Freitag, 18. August 2017

Stoffdiät, weiter geht's!

In der letzten Woche, unserer letzten Ferienwoche in Hessen bin ich außerordentlich produktiv gewesen. Da es sowieso ständig geregnet hat und ziemlich kalt war, gab es kaum andere sinnvolle Dinge zu tun.

Entstanden ist als erstes mein neuer Ersatz-Winter-Mantel-Parka nach dem bereits mehrfach genähten und als immer wieder gut befundenen Schnitt Polyanna in Größe 170 /176 (fällt riesig aus). 3 m Oberstoff (Mantelstoff vom Wintersale bei Karstadt) + 3 m Fleecefutter (Alfatex) habe ich dafür vernäht. Ich mag diesen Schnitt, weil die Taschen geräumig sind, die Ärmel locker über Strickpullis gehen, die Länge ist ideal, um knielange Röcke gerade zu überdecken, die Kapuze rutscht beim Radfahren nicht vom Kopf, der Reißverschluss schließt hoch oben und hält jegliche Kälte ab (man braucht auch kein zusätzliches Tucht), also wirklich ein irgendwie perfekter Schnitt. Daher habe ich auch wenig Ambitionen einen neuen Winterjackenschnitt zu probieren. Die beiden anderen Schnitte, die ich vernäht habe, kommen nicht ansatzweise an die Tragehäufigkeit meiner Polyannas heran.



Direkt im Anschluss hat es mich gepackt, obwohl keine Notwendigkeit für dieses Kleid bestand (außer vielleicht, dass ich es im September zu einem Termin mitschleppen kann), langärmliges Knitterkleid von Stokx aus Billigwaxprint aus Paris. Nach dem Waschen dachte ich toll, wie weich der geworden ist, die Ernüchterung kam durch die Brennprobe, das war keine Naturfaser. Mist. Muster und Farben sind prima, aber ich mag Plastikkleider nicht, da schwitze ich schnell. Na ja, vernäht mit wenig Engagement, schnell fertig, 3 m raus aus dem Regal.



Und aus diversen kleinen Resten, denn immer wenn Stoffe vernäht werden, quillt bedauerlicherweise die Schublade, in der die kleineren Reststücke dann aufbewahrt werden, über, habe ich noch ein neues Fahrradsattelcape und 3 Tischsets gemacht. Fertig.



Das nächste Projekt, das ein wenig komplexer wird, ist in den Startlöchern.

Für die Stoffdiät fast 10 m vernäht. Und das Beste ist, dass es sich um sehr platzraubende voluminöse Stoffe handelte. Eigentlich könnte ich die Stoffdiät jetzt abschließen, denn das Stofffach im Schrank sieht wieder ganz ordentlich aus.

Beweisfoto:



Viele Grüße aus Frankfurt

Anja

Dienstag, 15. August 2017

Immer noch auf den Nadeln - im August

Es geht langsam voran mit St. Brigid. Das Vorder- und das Rückenteil sind fertig. Ich habe im Juli 2 Wochen pausiert, weil wir verreist waren. Jetzt habe ich mit Ärmel 1 angefangen, da ich hier nur 2 normale Zöpfe und einen Musterrapport stricken muss, ist das Stricken deutlich einfacher. Aufpassen muss ich mit den Zunahmen und der Länge. Das wird bei Ärmel 2, den ich viielleicht noch in diesem Monat anfange, âhnlich. Ich bin sehr zuversichtlich, den Pullover im Herbst fertig zu haben.

Meine Tochter widmet sich derweil den Resten ihrer Islandwolle und hat mit einem Rundstrickpulli begonnen. Die Passe oben wird in etwa so wie in der Skizze aussehen. Das Modell aus den Istex Katalogen heißt Kambúr. Da es sich um ein Kindermodell handelt, haben wir es angepasst auf Größe S und uns mit der Maschenzahl an ihrem anderen Pullover orientiert.


Aber bis der Pullover fertig sein wird, dauert es noch ein wenig. Mit viel Glück bis zu den Herbstferien zur Islandreise (wobei dann die Gefahr besteht, dass wir gleich wieder neue Wolle mitbringen).



Verlinkt bei "Auf den Nadeln" im Maschenfein Blog.

Viele Grüße, Anja

Samstag, 12. August 2017

12 von 12 im August

Ziemlich spät, genauer gesagt bei der Nachmittagsgassirunde ist mir eingefallen, dass ja heute der 12. August ist. Also habe ich ganz spontan Handyfotos von unterwegs geschossen. So bleiben euch sämtliche Fotos von Frühstück, Wischeimer, Wäsche auf dem Wäschegestell, Salatzubereitung mittags erspart. Und weil das Wetter sowieso besch... ist und ich keine große Lust hatte, aufs Land zu fahren, bin ich in der Berger Straße ums Eck Gassi gegangen (mit ein bisschen Park vorher und Allee hinterher). Ich habe gemerkt, dass so eine Runde in der Stadt viel fotolastiger wird als wenn ich im Wald unterwegs bin. Am Ende musste ich richtig selektieren, welche 12 Bilder es in den Blog schaffen.

Ein Pop Up Store mit interessanten Second Hand Möbeln (das gezeigte Objekt gibt es für 750 Euro), mein Lieblingskruschtelladen, den es schon ewig gibt und in dem ich schon vor 25 Jahren  traumhaft schöne Weingläser gekauft habe, ein cooles Graffitti und - wie immer wieder - ein Bauobjekt für Exklusivwohnungen.


Ein schöner Buchladen mit angeschlossenem Cafe, gibt es auch schon ewig und als ich das letzte Mal abends da war, hatte ich das Gefühl, das Publikum ist mit dem Lokal älter geworden. Sehr spannende Glaseinwurflösung, warum gibt es die nur dort? Und dann irgendwo um die Ecke ein Ort, der vor 14 Jahren öffnete, als der Babyboom begann, die Öffnungszeiten sehr dürftig, obwohl der Babyboom weiter andauert.

Ein hüsch aufgebauter Seifentisch am Straßenrand, an der Lutherkirche ein neues Schild, dieses Jahr geht echt nix ohne Luther und am Straßenrand die obligatorischen Mamataxis. Schade, dass es die vor 14 Jahren noch nicht hatte.


Kurz vor der Wohnung, dann nochmal kurz ins Grüne und am Laden der Frau vorbei, bei der ich meinen Grundschnittkurs gemacht habe. Jetzt steht gleich das Abendessen an, der Mann kommt bald aus Nürnberg zurück, das Kind soeben vom Reitstall.

Den Post verlinke ich bei Draußen nur Kännchen.

Ein schönes Restwochenende, Anja

Donnerstag, 10. August 2017

Nähen nach Schnittmustern? Neue Erkenntnisse!

Bald werde ich wieder ein Jahr älter. Ich habe vor einer gefühlten Ewigkeit in der Grundschule, im Gymnasium in der 5. Klasse und bei meiner Mutter (und mit Carina Heften) angefangen zu nähen. Dann viele, sehr viele Jahre pausiert (und nähen lassen). Meine Mutter als ausgebildete Schneiderin hat ihre Schnitte immer selbst gemacht, nach eigener Aussage fand sie Burda zu umständlich, sie hat sich einzig von Fotos inspirieren lassen.

Irgendwann als ich anfing deutlich weniger zu arbeiten (vor ca. 7 - 8 Jahren, als meine Tochter gerade in der Grundschule war und es mit Kinderbetreuung hinten und vorne nicht mehr passte, heute ist das ja besser),  habe ich meine Nähmaschine wieder entdeckt und mit Hilfe von Ottobre, Internet und vom damals frisch erschienenen Farbenmix Buch fürs Kind genäht und kleinen Tüddelkram gemacht. Oft mit englischsprachigen Nähbüchern, weil ich die viel übersichtlicher und besser in den Erklärungen fand. Der Markt für die vielen deutschen Nähbücher (und die Übersetzungen) hat sich auch erst später entwickelt. Mit einer Freundin, die jetzt leider wieder in London lebt, habe ich mich gerne übers Nähen und Bloggen ausgetauscht.

Zwei bis drei Jahre später fing ich an für mich zu nähen, die Sachen passten überhaupt nicht, weil ich halt keine Standardgröße habe. Eine VHS Kurs zur Grundschnitterstellung hat mich erheblich weiter gebracht. Mir wurde bewusst, dass bei allen meinen Kaufblusen der Brustabnäher falsch sitzt und dass ich überlange Arme habe, weswegen mir Langarmshirts immer zu kurz vorkommen. Die meisten Teilnehmerinnen hatten vorher längst diverse Nähkurse besucht. Ich habe mich so durchgewurschtelt und überall irgendwas mitgenommen: Stütznaht, Reißverschluss nahtverdeckt, Stichlänge beim Topstitching usw. Aber an bestimmte Kleider mit vielen Details traue ich mich nicht ran ("per esperte" steht in meinen La Mia Boutique daneben). Lust auf einen Nähkurs einmal pro Woche hatte ich aber auch nicht.

Letztes Wochenende hatte Nina von Kleidermanie einen Schnittmusterflohmarkt. Mir war - ehrlich gesagt - nie klar, warum soviele Frauen Geld für Schnittmuster ausgeben, wenn es doch in Burda ganz viele Schnittmuster zum deutlich niedrigeren Preis gibt. Ich habe mich das aber auch nie zu fragen getraut, jeder hat halt seine Vorlieben, seinen Stil, was weiß ich. Etwas enttäuscht war ich auch von der Anleitung zum Stadtmantel von meiner Ex-Kommilitonin Meike, im nachhinein stellte sich heraus, dass da ein paar Fehler versteckt waren. So richtig klar war mir vieles nicht, ich hatte mir mehr Klarheit von der Bild für Bild Anleitung erwartet.

Als dann die Schnitte von Nina hier ankamen, war ich völlig perplex. In 50 Schritten ist mit Bildern, richtig tollen Bildern, wo man rechte und linke Stoffseite erkennt, wo die Naht dargestellt ist, Schritt für Schritt, völlig "idiotensicher" erklärt wie das Kleid xy zu nähen ist. Ich habe dann gleich noch 2 weitere Schritte aus dem Flohmarktfundus "bestellt".



Ich bin sicher, meinen Nähhorizont demnächst deutlich zu erweitern und mich an kompliziertere Stücke zu wagen.

Heute habe ich allerdings erstmal nur einen Satz Schlafbrillen genäht, eine Freundin fährt nach Island und da ist es bekanntlich nachts immer noch lange hell.



Lieben Gruß, Anja