im Internet gab es zauberhafte Kaufblusen mit rüschigen Kragen, großen Schluppen, bauschigen Ärmeln. Rebekka nähte parallel an ihrem Chiffonkleid (8 m Stoff) für die Swissfrocktails und zauberte Rüschen ohne Ende. Und ich konnte keinen Schnitt finden, der mir wirklich zusagte. 

Stand kurz vor der Konstruktion bzw. Abwandlung eines Schnittes bis ich bei Eingabe Burda und Chiffonbluse in die Suchmaschine dieses Exemplar auch 2013 fand. Und eine Nähfreundin hatte sogar das Heft zuhause. Der Schnitt besteht nicht aus allzu vielen Teilen, ich habe ihn abgewandelt, weil klar war, dass die langen Ärmel mit 1,5 m nicht funktionieren werden



Hier das Foto aus dem Heft. Ich habe Größe 44 kopiert und sie passt gut. Irritierend fand ich, dass es eine identische Nummer 120 und Nummer 121 gab. Allerdings mit teils anderer Schnittführung, so habe ich dummerweise das Vorderteil mittig getrennt. Die Naht wird zum Glück beim Binden der Schleife verdeckt. Die Schnittteile am Rücken passten nicht zusammen, sowas ist mir noch nicht passiert. Ich habe das auch hinterher noch mal kontrolliert, das Schnittmuster ist fehlerhaft. An einer Stelle fehlt zudem die Ziffer mit der Verbindungsecke. Ich habe noch nie aus einer so alten Burda genäht, dachte erst, ich hätte falsch kopiert, aber es lag nicht an mir.


Ich habe also hinten mittig eine Kellerfalte eingelegt. Die Ärmel sind kürzer, ich habe die maximale Stofflänge genommen und unten einen kleinen Gummi eingenäht. Er ist etwas zu kurz, ich glaube, ich nehme den wieder raus, der Effekt des Bauschens ist minimal, das gefällt mir nicht so richtig. Bindebänder wären schön, aber mir ist insgesamt neben vielen kleinen Fitzeln ein Stück von ca. 20 x 30 cm übrig geblieben, das wird nicht reichen.

Da ich Knöpfe in genau der Farbe hatte (noch aus der Karstadt Auflösung vor mittlerweile einigen Jahren), habe ich einen als Dekoration vorne mittig aufgenäht und so das Loch ein bisschen zusammen gerafft.

Die Bluse trägt sich angenehm. Die riesige Schluppe gefällt mir gut und wirkt sehr besonders - egal ob als Schleife oder nur zsuammen gebunden. Erstaunlicherweise ist der Chiffon blickdichter als gedacht, zumindest auf den Fotos.


In echt sieht er schon ein wenig transparenter aus, je nachdem wie das Licht einfällt. Das Nähen hat mir nur semi Spaß gemacht. Französische Nähte, o.k., die Säume mit dem Rollfuß, keine Chance, im engen Zickzack absteppen, Fehlanzeige, also alles gebügelt und umgesteppt. Wenigstens ließ sich der Stoff sehr gut und gleichmäßig bügeln und neigt auch nicht zu späterer Fältchenbildung.



Oben mit meiner alten Jeans, ein La Mia Boutique Schnitt, dicke feste Qualität, daher nicht so oft im Einsatz.

Unten ergänzend mit einem alten Rock, den meine Mutter mir während meiner Schwangerschaft genäht hat und den ich vor vielen Jahren enger gemacht habe und in den letzten beiden Jahren gerne trage. Die Länge ist ja richtig in.


Und hier noch in einer anderen Kombination, im Rahmen des Me made May fotografiert, wo ich Sachen getragen habe, die nicht oft aus dem Schrank, in diesem Fall der Rock Delphine, ein uraltes Schnittmuster aus dem ersten Buch von Tilly Walnes:



Zusammenfassung:

Schwierigkeitsgrad: Ohne Worte, Seidenchiffon ist nochmal eine ganz andere Nummer als Organza oder Satinseide. So dünn, so fragil, so leicht, so flutschig .... ich glaube nicht, dass ich sowas nochmal in nächster Zeit vernähe.

Zeitaufwand: Das Abpausen des Schnittmusters dauerte, da tatsächlich die Bögen der alten Burdahefte meines Erachtens unübersichtlicher sind als die neuen Hefte. Ich habe mich ab und zu in den Linien verirrt. Der Zuschnitt und das Nähen dauerte ebenfalls. Die Restarbeiten, Handnähte, Knöpfe waren nur noch Kleinkram am Ende. Mehr als eine Woche, abends und ein Wochenende immer mal wieder. Ich staune ja immer wieder, dass manch einer den Aufwand in Stunden angeben kann. Gelngt mir nicht, vielleicht sollte ich diese Rubrik irgendwann streichen, sie ist und bleibt sehr subjektiv.

Kosten: Der Stoffcoupon kostete 23 Euro, Garn und Knöpfe aus dem Bestand, immerhin hier, sehr klare Angaben.

Verlinkt beim Me made Mittwoch im Juni, danke an das Team für die Organisation desselben.

Ganz lieben Gruß

Anja

21 Kommentare:

  1. Wie interessant, dass wir heute ganz gegensätzliche Max Mara Erfahrungen berichten. Die Bluse stelle ich mir wirklich als eine Geduldsprobe vor. Das MeMadeMay Bild bringt sie so schön zur Geltung.
    Grüße, Tina

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    1. Ja, aber ich habe nur in der Stoffecke gestöbert und nicht im restlichen Laden. Und natürlich hätte es auch weniger edle Stoffe gegeben, aber die gibt es ja überall und interessieren mich nicht. Die Verarbeitungssachen, die du beschreibst, decken sich mit dem was Ollendiek letzte Woche in seinem Vortrag erzählt hat, die Verarbeitungsqualität der großen Marken auf der Goethestraße ist grottig schlecht, er hat hingegen Zara sehr gelobt, lg Anja

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  2. Sehr schöne Farbe und man erkennt sehr gut wie edel der Stoff für diese feine Bluse ist. Die Kombi mit dem langen Rock gefällt mir besonders. LG Kuestensocke

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    1. Vielen Dank liebe Antje, du bist ja wieder richtig viel online :-)

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  3. Oh, ich fühle die Stoffverarbeitung wirklich sehr - wenn die Sachen nicht am Ende so wunderbar zu tragen wären, würde doch kein Mensch diese Biester vernähen! 🫣 Ich finde Deine Bluse richtig schön - die Farbe ist ein Traum und ich mag Einfarbiges mit solchen aufregenden Details.

    Schade, dass im Schnitt Fehler sind, aber das ist mir auch schon passiert - bei Burda und auch bei anderen.

    Eine tolle Bluse, die Dir im Sommer bestimmt noch gute Dienste leisten wird!

    Alles Liebe, Anne

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    1. Tatsächlich ist es mir bei Burda noch nicht passiert, aber ich habe auch erst ca. 2017 damit angefangen, bei Indieschnitten schon mehrfach, was mich besonders schockiert, denn die sind ja viel teurer, aber aufgrund dieser 3-maligen Erfahrung kaufe ich die nicht mehr. Am liebsten ist mir La mia Boutique, immer alles super und viele richtige Markierungen und Maße passen auch, leider neuerdings selbst im Bahnhof nicht mehr erhältlich. LG Anja

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  4. Unglaublich, was du da wieder genäht hast, liebe Anja! An so einen Stoff würde ich mich nie rantrauen...
    Die Bluse schaut toll aus, Schnitt und Farbe sind sehr harmonisch und super, dass sie vielseitig zu kombinieren ist !
    Liebe Grüße,
    Nanni

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    1. Rantrauen ist das eine, ihn versemmeln das andere, zum Glück habe ich ihn nicht versemmelt, aber es ginge besser, lg Anja

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  5. Der Kommentar wurde von einem Blog-Administrator entfernt.

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  6. Liebe Anja,
    da musstest du aber ganz schön kämpfen.
    Das Ergebnis kann sich aber sehen lassen, und die Farbe ist ganz toll.
    Witzigerweise habe ich seinerzeit das andere von dir erwähnte Modell genäht, das war ein Kleid, im Heft in rot, und mit dem Ergebnis war ich überhaupt nicht zufrieden. Allerdings war es auch eines meiner ersten Näprojekte, bei dem ich noch nicht gut einschätzen konnte, was mir gut steht und was nicht. Das Abpausen erinnere ich auch noch als lästig und knifflig.
    Ich wünsche dir, dass du diese tolle Bluse häufig trägst, die Kombi mit dem Rock gefällt mir am besten.
    Viele Grüße
    Sandra

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    1. Deinen doppelten Kommentar habe ich gelöscht, nicht dass du dich wunderst, wie krass, dass du das Kleid genäht hast, fand ich auch total schön, ich gucke mal, ob du es noch auf deinem Blog hast, lg Anja

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  7. Chiffon ist ein Stoff, den ich für mich eher nicht vernähen werde. Die wenigen Versuche mit dem Material als Barbiekleider für die Nichten haben mir gereicht. Auch wenn deine Bluse mal wieder eine gute Werbung für dieses Material ist, sie ist nämlich toll. Farbe, Schnitt, alles passt. Schade, dass du ausgerechnet einen fehlerbehafteten Schnitt bei Burda erwischt hast. Ich habe ja 1988 mit Nähen nach Burda Schnitten angefangen, inzwischen nähe ich aber kaum mehr Modelle aus den Heften und kaufe sie auch nur sehr sporadisch. Wie schön dass man dann doch immer Leute kennt, die noch alte Hefte besitzen, wenn man plötzlich ein älteres Modell gerne nähen würde. So wie du mit deiner Bluse.
    Liebe Grüße heike

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    1. Notfalls kann man ja solche Schnitte auch oft online noch bestellen, Barbiekleider sind natürlich riesig viel kniffliger als Erwachsenenkleidung, finde ich. Ich finde die Haptik und Optik sehr schön, im Sommer auch schön leicht, ich glaube, man kann es üben und lernen. Man muss nur wissen, auf was man sich einlässt, ich war da etwas naiv, lg Anja

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  8. Stimmt, das untere Rückenteil müsste ca. 1,5 cm weiter sein. Das Kleid ohne Schluppe hatte ich nämlich auch in verschiedenen Größen genäht. Für eine Burda vor 2015 ist so ein Fehler sehr selten. Erst 2015 fing die Misere bei Burda an. Ab 2017 sind viele Anleitungen fehlerbehaftet. Es scheint, dass mit den zeichnungslastigen Anleitungen die Qualität nun wieder besser wird.

    Mit der La mia Boutique hatte ich indes andere Erfahrungen. Vor fast 30 Jahren ein Heft gekauft. Ganz schlimm! So musste ich an einer Hose nachträglich einen Zwickel einbauen, damit sie überhaupt tragbar war.

    Deine Bluse sieht richtig toll aus, da passt einfach alles zusammen. Sogar die Farbe sieht im Sommer gut aus, wenn sie richtig kombiniert wird, so wie bei dem Brückenbild.

    LG Lotta

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    1. Interessant, dass bei Burda irgendwann die Misere anfing. Mir fällt nur auf, dass die Schnitte simpler werden und die Anleitungen besser. Zu LMB vor 30 Jahren kann ich nix sagen, mein erstes Heft war ca. 2015. Die Fotos sind nur einfach null aussagekräftig heutzutage. LG Anja

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  9. Wunderschön! Ich bin ein Fangirl, sowohl von Schluppen als auch Flaschengrün. Allerdings klingt das Vernähen von Seidenchiffon wirklich herausfordernd! Inspiriert durch Deine Seidenorganza-Experimente letztes Jahr, hatte ich in meinem Stofflager einen blauen Seidenchiffon wieder entdeckt und mir gerade für eine Sommerbluse herausgelegt. Jetzt bin ich nicht mehr so sicher, ob ich nicht lieber erst einmal etwas anderes nähe... Liebe Grüße, Manuela

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    1. Tatsächlich fang ich Organza so easypeasy verglichen mit Chiffon, einfach weil er fester, steifer ist. Aber blauer Seidenchiffon klingt klasse und was soll er herum liegen, er ist dafür da, getragen zu werden, lg Anja

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  10. Dein Kampf hat sich sowas von gelohnt, die Bluse ist richtig toll geworden. Deine Outfits mit den Röcken sind klasse und zeigen das ganze Potential der Bluse, die sich bestimmt gut kombinieren lässt.
    Schade, dass der Schnitt Fehler hatte, das sollte nicht sein, aber leider kommt das ja immer wieder vor. Da kriege ich jedes Mal eine Krise und muss kurz innerlich ausrasten.
    LG Miriam

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  11. Liebe Anja,
    deine ganze Mühe hat sich gelohnt. Die Bluse sieht toll aus und das grün steht dir sehr gut.

    LG, Heike

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  12. Es muss ein Traum sein, diese Bluse zu tragen. Die Farbe finde ich ganz toll und mit dem langen Rock sehr trendy und chic kombiniert. Dein Durchhalten hat sich gelohnt, jetzt darfst du genießen. Respekt, dass du diesen Stoff bezwungen hast, da braucht es schon Nerven. Meiner persönlichen Erfahrung nach sind Fehler bei burda selten und zum Glück konntest du damit gut umgehen. LG Angela

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  13. Die Bluse ist sehr schön geworden und steht Dir super. Am besten gefällt mir die Komination mit dem Rock ganz unten, ich finde die Proportionen der Silhouette besonders gut.
    Liebe Grüße, Stefanie

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