Letztes Frühjahr habe ich eine Corsage oder ein Bustier (was ist hier eigentlich genau der Unterschied?) genäht, die ich neben einer Kaufcorsage sehr gerne anziehe, peppt sie doch einfach schlichte Kleidung auf und wärmt außerdem ein bisschen den Körper. Wo ich das schreibe merke ich, dass ich dafür meine Strickpullunder diesen Winter viel seltener, fast nie eigentlich angezogen habe. Nun ja. Die Corsage von Burda wurde letzten Sommer im Heft gezeigt und hat mir sofort gefallen. Allerdings würde ich sie nicht auf nackter Haut tragen, auch nicht aus einem anderen Stoff, das ist einfach nicht meins.
Der Schnitt war bereits kopiert, in Größe 42. Nachprüfen konnte ich das nicht mehr, denn ich hatte das Heft aus der Bücherei entliehen. Insofern konnte ich schnell mit Zuschnitt und Nähen starten, als ich vor 2 Wochen den passenden Stoff und geeignetes Futter gefunden hatte. Knöpfe und eine Schnalle hatte ich im Bestand, passendes Nähgarn auch. Ich habe mich akribisch an die Anleitung gehalten, irgendwo musste ich mir die Bilder im Netz mehrfach anschauen, um zu verstehen, wie das mit dem Fake Gürtel gemeint ist, ich habe es aber wohl richtig verstanden.
Das Nähen war - wegen der vielen Teile - etwas mühselig. Wenn ich den Schnitt selbst konstruiert hätte - was ich bei der Corsage letztes Frühjahr gemacht habe - hätte ich wohl auf die ganzen Belege verzichtet, die zu kleinen Ungenauigkeiten führten. Das liegt nicht am Schnitt, die Teile passten genau aufeinander, das habe ich im nachhinein nochmal überprüft, sondern daran, dass ich Pi mal Daumen mit der Nahtzugabe von 1 cm zuschneide, was ggf. auch mal 1, 2 cm oder 0,8 cm sein können. Außerdem nähe ich dann auch nicht superakkurat zusammen. Am Ende fügte sich alles mit einigen Korrekturen irgendwie.
Vor dem Verbinden von Futter und Außenstoff musste ich allerdings Anpassungen vornehmen. Im Brustbereich habe ich bestimmt insgesamt 6 cm weggenommen, an der Seitennaht und an den Nähten, wo das Mittelteil auf die seitlichen Vorderteile trifft. Da der Stoff eine geringe Menge Elasthan hat, leiert es oben etwas aus, obwohl alle Besätze brav mit Vlieseline bebügelt sind. Die Knopflöcher sind nicht als Paspelknopflöcher gearbeitet, das wäre bestimmt schöner gewesen, habe ich aber im Prozess nicht rechtzeitig bedacht. Der Burdaschnitt sieht Druckknöpfe vor.
Ich habe das Teil, als es fertig war angezogen,, es passte schon, siehe unten, dennoch hatte ich das Gefühl, das es ein wenig locker sitzt. Insbesondere rutschte es, wenn ich mich gebückt habe und danach wieder aufgerichtet habe. Das eignet sich nicht für meinen Alltag, in dem ich mich bewegen möchte und nicht an meiner Kleidung herumzuppeln will. Ich habe also einen weiteren Versuch gestartet, um an den Seitennähten Stoff zu reduzieren, an jeder Seite bin ich von ca. 1,5 bis 2 cm ausgegangen, was nochmal 6 - 8 cm insgesamt ausmacht. Dabei habe ich das Teil über das Loch, durch das der Gürtel gezogen wird, gewendet und enger genäht. Sicher nicht die feine saubere Art, aber die mit dem geringsten Arbeitsaufwand.An der Seite habe ich einen kleinen Einnäher aus der Goodie Bag von den Munichfrocktails eingefasst.







Interessantes Teil! Der grüne Stoff steht dir sehr gut! Ich sehe gerade auf der Burda-Seite es ist ja nur eine Fake-Schnalle. Etwas zum Einstellen würde sich vielleicht ständig losrütteln? Ich hätte geglaubt, Corsagen gehen nur mit Stäbchen. Ich würde mich wahrseinlich nicht wirklich wohlfühlen ohne sicheren Halt. Eine Corsage etwas, das um die Taille geht, während ein Büstier mehr ein BH ohne Cups ist. Viele Grüße und schöne Ostern! Regina
AntwortenLöschenDann ist es einfach ein Mischdings, denn Burda nennt es mal Corsage, mal Bustier, dacht, ein Bustier hat Träger. Durch das enger Nähen ist es fest, sonst wäre es ja blöd. Ich stelle mir Stäbchen einengend und behindert vor, weil sie ggf. Druck auf den Körper erzeugen. Die beiden anderen Corsagen, die ich habe, sind beide ohne Stäbchen, eine davon in Italien gekauft, die andere indentisch nachgenäht, da ist alles fest. LG Anja
LöschenDas ist ein interessantes Teil geworden. Die Farbe steht Dir richtig gut und sie sitzt auch gut. Kein Vergleich mit der Burda, nach den Modell-Bildern hätte ich es nie gewählt. Deine viele Arbeit hat sich eindeutig genlohnt, ich wünsche Dir viel Freude damit.
AntwortenLöschenViele Grüpe, Stefanie
Vielen Dank, liebe Stefanie. Ich müsste mal in meinen uralten Farbpass gucken, da war aber meiner Erinnerung nach eher so ein olives Grün enthalten. LG Anja
LöschenEin sehr spannendes Stück hast Du Dir genäht. Die Farbe und den Stoff finde ich mega. Ich hätte gedacht, dass doch Miederstäbe eingenäht werden um etwas mehr Halt zu geben. Bin gespannt, ob Du ein weiteres Modell nähst. LG Kuestensocke
AntwortenLöschenEs eignet sich super für Stoffreste im Bereich 60 cm, insofern nichts ist ausgeschlossen, Futterreste finden sich ja sowieso immer, lieben Gruß Anja
LöschenAuch ich hätte gedacht, dass Korsagen immer mit Miederstäben konstruiert werden… Ein großartiges Teil, wobei ich sowohl die Idee, Korsage und Tweed miteinander zu kombinieren sehr mag, als auch die Idee, sie nicht unten drunter, sondern oben drüber zu tragen. Liebe Grüße Manuela
AntwortenLöschenDieser Stoff ist einfach viel zu dick, um es wie ein Top zu tragen, weil er auch etwas wärmt. Zusätzlich das Futter. Aus einem anderen Material wäre unten drunter, unter den Organzadingern, dem grünen zum Beispiel, natürlich sehr cool. Lieben Gruß, Anja
LöschenAls ich sie letztes Jahr im Heft entdeckt habe, hatte ich genau die Gedanken "im Stil wie Anjas, nur mit deutlich schlechterer Passform" das hat mich auch zum Nähen abgeschreckt. Für uns umso schöner sie jetzt in deiner Serie zu sehen, so haben wir den Vergleich. Deine Änderungen sind eine deutliche Verbesserung. Und grün mit der grünen Tasche finde ich wunderbar, auch der graue Rock dazu.
AntwortenLöschenGrüße, Tina
Ich kann mir ein eng sitzendes Kleidungsstück ohne Anpassungen nicht vorstellen, ich glaube, alle, die bei Munichfrocktails sowas in der Art (meist mit Stäbchen) anhatten, haben lange angepasst und Probestücke genäht. Darauf verzichte ich ja immer noch, obwohl inzwischen Bettwäschereste bei mir eingezogen sind. Liebe Grüße, Anja
LöschenBevor ich deine verschiedenen Exemplare gesehen habe, wäre ich nie auf die Idee gekommen, Corsagen über Hemdblusen anzuziehen und es auch noch richtig schick zu finden. Also an dir. Bei dieser hier gefällt mir der grüne Wollstoff besonders gut. Und die Anpassungen waren gut, jetzt sitzt sie besser. Das von dir erwähnte Stoffgeschäft habe ich in Triest nicht aufgetan, ich war nur in einem Patchworkgeschäft, das praktischerweise genau gegenüber unseres Hotels lag. Schade, aber nun weiß ich ja welches Geschäft ich beim nächsten Besuch aufsuchen sollte.
AntwortenLöschenLiebe Grüße, heike
Wenn ich es nicht vor 2 Jahren oder so in Siena in einem Schaufenster gesehen hätte, wäre ich auch nicht auf die Idee gekommen. Intrend ist kein Stoffgeschäft, sondern in erster Linie ein Max Mara Outlet, aber in den ganzen Läden in ganz Italien gibt es ganz hinten, ganz oben, oft versteckt eine Stoffabteilung, lauter Coupons allerdings und immer andere Ware. Der Laden ist im Industriegebiet, aber gut erreichbar, morgens mit dem Boot nach Muggia, dann dort chillen, dann mit dem Bus zu Intrend, netter Fußweg von der Haltestelle am Fluß den Fluß entlang und am Ende sehr lange Busfahrt ins Stadtzentrum. LG Anja
LöschenCool! Ich würde nie auf die Idee kommen, mir eine Corsage zu nähen, aber in der Kombi mit der Bluse und dem Rock gefällt mir das Outfit richtig gut. Eine schmale Business-Hose kann ich mir ebenfalls sehr gut vorstellen. Toll, dass du uns mit so kreativen Ideen bereicherst.
AntwortenLöschenLG Miriam
Vielen Dank, liebe Miriam, schmale Hosen stehen mir leider überhaupt nicht, deswegen bevorzuge ich Marlenehosen, auch immer ohne Bundfalten. Aber ich trage sowieso selten Hosen, häufiger Röcke oder Kleider, lg Anja
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