Posts mit dem Label Burda werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Burda werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 1. Juli 2026

Bodycon Dress aus Burda 4/2024

In unserer Stadtbibliothek wurden letztens alte Burdahefte ausgemustert. Gegen eine kleine Spende habe ich einige mitgenommen, in denen interessante Schnitte waren.

An dem unten gezeigten Kleid hat mir der Ausschnitt besonders gut gefallen. Das Heft ist vom April 2024, Modell 122, das es in mehreren Varianten gibt. Auch als Oberteil. Und mit einer bebilderten Anleitung. Die wäre zwar nicht nötig, denn im wesentlichen besteht das Kleid aus ganz wenigen Nähten, wenigen Arbeitsschritten. Die Kombination weiter Ausschnitt - lange Ärmel schien mir nicht tauglich, denn gerade erst während des Me Made May habe ich eruiert, warum ich bestimmte Sachen nicht trage - dazu gehörten die, wo Schnitt, Stoff, Saison irgendwie nicht zueinander passen. Lange wärmende Ärmel würde ich nie mit einem weiten luftigen Ausschnitt tragen. Was liegt da näher als die Ärmel zu kürzen?

Den perfekten Stoff für das sogenannte Bodycon Dress (ein Begriff, den ich vorher noch nicht kannte, er bezieht sich auf körpernahe Kleidung) hatte ich letzten Sommer in Löwen bei The Fabric Sales gefunden. Einen gestreiften Jersey, nicht sehr dünn, leichte Struktur, ein wunderbarer ins Petrol gehender Blauton. Davon hatte ich - wie ich schlussendlich feststellte - 1,5 m. Zum Glück lag der Stoff sehr breit, so dass ich Vorder- und Rückenteil sowie Belege und 2 kurze Ärmel auf die volle Länge auflegen konnte. Ein Minirest für ein Scrunchie ist mir noch geblieben.


Genäht und getragen habe ich das Kleid vor der großen Hitze. Für die Hitze wäre es auch nicht tauglich, weil m.E. der Jersey zu dick ist. In dieser Woche würde es wieder gehen. Während der sehr heißen Tag habe ich dieses und dieses A-Linien-Kleider aus Seide getragen, alternativ auch dieses mit technischem Zeug versetzte Seide und dieses aus Seidentaffetta, die wirken etwas dicker, aber da sie Stand hatten, klebte nichts an der Haut. 

An meinem Arbeitsplatz war es 29 Grad warm, die Nächte kühlten bei uns nur auf 25 Grad ab und als die 40 Grad Außentemperatur erreicht waren (Wochenende bzw. freier Freitag) habe ich einmal eine luftige Hose probiert (Leinen), sie klebte nach kurzer Zeit an der Taille - no way. Fluffige Kleider sind das Beste, weil gefragt wurde, was wir bei Hitze tragen. Material definitiv Seide, notfalls Leinen, nichts Anderes.

Damit das Kleid nicht so schlicht und langweilig daher kommt, habe ich oben am Ausschnitt und am Seitenschlitz eine farblich passende Spitze zwischen gefasst. Aus dem Bestand, ursprünglich aus der Nähkiste meiner verstorbenen Mutter stammend. Die Menge reichte gerade so. Ein Minilabel am Rücken - ein Überbleibsel von Munichfrocktails et voilá:


Und ihr seht, bei mir sitzt das Bodycon Dress nicht hauteng, das hätte mir absolut nicht gefallen, ich habe einige cm Spiel zwischen Körper und Stoff gelassen. 




Schnelle Zusammenfassung:

Schwierigkeitsgrad: sehr einfach; Zeitaufwand: sehr schnell; Kosten: ca. 23 Euro für den Stoff, alles andere aus dem Bestand

Präsentiert beim Me Made Mittwoch im Juli, herzlichen Gruß

Anja

Freitag, 5. Juni 2026

Platz schaffen durch Nähen

In meinem Schrank stapeln sich seit einem Jahr ein bisschen viele Stoffe, das liegt an den zweimaligen Spontaneinkäufen bei Intrend/Max Mara, dem Einkauf vorletzten Herbst bei Annette Görtz und den Einkäufen bei New Tess in Mailand und The Fabric Sales in Löwen vor einem Jahr.

An sich gehöre ich zur Fraktion derer, die Stoff kaufen, wenn sie ihn brauchen. Außerdem kaufe ich nur vor Ort. Ich lasse mich auch nicht mehr von diesem und jenem Schnittmuster inspirieren, eher von etwas, das ich im Schaufenster sehe (ist aber nicht mehr so oft der Fall seit die Gassirunden durch die Goethestraße nicht mehr stattfinden), manchmal auch von einem Bild bei Instagram.

Aber da nun reichlich Stoffe herum liegen, will ich sie auch "abarbeiten", wobei das Wort dafür etwas schrecklich ist. Der nun verarbeitete Stoff ist von New Tess, von einem Grabbeltisch im Keller, auf dem es unfassbare, couturige, extrem besondere Stoffe gab. Da ich die sowieso nicht brauche, habe ich einen Stoff mitgenommen (neben Seidenorganza, schon verarbeitet, und Seidentaffetta, ebenfalls verarbeitet), der sehr in mein Farbschema passte. Ein Coupon eines technischen, sehr schweren (vermutlich ist da Metall drin) Stoffes. Er glänzt leicht, hoher Anteil Viscose, bisschen Co und dann eine Abkürzung, die ich nicht herausfinden konnte, weder online noch irgendwo sonst. Habe den Zettel nicht mehr. Haptik wie Seide, unelastisch, Nadelstiche hinterlassen Löcher, hoffentlich maschinenwaschbar, ich glaube, mich erinnern zu können, dass dem so war.

Eigentlich war der Stoff prädestiniert für ein Kleid, ich habe allerdings genug Sommerkleider, eine bunte Bluse nein danke, dann also eine bunte Hose (kürzlich bei einer Nähbekannten gesehen, dort mit seitlichen Streifen in Seide). Als Hose ausschließlich aus diesem Stoff hätte sie mich zu sehr an Pyjama erinnert. Für die Streifen an der Seite hätte ich noch Bänder oder ähnliches beschaffen müssen. Also kam mir der Gedanke, den feinen Stoff mit grobem Jeans zu vereinen. Solche Kombinationen mag ich sowieso gerne. Als ich in einem Vortrag anlässlich der Frankfurt Fashion Week bei Albrecht Ollendiek war und dieser auch hervorhob, wie gerne er Kontraste nutzt, war klar, dass ich es so machen werde.

Der Schnitt ist der normale Mischmasch aus selbstkonstruiert, Burda, Inge Soltzyk-Sparrer (deren Videoanleitung ich sehr schätze). Ein Problem war das vorherige Herausfinden der richtigen Länge, denn ich wollte den Jeans mit der Webkante unten verwenden. Üblicherweise lege ich am Ende die Länge fest, aber hier musste ja alles an den Seitennähten aufeinander passen und ich wollte diese in einem Rutsch nähen. Es gab ein paar Probleme, ich habe richtig ausgemessen, aber beim Nähen hat sich was verzogen. Obwohl ich den Schnitt schon mehrfach genauso genäht habe, passte die Bundweite nicht (????), ich habe die Abnäher vorne wieder raugenommen. Ich verstehe das immer noch nicht, denn erst im März habe ich genauso eine Hose genäht, allerdings aus Samt (der ein bisschen stretchy sein könnte). Fazit: ich habe während des Nähens mehrfach den Prozess anpassen müssen.

Mit dem Ergebnis bin ich dennoch zufrieden. Ich habe eine Radtour gemacht, einen Spaziergang in einem Gelände mit dornigem Gestrüpp (da war ich supervorsichtig), bin 2 x in Regen gekommen, das Gewebe ist sehr schnelltrocknend (trekkinggeeignet) und habe sie heute zum Arbeiten casual friday mäßig an.

Die Fotos sind überwiegend gestern auf dem Spaziergang vor dem zugewachsenen Weg entstanden: ich trage dazu die uralte Jeansjacke aus einem Stoff, den ich von Küstensocke in einem Tausch bekommen habe. Die Jacke wird wirklich oft und gerne getragen.



Als die Hose frisch fertig genäht war, habe ich zuhause meine orange-rostfarbene Bluse dazu getragen, leider beim Über-den-Kopf-ziehen einen Riss im Unterarm produziert (ist mittlerweile rudimentär und semisichtbar geflickt).


Die Rückseite wird von 2 Jeanstaschen geziert. Weitere Details, Bund aus Jeans, oranger Knopf, Aufnäher usw. im Foto darunter.

Ach ja, und ganz viele orange Absteppnähte, die man mal mehr, mal weniger gut sieht, die Taschenbeutel auch in Orange.


Zusammenfassung:

Zeitaufwand: 6 - 8 Stunden, der Schnitt war schon kopiert, viele gerade Nähte, alles mit der Maschine genäht

Schwierigkeitsgrad: einfach, ein paar Gedanken für die Anpassungen im Prozess, aber die gibt es ja doch irgendwie fast immer

Kosten: der 1,60 m Coupon kostete zwischen 20 und 30 Euro, erinnere es nicht genau, alles andere aus dem Bestand, auch der Jeansstoff. Wo ich den gekauft habe, erinnere ich nicht mehr, evtl. Stoffschrottplatz Münster, also schon richtig alt. Erst wollte ich einen langen Rock meiner Tochter zerschneiden, aber den ändere ich jetzt für mich. Dieses Stück ist auch ein Rest gewesen, es ist jetzt noch gut 1 m übrig, davon werde ich irgendetwas zur Hose machen, habe schon eine Idee.

Viele Grüße und ein schönes Wochenende

Anja

Mittwoch, 3. Juni 2026

Chiffonbluse - Me made Mittwoch

Im März dieses Jahr habe ich bei Intrend/Max Mara in Triest eine ganze Menge Stoff gekauft. Die Qualität dort ist einfach atemberaubend, die Auswahl auch und die Preise sind gigantisch günstig für das, was man bekommt. Einziges Manko, die Stoffe sind bereits fertig zugeschnitten und werden als Coupons verkauft, ganz oft mit 1,5 m. Es gab Seidenchiffon in verschiedenen Farben, federleicht, transparent, sehr schön anzufassen. Ich habe mich für ein Flaschengrün entschieden, eine Farbe, die man nicht immer und überall sieht. Der Coupon kostete 23 Euro.

Dann begann die Recherche nach einem Schnittmuster. Das war komplizierter als ich dachte, in meinen vielen Zeitschriften fand ich nicht das, was ich suchte. Im Internet gab es zauberhafte Kaufblusen mit rüschigen Kragen, großen Schluppen, bauschigen Ärmeln. Rebekka nähte parallel an ihrem Chiffonkleid (8 m Stoff) für die Swissfrocktails und zauberte Rüschen ohne Ende. Und ich konnte keinen Schnitt finden, der mir wirklich zusagte. 

Stand kurz vor der Konstruktion bzw. Abwandlung eines Schnittes bis ich bei Eingabe Burda und Chiffonbluse in die Suchmaschine dieses Exemplar auch 2013 fand. Und eine Nähfreundin hatte sogar das Heft zuhause. Der Schnitt besteht nicht aus allzu vielen Teilen, ich habe ihn abgewandelt, weil klar war, dass die langen Ärmel mit 1,5 m nicht funktionieren werden



Hier das Foto aus dem Heft. Ich habe Größe 44 kopiert und sie passt gut. Irritierend fand ich, dass es eine identische Nummer 120 und Nummer 121 gab. Allerdings mit teils anderer Schnittführung, so habe ich dummerweise das Vorderteil mittig getrennt. Die Naht wird zum Glück beim Binden der Schleife verdeckt. Die Schnittteile am Rücken passten nicht zusammen, sowas ist mir noch nicht passiert. Ich habe das auch hinterher noch mal kontrolliert, das Schnittmuster ist fehlerhaft. An einer Stelle fehlt zudem die Ziffer mit der Verbindungsecke. Ich habe noch nie aus einer so alten Burda genäht, dachte erst, ich hätte falsch kopiert, aber es lag nicht an mir.


Ich habe also hinten mittig eine Kellerfalte eingelegt. Die Ärmel sind kürzer, ich habe die maximale Stofflänge genommen und unten einen kleinen Gummi eingenäht. Er ist etwas zu kurz, ich glaube, ich nehme den wieder raus, der Effekt des Bauschens ist minimal, das gefällt mir nicht so richtig. Bindebänder wären schön, aber mir ist insgesamt neben vielen kleinen Fitzeln ein Stück von ca. 20 x 30 cm übrig geblieben, das wird nicht reichen.

Da ich Knöpfe in genau der Farbe hatte (noch aus der Karstadt Auflösung vor mittlerweile einigen Jahren), habe ich einen als Dekoration vorne mittig aufgenäht und so das Loch ein bisschen zusammen gerafft.

Die Bluse trägt sich angenehm. Die riesige Schluppe gefällt mir gut und wirkt sehr besonders - egal ob als Schleife oder nur zsuammen gebunden. Erstaunlicherweise ist der Chiffon blickdichter als gedacht, zumindest auf den Fotos.


In echt sieht er schon ein wenig transparenter aus, je nachdem wie das Licht einfällt. Das Nähen hat mir nur semi Spaß gemacht. Französische Nähte, o.k., die Säume mit dem Rollfuß, keine Chance, im engen Zickzack absteppen, Fehlanzeige, also alles gebügelt und umgesteppt. Wenigstens ließ sich der Stoff sehr gut und gleichmäßig bügeln und neigt auch nicht zu späterer Fältchenbildung.



Oben mit meiner alten Jeans, ein La Mia Boutique Schnitt, dicke feste Qualität, daher nicht so oft im Einsatz.

Unten ergänzend mit einem alten Rock, den meine Mutter mir während meiner Schwangerschaft genäht hat und den ich vor vielen Jahren enger gemacht habe und in den letzten beiden Jahren gerne trage. Die Länge ist ja richtig in.


Und hier noch in einer anderen Kombination, im Rahmen des Me made May fotografiert, wo ich Sachen getragen habe, die nicht oft aus dem Schrank, in diesem Fall der Rock Delphine, ein uraltes Schnittmuster aus dem ersten Buch von Tilly Walnes:



Zusammenfassung:

Schwierigkeitsgrad: Ohne Worte, Seidenchiffon ist nochmal eine ganz andere Nummer als Organza oder Satinseide. So dünn, so fragil, so leicht, so flutschig .... ich glaube nicht, dass ich sowas nochmal in nächster Zeit vernähe.

Zeitaufwand: Das Abpausen des Schnittmusters dauerte, da tatsächlich die Bögen der alten Burdahefte meines Erachtens unübersichtlicher sind als die neuen Hefte. Ich habe mich ab und zu in den Linien verirrt. Der Zuschnitt und das Nähen dauerte ebenfalls. Die Restarbeiten, Handnähte, Knöpfe waren nur noch Kleinkram am Ende. Mehr als eine Woche, abends und ein Wochenende immer mal wieder. Ich staune ja immer wieder, dass manch einer den Aufwand in Stunden angeben kann. Gelngt mir nicht, vielleicht sollte ich diese Rubrik irgendwann streichen, sie ist und bleibt sehr subjektiv.

Kosten: Der Stoffcoupon kostete 23 Euro, Garn und Knöpfe aus dem Bestand, immerhin hier, sehr klare Angaben.

Verlinkt beim Me made Mittwoch im Juni, danke an das Team für die Organisation desselben.

Ganz lieben Gruß

Anja

Mittwoch, 1. April 2026

Corsage 106 aus Burda 8/2025 - Me made Mittwoch im April

Letztes Frühjahr habe ich eine Corsage oder ein Bustier (was ist hier eigentlich genau der Unterschied?) genäht, die ich neben einer Kaufcorsage sehr gerne anziehe, peppt sie doch einfach schlichte Kleidung auf und wärmt außerdem ein bisschen den Körper. Wo ich das schreibe merke ich, dass ich dafür meine Strickpullunder diesen Winter viel seltener, fast nie eigentlich angezogen habe. Nun ja. Die Corsage von Burda wurde letzten Sommer im Heft gezeigt und hat mir sofort gefallen. Allerdings würde ich sie nicht auf nackter Haut tragen, auch nicht aus einem anderen Stoff, das ist einfach nicht meins. 

Der Schnitt war bereits kopiert, in Größe 42. Nachprüfen konnte ich das nicht mehr, denn ich hatte das Heft aus der Bücherei entliehen. Insofern konnte ich schnell mit Zuschnitt und Nähen starten, als ich vor 2 Wochen den passenden Stoff und geeignetes Futter gefunden hatte. Knöpfe und eine Schnalle hatte ich im Bestand, passendes Nähgarn auch. Ich habe mich akribisch an die Anleitung gehalten, irgendwo musste ich mir die Bilder im Netz mehrfach anschauen, um zu verstehen, wie das mit dem Fake Gürtel gemeint ist, ich habe es aber wohl richtig verstanden.

Das Nähen war - wegen der vielen Teile - etwas mühselig. Wenn ich den Schnitt selbst konstruiert hätte - was ich bei der Corsage letztes Frühjahr gemacht habe - hätte ich wohl auf die ganzen Belege verzichtet, die zu kleinen Ungenauigkeiten führten. Das liegt nicht am Schnitt, die Teile passten genau aufeinander, das habe ich im nachhinein nochmal überprüft, sondern daran, dass ich Pi mal Daumen mit der Nahtzugabe von 1 cm zuschneide, was ggf. auch mal 1, 2 cm oder 0,8 cm sein können. Außerdem nähe ich dann auch nicht superakkurat zusammen. Am Ende fügte sich alles mit einigen Korrekturen irgendwie. 

Vor dem Verbinden von Futter und Außenstoff musste ich allerdings Anpassungen vornehmen. Im Brustbereich habe ich bestimmt insgesamt 6 cm weggenommen, an der Seitennaht und an den Nähten, wo das Mittelteil auf die seitlichen Vorderteile trifft. Da der Stoff eine geringe Menge Elasthan hat, leiert es oben etwas aus, obwohl alle Besätze brav mit Vlieseline bebügelt sind. Die Knopflöcher sind nicht als Paspelknopflöcher gearbeitet, das wäre bestimmt schöner gewesen, habe ich aber im Prozess nicht rechtzeitig bedacht. Der Burdaschnitt sieht Druckknöpfe vor.

Ich habe das Teil, als es fertig war angezogen,, es passte schon, siehe unten, dennoch hatte ich das Gefühl, das es ein wenig locker sitzt. Insbesondere rutschte es, wenn ich mich gebückt habe und danach wieder aufgerichtet habe. Das eignet sich nicht für meinen Alltag, in dem ich mich bewegen möchte und nicht an meiner Kleidung herumzuppeln will. Ich habe also einen weiteren Versuch gestartet, um an den Seitennähten Stoff zu reduzieren, an jeder Seite bin ich von ca. 1,5 bis 2 cm ausgegangen, was nochmal 6 - 8 cm insgesamt ausmacht. Dabei habe ich das Teil über das Loch, durch das der Gürtel gezogen wird, gewendet und enger genäht. Sicher nicht die feine saubere Art, aber die mit dem geringsten Arbeitsaufwand. 


Danach saß es wesentlich enger, körpernäher und verrutschte auch weniger. Hinten wird es schon eng gezogen, sieht man auf der Aufnahme unten von der Rückseite. Aber die Trageeigenschaften sind besser als vorher, wo alles schön ordentlich aufeinanderlag. Im Burda Original ist die Corsage aus meiner Sicht auch zu weit, für ein Foto reicht es, im Alltag sollte sowas besser sitzen.


An der Seite habe ich einen kleinen Einnäher aus der Goodie Bag von den Munichfrocktails eingefasst.


Die passende Handtasche besitze ich auch, ich nutze sie viel zu selten.



Der Rock oben ist uralt, von meiner Mutter für mich vor ca. 24 Jahren für die Schwangerschaft genäht, dann in der Weite mehrfach geändert, lange ungetragen, jetzt wieder schick. Denn man hat diese fast wadenlangen Röcke wieder. 

Und hier noch eine weitere Tragevariante mit der Wollhose (Vogueschnitt), einen dünnen Rolli werde ich sicher auch noch ausprobieren, evtl. auch die blaßblaue Bluse, die ich habe oder die dünnere grüne Hose, die noch bei den Sommersachen liegt.



Zusammenfassung:

Schwierigkeitsgrad: Insgesamt ist so ein Kleidungsstück, das wirklich gut passen muss, schwierig zu nähen. Da gibt es eine Menge Anpassungen, die idealerweise auch gut in den Originalschnitt eingefügt werden. Das ist mir hier mit den nachträglichen Abnähern und dem enger Nähen nicht  perfekt gelungen, dennoch ist ein tragbares Kleidungsstück entstanden. 

Zeitaufwand: Der Schnitt besteht aus einer Unmenge von Teilen, das Kopieren hat ewig gedauert, ebenso das Zuordnen der Schnittteile und der Vlieselinestücke. Man musste schon ziemlich aufpassen, alles richtig zusammen zu setzen. Das finale Nähen und Versäubern war dann relativ schnell erledigt bis es an die Anpassungen ging. Kein schnelles Projekt, mehrere Abende.

Kosten: Den Oberstoff, ein 0,8 m Rest von Max Mara (frisch bei Intrend in Triest gekauft), kostete 9 Euro, von dem Futter (ebenfalls Intrend) habe ich ca. 0,4 m verbraucht, also 2 Euro, insgesamt mit den alten Knöpfen und dem grünen Garn aus der Karstadtauflösung max. 12 Euro.

Ich zeige die Corsage am 1. April beim Me made Mittwoch, wo ich schon ein bissel gestöbert habe, bevor ich den Post fertig gemacht habe. Zu der grünen Hose hatte ich wenig passende Oberteile, die Corsage passt perfekt.




Frohe Ostern und herzlichen Gruß, Anja


Freitag, 31. Oktober 2025

Bustier-Gürtel-Westen-Dingsbums

Von diesem Rock hatte ich noch Stoff übrig, ca. 1 m mit angeschnittenen Teilen. also eine gute Menge, aus der noch etwas Vernünftiges werden konnte. Idealerweise passend zu dem Rock zum Kombinieren.

Die Reihenfolge der Bilder ist jetzt etwas verwirrend. Etliche meiner Nähfreundinnen rieten zu Westen oder Bustiers. Eine Weste habe ich knallhart abgelehnt, weil mich das an Business in den 90ern erinnerte und ich sogar noch 2 oder 3 Kaufwesten, so richtig klassische, passend zu den Hosenanzügen (deren Hosen nicht überlebt haben) im Schrank habe. Bustier schien mir ein guter Gedanke, aber eigentlich hatte ich zuviel Stoff für das, was ich damals aus Resten genäht habe.

Dieses Bustier aus Burda 8/2025 ist mir erst begegnet als ich schon etwas anderes zugeschnitten hatte. Sehr ärgerlich, weil es anders ist, hinten diagonal überlappend und mit dem Gürtel aus mehreren Schnittteilen interessant gebunden. Den Schnitt habe ich jetzt zum Kopieren aus der Bücherei geholt. Dieses Bustier möchte ich unbedingt noch nähen, allerdings habe ich derzeit nicht den passenden Stoffrest. Blöd gelaufen.

Natürlich habe ich vorher auch im Netz recherchiert. Caroline Herrera bot unten gezeigtes Teil an, gefiel mir irgendwie nur so semi zum Nachnähen. Doppelreiher stehen mir als Jacke nicht, vielleicht hat die Assoziation bereits gereicht.


Aus das Thema gekommen bin ich über etwas Anderes: gegen Ende der Great British Sewing Bee trug die Moderatorin neben der tollen Bluse einen spannenden Gürtel. Der verbrauchte allerdings wenig Stoff, nur eine Teilmenge des vorhandenen Rests, selbst wenn ich ihn komplett aus dem Wollrest genäht hätte. Also habe ich den Gürtel erstmal ad acta gelegt.


Dann durchsuchte ich mehrmals meine Burdas bis ich irgendwann an diesem Modell hängen blieb. Nicht so klassisch. Die Druckknöpfe gefielen mir nicht, die Kragenform auch nicht, aber alles lässt sich ändern. Gesagt, getan. Schnitt kopiert, Schnittteile ausgeschnitten und zugeschnitten. Es passte tatsächlich perfekt mit dem Rest. Es ist nur ein kleines Fitzelchen geblieben. Immerhin damit bin ich zufrieden. Unten seht ihr den Rest, aus dem ich noch den alternativen Kragen konstruiert habe.


Das Nähen zog sich ein wenig, viele Schnittteile. (Das oben gezeigte Bustier aus der August Burda ist auch nicht viel besser, unglaublich viele Schnittteile zu kopieren). Aber alles fügte sich prima zusammen, die Anleitung war klar. Im Fundus gab es noch einen passenden kontrastierenden Reißverschluss und einen Knopf als Detail im Rücken in gleicher Farbe.

Hier Tragefotos mit dem Rock. Mir etwas zu spießig, ich muss noch experimentieren und andere Unterteile suchen. Oder mit einem Rollkragen ausprobieren.





Oben noch der Knopf in groß.

Im nachhinein glaube ich, besser wäre es gewesen, wenn ich das Unterteil nicht gedoppelt hätte. Es ist jetzt ziemlich dick, der Originalstoff ist dünner und elastisch. Außerdem verzieht es den dicken Reißverschluss ein wenig. Passen tut die Weste super. Warm ist sie auch. Und eigentlich ist sie auch nicht schlecht, wenn ich nicht hinterher noch das tolle Bustier gefunden hätte.

Hier habe ich die Weste anders kombiniert, gefällt mir persönlich besser, trotzdem kein Lieblingsteil und zu dem Rock habe ich bessere Alternativen.





Zusammenfassung:

Schwierigkeitsgrad: Ich habe nicht mehr geschaut, wieviele Punkte der Schnitt hat. Ich habe nichts angepasst, sondern ihn fertig verwendet. Der Stoff ließ sich super vernähen, einzig das Einkräuseln auf den unteren Teilen auf beiden Seiten fand ich etwas schwierig, ist auch nur semi gelungen. Das ist leider beim Einkräuseln immer der Fall, obwohl ich Stichbreite verstelle, Unterfaden lockere, 2 oder sogar 3 x parallel nähe: beim Zusammenziehen wird es einfach nicht gleichmäßig.

Zeitaufwand: mehr als ich dachte, denn es waren viele Nähte und viel Bügelarbeit. Gefühlt eine ganze Woche mit Kopieren, Ausschneiden und letzten Handnähten.

Kosten: keine, Stoffrest von Annette Görtz Outlet, Reißverschluss für 1 Euro oder so aus der Karstadt Auflösung, Knopf und Garn aus dem Fundus.

Viele Grüße

Anja


Donnerstag, 16. Oktober 2025

Unterziehrolli - einfach, schnell und immer brauchbar

Da ich gerne und oft Trägerkleider trage und ein paar wintertaugliche kurzärmlige Kleider habe, brauche ich im Winter dünne Unterziehsachen. Vor ca. 2 -3 Jahren habe ich schon einmal eine dünne, sehr dünne Wolle von Haider Ackermann als Jersey bei The Fabric Sales bestellt und bei meinem Besuch im September dort, habe ich einen weiteren Wolljersey - vermutlich aus der gleichen Serie - gekauft. Der Preis meines Stoffes liegt weit, sehr weit unter dem, den mein Modell von Caroline Herrera kosten soll. Dabei handelt es sich allerdings auch um eine Woll-Seiden-Mischung.



Mein Schnitt ist der gleiche wie für das graue Shirt. In dem verlinkten Post, wird es weiter unten beschrieben. Identische Länge, identische Ärmellänge, nur habe ich diesmal einen Rollkragen angefertigt. Da ich keinen Ripp habe, sieht das Ergebnis dann anders aus als auf dem Bild oben, aber der Gesamteindruck wird ja durch Farbe und Form geprägt, insofern bin ich ziemlich zufrieden mit dem Ergebnis.


Ich habe den Rolli jetzt einmal mit diesem älteren Latzrock nach einem Schnitt aus La mia Boutique kombiniert. Er trägt sich sehr angenehm, weiche Wolle, schön lange Ärmel, der Rollkragen könnte am Hals ein wenig enger sitzen, aber manchmal geht es bei einer eigenen Kreation auch nicht so aus wie es soll. Bei der Anprobe des Rollkragens vor dem Festnähen schien er mir enger. 

Zusammenfassung:

Schwierigkeitsgrad: einfach, schnell, der Schnitt war bereits abgepaust, die Länge des Rollkragens ergab sich aus dem verbleibenden Stoff, er ist gedoppelt und so breit wie das Ausschnittloch, da konnte ich dann auch nichts mehr enger machen.

Zeitaufwand: 2 -3 Stunden

Kosten: ca. 15 Euro, der Stoff, Wolljersey von Haider Ackermann über The Fabric Sales, liegt fast 175 cm breit, gekauft habe ich 1,30 m, insofern habe ich ein riesiges quadratisches Stück übrig, ich weiß noch nicht, wofür ich das verwenden kann. 

Und nun widme ich mich den finalen Arbeiten (händisch Knopf annähen) an einer experimentellen Resteverwertung. Mehr dazu sicher im nächsten Post, ein spannendes Projekt. Und gestern habe ich erst erfahren, wie man das Kleidungsstück nennt.

Herbstliche Grüße aus Frankfurt

Anja

Sonntag, 28. September 2025

Karo-Fake-Wickelrock Burdastyle #117 aus 12/2018

Den Stoff von Max Mara (Outlet bei Florenz) habe ich schon vor fast 2 Jahren mit dem Ziel ein Trägerkleid daraus zu nähen gekauft. Mittlerweile habe ich ziemlich viele Trägerkleider und brauche keins mehr. Röcke habe ich zwar auch nicht wenige, aber man kann sie doch vielseitiger kombinieren als ein Trägerkleid. Insofern habe ich für den Karostoff diesen Karorock ausgewählt. Ein bisschen deshalb, weil es schnell gehen sollte und der Schnitt bereits kopiert und im wesentlichen angepasst herum lag. Diesen Rock hatte ich daraus bereits genäht. Er lag lange herum, aber letzten Herbst und Winter habe ich ihn viel und gerne in anderer Kombi mit längerem und dünnerem blauen Rolli getragen.

Der Rock sollte etwas länger werden, es hätten noch einige cm mehr sein können. Ich glaube, das Problem ist, dass ich vor dem Spiegel messe und es - wenn ich von oben herab schaue - länger aussieht. Inzwischen sind schon mehrere Kleidungsstücke kürzer geworden als ich wollte - und immer wäre noch Stoff da gewesen. Aber die Länge ist o.k. Ansonsten gibt es wenig zu berichten. Der seitliche Reißverschluss ist nicht nahtverdeckt, ich habe einen aus dem Bestand verwendet. Das Futter ist grün wie die Karos (Annette Görtz Outlet). Auf dem Fotoausflug trage ich dazu einen Pullover, schon alt und immer noch sehr geliebt, aus Mohair einfach gerade gestrickt mit geradem Rollkragen , anscheinend nicht verbloggt, jedenfalls finde ich ihn nicht auf Anhieb. Weiter unten diese Manteljacke, auch sehr geliebt und gerne getragen.




Aufnahmen von hinten mit und ohne Jacke:



Karo auf Karo, ich mag Mustermix/Farbmix einfach gerne.



Etwas unzufrieden bin ich mit dem Bund. Ich glaube, bei dem dicken Stoff wäre ein angeschnittener Bund ohne Form (also nur umgeklappt) besser gewesen. Ich habe vorne, wo 2 Lagen Stoff auf 2 Lagen Bund treffen, einen ziemlichen Knubbel, habe zwar viel zurück geschnitten, aber es bleibt ja immer noch was übrig. Das finde ich doch sehr unansehnlich. Ich habe wie verrückt gebügelt, aber besser wird es nicht. Und fusseln tut der Stoff wie verrückt - auch noch nach dem Versäubern.

Zufrieden bin ich damit, dass überall die Karos aufeinander treffen oder irgendwie harmonieren, vor allem am nicht vorzeigbaren Bund. Tja. Der Rock hat heute seine Bewährungsprobe bestanden. Er ließ sich gut und komfortabel tragen.

Zusammenfassung:

Schwierigkeit und Zeitaufwand: einfach und schnell, Zuschnitt und zusammen nähen an einem Abend, der Rest an einem anderen kurzen Abend, die letzten Hand in der Nacht von Freitag auf Samstag nach einem inspirierenden Film und Wein und Essen mit Nähdels-Freundinnen.

Kosten: leider erinnere ich mich nicht mehr, was der Coupon (ca. 1,60 m) gekostet hat. Aber nicht viel, vermutlich unter 20 Euro, denn ich habe ihn eigentlich nur mitgenommen, weil alle meinten, der steht mir so gut und passt zu dem Mantelstoff usw. Wirklich gebraucht habe ich ihn nicht und meine Gepäckobergrenze war damals auch schon erreicht.

Herzliche Grüße und einen wunderbaren Herbstbeginn, Anja

Mittwoch, 24. September 2025

Jäckchen aus Stoffrest zum ärmellosen Kleid

Ich berichtete ja schon von der Entstehung meines Wollkleides. Ich besitze mehrere Trägerkleider, die ich gerne im Herbst/Winter mit Rolli usw. trage. Im Fall dieses Kleides habe ich ursprünglich nicht an Rolli gedacht, aber natürlich ist der eine Option. Ich hatte noch reichlich (und habe immer noch mehr als einen Meter) Stoff von dem Kleid übrig und habe beschlossen, ein kleines kurzes Jäckchen zum Kleid zu nähen. Ganz einfach kastig, taillenkurz, mit ähnlichen Teilungsnähten hinten wie am Kleid und mit den großen Gardinenringösen, um eine Verbindung zwischen Kleid und Jacke herzustellen.

In einer der letzten Folgen der britischen Sewing Bee gefiel mir der sehr spitze Blusenkragen der Moderatorin sehr gut. So einen Kragen konnte ich mir auch gut an der Jacke vorstellen. Das Ergebnis ist etwas weniger spitz geworden, aber doch anders als "normale" Kragen.


Auf der Rückseite sollte man eigentlich die identischen Teilungsnähte von Kleid und Jacke erkennen können. Die Gardinenösen sind am Kleidersaum und an den Ärmelsäumen. Da hatte ich vorher etwas herumprobiert. Schlussendlich habe ich auch nur einen Knopf oben angenäht, sonst wäre es mir optisch zu viel gewesen.


Letztes Wochenende fiel mir ein ganz wundervoller, dünner Baumwolljersey von Haider Ackermann in die Hände. Er lag fast 170 cm breit, so dass ich nur 60 cm gekauft habe - in der Annahme, das reicht für ein Shirt - gereicht hat es, aber nicht für einen Rolli. Schnittmuster ist Burdastyle 118 aus 11/21, siehe unten, es gab den Schnitt auch mit langen Ärmeln, die ich nochmal verlängert habe. Das Oberteil ein wenig gekürzt, damit für das breite Bündchen noch Stoff übrig ist. Ein Crunchie ist aus dem Rest auch entstanden, ohne Foto.




In dem Gesamtoutfit fühle ich mich sehr wohl, mit oder ohne Jacke, ganz wie die Temperaturen es verlangen. Was mit dem restlichen Stoff passiert, mal sehen, sicher findet sich noch etwas.


Zusammenfassung:

Schwierigkeitsgrad: einfach, eine schnelle wenig geformte Jacke ohne Anpassungsbedarf und das Shirt mit wenigen Nähten im Zickzack. Die einzige Herausforderung war das Knopfloch, aber von Mal zu Mal gelingen mir Paspelknopflöcher besser. Mit diesem bin ich erstmalig zufrieden.

Zeitaufwand: das Shirt war so schnell zugeschnitten wie der Schnitt kopiert war. Wenige Nähte, ein Abend. Die Jacke, vor allem die Konstruktion des Kragens, dauerten etwas länger, aber auch insgesamt max. 4 Stunden

Kosten: Jersey The Fabric Sales 9 Euro, Wolle Annette görtz Outlet ca. 7 Euro, Knopf, Gardinenösen, Garn aus dem Bestand.

Die kalte Jahreszeit kann kommen.

Herzlichen Gruß, Anja