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Sonntag, 20. Juli 2025

Hemdblusenkleid Sew Along - Teil 4 - Finale

Mein Hemdblusenmanteljackenkleid ist bereits seit einer Weile fertig. Und ich habe es zu verschiedenen Anlässen in unterschiedlicher Kombination getragen. Ich bin sehr begeistert. Die Möglichkeiten sind riesig, ich fühle mich immer angezogen und gleichzeitig gut angezogen. Ich schwitze nicht, was an der Seide, aber vermutlich noch mehr an dem Nichts, was ich trage, liegt. Kein Gewicht, quasi kein Material, wind- und luftdurchlässig, perfekt für die Tage, an denen es auch am Arbeitsplatz sehr warm wurde. 


Oben zugeknöpft über einem Hemdchen, reingesteckt gefiel es mir nicht, theoretisch aber auch möglich, vielleicht mit einem anderen Rock oder einer Hose. Unten mit einem anderen Kleid, wo die Schleife seitlich etwas stört.



Ich habe spaßeshalber das Etikett von den Frocktails auf die Rückseite gestichelt, nur an den 4 Ecken mit wenigen Stichen, dann verknotet, leider hat sich das an Tag 3 bereits wieder abgelöst, mittlerweile ist es ganz abgetrennt. Das Organzateil wollte ich ursprünglich für die Frocktails zum Überziehen am Abend auf der Dachterasse nähen, fand aber keinen Stoff (das war noch vor dem Sew Along), hatte dennoch im Kopf, so etwas brauchen zu können. Den Stoff fand ich dann in Mailand, genäht war es schneller und einfacher als ich dachte. Details in Teil 2 und 3 des Sew Alongs.

Wenn ich geahnt hätte, wie einfach sich der Organza verarbeiten lässt und wie er sogar Fehler verzeiht, hätte ich mir noch eine andere Farbe mitgenommen, um ein ähnliches Kleid zu nähen oder eine Bluse oder eine Hose, Organza ist anscheinend im Kommen, was möglicherweise am Klimawandel liegt. Wer will bei den Temperaturen schon richtige Jacken anziehen?

Ganz unten seht ihr die aufgesetzten Taschen und die Knopfleiste. Noch weiter unten ein Bild der fake Manschetten. Fake deshalb, weil ich sie nachträglich angenäht habe und sie nicht offen sind. 



Nun noch Bilder von einem anderen "Unterkleid", wieder zugeknöpft - alles ist möglich. Und nur mit einem Slipdress darunter ginge auch (ich habe ein anthrazitfarbenes, das ich eigentlich als Unterkleid trage, das aber vom Material her Satin ist), wäre abendfein, ist noch auszuprobieren.




Es ist ein bisschen komisch, Blogposts erst zu veröffentlichen, wenn das Kleidungsstück schon längst fertig ist. Auch wenn ich anfangs dachte, hmm, entsteht da Zeitdruck durch die Planänderung, am Ende bin ich doch der Typ, der - wenn er etwas anfängt - es zeitnah fertigstellt. An dem erst verregneten Sonntag und den dann sehr heißen Wochenenden, gab es auch Sinn, in der Wohnung zu bleiben. Nur das Bügeln stellte wegen der Temperaturen eine Herausforderung dar.

Danke an Manuela und Tina für die Organisation. Das Finale ist ab heute bei Sie näht schon wieder ....

Zusammenfassung:

Schwierigkeitsgrad: eher schwierig, aber nicht so schwierig wie flutschige Seide, flutschige Viskose, flutschiger Jersey, der Schnitt war ja erprobt, Kragen, Blende nach eigenem Ermessen und damit keine Verständnisprobleme wie manchmal bei einem Schnittmuster

Kosten: 2 m Stoff zu je 38 Euro, 8 Knöpfe zu je 20 Cent, Garn, alles in allem ca. 80 Euro

Zeitaufwand: kann ich nicht genau beziffern, aber insgesamt habe ich mich mit dem Thema, dem Vorbereiten, der Stoffauswahl sehr lange beschäftigt, das Nähen ging dann innerhalb von 2 Wochen abends und am Wochenende

Weil im Vorfeld viele Fragen hinsichtlich der Kombinationsmöglichkeiten kamen, hier eine Auswahl, es geht sicher noch mehr.



Sommergrüße

Anja

P.S. Um das Thema Hemdblusenkleid noch weiter zu führen: ich habe beim Ausräumen des Kleiderschranks meiner verstorbenen Mutter im Winter ein Kleid gefunden, den Gürtel hatte ich schon mit einer anderen Tüte entsorgt, die Knöpfe wollte ich abtrennen. Bei näherer Betrachtung gefiel mir der Schnitt sehr gut. Der Stoff, vermutlich aus einer alten Übergardine genäht, jedenfalls definitiv kein Kleiderstoff. Ich habe es mit dem Ziel, es zu färben nach Frankfurt genommen. Vorletzte Woche habe ich Farbe gekauft und mit kochendem Wasser gefärbt. Alle Knopflöcher sind als Paspelknopflöcher gearbeitet, was für eine Arbeit! Das hätte ich bei meinem Organzakleid natürlich auch machen können.


Beim Färben weiß man nie, wie das Ergebnis wird: ich habe Ultramarinblau dunkel gekauft, erhalten habe ich ein jeansblaues Kleid, das mit der Zeit vermutlich immer heller wird, was mir gut gefallen würde.

Aber auch so ist es tragbar, insbesondere in der Doppel-Hemdblusenversion oben in der Collage.




Sonntag, 6. Juli 2025

Hemdblusenkleid Sew Along - Teil 3

Ich bin derzeit wirklich im Blogschreibe- und Nähmodus wie schon lange nicht mehr. Und natürlich habe ich flott an meinem Teil weiter gearbeitet. Nach dem letzten Treffen habe ich mich erstmal mit der Verarbeitung von Organza beschäftigt (wie Seide, also völlig machbar, da habe ich inzwischen Routine), außerdem verlangte mein Schnittmuster in Teilen leichte Einlage, kurz vor der Beschaffung (ich hatte nur weiß zuhause), kam der Hinweis, dass in der Couture auch Organza als Einlage verwendet wird, Christiane schickte mir noch eine Anleitung für ein Organzahemd aus der frisch erschienenen Juli Burda (Foto unten), wo ebenfalls auf Einlage verzichtet wird. Damit hatte sich der Ladenbesuch erübrigt.

Danke an alle, die mir Tipps gegeben haben.


Ich habe dann noch ein paar ähnliche Mäntel gegoogelt, um festzustellen, wie diese verarbeitet sind. Dabei fiel mir auf, dass meist deutlich einfachere Schnitte verwendet werden. Wozu soll ich eine Manschette machen, wenn diese irgendwie nicht notwendig ist? Der Kragen hingegen ist ein markantes Element der Soprabiti, die ich gesehen habe. In meiner Schnittsammlung ist eine bereits mehrfach genähte gut passende und ebenfalls als Überwurf geeignete Manteljacke. Unten die beiden Schnittmuster im Vergleich. Ich habe nun die Hauptelemente von dem Burdamantel, den ich bereits zweifach genäht habe und der gut passt, genommen, ohne Taschen, ohne Teilungsnähte. Die Ärmel hingegen verlängert und deren Form nach unten zulaufen lassen, außerdem einen großen Kragen, nochmal deutlich größer als im LMB Beispiel, ohne Steg allerdings. Ob ich Taschen nähe, wollte ich im Verlauf entscheiden, eher nicht, die werden bei diesem Teil kaum genutzt.

Hier seht ihr meine Schnittmuster, der neue Ärmel wird noch um ca. 11 cm verlängert. Ich habe mich für die untere Kragenform entschieden, die obere ist das Original, die mittlere dann doch zu groß. Von dem Kragen habe ich aus Bettwäsche ein Modell geschnitten und an den Hals gelegt. Auf den Kragensteg verzichte ich, da ich den Kragen auf der gesamten Breite an das Hauptteil nähen möchte.
Im Bild oben die geänderten Hauptteile, eine Mischung aus beiden Schnitten und oben ebenfalls ein Modell von Max Mara, vielleicht ist es das sogar, das ich im Frühjahr im Schaufenster gesehen habe. Denn ich will mir schon lange so etwas nähen, hatte aber nie das richtige Material.

Unten habe ich den Organza ordentlich vor dem Zuschnitt ausgebreitet. Damit er beim Schneiden nicht verrutscht auf einem Bettlaken. Zuerst habe nur die Vorderteile und das Rückenteil im Bruch zugeschnitten. Nach einigen Probenähten mit dem feinen Material wurden diese aneinander genäht. Danach habe ich den Ärmel zugeschnitten und die Länge definiert. Das funktioniert am besten, wenn der Körper angezogen ist, so dass ich bestimmen kann, wo mein Ärmel enden soll.


Die Knopfentscheidung habe ich erstmal vertagt, aber grundsätzlich wollte ich die schönen in der Farbe passenden und leicht changierenden Knöpfe aus dem Fabrikverkauf von Annette Görtz schon verwenden. Doch erstmal sehen, wie sich der teure und empfindliche Stoff verarbeiten lässt.


Unten seht ihr den Rohling mit bereits angenähten Ärmeln und aufgesetzten Taschen. Im Anschluss habe ich gesäumt, kein Rollsaum, ich fand es schön, unten eine sichtbare Kante zu haben. Des Weiteren habe ich mich entschieden, doch Ärmelmanschetten zu nähen. Dazu habe ich dieses wunderbare Video gefunden. Sprachlich ist es zwar etwas - nennen wir es - kurios, aber ich konnte prima folgen und mir wurde klar, wie akkurat man arbeiten muss.

Aus meinem dünnen Organza wollte ich allerdings keinen Schrägstreifen zuschneiden. Also habe ich den oberen Teil geschlossen gelassen und unten den Ärmel in 2 kleine Falten gelegt, diese fixiert und nach Gutdünken einem breiten Streifen zugeschnitten, dreifach gelegt und um die unteren Ärmel genäht - mit einem Teilstück, das sich über den anderen Abschnitt legt. Versteht man, was ich meine? Das ist sozusagen eine fake Manschette. Foto folgt, wenn alles fertig ist.


Großen Respekt hatte ich vor den Knopflöchern. Ich habe einige Probeknopflöcher genäht, die alle gut funktionierten und gut aussahen. Beim ersten richtigen Knopfloch habe ich leider aus Versehen an der Nähmaschine zu weit oder zu schnell gedrückt, jedenfalls merkte ich, dass ich einige Stiche des oberen Riegels statt der linken Raupe nähte: oh Gott. Aber zum Glück ließ sich das trennen. Vorher hatte ich gelesen, dass man unbedingt jegliche Nähfehler vermeiden soll, weil Nähte nicht aufgetrennt werden können und sich der zarte Stoff "zerlegt". Kann ich nicht bestätigen. Die Ränder fransten bei mir auch nicht aus. In diesem Fall war es einfacher, die Stiche zu trennen als kürzlich bei meinem Seidenkleid, wo ein Knopfloch auch nochmal gemacht werden musste. Das lag aber glücklicherweise unter der großen Schleife.


Beim Einnähen der Knopflöcher bin ich auch anders vorgegangen als sonst, da ich oft Schwierigkeiten mit gleichen Abständen habe. Ich habe mit einem Knopfloch zwischen den Brüsten angefangen und mich dann mit gleichem Abstand jeweils von der unteren Raupe in 12 cm Schritten vorgearbeitet. 

Ich glaube, es liegt mir eher, selbst etwas zu entwickeln als strikt nach einer Anleitung oder einem Schnittmuster vorzugehen. Ich habe eigentlich noch nie verstanden, warum in Schnittmustern die genaue Position der Knöpfe eingezeichnet ist. 

Jedenfalls bin ich mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Einen Probeknopf habe ich ebenfalls mit der Maschine aufgenäht. Und damit müssen jetzt noch 4 Knöpfe an die vordere Blende, 2 an die Manschetten und die restlichen 2 als Dekoration auf die Taschen genäht werden (dort dann mit der Hand. Im nachhinein denke ich, eine Rückenpasse wäre auch schön gewesen, aber zum Zeitpunkt des Zuschnitts wusste ich überhaupt noch nicht, wie sich der Stoff verhält. Da ich gelesen habe, so wenig Nähte wie möglich, habe ich die Passe weggelassen. 

Ich fand es im Übrigen auch viel einfacher französische Nähte in Organza als in anderem Stoff zu nähen, weil man genau sieht bis wohin der Stoff der vorherigen Naht liegt. Bügeln war auch einfach, alles in allem ein gelungenes Projekt, vor dem ich viel Respekt hatte.

Auch wenn mein Hemdblusenmantel fertig ist, zeige ich euch die finalen Bilder erst in 2 Wochen.

Wie weit die anderen mit ihren Projekten sind, zeigt Manuela von Twill und Heftstich ab heute auf ihrem Blog.

Liebe Grüße 
Anja



Sonntag, 22. Juni 2025

Hemdblusenkleid - Sew Along Teil 2

Ich gehöre ja eher zu der schnellen Sorte, wenn ich etwas anfange, mache ich schnell weiter. Der Schnitt aus dem Heft (Details in Teil 1 des Sew Alongs) war schnell kopiert. Ich habe mich für die kleinste Größe, eine italienische 46 entschieden, obwohl eine 44 eigentlich meinen Maßen entsprochen hätte, aber bei Oversize sollte größer unproblematisch sein. Inzwischen habe ich auch bei vielen Teilen eine gewisse Routine. Der Bogen in La mia Boutique ist außerdem deutlich übersichtlicher als bei Burda.

Im Anschluss habe ich die Vorder- und Rückenteile und die Ärmelergänzungen samt Zwickel aus Bettwäsche zugeschnitten, gesteckt und grob zusammen geheftet. Das Ergebnis der Anprobe war ernüchternd. Der Ärmel viel zu eng, das Armloch insgesamt zu klein. Der Stoff bollerte oben an der Schulter. 

Ich habe mir daraufhin den Schnitt angeschaut und mich gefragt, wie ich anpassen kann. Ein relativ schwieriges Vorhaben wie mir schien. Wenn man sich das Foto im Heft in meinem letzten Beitrag anschaut, kann auch schon der Gedanke kommen, dass da irgendein technischer Fehler oder ein technisches Problem oberhalb der Brust besteht. Der Fall des Kragens sieht ungewöhnlich aus.

Im Vorfeld haben einige vor den Einsätzen am Ärmel gewarnt, dass die auch schnell ausreißen können. Damit hatte ich bisher keine Erfahrung, aber Optik insgesamt und Passform gehen für mich eindeutig über spezielle Nähdetails, die schwer anzupassen sind. Das mit der Besonderheit an der Manschette wäre mir auch nicht aufgefallen, wenn da nicht einige in den Kommentaren drauf verwiesen hätten.


Wie also weitermachen? Ich bin wirklich sehr, sehr froh, ein Probemodell gemacht zu haben. Aus dem letztes Wochenende in Italien gekauften Stoff (ja, nachdem ich in Frankfurt nichts gefunden habe, habe ich gezielt bei New Tess gesucht), werde ich etwas anderes nähen. Von dem anderen Modell nehme ich definitiv erstmal Abstand. 

Übrigens große Stoffladenempfehlung, gigantische Farb- und Qualitätsauswahl), in der Nähe der Navigli und des ArmaniSilos gelegen und damit gut einzubauen, wenn man in Sachen Fashion in Milano unterwegs ist, ich berichte natürlich noch über das Wochenende (nur auf die Öffnungszeiten muss man achten, in Italien aber generell ein Thema).

Hier eine Aufnahme des Stoffes, es war ein Seidenrest, eine Taffettaseide, damit fällt sie ähnlich einem Popeline, der Stoff hat eine wunderbare Farbe zwischen meerblau und meergrün, was auf dem Foto nicht so gut erkennbar ist, 1,7 m, die um 70 % reduziert waren. Ansonsten wäre der Stoff im preislich indiskutablen Bereich gewesen. Dazu hätten dann andere Knöpfe besser als die vor 2 Wochen gezeigten gepasst, dank Karstadt Auflösung ist die Knopfkiste reich gefüllt.



Kurz vor dem Rückflug habe ich die Dachterasse des La Rinascente am Dom aufgesucht, auf dem Weg nach unten bin ich, da noch etwas Zeit war, durch die Damenbekleidungsabteilung gelaufen. Hemdblusenkleider liegen voll im Trend, war mir nicht so klar, bei fast jedem Designer gab es eines: die Besonderheiten waren entweder die Kragendetails (gedoppelter mehrfarbiger Kragen, offenkantig), der Taillenbereich (angeknöpftes Oberteil oder Gummiband und Schnürung vorn), die Länge meist mini, der Rock manchmal als Faltenrock gearbeitet. Hier eine Collage der spannendsten Modelle, ich bin grundsätzlich total inspiriert und unten habe ich noch mein Lieblingsmodell in groß fotografiert. Dafür ist natürlich ein anderen Stoff notwendig. Ich bin also nochmal in den Frankfurter Stoffladen, der oft Missoni Stoffe hat, aber das, was da war, gefiel mir nicht. Dann muss das Kleid eben warten bis der richtige Stoff kommt. Online bestelle ich nicht gerne.






Damit ist das Thema Hemdblusenkleid allerdings noch nicht beendet. Ebenfalls bei New Tess habe ich einen Seidenorganza gekauft, den wollte ich haben, eigentlich wollte ich mir schon für das Event in Milano einen Soprabito, also ein sommerliches dünnes Teil zum Überziehen nähen, dafür gab es in Frankfurt vorletzte Woche auch nicht den richtigen Stoff (weshalb ich dann ja das Daydress genäht habe), aber bei New Tess gab es natürlich etwas. Die Qualität und Verarbeitungsfreundlichkeit wurde mir von Rebekka, die auf Instagram Gemeine Wildrebe heißt, sehr empfohlen. Das Blau ist eher Kobaltblau, kommt auf dem Foto nicht raus.


Einen Schnitt hatte ich schon, wobei da ja fast jeder Überwurfschnitt geeignet ist. Und siehe da, er hat hemdblusencharakteristische Details, die mir vorher nicht aufgefallen sind. Schnittmuster ist bereits kopiert.




Inwiefern ich den Zeitplan des Sew Alongs einhalte, völlig offen, denn mit dem Organza, der nicht ganz preisgünstig war, werde ich mich erstmal nähtechnisch näher beschäftigen. Ihr werdet das Ergebnis auf dem Blog sehen. Durch die im Urlaub gekauften Hefte und das Event in Milano ist jedenfalls meine Motivation zum Nähen zurück gekehrt.

 Alles Liebe, Anja


P.S. Die weiteren Beiträge des Sew Alongs werden ab heute bei Sie näht schon wieder gesammelt.













Sonntag, 8. Juni 2025

Hemdblusenkleid - Sew Along Teil 1

Hallo zusammen, ich hatte kürzlich einen langen Urlaub und wie es so ist, habe ich mir mehrere Nähzeitschriften gekauft. Ich dachte eigentlich, die La mia Boutique wäre nach diversen Schwierigkeiten in den zurückliegenden 10 Jahren vom Markt genommen worden, weil ich sie in den letzten 2 Jahren in keinem Kiosk in Italien mehr gesehen habe und die aktuelle Ausgabe auch nicht mehr im Frankfurter Bahnhofsbuchhandel zum Verkauf angeboten wird, aber diesmal wurde ich sogar mehrfach fündig.

Die alten Hefte werden in Doppelpacks zu ermäßigtem Preis verkauft, die neuen Hefte jeweils mit irgendwelchen alten Verlagsbeigaben (bei mir ein Heft mit Weihnachtsnähgedöns, das ich nach dem Durchblättern gleich im Zug entsorgt habe).

Leider ist alles in Folie eingeschweißt, so dass ein Durchblättern im Kiosk nicht vor dem Kauf möglich ist. Aber ich habe in jedem der Hefte eine Inspiration gefunden. Meist muss man auf den zweiten Blick schauen, die Fotos in La mia Boutique sind unterirdisch schlecht, die technischen Zeichnungen jedoch aussagekräftig. Eines meiner ausgewählten Modelle ist eine Hemdbluse. Tina, meinte, so, wie sie meinen Stil einschätzt, würde diese lange Hemdbluse (83 cm Rückenlänge, was tatsächlich nur 2 cm weiniger ist als die Rückenlänge eines Kleides, das ich aus einem anderen Heft ausgewählt habe) als Kleid durchgehen.

In der Vergangenheit habe ich zwei Hemdblusenkleider genäht:

Modell 1, das Saraste Hemdbluenkleid von Named , das ich nach Fertigstellung etwas zweifelnd beäugte. Diese Zweifel haben sich leider nicht gelegt. Es wird fast nie getragen. Es liegt nicht an der Farbe oder dem Material, den Kragen mag ich auch sehr. Ich glaube, die Länge ist nicht die Richtige für mich. Vielleicht muss ich das Kleid mal weiter nach vorne in den Kleiderschrank hängen, um es neu zu erkunden. 

Modell 2, das Calvari Dress von Pauline Alice Pattern hingegen wird trotz seiner erheblichen nähtechnischen Mängel (die auf einer mangelhaften oder komischen Anleitung beruhten sowie zahlreicher Armlochanpassungen, die ich irgendwann nach dem "irgendwie wird es schon aufgehen" Prinzip vorgenommen habe, rauf und runter getragen. Ich fühle mich darin superwohl und bekomme viele Komplimente. Es hat sicher mit dem tollen Stoff und der perfekten Farbe zu tun. Den Gürtel, den ich ursprünglich ergänzt habe, brauche ich nicht. Kürzlich habe ich im Wald einen Knopf verloren und den Knopf vom Gürtel als Ersatz verwendet.

Nun zu meinem geplanten Modell aus der La mia Boutique vom Mai 2025. Mir gefallen vor allem die großen interessant geformten aufgesetzten Taschen und die lockere Oversize Form. Eine genauere Untersuchung der Schnittmusterteile ergibt (siehe Skizze unten), dass der Ärmel komplett anders geschnitten ist. Seht selbst:




An sich möchte ich keinen neuen Stoff kaufen. Ich habe noch 3 m eines dünnen Blusenstoffes (irgendeine Baumwoll-Tencel-Viscose Mischung, fühlt sich aber in jedem Fall hochwertig an) aus dem Annette Görtz Stoffoutlet. Der Stoff war sehr günstig (2 Euro der Meter), er stand irgendwo in einer Ecke, Sybille hat ihn entdeckt und als Futterstoff für irgendetwas erkoren. Da ich vor längerer Zeit eine tolle Mantelwolle in dieser Farbe gekauft hatte, dachte ich, super, könnte auch als Futter passen. Und der Stoff passt perfekt zu der Wolle, 2 -3 Nuancen heller, aber der gleiche Ton.

Insofern eigentlich reserviert für den Mantel. Die Anprobe am Gesicht ergab für mich auch, das Oliv ist mir gesichtsnah zu hell, zu wenig Kontrast. Ich würde eine Bluse in dieser Farbe vermutlich nicht oft tragen.


Also bin ich gestern Nachmittag in den Stoffladen gegangen, um mich umzuschauen. Ich suche eine schöne feste Popeline, gerne in einem Hellblau-Mittelblau-Ton.  Es gab zwar diese Farbe, Baumwolle, aber die Haptik des vorhandenen Stoffes sprach mich nicht 100 % an. Knöpfe für eine derartige Farbe habe ich aber immerhin schon mal in der Knopfkiste gefunden, auch aus dem Annette Görtz Outlet. 



In dem Stoffladen habe ich allerdings einen anderen Stoff gefunden, den ich irgendwie dringend für nächstes Wochenende brauchen konnte und an dem ich bereits nähe, ist sogar fast fertig. Auch eine Inspiration aus einer der La mia Boutique Hefte. Mit dem Hemdblusenkleid habe ich glücklicherweise noch einen Tick Zeit. Außerdem habe ich die Hoffnung, nächstes Wochenende bei dem Treffen mit anderen Nähbegeisterten den absolut ultimativen Stoff zu finden. Soviel zu "Ich will eigentlich keinen Stoff kaufen". 

Das wäre es für's Erste von mir. Jetzt bin ich gespannt auf alle weiteren Beiträge, die sich heute bei Manuela finden.

Lieben Gruß, Anja

Sonntag, 18. Dezember 2022

WKSA - Finale mit Hose und Kleid

Die Stepphose ist bereits seit geraumer Zeit fertig und konnte mehrfach Probe getragen werden. Es gab schon im vorhinein  Fragen, wie sie sich trägt. Sie knirscht nicht, ist ungemein bequem, schneeregenfest, ohne lange Unterhose haptisch innen wie eine mit Taft gefütterte Hose, mit langer Unterhose wie eine Skihose.

Fotos habe ich drinnen mit dem Handy gemacht, einerseits war das Licht draußen usseliger als drinnen, andererseits hatte ich wenig Lust, bei Temperaturen knapp um und über dem Gefrierpunkt, den Mantel auszuziehen. Ihr seht die Hose mit den vorne nachträglich aufgesetzten Taschen mit den Schrägbandeinfassungen, auf die ich im nachhinein gerne verzichtet hätte.


Getragen wird sie mit langen Pullovern bzw. Sweatshirts, insofern sieht man nur das untere Schrägband. Am besten passen meine schwarzen Oberteile dazu. Ich besitze 2 Paar schwarze Stiefeletten, die sind perfekt für die Füße. Manteltechnisch sieht es etwas mau aus: mein anthrazitfarbener Wintermantel ist super, die graue Kurzjacke geht optisch auch (allerdings im Winter nicht warm genug), bei Schnee habe ich letzte Woche meine hellblaue Skisteppjacke angehabt, gefiel mir nicht, aber bei -7 Grad angenehm warm.


Die Rückansicht mit den nicht gut aneinandergesetzten Teilen. Wie beim letzten Termin berichtet, zu spät gemerkt, dass ich da was hätte beachten müssen.

Nun zum Kleid, das festlicher nicht sein könnte:

Was ich warum im Vergleich zum Schnittmuster (Vogue 2903) geändert habe, habe ich bereits letzte Woche geschrieben. In der Version ohne Pullover ist es im Winter nicht tragbar, mit dem flauschigen Pullover quasi wie ein Rock hat es aber auch das Potential absolut festtauglich zu sein. In der Dezemberburda wurde auch ein festliches ärmelloses Kleid vorgestellt, das in der Winterversion mit Pullover getragen wird.

Ich sehe das Kleid aber tatsächlich eher als Sommerkleid. Mir schwebt im Sommer ein Besuch der Bayreuther Festspiele vor. Auch wenn ich keine Karte bekomme (was durchaus möglich ist), kann ich mit dem Kleid vermutlich problemlos durch die Stadt und im Park rund um das Festspielhaus flanieren. Für das Frankfurter Theater und die Oper wäre ich damit vollkommen overdressed. Und solange es das WG-Zimmer in Bayreuth für mich zum Übernachten gibt, kann ich es jedes Jahr neu mit der Karte probieren.

Der Vollständigkeit halber noch die Rückansicht. Ups, der kleine V-Ausschnitt hinten ist leider nicht mit auf dem Selbstauslöserbild:


Und dann schaue ich mal, was die anderen Damen beim Finale des WKSA auf dem Me Made Mittwoch Blog zeigen.

Viele Grüße und frohe Feiertage, Anja

Review nach ca. 2 Jahren:

Wer hätte das gedacht: das Kleid wurde 2 x zur Opernpremiere Bayreuther Festspiele im Kino und 2 x direkt bei den Bayreuther Festspielen getragen. Dann auch Weihnachten und 1 oder 2 x im Theater in Frankfurt. So soll es sein. Und im nächsten Jahr (2025) wird es sicher wieder zu besonderen Anlässen angezogen werden.

Die Stepphose ist der Knüller schlechthin. Warm, gemütlich, drinnen wie draußen. Sehr oft in der Freizeit getragen, auch zum Schlittenfahren, sozusagen der Ersatz für meine Winterwanderhose, aber auch stadtfein an besonders kalten Tagen.

Sonntag, 11. Dezember 2022

WKSA 2022 - Zwischenstand - beides fertig!

 Ich habe die Hose fertig genäht. Da liegt sie nun (und wurde auch schon 2 oder 3 Mal draußen getragen). Vorab schon mal: ich ziehe die Hose gerne an!


Bevor ich den Steppstoff zugeschnitten habe, habe ich mich informiert, was es zu berücksichtigen gibt: größere Nahtzugabe als üblich, Zuschnitt verriegeln und dann versäubern, Nähte ggf. mit Schrägband einfassen, nicht bügeln, keine Stecknadeln, Microtexnadeln verwenden, nicht Auftrennen, beim Nähen dehnen, damit die Füllung nicht verschoben wird usw.

Zugeschnitten habe ich eine einfache Hose, quasi wie meine Pyjamahosen, nach dem Grundschnitt mit sehr hohem Bund, den ich später umklappen wollte, um ein breites Gummi einzuziehen. Außerdem habe ich Nahttaschen und riesige Mengen an Schrägband zugeschnitten.

Hinterher habe ich gemerkt, dass ich beim Zuschnitt auf das Muster hätte achten müssen, es passt nun vorn und hinten nicht ordentlich aneinander. Bei gemusterten Stoffen achte ich darauf, hier bilden die gesteppten Nähte das Muster. 

Was mir hingegen auffiel war, dass auf der linken Stoffseite (die genauso sein soll wie die rechte Seite) an 3 oder 4 Stellen Fäden gezogen waren, an einer Stelle ganz schlimm, so wie wenn der Unterfaden spinnt. Bei einer Hose für innen o.k., für eine Jacke hätte mir das nicht gefallen. Eigentlich hätte der Stoff, ich erinnere, ein original Fibremood Stoff, als 2. Wahl oder fehlerhaft gekennzeichnet sein müssen. Oder muss man vor dem Zuschneiden bei Steppstoffen die linke Stoffseite gründlich inspizieren? Da der Stoff nicht ganz billig war, finde ich solche Fehler enttäuschend. 

Auf die schadhaften Stellen habe ich beim Zuschnitt geachtet, eine kleine Stelle war auch außen, leider - aufgrund meiner knapp bemessenen Stoffmenge (1,20 m) - konnte ich sie nicht umschneiden. Ich kann also original Fibremood Stoffe nicht wirklich empfehlen (auch wenn sie dauernd von irgemdwem empfohlen werden). Ich war sogar extra in einem Laden, bei Online Bestellung besteht ja überhaupt keine Möglichkeit, sowas zu reklamieren. Dummerweise wäre ich bei einem Stoff nicht auf die Idee eines Mangels gekommen (aufgrund einer zurückliegenden schlechten Erfahrung im Elektronikbereich bin ich derzeit für sowas total sensibilisiert).


Dann ging es ans Nähen, das war tatsächlich tricky, die Füllung verschob sich, ich konnte nicht viel dagegen machen. Da die Felder auch unregelmäßiger waren als bei einem einfachen Steppstoff, der in Reihen gesteppt ist, wusste ich nicht, wohin ich die Füllung schieben sollte. Aber es hielt sich im Rahmen. Es ist kein Meister vom Himmel gefallen, wie ein Sprichwort sagt. Fröhlich habe ich die Seitennähte gesteppt und leider die Nahttaschen vergessen. Auftrennen soll man ja nicht, da liegen sie nun, kann man irgendwann für etwas anderes verwenden. Dann weiter zusammengenäht. Sitzt ganz gut, sieht aber bei der Anprobe monoton aus, also habe ich mir für nachträglich aufgesetzte Taschen entschieden. 

Da ich gerade dabei war, den Saum unten und oben mit Schrägband zu ummanteln, kam mir der Gedanke, das Band auch als Hingucker bei den Taschen zu verwenden. Es war alles etwas fummelig einzunähen, weil die Hose ja schon zusammengesetzt war, aber es ließ sich machen. Schlussendlich noch der Gummizug oben und die Säume unten auf die richtige Länge bringen. Fertig.

Bin ich zufrieden? Hmm. Technisch habe ich mein Bestes gegeben. Das Design mit den grünen Streifen an den aufgesetzten Taschen geht so, vielleicht wäre eine klare Linie doch besser gewesen. Wegen der Löcher, die die Nadel in den Stoff setzt, kann ich die Schrägstreifen leider nicht mehr abmachen. Die Hose ist wirklich superwarm, trägt sich angenehm, auch wenn sie ein wenig merkwürdig für eine Stadthose aussieht. Es ist eben eine Daunenhose, erinnert an eine Skihose und eigentlich könnte sie das auch sein. Aber eine Skihose der schöneren Art. Die Farbe ist auch anders als alles, was mir tagtäglich an Stepper auf der Straße begegnet. Auch wenn es schönere knalligere Farben gibt. Ich habe mich mit der Farbe arrangiert.

Die Hose wird mir sicher bei der weihnachtlichen Waldwanderung und noch bei vielen anderen Winterwanderungen gute Dienste leisten. Nochmal sowas nähen, eher nein, es sei denn, der ultimaltive Steppstoff hinsichtlich der Farbe läuft mir über den Weg. Dann weiß ich wenigstens, was ich anders mache und wo ich noch einen Tick sorgfältiger arbeite. Dass man Steppstoff nicht nur als Jacke und als Mantel tragen kann, habe ich letztes Wochenende beim Besuch des MoMu in Antwerpen gesehen und gleich fotografiert. Erstmal reicht mir jedoch eine Hose.

Verlinkt beim 3. Treffen des WKSA beim Me Made Mittwochs Blog. Und weiter geht es mit dem Kleid. Tatsächlich, unterschiedlicher können beide Projekte nicht sein:


Das Kleid hängt auf dem Kleiderbügel - es ist mittlerweile ebenfalls vollendet. 

Ich habe gemerkt, als ich mit dem Zuschnitt beginnen wollte, dass ich doch 1 m weniger Stoff als notwendig gewesen wäre, habe. Irgendwie mit viel Trickserei, dem Weglassen einer halben Kellerfalte an jedem der 4 sehr weiten Rockteilen und der groben Nichtbeachtung des Fadenlaufs bei allen möglichen Kleinteilen, auch den Ärmeln, ist es mir dennoch gelungen, alle Schnittmusterteile auf dem Stoff zu platzieren und zuzuschneiden. Da der Stoff sowieso sehr viel Stand hat, scheint die Nichtbeachtung des Fadenlaufs auch keine sichtbaren Auswirkungen zu haben. 

Bei der ersten Anprobe war alles zu weit (ich hatte ja großzügig zugegeben, da eine zu kleine Größe ausgeschnitten war). Da der Schnitt 2 Seitennähte, 2 Mittelnähte und weitere 4 Prinzessnähte zwischen Seite und Mitte hat, war es leicht, das Kleid an Brust und Taille anzupassen. Dabei bemerkte ich auch, dass ich den Reißverschluss getrost weglassen kann. Nachteilig war/ist, dass die Schultern zur Seite rutschten. Das Problem wurde hier so gelöst. Ich wollte dann aber erstmal den Yoke, der auf dem Foto unten liegt, und die Ärmel einarbeiten. Das wird etwas anders als üblich gemacht, vielleicht hält es die Schulter, so mein Gedanke.

Die Anleitung ist an einigen Stellen nicht wirklich schlüssig und erst durch die Recherche in mehreren Blogs (2010 - 2014 wurde das Kleid mehrfach in der englischsprachigen Community genäht) und ein Video, das versprach, den Prozess von Vogue 2903 zu erklären, wurde mir die Konstruktion von Yoke, Ärmeln, Facing und Kleid klar. Die Anprobe mit den zusammen gesteckten Teilen gefiel mir überhaupt nicht. Ich fand die "besondere" Optik auch nicht schön, Vermutlich mag ich lieber klare, schlichte Schnitte. 

Ich habe dann eine Nacht vor der Weiterverarbeitung vergehen lassen (teils schlaflos) und mich erneut dem Prozess gewidmet. Erstmal wurden die Schultern tiefer gezogen, was den Ausschnitt auch verkleinerte, die etwas kleinen Armlöcher habe ich dann unten verbreitert, die recht engen Ärmel weggeschmissen, der Yoke liegt noch zusammengenäht herum, er ist nicht am Kleid befestigt. Ich könnte ihn über dem Ausschnitt tragen, aber will ich das, wahrscheinlicher ist, dass ich ihn auch wegwerfe. 

Mein fertiges Kleid gefällt mir gut, es ist allerdings nur zum Teil das Ursprungsmodell. Und überhaupt nicht für wenig geheizte Innenräume geeignet. Ich habe allerdings schon eine Idee, wo und wann ich es im Sommer anziehen werde. 

Der Stoff ließ sich zwar gut verarbeiten, allerdings zog er ständig Fäden und fusselte ungemein. Da ich innen viele nur mit Zickzack versäuberte Nähte habe, sieht es innen entsprechend unordentlich aus. Das ist mir jetzt egal, Hauptsache, es ist fertig. 

Winterliche Grüße, Anja


Sonntag, 27. November 2022

WKSA - Ich habe mich entschieden ... und wieder umentschieden

... und zwar für ein Kleid (zur Umentscheidung weiter unten). Auch wenn ein Rock praktischer gewesen wäre, schneller zu nähen gewesen wäre und ich ihn vermutlich auch häufiger tragen würde. Hintergrund meiner Entscheidung ist der Fund dieses Schnittmusters, das ich beim Sortieren meiner Schnittmusterschublade gefunden habe. Ich habe es bei einem Online-Nähtreffen getauscht. Enthalten sind Größe 12-16, allerdings habe ich beim Auspacken festgestellt, dass Größe 12 bereits ausgeschnitten ist. 

Die Vogueschnitte enthalten eine großzügige Nahtzugabe und ich hätte den Schnitt vermutlich sowieso in Taille und Brust anpassen müssen. Dann passe ich eben ein bisschen mehr an. 

Tatsächlich entscheide ich mich für die Version mit kurzem Ärmel und breitem Ausschnittbund, die ist schon vorgeschnitten. Und ich hoffe, das Kleid als Kleid im Sommer zu tragen. Mit langem Ärmel ist es mir im Winter zu kalt, im Sommer zu warm, eine Übergangszeit gibt es ja praktisch nicht mehr, also kurzer Ärmel und darüber ein flauschiger Wollpullover. Das kommt der Lösung mit der Rock sehr nahe.



Aber es erhöht den Anspruch an den Sew Along. Außerdem spricht für das Kleid, dass ich Stoff in ausreichender Menge habe. Ich nehme ja immer gerne Herausforderungen an. Die Arbeit liegt jetzt vor mir, aber da ich mit den Sachen von der AnNäherung fertig bin und ansonsten nur Kleinkram und Strickzeug hier liegen habe, wird dieses Kleid mein Weihnachtsprojekt.

Diesen Blogpost habe ich am letzten Wochenende geschrieben nachdem ich meine Entscheidung gefällt hatte. Und dann sah ich bei Sabine eine Hose, ich hoffe, dass sie sie noch verbloggt, aber diese Hose brauchte ich unbedingt. Sie ist schön, nützlich, ersetzt eine Hose, die nicht mehr die Funktion gewährleistet, kurz: diese Hose will ich unbedingt haben. Ich habe erstmal gegoogelt, ob man derartige Hosen wirklich trägt und bin auf wenige Bilder gestoßen, Miu Miu im letzten Jahr, diesen Winter bei Woolrich

Dort gibt es auch ein Kleid, auch hübsch, aber weniger funktional, am liebsten hätte ich beides gemacht, aber ich werde wohl erstmal die Hose nähen. Von dem Stoff, bei dem es sich um einen Fibremood Stoff handelt, gab es in dem kleinen Laden/Cafe in Langens Altstadt (vorher wusste ich nicht mal, dass Langen eine Altstadt hat), der auf der Fibremoodseite als Bezugsquelle benannt war, zwei Farben: grün und kupfer/orange. Mir ist immer wichtig, die Stoffe zu sehen und anzufassen.


Ich laufe mit dem Hund regelmäßig in den Streuobstwiesen bei Langen Flugsicherung. Von dort ist es ein Katzensprung nach Langen, bisher hat mich allerdings nichts dorthin gezogen. Das Jenefea Stoffcafe war in einem Fachwerkhaus, sehr dunkel, aber bereitwillig wurden mir die Ballen ans Tageslicht geschleppt. Es gab auch einen Spiegel, etwas klein und auf Bückniveau, aber immerhin konnte ich beide Farben anhalten, beide suboptimal, aber ich wollte so eine Hose, also habe ich mich für grün entschieden. Kupfer/Orange sah ein bisschen Beige aus. Es gab auch noch einen weißen dünnen Steppstoff, der innen Baumwolle hatte, was sicher die Trageeigenschaften verbessert hätte, aber Weiß geht bei mir leider nicht. Meine Farbe sieht wirklich bei jedem Licht anders aus. In der Wohnung erinnerte sie mich nach der Rückkunft bei beginnender Dunkelheit teils an Khaki, was ich völlig gruselig finde. Zugeschnitten wurde übrigens auf 1x1m großen Cafehaustischen.



Die Bilder von der Designerhose oben haben mich wieder etwas friedlicher gestimmt. So in etwa könnte meine Hose werden, allerdings verzichte ich auf den Reißverschluss, arbeite Nahttaschen ein, oben ein breites Gummibündchen, dreiviertellang und damit matschresistent. Da wir Weihnachten selten festlich begehen, sondern mit dem Hund täglich in den Wald gehen, wird die Hose dann sicher getragen werden. Mit der Zuschnitt der Hose starte ich hoffentlich heute, wenn sie fertig ist, fange ich mit dem Kleid an. Soviel zu meinen Plänen.

Verbloggt beim 2. Treffen des WKSA 2022 auf dem Me Made Mittwochsblog.

Grüße, Anja


Montag, 14. November 2022

WKSA 2022 - Ich starte ....

 ... und überlege. Den passenden Stoff habe ich schon seit einigen Jahren herum liegen. Genau genommen habe ich ihn gekauft, als der Karstadt in meiner Nähe vor 3 (?) Jahren schließen sollte und einen riesigen Abverkauf mit großen Prozenten gemacht hat. Ich war in dieser Zeit regelmäßig in der Stoffabteilung und immer wieder lagen neue Stoffe auf den Tischen. Schließlich sollte das gesamte Lager geräumt werden. Kaufhof, ein paar Hundert Meter weiter, hat keine Stoffabteilung, alles musste raus wie man so schön sagt. Einige Monate später haben sich Stadt, Betriebsrat und Konzern geeinigt, dass Karstadt doch noch einige Jahre bleibt (2024?) und erst dann endgültig schließt. Wann er nun schließt, wir werden sehen, denn ich nehme an, dass das Haus nach der Insolvenz wieder auf dem Prüfstand steht. Um die Stoffabteilung wäre es schon schade.

Wie gesagt, damals habe ich Stoffe gekauft, die ich nicht wirklich brauchte, an ein Weihnachtskleid habe ich bei diesem Stoff damals schon gedacht. Auch an ein Kleid für mich für den Abiball der Tochter. Den Abiball gab es aufgrund der Pandemie dann nur für die Schüler, nicht für die Eltern. Aber der Stoff eignet sich auch besseer für den Winter. Dunkel-nachtblau-schwarz schimmernd, etwas glänzendes Paisley Muster, leider sehr künstliche Haptik, reichlich Stand, dennoch sehr dünn, Futter ist zwingend notwendig. Mir wurde damals der Rest des Ballens, fast 5 m, für 10 Euro aufgenötigt. Damit kann ich nun eine ganze Menge machen. Doch habe ich noch keine wirkliche Idee. Vor allem will ich keine Reste übrig haben.

Voraussichtlich läuft es auf eine weit schwingendes Kleid hinaus, gerne im Stil der Fünfziger, vielleicht auch einen Zweiteiler, also Rock und Oberteil (das dann zusammen wie ein Kleid aussieht), denn tatsächlich passt ein schwingender Rock besser in meinen Kleiderschrank und wird nicht nach den Festtagen ungetragen herum dümpeln (wie es mit dem Weihnahtskleid 2017 geschehen ist, leider!). Bei dem Rock denke ich an eine Konstruktion des Lunaticarockes, dessen Versionen ich gerne trage und unterschiedlich kombiniere. Bei dem Oberteil fehlt mir noch jede Idee. Aber vielleicht wird es dann auch nur ein Rock. Einen passenden Unterrock habe ich sogar, insofern spare ich mir das Füttern.

Hier der Stoff:


Ihr seht schon, in Sonne und Kerzenlicht ergeben sich tolle Effekte. Das Muster ist ziemlich großflächig. Es gefällt mir immer noch gut, das ist auch der Grund, weshalb ich mich entschlossen habe, den Stoff jetzt endlich zu vernähen und nicht für den Stofftauschtisch zur AnNäherung mitzunehmen. Sorry. Wer weiß, was daraus geworden wäre. Der Sew-Along übt einen gewissen Druck auf mich aus, das ist gut in dieser Situation. Auch wenn ich noch rätsele, wann ich mir die Zeit zum Konstruieren und Nähen nehmen werde (aus dem Grund vermutlich doch nur ein Rock), denn ich habe noch etliche andere Sachen vor Weihnachten vor.

Der Post wird verlinkt beim Me Made Mittwoch WKSA. Wo ich sehr gespannt bin, was die anderen Damen so machen.

Viele Grüße

Anja


P.S. Letztes Wochenende war ich zum ersten Mal in meinem Leben auf einer AnNäherung (ich berichte), war dort sehr fleißig, habe aber aufgrund von Designentscheidungen, einem back-up Projekt, mit dem ich weiter als gedacht gekommen bin und einem fehlenden Gurtband, nicht alles fertig genäht. Ich gehöre ja zu den Menschen, die alles der Reihe nach abarbeiten, insofern rutscht das Weihnachtskleid leider weiter nach hinten (dieser Blogpost war schon vor dem Wochenende geschrieben).

Montag, 9. Mai 2022

NähFrauenReise - Sew Along Finale

 

Ein ganz wunderbares Wochenende ist gestern Nachmittag zu Ende gegangen. Meinen Mitorganisatorinnen Muriel, Sabine und Claudia (ohne Blog, bei Instagram @kaffebrod) herzlichen Dank, die Vorbereitung hat wirklich viel Spaß gemacht. Den Teilnehmerinnen auch vielen Dank, es war schön, soviel positive Stimmung und Freude zu erleben. Da ist die Arbeit im Vorfeld ganz schnell vergessen.

Über die einzelnen Programmpunkte berichte ich demnächst gesondert. Der Sonderausstellung im Ledermuseum widme ich dann möglicherweise etwas mehr Raum, weil ich mich spontan zu einer Führung nächstes Wochenende mit den beiden Designern angemeldet habe. Außerdem muss ich nochmal dahin, um mir die Ledertaschen in einem unscheinbaren "Schlüsseldienst" gegenüber vom Museum anzuschauen, der ist mir völlig entgangen.

Nach dem ausgiebigen Frühstück am Sonntag haben wir die fertig gestellten Stücke aus dem Sew-Along mit dem Thema Nachhaltigkeit gegenseitig fotografiert. Wobei Nachhaltigkeit weit gefächert war. Ich habe - wie bereits hier beschrieben - aus einem Kleid einen Rock gemacht. Sehr banal, aber ich glaube nach ersten Zweifeln, es wird ein tragbares Stück werden. Der Stoff ist schwer und fest, damit nicht wirklich für den Sommer geeignet.

Auf diesem Bild mit einem Burda Shirt, danke an Tina für das tolle Foto.


Noch stimmiger ist für mich allerdings diese Kombination mit einem ebenfalls selten getragenen Pullover, die Farben passen sehr gut, dazu eine Strumpfhose, Boots und der Blumen-Omarock ist gleich viel tragbarer. Gestern bei mindestens 25 Grad wollte ich den Pullover allerdings nicht mitnehmen.


Da ich große Zweifel hatte, ob mir der Rock überhaupt gefällt und ich ihn anziehe, habe ich in einer Nacht-und-Nebel Aktion noch ein Kleid aus einer Seide, die ich vor ca. 2 Jahren bestellt habe, genäht. Auch hier hatte ich bei der ersten Anprobe erhebliche Zweifel, ob mir der Stoff mit dem Blumenmuster noch gefällt. Sarah brachte mich dann darauf, es mit einer Jeansjacke zu versuchen. Ich besitze zwar keine klassische Jeansjacke, aber diese, die ich aus einem zerschnittenen Rock/Jacke und diversen Jeansresten genäht habe, perfekt im Sinne der Nachhaltigkeit (und leider fast nie getragen mangels Kombinationsmöglichkeiten). Wenn man es weiß und genau schaut, sieht man die farblichen Unterschiede im blauen Denim.




Bedauerlicherweise habe ich es Samstag versäumt, mich fotografieren zu lassen. Ich habe die Jacke auch nur morgens auf dem Hinweg getragen, danach war es einfach zu warm. Aber damit und mit Sportschuhen habe ich mich wohl gefühlt. 

Ich verlinke den Post mit dem Finale unseres Sew-Alongs bei Muriel.

Lieben Gruß, Anja