Muriel vom Blog Nahtzugabe5cm und Chrissy vom Blog Chrissies Nähkästchen, den es anscheinend nicht mehr gibt, haben Ende Oktober zum zweiten Mal ein virtuelles Nähwochenende "Zwischen Nadel und Faden" organisiert. Danke nochmal an die Beiden, es war genau wie beim ersten Mal supertoll!
Schon bei Anmeldung wusste ich, dass ich dieses Kleid noch einmal nähen möchte. Ich hatte es 2016 schon einmal in einer Winterversion genäht und unglaublich gerne getragen, wurde sehr oft darauf angesprochen und als die Wolle total usselig war, kam es vor 2 Jahren in den Müll (der Stoff, den ich damals verwendete war recht günstig). Das Schnittmuster war bereits ausgeschnitten, die Anleitung kopiert (das Heft hatte ich nicht mehr, es ist von 2014), als Stoff plante ich eine graue Wolle mit kleinen roten Streifen, da ich das Kleid schon mal genäht hatte, dachte ich, ein Karostoff ist eine neue Herausforderung.
Eine Woche vor dem Nähtreffen, habe ich den Stoff gebügelt, den Schnitt rausgesucht und - oh je, es fehlten 2 Schnittteile: die Innentasche lässt sich leicht konstruieren, der Raglanärmel - nicht so einfach zu ersetzen - war allerdings auch nicht auffindbar. Und dank der supertollen Nähcommunitiy, fand sich bei Muriel genau das Burdaheft 12/2014, sie ist einfach toll organisiert. Noch toller war, dass sie genau an dem Abend auf ein Konzert in Frankfurt gehen wollte, ich habe mir ein paar Videos angehört und gedacht, tolle Musik, es gibt noch Karten, es ist gleich um die Ecke, da gehe ich auch hin. So gelangte die Burda nach dem Konzert in meine Hände (und ist bereits längst weiter unterwegs zu jemandem, der das Kleid ebenfalls nähen möchte).
Wie man an der technischen Zeichnung oben erkennt, werden große Einsätze mit Taschenklappen in das Vorderteil eingearbeitet. Das heißt, das hätte bei dem Karostoff den Zuschnitt verkompliziert. An dem Abend, an dem ich die Schnittteile suchte und schon dachte, ich kann es nicht nähen, begann ich nach Alternativen für meinen grauen Stoff zu suchen, fand sie auch und dachte dann, wahrscheinlich ist es so gewollt. Dann kamen die Schnittteile und ich brauchte einen anderen Stoff. Wahrscheinlich ist es sowieso besser, dieses Kleid in uni zu nähen. Was eignete sich mehr dafür als ein Erinnerungsstoff von meiner letzten Reise nach Rom, ein roter Wolltweed von Bassetti Tessuti.
Der Stoff war butterweich im Zuschnitt, zog auch nur wenige Fäden, so dass ich schnell mit dem Zusammennähen der ersten Nähte beginnen konnte. Die Taschen in den großen Teilen, die wie Taschen aussehen, aber nur Faketaschen sind, zogen sich ein wenig, vor allem das saubere Einsetzen dieser Teile in Vorder- und Rückenteil. Ich habe mehr geriehen und gebügelt als genäht. Am Sonntag folgte noch der Kragen, der wattiert und abgesteppt ist, siehe Foto unten.
Den Saum habe ich nur mit Schrägband versäubert und umgeklappt. Obwohl ich den Schnitt gute 5 cm verlängert habe, ist es mir bei 176 Körpergroße doch noch recht kurz. Ich finde jedoch, mit Strumpfhose geht es, 2 - 3 cm mehr wären besser, den Stoff hätte ich gehabt, man lernt nie aus. Diese Fotos sind nach dem Nähtreff vor einem finalen Bügeln entstanden, die kleine Falte, die sich am Kragen auf dem Foto zeigt, habe ich mittlerweile mit ein paar Handstichen entfernt.















































