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Mittwoch, 1. Juli 2026

Bodycon Dress aus Burda 4/2024

In unserer Stadtbibliothek wurden letztens alte Burdahefte ausgemustert. Gegen eine kleine Spende habe ich einige mitgenommen, in denen interessante Schnitte waren.

An dem unten gezeigten Kleid hat mir der Ausschnitt besonders gut gefallen. Das Heft ist vom April 2024, Modell 122, das es in mehreren Varianten gibt. Auch als Oberteil. Und mit einer bebilderten Anleitung. Die wäre zwar nicht nötig, denn im wesentlichen besteht das Kleid aus ganz wenigen Nähten, wenigen Arbeitsschritten. Die Kombination weiter Ausschnitt - lange Ärmel schien mir nicht tauglich, denn gerade erst während des Me Made May habe ich eruiert, warum ich bestimmte Sachen nicht trage - dazu gehörten die, wo Schnitt, Stoff, Saison irgendwie nicht zueinander passen. Lange wärmende Ärmel würde ich nie mit einem weiten luftigen Ausschnitt tragen. Was liegt da näher als die Ärmel zu kürzen?

Den perfekten Stoff für das sogenannte Bodycon Dress (ein Begriff, den ich vorher noch nicht kannte, er bezieht sich auf körpernahe Kleidung) hatte ich letzten Sommer in Löwen bei The Fabric Sales gefunden. Einen gestreiften Jersey, nicht sehr dünn, leichte Struktur, ein wunderbarer ins Petrol gehender Blauton. Davon hatte ich - wie ich schlussendlich feststellte - 1,5 m. Zum Glück lag der Stoff sehr breit, so dass ich Vorder- und Rückenteil sowie Belege und 2 kurze Ärmel auf die volle Länge auflegen konnte. Ein Minirest für ein Scrunchie ist mir noch geblieben.


Genäht und getragen habe ich das Kleid vor der großen Hitze. Für die Hitze wäre es auch nicht tauglich, weil m.E. der Jersey zu dick ist. In dieser Woche würde es wieder gehen. Während der sehr heißen Tag habe ich dieses und dieses A-Linien-Kleider aus Seide getragen, alternativ auch dieses mit technischem Zeug versetzte Seide und dieses aus Seidentaffetta, die wirken etwas dicker, aber da sie Stand hatten, klebte nichts an der Haut. 

An meinem Arbeitsplatz war es 29 Grad warm, die Nächte kühlten bei uns nur auf 25 Grad ab und als die 40 Grad Außentemperatur erreicht waren (Wochenende bzw. freier Freitag) habe ich einmal eine luftige Hose probiert (Leinen), sie klebte nach kurzer Zeit an der Taille - no way. Fluffige Kleider sind das Beste, weil gefragt wurde, was wir bei Hitze tragen. Material definitiv Seide, notfalls Leinen, nichts Anderes.

Damit das Kleid nicht so schlicht und langweilig daher kommt, habe ich oben am Ausschnitt und am Seitenschlitz eine farblich passende Spitze zwischen gefasst. Aus dem Bestand, ursprünglich aus der Nähkiste meiner verstorbenen Mutter stammend. Die Menge reichte gerade so. Ein Minilabel am Rücken - ein Überbleibsel von Munichfrocktails et voilá:


Und ihr seht, bei mir sitzt das Bodycon Dress nicht hauteng, das hätte mir absolut nicht gefallen, ich habe einige cm Spiel zwischen Körper und Stoff gelassen. 




Schnelle Zusammenfassung:

Schwierigkeitsgrad: sehr einfach; Zeitaufwand: sehr schnell; Kosten: ca. 23 Euro für den Stoff, alles andere aus dem Bestand

Präsentiert beim Me Made Mittwoch im Juli, herzlichen Gruß

Anja

Mittwoch, 3. Juni 2026

Chiffonbluse - Me made Mittwoch

Im März dieses Jahr habe ich bei Intrend/Max Mara in Triest eine ganze Menge Stoff gekauft. Die Qualität dort ist einfach atemberaubend, die Auswahl auch und die Preise sind gigantisch günstig für das, was man bekommt. Einziges Manko, die Stoffe sind bereits fertig zugeschnitten und werden als Coupons verkauft, ganz oft mit 1,5 m. Es gab Seidenchiffon in verschiedenen Farben, federleicht, transparent, sehr schön anzufassen. Ich habe mich für ein Flaschengrün entschieden, eine Farbe, die man nicht immer und überall sieht. Der Coupon kostete 23 Euro.

Dann begann die Recherche nach einem Schnittmuster. Das war komplizierter als ich dachte, in meinen vielen Zeitschriften fand ich nicht das, was ich suchte. Im Internet gab es zauberhafte Kaufblusen mit rüschigen Kragen, großen Schluppen, bauschigen Ärmeln. Rebekka nähte parallel an ihrem Chiffonkleid (8 m Stoff) für die Swissfrocktails und zauberte Rüschen ohne Ende. Und ich konnte keinen Schnitt finden, der mir wirklich zusagte. 

Stand kurz vor der Konstruktion bzw. Abwandlung eines Schnittes bis ich bei Eingabe Burda und Chiffonbluse in die Suchmaschine dieses Exemplar auch 2013 fand. Und eine Nähfreundin hatte sogar das Heft zuhause. Der Schnitt besteht nicht aus allzu vielen Teilen, ich habe ihn abgewandelt, weil klar war, dass die langen Ärmel mit 1,5 m nicht funktionieren werden



Hier das Foto aus dem Heft. Ich habe Größe 44 kopiert und sie passt gut. Irritierend fand ich, dass es eine identische Nummer 120 und Nummer 121 gab. Allerdings mit teils anderer Schnittführung, so habe ich dummerweise das Vorderteil mittig getrennt. Die Naht wird zum Glück beim Binden der Schleife verdeckt. Die Schnittteile am Rücken passten nicht zusammen, sowas ist mir noch nicht passiert. Ich habe das auch hinterher noch mal kontrolliert, das Schnittmuster ist fehlerhaft. An einer Stelle fehlt zudem die Ziffer mit der Verbindungsecke. Ich habe noch nie aus einer so alten Burda genäht, dachte erst, ich hätte falsch kopiert, aber es lag nicht an mir.


Ich habe also hinten mittig eine Kellerfalte eingelegt. Die Ärmel sind kürzer, ich habe die maximale Stofflänge genommen und unten einen kleinen Gummi eingenäht. Er ist etwas zu kurz, ich glaube, ich nehme den wieder raus, der Effekt des Bauschens ist minimal, das gefällt mir nicht so richtig. Bindebänder wären schön, aber mir ist insgesamt neben vielen kleinen Fitzeln ein Stück von ca. 20 x 30 cm übrig geblieben, das wird nicht reichen.

Da ich Knöpfe in genau der Farbe hatte (noch aus der Karstadt Auflösung vor mittlerweile einigen Jahren), habe ich einen als Dekoration vorne mittig aufgenäht und so das Loch ein bisschen zusammen gerafft.

Die Bluse trägt sich angenehm. Die riesige Schluppe gefällt mir gut und wirkt sehr besonders - egal ob als Schleife oder nur zsuammen gebunden. Erstaunlicherweise ist der Chiffon blickdichter als gedacht, zumindest auf den Fotos.


In echt sieht er schon ein wenig transparenter aus, je nachdem wie das Licht einfällt. Das Nähen hat mir nur semi Spaß gemacht. Französische Nähte, o.k., die Säume mit dem Rollfuß, keine Chance, im engen Zickzack absteppen, Fehlanzeige, also alles gebügelt und umgesteppt. Wenigstens ließ sich der Stoff sehr gut und gleichmäßig bügeln und neigt auch nicht zu späterer Fältchenbildung.



Oben mit meiner alten Jeans, ein La Mia Boutique Schnitt, dicke feste Qualität, daher nicht so oft im Einsatz.

Unten ergänzend mit einem alten Rock, den meine Mutter mir während meiner Schwangerschaft genäht hat und den ich vor vielen Jahren enger gemacht habe und in den letzten beiden Jahren gerne trage. Die Länge ist ja richtig in.


Und hier noch in einer anderen Kombination, im Rahmen des Me made May fotografiert, wo ich Sachen getragen habe, die nicht oft aus dem Schrank, in diesem Fall der Rock Delphine, ein uraltes Schnittmuster aus dem ersten Buch von Tilly Walnes:



Zusammenfassung:

Schwierigkeitsgrad: Ohne Worte, Seidenchiffon ist nochmal eine ganz andere Nummer als Organza oder Satinseide. So dünn, so fragil, so leicht, so flutschig .... ich glaube nicht, dass ich sowas nochmal in nächster Zeit vernähe.

Zeitaufwand: Das Abpausen des Schnittmusters dauerte, da tatsächlich die Bögen der alten Burdahefte meines Erachtens unübersichtlicher sind als die neuen Hefte. Ich habe mich ab und zu in den Linien verirrt. Der Zuschnitt und das Nähen dauerte ebenfalls. Die Restarbeiten, Handnähte, Knöpfe waren nur noch Kleinkram am Ende. Mehr als eine Woche, abends und ein Wochenende immer mal wieder. Ich staune ja immer wieder, dass manch einer den Aufwand in Stunden angeben kann. Gelngt mir nicht, vielleicht sollte ich diese Rubrik irgendwann streichen, sie ist und bleibt sehr subjektiv.

Kosten: Der Stoffcoupon kostete 23 Euro, Garn und Knöpfe aus dem Bestand, immerhin hier, sehr klare Angaben.

Verlinkt beim Me made Mittwoch im Juni, danke an das Team für die Organisation desselben.

Ganz lieben Gruß

Anja

Donnerstag, 5. März 2026

Organzabluse abgewandelt - La mia Boutique - Me made Mittwoch

Upps, das ging schnell. Montag Abend habe ich in geselliger Online-Runde den Stoff zugeschnitten. Dienstag und Mittwoch Abend genäht und heute bei Sonnenlicht schnelle Indoor-Fotos gemacht. Anziehen kann man die Bluse bei den Temperaturen freilich noch nicht. So nehme ich dann auch mal wieder beim Me made Mittwoch teil. Der gerät immer mehr in Vergessenheit aus unterschiedlichen Gründen.

Es ist im Wesentlich das gleiche Modell wie dieses in diesem Post ausführlich beschriebene Teil. Selbst der Stoff ist am gleichen Tag in gleicher Menge beim gleichen Händler gekauft worden. Schwarz war geplant, im Endeffekt bin ich aber mit der anderen Farbe, Olivgrün, glücklicher. 

Vor der Fertigstellung habe ich noch überlegt, ob ich die Nähte in kontrastierender Farbe nähe, Rot zum Beispiel, habe es dann aber doch gelassen. Einfarbig lässt sich doch besser kombinieren.

Was habe ich anders gemacht als beim Organzakleid: die Länge ist die Originallänge der Bluse. Ich habe mehr Nahtzugabe geschnitten, weil ich das bei dem Überkleid aus Organza für französische Nähte knapp fand - die Bluse ist auch deutlich weiter geworden als das Kleid, fast ein bisschen mehr als ich wollte. Schon beim Auflegen auf den Stoff war klar, dass ich deutlich mehr Weite eingeplant hatte, vorstellen kann man sich das dann aber erst bei der Anprobe. Ich habe einen zusätzlichen Volant auf der anderen Seite eingesetzt, allerdings nicht über den Ärmel, sondern nur im Vorderteil über Eck. Man kann das auf den Fotos alles sehr schlecht erkennen. Das ist auf dem Foto des Originals im Schnittmuterheft in marineblau aber auch so. Dunkle Farben lassen sich einfach schlecht fotografieren.  Außerdem ist der Ärmel ohne Volant erheblich länger und weiter als im Originalschnitt. Ich habe jetzt nicht nur eine asymmetrische Form, sondern auch einen Längenunterschied. Die Volants hängen über den Saum schräg hinaus, es bilden sich unten also zwei Zipfel.


Ach ja, hinten habe ich diesmal die vorgesehene Teilungsnaht gelassen. Das hat die Knopfverschlusslösung vereinfacht. Das Original sieht einen Reißverschluss vor, wegen meiner Mehrweite hätte ich bei dieser Bluse vermutlich gar keinen Verschluss gebraucht. Aber auch das wusste ich vorher nicht. Schlimmer wäre es gewesen, wenn das Halsloch zu eng wird.


Ich habe die Bluse oben über einer Jeanslatzhose angezogen, unten über einer normalen Jeanshose:



Im Sommer gibt es sicher noch weitere Tragevarianten mit leichterer Kleidung, die noch in den Kisten verstaut ist. Aber grundsätzlich gefällt mir der Bruch, feiner Organza, derber Denim.

Die Bluse ist allerdings noch nicht fertig:

Der Beleg hinten und die Nahtzugabe am vorderen Beleg sind noch nicht befestigt. Auf diesem Foto wollte ich euch eigentlich auch noch den schönen Knopf, vermutlich Original 60er Jahre, zeigen, den ich aus dem Bestand meiner Mutter übernommen habe, der hier einen Ehrenplatz bekommen hat. Ebenfalls aus dem Bestand meiner Mutter sind die schwarzen Pailletten, die ich noch aufnähen werde, um die Belege zu befestigen, um Effekte an Vorder-/Rückenteil und an den Volants zu gestalten. Vermutlich mache ich das wieder freestyle wie mit den Perlen an dieser Bluse. Dafür nehme ich mir irgendwann Zeit.

Für die Kosten, den Schwierigkeitsgrad können einfach alle Angaben aus dem Post des Kleides übernommen werden. Zeit habe ich deutlich weniger gebraucht, weil der Schnitt kopiert war und ich im Organzanähen "drin" war und alles so übernommen habe wie vor 2 Wochen.

Gezeigt auf letzte Minute beim Me made Mittwoch im März, auch, um Manuela einen Eindruck zu verschaffen, die schon auf Bilder gehofft hat, das grüne Organzakleid nehme ich mit zu den Munichfrocktails und trage es dort nun über winterlicher Kleidung. Ein Foto packe ich dann in den alten Post von vor 2 Wochen. Hoffentlich treffe ich viele von euch in München....

Lieben Gruß, Anja

P.S. Die Bluse habe ich nun doch bei den Munichfrocktails getragen, hier in der Runde mit den Nähdels, meiner virtuellen Nähgruppe:


Unten in der Runde derjenigen, die bereits bei Milanfrocktails gewesen sind:



Mit meiner Freundin aus München, die am Samstag entschieden hat, zu kommen und noch etwas auf die Schnelle genäht hat:

Und auf der Weiterfahrt noch einmal in anderer ebenfalls eher winterlicher Kombination:





Mittwoch, 7. Januar 2026

Meine Lieblingsstücke 2025

Hier nun meine Lieblingsstücke, die ich ständig trage, der Lederrock, fast immer in der Kombination mit dem Mohairpullover und den Stiefeln, sehr praktisch, schmutzunempfindlich, für alle Gelegenheiten ein bisschen besonders. Das kleine Loch an der Bruchfalte muss jetzt dringend mal unterfüttert werden, es hat sich leider vergrößert. Ich liebäugele schon mit dem Gedanken, mir einen weiteren Ledercoupon auf dem Stoffmarkt zu kaufen.


Im Sommer und auch im Herbst und Winter mit Strumpfhose und warmem Sweatshirt oder dickem Pullover ist der Tüllrock zu einem echten Lieblingsstück geworden, auf dem Fahrrad muss ich immer aufpassen, aber inzwischen habe ich es raus, dass der empfindliche Stoff nicht in die Speichen gerät. Ich liebe den Rock.


Das Kostüm, wobei ich das Kleid meist ohne die Jacke trage, die Jacke hängt dann über der Stuhllehne, wird ebenfalls gerne angezogen. Nicht ganz so oft wie die beiden Stücke oben, es lässt sich halt nicht so stark kombinieren, aber viel viel häufiger als die normalen Kostüme oder Hosenanzüge bestehend aus Jacke und Hose/Rock.

Auffällig finde ich, dass alle drei Lieblingsstücke nun Rot sind. Blau oder Grün sind eigentlich meine Farben (gewesen), Rot ist erst in den letzten Jahren dazu gekommen. Ich glaube, ich brauche eine neue passende Brille.

Und alle Lieblingsstücke sind selbst konstruiert, sie passen daher wirklich gut. Die Stoffe sind teils älter, teils extra gekauft. Neue Stoffe sind in 2026 nur dazu gekommen, wenn sie tatsächlich gleich vernäht wurden, eine Ausnahme mit einem Rest aus Mailand, den ich irgendwie nicht liegen lassen konnte. Der Schrank mit den Stoffen ist jedenfalls deutlich leerer geworden.

Genäht habe ich gefühlt nicht soviel, am Anfang des Jahres hatte ich keine Lust (entstanden ist ein Bustier), rund um den Mailandaufenthalt war ich dann total motiviert (entstanden sind 4 hyperluftige Sommersachen, für die der deutsche Sommer nicht heiß genug war), das dringend für den Kocherlball benötigte Dirndlblüschen im Juli und im Anschluss 2 herbstliche Röcke, 3 Basicrollis und irgendwann der Tabard (dazu fehlt immer noch eine weitere Kombihose), also doch insgesamt 16 Kleidungsstücke, hätte ich jetzt nicht gedacht. Sogar 17, die Weste, der einzige Fail, ziehe ich nicht an, war ein Versuch mit einem Stoffrest. Gebloggt habe ich viel, auch zu den Ausstellungen, in die es mich immer gerne auf Reisen zieht.

Ausgemistet habe ich nicht soviel, bei dem Steppkleid haderte ich im letzten Urlaub noch, eigentlich mitgenommen, um es am Ende der Reise "abzuwerfen", habe es dann doch nochmal mit nach Hause genommen, obwohl der Stoff anfängt, etwas speckig zu wirken. Aber das Kleid an sich ziehe ich weiterhin gerne an, den dritten Winter jetzt bereits. Das war vermutlich mein erstes rotes Lieblingskleid.

Herzlichen Gruß, ein frohes neues Jahr an alle, die dem Me made Mittwoch folgen, diesen Beitrag lesen und vor allem bleibt gesund!

Anja




Mittwoch, 3. September 2025

Herbstlicher Rock - inspiriert von Odee*

 Den leichten Wollmischstoff mit den blassbraunorangen unterbrochenen Nadelstreifen habe ich bereits vor langer Zeit gekauft im Lagerverkauf von Annette Görtz gekauft, vermutlich im Mai 2023. Gleiches gilt für das orangebraune Futter. Ich hatte 2,5 m, vielleicht sogar etwas mehr. Einen Plan hatte ich damals nicht, der Stoff ist gut abgelagert.

Letzten Herbst oder vielleicht ist es noch etwas länger her, ich finde das Produkt nämlich nirgends mehr, sah ich diesen schlichten Rock der Marke Odeeh. Ich habe mir Screenshots gemacht, hinten ist er komplett gerade geschnitten. keine Mittelnaht, an der Seite ist eine Nahttasche, an der anderen vermutlich ein Reißverschluss.

Mir gefiel die spezielle Form, mit der der Streifenstoff perfekt zur Geltung gebracht werden kann.


Im ersten Schritt habe ich einen langen Bleistiftrock konstruiert, das Vorderteil entsprechend geändert, eine schräge Naht von einer oberen Seite zum anderen unteren Rand. Dieses Schnittstück dann ausgestellt und mit einem mehr oder weniger rechtwinkligen Zipfel verlängert. Die Schnittteile waren dann auch die Basis für den inneren Bund und den Futterrock, der allerdings keinen Zipfel hat. Den Futterrock habe ich unten mit der Webkante enden lassen, diesen Tipp aus einem Video von Inge Soltzyk-Sparrer finde ich sehr nützlich, weil man sich das Versäubern spart.

Hier die Schnittteile, etwas provisorisch nach dem Zerschneiden wieder zusammen gesetzt. Allerdings sind die Taillenabnäher abgeklebt.


Der hintere Rock wird im Bruch zugeschnitten, daher ist das Schnittteil so schmal.

Von meinem Stoff habe ich nur einen Bruchteil verwendet. Mir ist noch nicht klar, was ich aus dem Rest machen werde. Es ist mindestens 1 m übrig, außerdem angeschnittene Teile. Freue mich über Ideen! Pullunder, Korsett, Kurzjacke ohne/mit kurzem Ärmel?

Das Nähen ging flott voran, auch wenn ich mehrfach das Garn gewechselt habe: braunrot versus schwarz. Erst jetzt beim Schreiben des Post sehe ich, dass ich das Schnittteil mit dem Zipfel noch schräger auf den Stoff hätte legen können, bei mir laufen die Streifen nicht ganz so schräg wie beim Original. Unten ein Detailblick in den Rock, Futter und Seitennahttasche in braunrot, die Wolle Schwarz mit den leicht unterbrochenen braunroten Streifen. Der Kontrast ist nicht so gut wie bei dem schwarz-weißen Rock von Odee*.


Da ich wirklich massenhaft Stoff hatte, habe ich auf die Rückseite eine einfache rechteckige Tasche aufgesetzt - im waagerechten Streifenverlauf.


Hier noch eine Aufnahme von der Vorderseite:


Im angezogenen Zustand sieht das Ganze dann so aus:





Die Lichtverhältnisse waren nicht perfekt, aber man kann Idee und Form erkennen, hoffe ich.

Zusammenfassung:

Schwierigkeitsgrad: ein einfach und schnell konstruierter Bleistiftrock nach meinen Maßen, Anleitung in diesem Blogpost, den ich vorne nach dem Designerrock "aufgeschnitten" habe. Wenige Nähte, einfacher gerader Futterrock, keine besondere Herausforderung

Zeitaufwand: 2 - 3 Abende, je ca. 2 Stunden, ein ratz-fatz Projekt

Kosten: Futter 2 Euro, Wolle 8 Euro, Garn, Reißverschluss, Packpapier aus dem Bestand, also 10 Euro

Und da gerade mal wieder Me Made Mittwoch ist, zeige ich den Rock in dem Zusammenhang.

Lieben Gruß
Anja


Mittwoch, 7. Mai 2025

Me made Mittwoch - Karorock wieder entdeckt

Es ist eine Ewigkeit her, dass ich diesen Karorock genäht habe. In der Verlinkung sind alle Gedanken dazu und die Schnitt- und Materialverwendung erklärt. Ich war mit dem Ergebnis damals - ja, das ist damals gewesen - wirklich zufrieden. Und dennoch habe ich den Rock nie getragen. Nie. Mal fand ich ihn zu kurz, mal hatte ich kein passendes Oberteil, mal wäre es mir zu kalt gewesen, mal war dies und das. Ihr kennt das bestimmt. Und hauptsächlich gab es andere Lieblingsstücke, denn mein Kleiderschrank ist gut gefüllt mit wunderbarer selbst genähter Kleidung.

Beim Aussortieren Winter gegen Frühjahr (ja, manches wird in der anderen Jahreszeit in Kisten aufbewahrt) fiel mir der Rock vor ca. 3 Wochen in die Hände. Das Wetter war nicht sonderlich sommerlich, aber es war auch nicht mehr total kalt. Einen Versuch mit dem schlichten im letzten Jahr genähten Rolli und Stiefeln war es wert: und die Kombination gefiel mir. Ich habe es mittlerweile mehrmals, zuletzt gestern, getragen und werde es auch im nächsten Herbst wieder so anziehen. Haha, wie gut, dass es doch noch nicht Sommer ist. 


Der Rock ist m.E. nicht schief, das Foto mit dem Selbstauslöser ist schief. Ich war auch etwas in Eile, weil ich nicht wollte, dass mich irgendwer sieht.


Neue genähte Kleidungsstücke sind weder in der Mache noch in der Pipeline. Ich habe zwar eine Idee, siehe auch meinen Post von gestern, dazu habe ich kurioserweise vorhin den Me Made Mittwoch Sew Along von 2014 (!) entdeckt, super eigentlich, es gibt auch noch einige der Blogs von damals, aber eigentlich brauche ich im Moment dieses Kleidungsstück noch nicht. So gibt es vielleicht beim nächsten Me Made Mittwoch noch einmal etwas Wiederentdecktes.

Gezeigt beim Me made Mittwoch. Ich habe lange überlegt, ob ich wieder am Me Made May teilnehme, aber da mein Handys seit einem Wasserschaden nicht mehr zuverlässig Selfies macht, wird es höchstens sporadisch sein, mal sehen.

Zum Abschluss eine für Näherinnen inspirierende Gartendekoration - entdeckt in Coburg, es war der Garten eines Schneiderateliers.


Herzlichen Dank fürs Schauen, Kommentieren und viele Grüße

Anja

Mittwoch, 1. Januar 2025

Jahresrückblick Nähen - mein Lieblingsteil 2024 und wo ist mein Nähflow oder bin ich gesättigt oder liegt es nur an der fehlenden Zeit?

Ich habe gerade Zeit und es wird wohl ein etwas längerer und textlastiger Post.

Vorab: als ich nachgedacht habe, was ich dieses Jahr genäht habe, fiel mir wenig ein, vor allem meine Chanelhose 

und der Rock im Sommer, dann die gestrickten Pullunder vom Herbst (noch nicht vollständig verbloggt). Bei Sichtung meines Blogs kam dann aber doch mehr zum Vorschein: völlig verdrängt hatte ich mein im Sommer gerne getragenes Kleid a la "La mia Boutique". 


Und jetzt im Winter ziehe ich auch gerne den Pseudo Missoni Rock an (im Dezember 2023 fertig gestellt und erst diesen Winter viel angezogen, zählt das noch?).


In Wirklichkeit habe ich 4 Kleider genäht (einmal für die Tochter), 2 Hosen, 3 Pullunder gestrickt (aus Restewolle), 1 Rock, 1 Tasche (beides aus Resten), 1 Pyjama, 1 Unterziehrolli. Deutlich mehr als ich in diesem nähschwachen Jahr vermutete. Aber wenig im Vergleich zu den Vorjahren. Dennoch hatte ich nicht das Gefühl, nichts zum Anziehen zu haben, es gab immer genug Lieblingsteile, die teilweise bereits viele Jahre auf dem Buckel haben und über die ich mich immer noch freue.

Woran liegt es, dass ich weniger genäht habe? Der Nähflow war nicht da, ich fühlte mich auch nicht durch irgendein tolles Schnittmuster oder Schaufenstermodell inspiriert. Es gab also nicht diesen "das muss ich unbedingt haben" Effekt".  Und es kamen Umstände dazu, die zu weniger Nähzeit führten.

An sich habe ich mich seit November/Dezember 2023 auf 2024 gefreut, wir hatten einen großen Neujahrsempfang geplant, dazu eingeladen, selbst Essen und Getränke waren bereits beschafft. Mein Mann begann seine passive Phase der Altersteilzeit und ich plante nach 14 Jahren Haushalt (erst mit Kind, später mit Hund) wieder zu arbeiten. Vorher haben sich alle Projekte als schwer realisierbar heraus gestellt und Vollzeit war wegen Hund nicht machbar (vor der Pandemie als Home Office eher der Ausnahmefall war). Jetzt kann man natürlich sagen, Hund, aber wenn man seinen Hund auslasten möchte, körperlich und geistig, dann läuft der nicht so mit und geht mal kurz an der Leine raus.

Silvester begann dann die Pechserie, erst mit dem Fahrrad in eine nicht sichtbare Straßensperrkette hinein gefahren: Rippenprellung. Dann eine Woche später vom Hund - als ich einbeinig stand, um fremde Hundekacke unter der Schuhsohle zu entfernen - über einen Baumstamm gezerrt worden: Ellenbogen gebrochen, der Neujahrsempfang am Folgetag wurde abgesagt. Den Saum der Chanelhose habe ich noch händisch eingenäht als der Bruch nicht diagnostiziert war und die Notfallambulanz meinte, erstmal bis Montag abwarten.

Operation, Schiene, dann nach Krankengymnastik, vielleicht zu intensiv, Schulterschmerzen, Unfähigkeit, den Oberarm zu heben, Kalkschulter, Dehnübungen. Gefühlsmäßig war ich armtechnisch bis April ausgeknockt.

Mein neuer Arbeitgeber erwies sich als Fail: schlechtes Betriebsklima, ausgeprägte Hierarchien, Bürokratie zum Abwinken (ich hatte das Gefühl, ich wäre bei meinem ersten Arbeitgeber nach dem Studium, damals hieß es Bundesbahn, gelandet). Dazu eine Betriebslage, die mich dramatisch an eben diesen Arbeitgeber, den ich vor 25 Jahren verlassen habe, erinnerte. Nur, dass darüber nicht ständig gesprochen wird, weil die Anzahl der Bahnreisenden viel höher als die der Flugpassagiere ist. Ich habe mich nach 2 Monaten frei stellen lassen und bin innerhalb der Probezeit gegangen. Bin dann ein wenig exzessiv herum geflogen, was nur durch den Start der hessischen Sommerferien gebremst wurde als Stand-by Flüge nicht mehr in alle Destinationen verfügbar waren.

Mir war dennoch klar, dass ich nicht mehr zuhause sein will. Mein Mann hatte sich zu dem Zeitpunkt gut zu Hause "eingearbeitet" und was sollte ich dort die ganze Zeit machen, ich bin gerne beschäftigt. Also habe ich mich nochmal bei anderen gemeldet, die ich im Herbst/Winter 23 auf meiner Agenda hatte. In einem Pharmafamilienunternehmen wurde immer noch jemand gesucht. Atmosphärisch nett, inhaltlich Freiraum, auch etwa bürokratisch (hängt von den Menschen ab, aber siehe Freiraum, ich muss nicht mit jedem).

Ich bin sicher, dass der Nähflow wieder irgendwann kommt. Die Zeit nehme ich mir, wenn der Flow da ist. Stoff ist auch reichlich da, es war schön, wieder einige Nähbloggerinnen bei Ausstellungsbesuchen und beim Annette Görtz Stoffverkauf im Herbst zu treffen. Ich freue mich auf 2025, wo wieder ein paar Treffen sein werden.

Allen Me Made Mittwoch TeilnehmerInnen und -LeserInnen wünsche ich jedenfalls ein super Jahr.

Herzlichen Gruß, Anja

Mittwoch, 4. September 2024

Me made Mittwoch - Bleistiftrock aus Stoffrest

Nach sehr, sehr, sehr langer Zeit habe ich wieder genäht. Es kam mir wie eine Ewigkeit vor. Ich war nicht mehr so geübt darin, mein Material zusammen zu suchen, die Maschine aufzubauen, ich musste mich sortieren, welche Knöpfe, welche Reißverschlüsse, welche Garnfarben habe ich überhaupt.

Ich trage derzeit weniger bunte, sondern oft schlichte, seriöse Kleidung, gerne in dezenten zurückhaltenden Farben. Alles in allem ein bisschen langweilig, aber damit es nicht zu langweilig wird, können wir ja selbst nähen und irgendwelche Gadgets in den Schnitt einbauen.

Ich hatte einen Rest von diesem Stoff, also von dem Stoff, aus dem dieses ebenfalls schlichte dezente Kleid genäht ist. Der Stoffrest ließ sich um meine Hüfte wickeln, war aber nahezu quadratisch, mehr war es nicht. Für eine Hose zu wenig, für einen weiten Rock ebenfalls viel zu wenig. Für einen schmalen Rock genau richtig. Eine weitere Shorts brauche ich nciht.

Unten die Rückansicht:


Für einen Bleistiftrock muss ich am Grundschnitt, hier meine noch immer aktuelle Anleitung, nicht mehr viel verändern. In meinem Montagsnähkränzchen hatte ich verschiedene Ideen zum Aufpeppen diskutiert, Teilungsnähte, Volants, Reißverschlüsse schräg und querverlaufend, Taschen, aber all das scheiterte tatsächlich an der Stoffmenge. Die Breite reichte exakt für einen Bleistiftrock ohne weitere Teilungsnähte, für einen Bund oder eine Doppelung oben war auch genug in der Länge vorhanden, das war es dann aber auch. Um noch ein bisschen mehr Weite zu gewinnen, habe ich mich entschieden, wenigstens einen der beiden 1 m langen Reißverschlüsse (für je 1 Euro bei Annette Görtz erworben, schwarz, aber egal) zu verwenden und hinten mittig einzusetzen. Jemand meinte noch, das könnte unbequem zum Sitzen sein (ist es nicht, kann ich jetzt sagen, der Reißverschluss ist ziemlich flach). De Stoff wirft aber ziemliche Falten vom Sitzen, das lässt sich nicht ändern. Vielleicht sieht es auf dem Foto auch schlimmer aus als in der Realität.

Da sich die Abnäher hinten und vorne kaum unterscheiden, habe ich theoretisch auch die Möglichkeit den Rock mit dem Reißverschluss vorne zu tragen. Mir gefällt er hinten allerdings besser. 

Leider habe ich erst zwei Wochen nach Fertigstellung meines Rocks diesen deutlich spannenderen Rock entdeckt. Allerdings ist mein Reißverschluss kein 2-Wege-Modell, trotzdem hätte ich es gerne versucht, einzig hatte ich nicht die Idee bzw. war mir unsicher, ob es gelingt, den Reißverschluss so halbkreisförmig verlaufend einzunähen. Vielleicht gibt es ein nächstes Mal, es gibt jedenfalls noch einen identischen Reißverschluss.

Auf Taschen habe ich wegen der Körpernähe verzichtet. Der Bund ist einfach gerade und ziemlich hoch geschnitten, der Rock sitzt in der Taille und endet oberhalb des Knies, ich habe das Maximum aus dem Stoff heraus geholt. Schön, wenn dann keine Reste mehr bleiben. Außer für so ein Ding, mit dem sich die Haare zusammen binden lassen, das war dann noch fix genäht, leider kein Foto.

Genäht habe ich größtenteils mit marineblauem Garn, nichts farblich abgesteppt, manchmal hat sich ein schwarzer Unterfaden eingeschlichen, wenn die Spule gerade leer war und ich zu faul zum Umspulen. Es liegen hier theoretisch noch Unmengen von Hinguckerknöpfen, aber das wäre mir dann wieder zuviel. Jetzt ist es halt ein Reißverschlussrock und kein Knopfrock geworden.

Um das langweilige Outfit aufzuhübschen habe ich in letzter Zeit aus Stoffresten Ketten gebastelt. Im Fall dieser Kette habe ich schmale Streifen des Chanel Boucle Rests genommen und um übrig gebliebenene Duschvorhangbefestigungsringe gewickelt, das ganze dann miteinander verbunden und hinten ein paar biegsame Drahtringe als Verschluss. Ich bin sehr begeistert, was sich aus Abfall in wirklich extrem kurzer Zeit zaubern lässt.


Hier noch eine Detailaufnahme, wuchtig, aber zu dem schlichten Shirt und dem langweiligen Rock genau richtig.

Verlinkt am Me made Mittwoch im September, das Jahr rast förmlich.

Bis dahin, viele Grüße aus Frankfurt

Anja


P.S. Ich ergänze noch ein Foto von der noch banaleren zweiten selbst gemachten Kette. Ich habe einfach einen Streifen Seide, die übrig geblieben ist, ab und zu verknotet und hinten ebenfalls ein paar Kettenglieder angeknotet. Arbeitszeit: 5 Minuten



Mittwoch, 3. Januar 2024

Mein Nähjahr 2023 - Rückblick mit Lieblingsstück

2023 habe ich viele Stoffe gekauft, viel genäht und alles verbloggt, insgesamt - wenn ich es korrekt überschlage - 22 Kleidungsstücke. Das ist fast doppelt soviel wie in den beiden Vorjahren. Es hat sich aber auch ein bisschen was hinsichtlich Nähen, Stoffkauf und Bloggen geändert. 

Bei den Stoffen achte ich zunehmend auf Qualität, ich habe 2 x bei The Fabric Sales bestellt, war im Annette Görtz Outlet, bei Malhia Kent in Paris und im November habe ich etliche Stoffe bei Max Mara in Sesto Fiorentino gekauft. Manchmal gehe ich spontan in den Laden um die Ecke (JP Stoffe), Karstadt hat im Sommer geschlossen (ich habe zum Schluss reichlich Kurzwaren und Venezia Futter auf Vorrat gekauft), aber Stoffmarkt Holland Ware möchte ich nicht mehr haben. Außerdem habe ich bei fast allen Stoffen ein Projekt im Kopf. Manche der dieses Jahr gekauften Stoffe wurden schon im Folgemonat vernäht.

Mit einigen Schnittmusterherstellern, die ich neu ausprobiert habe, war ich nicht erfolgreich: Grasser, Named (mein Fail des Jahres), Pauline Alice Pattern - alles sehr anpassungsintensiv. Ich bleibe doch lieber Burda treu  oder - das habe ich nach dem tollen Online Kurs bei Alice&Co. Pattern erinnert - ich konstruiere selbst.

Auf der einen Seite habe ich komplexe Schnittmuster nähen wollen, um etwas zu lernen. Ich hatte mir auch vorgenommen, langsamer und ordentlicher zu arbeiten. Das ist nur teilweise gelungen. Am Ende gefielen mir die fertigen komplizierten Stücke mit besonderen Details selten besser als die einfachen selbst konstruierten Kleidungsstücke. Spaß gemacht hat das Fotografieren mit dem neuen besseren Smartphone im Me Made May und Handmade November. 

Ein echter Fast-Ganzjahresfavorit ist das A-Linien-Kleid aus Steppstoff. Die Taschen habe ich inzwischen etwas verkleinert, so ist die Silhouette stimmiger.

Extrem gerne habe ich auch den einfachen, offenkantig verarbeiteten Double-Face-Mantel mit den großen auffälligen Ösen getragen, im letzten Winter Indoor wie eine Jacke, es wurde ja wenig geheizt, in diesem Herbst Outdoor und zwar tatsächlich von beiden Seiten. Den Bindegürtel habe ich nicht mehr, den brauche ich nicht. An kalten Tagen gefällt mir eine unauffällige Klammer besser.

Das komplizierteste Kleidungsstück des Jahres ist mein Burdamantel gewesen. Ich bin zufrieden damit, trage ihn auch, gleichzeitig ist er mir nicht besonders genug, er könnte auch gekauft sein. Die im Januar gekauften - optisch zu kleinen Knöpfe - habe ich mittlerweile durch größere aus der Karstadt Auflösung ausgetauscht. Dadurch schließt der Mantel besser als letzten Winter (leider auf dem Foto nicht erkennbar).

Als ich meinen Regenparka Anfang des Jahres genäht habe, wusste ich noch nicht so recht, ob er etwas taugt. Aber er ist völlig super an Tagen mit leichtem bis mäßigem Regen, trägt sich angenehm und wärmt ausreichend, auch in der derzeitigen Regenperiode. Bei Starkregen und zum Wandern, also mehrstündigem Aufenthalt im Regen, weicht die Filzkante an und der Trocknungsprozess dauert ewig. Außerdem ist das Material zu sperrig, um es in einer Nicht-Regenperiode im Rucksack zu transportieren. Der Regenparka ist vermutlich das Kleidungsstück, auf das ich am häufigsten angesprochen werde.


Eine exakte Statistik zum Verbrauch meiner Stoffe führe ich nicht. Mein Stofflager ist etwas voller als vor einem Jahr (38 m, davon 8 m Futter, es sind nur 8 m älter als aus 2023, das heißt, ich habe wirklich sehr viel Stoff gekauft, aber bei diversen besonderen Gelegenheiten wollte ich nicht nichts kaufen). Erstmal bin ich gut eingedeckt mit Stoff und Kleidung. 

Highlight des Nähjahres waren das kleine Treffen in Stuttgart, die Online Nähdelsabende jeden Montag, organisiert von Jule Futterstoff, und die Nähreise in die Toskana im November.

2024 bringt bei meinem Mann und auch bei mir beruflich Einiges an Veränderung. Ich hoffe dennoch, weiterhin Zeit zum Nähen zu finden. Danke dem Me Made Mittwoch Team für die Bereitschaft, den ersten Mittwoch im Monat mit der Linkparty zu organisieren.

Herzliche Grüße, Anja