Donnerstag, 15. Januar 2026

Festliche Hose - Idee für Munich Frocktails und andere Einsatzzwecke

In meinem Winterurlaub gab es in dem kleinen Städtchen, in dem wir eine Woche waren, den Auftritt einer wirklich guten Sängerin (eigentlich ein Duo), noch genialer war die Hose, die die Sängerin (unter ihrem Wintermantel) getragen hat. Da sie ihn irgendwann aufgeknöpft hat, konnte ich mir die Hose etwas näher betrachten. Es handelt sich um eine schwarze Spitzenhose, oben waren dreieckige spitze Einsätze aus dichtem Stoff, sehr apart. Sehr festlich, sehr Dolce & Gabbana. Man kann auf dem Foto ein wenig von der Hose erahnen. Anbei, für wen es interessiert eine Verlinkung zu Devotion, einem halbstündigen Film von Giuseppe Tornatore zu den sizilianischen Ursprüngen.



Die Hose oben von Dolce & Gabbana hat nicht diese spitzen Einsätze, so ein Modell wie die Sängerin getragen hat, habe ich nirgends gefunden. Aber auch das lässt sich konstruieren. Ich war nach dem Urlaub im Stoffladen, der reichlich Spitze führt, es gab auch viele Farben, aber Schwarz gerade ausverkauft (nur mit Pailletten, das wollte ich nicht). In Blau oder Grün wäre mir die Hose zu schlecht kombinierbar gewesen, also habe ich den Plan erstmal auf Wiedervorlage gelegt.

Kurz darauf zeigte Gemeine Wildrebe auf Instagram ihre Samthose, auch schön. Und Samt hatte ich zuhause liegen. Im Herbst 2024 bei Annette Görtz gekauft. Ein erinnerungsträchtiger Tag, ein erinnerungsträchtiger Stoff. Die Brennprobe ergab reine Baumwolle und das Gewebe fühlt sich weich und wertig an.

Warum nicht endlich diesen Stoff vernähen statt neuen Stoff kaufen? Gesagt, getan. Mit dem Videokurs Bundfaltenhose nähen von Inge Soltzyk machte ich mich an die Arbeit. Als Schnittmuster habe ich das von dieser Hose genommen, also eine Mischung aus Inges Hose mit meinem Grundschnitt. Diesmal habe ich die Taschen deutlich vergrößert, denn die finde ich in Inges Schnitt zu klein für meine Hände. Die Bundfalten habe ich durch Abnäher ersetzt. Bundfalten kleiden mich nicht wirklich.

Bei den Videos war ich ein wenig unkonzentriert, ich habe sie mir auch nicht parallel zum Nähen angeschaut, sondern einen Tag vorher. Der Reißverschluss ist falsch herum eingenäht, finde ich nicht schlimm. Auf das halbe Futter habe ich verzichtet, einerseits bei einer Samthose nicht notwendig, andererseits glaubte ich, mein Futterstoff hätte nicht gereicht, hätte er aber doch. Für den Bund habe ich doppelte Einlage genommen und kein Bundband gekauft. Mein Kurzwarengeschäft führt das nur in sehr dick und das hätte zu einer Samthose nicht gepasst. Auf Taschen hinten habe ich diesmal verzichtet.

Ich finde so eine Samthose nicht einfach zu kombinieren. Für alle Tage habe ich mich für diesen Mohairpullover in Oliv entschieden, der dünne braune Rolli, den ich aus Urzeiten besitze, ist mir im Winter zu dünn. 


Farblich passende Pullunder habe ich keine. Überhaupt habe ich wenig, das zu Braun passt. Da muss ich nochmal genauer schauen. Gleiches gilt für die Schuhe, Sneakers werden empfohlen, um den Look lässiger zu gestalten, im Winter bei Schnee keine echte Lösung, auch die Kombination mit Jeansjacken (habe ich nicht), das ist mir aber auch nicht winterfest genug. Die Dirndlbluse mit einem upgecycelten ehemaligen Pullover meiner Mutter (ich glaube, nie getragen, hatte einen V-Ausschnitt) ist auch nicht so schlecht. Rot geht also auch. Ich probiere weiter.


Ich war zwischendrin versucht, aus dem Marleneschnitt eine Flaredhose zu basteln, das kleidete mich allerdings nicht wirklich gut. Also habe ich alles so gelassen wie es war. Der Saum ist handgenäht, das Knopfloch allerdings maschinengenäht.

Zusammenfassung:

Zeitaufwand: Genau wie bei der ersten Hose ein Slow Sewing Projekt, fast eine Woche lang, jeden Tag ein bisschen dran gearbeitet.

Schwierigkeitsgrad: Mit der tollen Videoanleitung gut und einfach umzusetzen. Braucht nur seine Zeit, weil die Videos eben immer ausführlich sind und dauern.

Kosten: ich bin mir nicht mehr sicher, aber ich habe ca. 1,5 m gekauft, der Preis lag vermutlich bei 8 - 10 Euro pro Meter, ich schreibe sowas nicht auf. Alles andere aus dem Bestand.

Viele Grüße, Anja

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