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Donnerstag, 21. Mai 2026

Frühlingsjäckchen Knit Along - FJKA - Overlay gehäkelt - Zwischenstand und fertiges

Ich habe im Urlaub im April ein einfaches und wunderbares Oberteil gesehen, das jedes schlichte Kleid aufpeppt. In einer kleinen Boutique, die lauter Designs aus handgewebten Stoffen herstellt, alles sehr durchdacht, klare, dennoch besondere Designs in einer Verarbeitung, die ihresgleichen sucht. Fast jedes Stück in dem kleinen Laden hat mich geflasht, weil die Besonderheit im Detail lag: der eingearbeitete Wollfaden, die anders gewebte aufgesetzte Tasche, die Fransenabschlüsse - innen alle Säume mit Hand und alle Innennähte mit Schrägband.

Spannend fand ich ein einfaches Overlay/Poncho, das Original ist aus Makramee. Leider habe ich kein Foto, ich wollte in dem Laden keine Fotos machen, weil ich die ganze Zeit im Gespräch mit der Designerin war. Ich hatte die Hoffnung auf der Website etwas zu finden. Dem ist nicht der Fall. Mittlerweile (Juli 26) poppte bei Instagram ein Bild des Overlays auf:


Ich habe noch Garnreste aus grüner Baumwolle, aufgeribbelt von einem ehemals gestrickten Pullover (ebenfalls aus einem FJKA) - das über einem schwarzen schlichten Kleid wäre eine Augenweide. Makramee habe ich noch nie gemacht, würde vermutlich dekorativer aussehen, aber bevor ich mich einarbeite und das Ganze dann auch noch ohne eine gescheite Anleitung für ein Oberteil, habe ich Google befragt, ob es irgendeinen löchrigen Poncho gibt.

Gibt es: Angel Wings von Drops

Das ist mein Plan, ich habe mir die Anleitung ausgedruckt, die Häkelnadel bereit gelegt (der Lochponcho wird gehäkelt, quasi nur mit Stäbchen und Luftmaschen, alles easy peasy) und das Baumwollgarn ebenfalls rausgesucht. Ich hoffe, den Zeitplan noch einhalten zu können. 

Ich habe mich nach dem Sichten der anderen Beiträge auch auf der Seite der Initiative Handarbeit umgeschaut, sehr schöne Sachen gibt es dort. Mir gefällt auch das Top Maren. Das grüne Baumwollgarn würde dafür nicht reichen. Und ansonsten habe ich nur Wollreste, die Richtung Winter gehen.

Ich habe irgendwann nach dem 2. Termin des FJKA angefangen zu häkeln und bin nach ca. zwei Wochen fertig geworden, überwiegend bei Fahrten in der U-Bahn und teils die langen Reihen zuhause fertig gemacht. Auf die letzte Reihe der Anleitung habe ich verzichtet, d.h. ich habe 8 Reihen gehäkelt und am Ende noch einen Mäusezähnchenabschluss gemacht. Habe noch ein wenig überlegt, ob ich Fransen dran mache, aber das wäre etwas zuviel gewesen. Ein wenig erinnert das Ganze an eine umgehängte Häkeltischdecke in Groß (musstet ihr in der Grundschule früher auch diese Häkeldeckchen zum Muttertag fertigen? Niemand brauchte sowas, aber sie lagen überall in meinem Elternhaus herum). Ein Kettenhemd für Ritter wird eventuell auch so gemacht - aus anderem Material. Nun ja. Ich war kreativ, es gefällt mir mit dem schwarzen Kleid, ein blaues einfarbiges habe ich auch. So sieht der Poncho aus, noch ungebügelt:

Hier die Fotos vom angezogenen Zustand, das schwarze Kleid ist noch von meiner Mutter genäht, vor mindestens 50 Jahren oder mehr, es gibt auch noch ein passendes Jäckchen. Ich trage das Kleid seit einigen Jahren immer mal wieder zu Anlässen:




Damit reihe ich mich - wenn auch verspätet - in den FJKA 2026 ein und verblogge es noch bevor die Zeit abläuft. Bin mir nicht sicher, ob es passt, aber Poncho, gehäkelt, allerdings schnell und einfach und sehr im Übergang zu Accessoire.

Eine schöne Zeit, lieben Gruß, Anja

Mittwoch, 15. Januar 2025

Basic Rolli und basic Pullunder und mal was Gekauftes (zum Nachnähen)

Hier kommen noch die letzten Stücke, die ich in 2024 gestrickt bzw. Anfang 2025 genäht habe. Einmal handelt es sich um einen Basic Rolli, den ich nach dem gleichen Grundschnitt wie den blauen Rolli gefertigt habe. Einzig ist der Rollkragen etwas schmaler und etwas höher, vielleicht diesmal etwas zu hoch, aber das lässt sich ja glücklicherweise durch einmal oder zweimal umklappen variieren. Den schwarzen Rolli trage ich auf allen Fotos in unterschiedlichen Variationen. Den schwarzen Samtrock hat meine Mutter genäht und ich habe ihn vor Jahren von ihr übernommen.


Oben trage ich über dem Rolli ein gekauftes Corsageteil, in das ich mich im November verliebt habe. Es hing in einem Schaufenster, an dem ich in jener Woche mehrfach vorbei spaziert bin. Beim zweiten Mal bin ich in den Laden zum Anprobieren, passte wie angegossen und rutschte auch nicht runter. Ich erkannte auch die hochwertige Verarbeitung (bei einem ebenfalls nicht unerheblich hohen Preis) und ließ mir das Stück erstmal zurück legen, um zu überlegen, ob ich es nur nähe (Zeitmangel) oder kaufe. Ich habe mich dann beim dritten Vorbeigehen für einen Kauf entschieden. Es gefällt mir sehr gut, passt auch super zu Blusen, Jeans, Cordhosen, sehr flexibel zu nutzen. Zu den Nachnähplänen siehe weiter unten.

Desweiteren ist mein dritter Restepullunder fertig geworden. Aufgrund des Fair Isle Musters, die Fäden ziehen das Stück zusammen, sitzt er körpernäher als die anderen beiden Pullunder. Im Muster sind mir ein paar Mal Zählfehler unterlaufen, finde ich nicht so schlimm. Ansonsten ein gemütliches warmes Stück, das auch zu vielen meiner Kleidungsstücke passt.

Das Muster habe ich in Anlehnung an ein Gratis Pullover Muster von einer schottischen Strickdesignerin übernommen. Leider ist mir der Name entfallen, wenn er mir wieder einfällt, füge ich ihn ein.


Hier ein Detail der Rückseite. Die Farben habe ich immer nach und nach beigemischt und dann geschaut, was weiter dazu passt. Von dem Bündchengarn, der Hintergrundfarbe, wollte ich zwischendrin etwas zurückhalten, weil ich nicht einschätzen konnte, ob es reicht, so habe ich die Hintergrundfarbe mehrmals gewechselt. Fällt auch nicht wirklich auf. Die ganzen Blau-Weiß-Grau Töne gehen gut miteinander auf. Das warme Türkis blitzt ein bisschen mit rein, ich bin zufrieden.


Abschließend noch einmal der Rolli ohne etwas darüber. Diese Basics sind es, die dazu führen, dass Schrankleichen wieder ausgeführt werden. In meinem Fall der blassblaue Stepprock von vor 2 Wintern, quasi nie getragen, dann gekürzt, aber immer noch nicht getragen. Jetzt fühle ich mich in dieser Kombination wohl. Bei einem Stepprock darf offensichtlich das Oberteil nicht zu massig sein, zu ausladend wie andere Pullover oder Sweatshirts.


Zu den Nähplänen: Ich habe ein Schnittmuster von der Corsage abgenommen, werde den Reststoff von diesem Kleid verwenden, das passt genau. Wie ich das mit den Fransen mache, ergibt sich noch, vielleicht lasse ich sie auch weg, das war damals grauenhaft viel Arbeit. Futter und Reißverschluss in einer passenden Farbe ist auch vorhanden. Die Konstruktion ist gar nicht so einfach, viele kleine Schnittteile, die das gesamte Oberteil ergeben. Das hätte ich vermutlich nicht so einfach hinbekommen. Insofern war der Kauf nicht umsonst. Mal schauen, wann ich Zeit finde, ich freue mich aber auf das Experimentieren.


Schwierigkeit und Zeitaufwand beim Rolli: easy, an einem Nachmittag genäht und zugeschnitten
Kosten: unter 15 Euro, den genauen Preis des Jerseys weiß ich nicht mehr

Schwierigkeit und Zeitaufwand beim Pullunder: lange, immer wieder ein wenig daran gestrickt, 1,5 Monate; ich fand es einfach, aber das ist - glaube ich - sehr individuell
Kosten: keine

Viele Grüße aus Frankfurt

Anja

Mittwoch, 6. November 2024

Me made Mittwoch - November - Pullover recycled

Dieses Jahr passiert bei mir wirklich nicht viel, was Nähen betrifft. Aber ich trage weiterhin fast nur selbst genähte Kleidung, Mäntel, Hosen, Röcke, denn ich habe mir über die letzten Jahre eine gut kombinierbare und haltbare, qualitativ wertige Garderobe angefertigt. Da sich meine Maße zum Glück nicht verändern, kann ich alles immer noch tragen. Und in letzter Zeit habe ich auch einige Teile "ausgegraben", die schon mehr als 20 Jahre alt sind und auch noch super tragbar sind (meist von meiner Mutter für mich genäht). Vor einigen Tagen war ich in einem Laden, weil ich einen schlichten schwarzen Rolli ersetzen wollte, die Qualität der Materialien - selbst bei Stücken, die zwischen 50 und 100 Euro kosten sollen - ist wirklich gruselig. Ein Rolli aus einer Wollmischung von Armedangels fühlte sich hochwertig an und machte zusätzlich einen gut verarbeiteten Eindruck. Aber bei 89 Euro, die er (in einem Einzelhandelsgeschäft) kosten sollte, habe ich mich dann doch entschieden, nach einem Stoff zu suchen und selbst zu nähen. Denn so ein Rolli ist keine große Sache (ich wurde am Wochenende auf dem Stoffmarkt Holland hinsichtlich Baumwoll-Lyocell fündig und habe marineblau und schwarz gekauft. Der blaue Rolli war an einem Abend zugeschnitten und genäht. Fotos folgen.

Aber ich schweife ab. Ich bin in freien Momenten dabei, meine Wollreste von den zahlreichen Islandpullovern zu verarbeiten. Damit es jetzt in der kühleren Jahreszeit etwas wärmer über Blusen ist, habe ich eine Kopie von diesem Pullunder gestrickt. Etwas schmaler, die Bündchen etwas enger an Arm und Hals, das ist der Vorteil, wenn man etwas zum zweiten Mal macht.. Die Wolle stammt von diesem mittlerweile aufgeribbelten Pullover. Ich mag die Farbe sehr, der Pulli passte meiner Tochter längst nicht mehr, ich war unsicher, ob sich die Lettlopi ribbeln lässt, da sie etwas filzt, aber es ging mit Vorsicht und etwas Zeitaufwand. Mit dem Ergebnis bin ich mehr als zufrieden, seht selbst:



Das Bündchen ist geteilt und hinten etwas länger als vorne. Das Design habe ich, wie ihr in dem verlinkten Post lesen könnt, kopiert. Dieser Pullunder ist allerdings rund gestrickt und nicht Vorderteil/Hinterteil getrennt wie bei dem grauen Exemplar.

Auf den Fotos trage ich dazu ein weißes Hemd, oversized. Und die Vogue Hose habe ich auch nochmal in der Taille angepasst, es ist jetzt ein festerer und breiterer Gummizug hinten eingenäht, dadurch rutscht sie nicht mehr. Im Zuge dieser Änderung habe ich auch die Seitennahttaschen besser fixiert. Die Hose gefällt mir jetzt richtig gut, sie ist superweit und sehr bequem. Nur, wenn ich viel gehe, dann finde ich die Wolle unangenehm an den Beinen, bei einer erneuten Verwendung würde ich eine solche Hose immer innen füttern. Ich bin etwas geschockt, dass die Hose bereits fast 3 Jahre alt ist, dafür habe ich sie selten angehabt.

Für den nächsten Pullunder muss ich Farben mixen, er wird vermutlich in blau-grau-weiß Tönen in Fair Isle gestrickt. Das gratis Muster habe ich mir von Marie Wallin herunter geladen. E handelt sich um Finch angepasst auf meine Wolle, ganz unten, aber ich schweife schon wieder ab, dazu mehr bei einem anderen Post sobald der Pullunder fertig ist. Mit dem Muster geht es nicht ganz so fix, außerdem muss ich immer schauen, wie ich die Reste sinnvoll mische.

Diesen türkisen Pullunder verlinke ich mit der Novemberparty des Me made Mittwoch.

Viele Grüße, Anja


Dienstag, 20. Februar 2024

Aran stricken

Dieser Post mit den Fotos schlummert seit fast einem halben Jahr auf meinem Blogger Dashboard. Zeit, endlich den Text dazu zu schreiben. Und sich an den Strickhimmel, Inspirationen und Pläne zu erinnern und an die irische Westküste zu beamen. Auch wenn wegen meines Arms derzeit noch nicht an Handarbeit zu denken ist. Immerhin: Das beidhändige Tippen nach dem Abnehmen der Schiene klappt schon mal erstaunlich gut.

Im September 2023 waren wir eine Woche in Dublin und Galway. Meine erste Reise nach Irland - ehrlich gesagt, war ich etwas enttäuscht. Soviele Leute schwärm(t)en von Irland, ich fand es nicht so spektakulär wie z. B. Norwegen oder auch Schottland, eher vergleichbar mit Wales oder Cornwall, aber im Gegensatz dazu war es leider überall ziemlich überfüllt. Eine bekannte Billigairline fliegt von ganz Europa dorthin, weil sie ihre Basis in Dublin hat.

Am meisten begeistert haben mich die Woll- und Stoffwaren. Bei meinen früheren Reisen habe ich mich nicht für Textiles interessiert, insofern war dieser Aspekt neu für mich. Und da ich ein Buch über die Strickmuster der Aran Inseln habe und daraus bereits gestrickt habe, lag es nahe, diesen Mustern auf den Grund zu gehen. Überall gab es Geschäfte mit unfassbar schönen, bunten, unterschiedlich gemusterten Pullovern (und Mützen, Jacken, allem). Die Preise waren viel zu günstig, auch wenn es wegen Sale reduziert war. Trotzdem: 30 - 50 Euro für einen zwar maschinengestrickten Pullover aus 100 % Wolle und 120 - 150 Euro für einen handgestrickten Aran Pullover aus Wolle (gefertigt sicher in Asien, die Maschinengestrickten allerdings in Fabriken in Irland oder England). Dagegen ist Wolle kaufen und selbst wochenlang stricken nicht konkurrenzfähig.

Ich wollte keinen Pullover kaufen auch wenn die Versuchung groß war. Mein Plan war eigentlich, im Herbst Wolle zu kaufen und dann noch einen selbst zu stricken. Oder ein Tuch. Dazu ist es bisher aus unterschiedlichen Gründen nicht gekommen. Meinen zweiter Aranpullover aus dem Buch von Alice Starmore habe ich immerhin in den Urlaub mitgenommen und oft angezogen. Ich liebe ihn sehr und hab ihn auf der Fahrt auf die Aran Inseln getragen - und fotografiert. Hier zu Hause ziehe ich ihn viel zu selten an, die Farbe ist nicht so kombinationsfreudig. Der Pullover strahlt vielleicht auch eher für sich.





Bei einer Wanderung sind diese Aufnahmen entstanden. Ähnliche Bilder finden sich in dem Buch und die Namen der Gegenden haben Alice Starmore zu den Namen ihrer Designs inspiriert. Die Bucht unten heißt wie mein schwarzer Aranpullover, der stark pillt, an einigen Stellen aufribbelt und daher bald auseinanderfällt. Er wird dauergetragen, das Muster orientiert sich an den Steinplatten. Schwarz lässt sich besser kombinieren, aber das Design ist nicht so sichtbar. Ich habe ihn hier noch einmal fotografiert, es ist das Titelmodell des oben erwähnten Buches, stark aufgehellt, damit ihr das Muster in der schwarzen Wolle erkenne könnt:





Wenn ich nochmal auf die Shetland Inseln oder Harris & Lewis komme, werde ich dem Fair Isle und dem Tweed nachspüren. Als ich dort war, habe ich die Wollkultur zwar wahrgenommen, aber andere Dinge standen im Vordergrund der Reisen. Schade rückblickend betrachtet. Aber nicht zu spät. Denn grundsätzlich mag ich neben Italien den Norden lieber als den Süden.

Viele Grüße, Anja

Mittwoch, 4. Januar 2023

Me made Mittwoch - meine Lieblingssachen aus 2022 und ein neues Lieblingsteil


Heute geht es beim Me made Mittwoch um die Lieblingsteile des letzten Jahres, auf dem Bild oben sind gleich zwei zu sehen, ein neues und ein altes in Kombination.

Ich zeige sie in der Reihenfolge, in der ich sie genäht habe, es handelt sich um sehr unterschiedliche Sachen, insofern kann ich kein Ranking zwischen den Kleidungsstücken aufstellen.

Da ist erstmal der Lunatica Rock, ein schlichter wadenlanger Faltenrock, der mich lange auf Instagram verfolgt hat, den ich dann im Original in einem Laden am Flughafen gesehen habe und schlussendlich aus abgelagertem Brax Hosenstoff konstruiert und genäht habe. Überwiegend habe ich ihn ohne Strumpfhose mit dünneren Oberteilen und Sandalen getragen.


Extrem gerne habe ich auch die Manteljacke von Burda angezogen sowie mein zweites großkariertes Aybikleid, nicht unbedingt zusammen, aber auf diesem Bild zusammen. Die Manteljacke erwies sich wirklich als Knüller. Mein drittes Aybikleid aus Seide ist - vermutlich wegen des Materials - eher eine Schrankleiche.


Die Manteljacke hat im Herbst einen Nachfolger aus Wolle gefunden und wurde ebenfalls ein Dauerbrenner in der manchmal kühlen Wohnung. Auf dem Foto mit einem alten Strickkleid, das einen Nachfolger gefunden hat, der ebenfalls schon jetzt das Potential zum Lieblingsteil hat, siehe oben und Beschreibung weiter unten.


Meine Stepphose liebe ich ebenfalls sehr, wenn es öfter kälter wäre, würde ich sie noch häufiger anziehen. Eine zweite brauche ich erstmal nicht, sie ist wirklich für sehr kalte Temperaturen perfekt - wie wir sie in der zweiten Dezemberwoche hatten.

Gerade fertig geworden ist das Strickkleid aus Lettlopi. Es ist etwas enger und etwas länger als das oben gezeigte Strickkleid und es scheint sich noch weiter zu verlängern je häufiger ich es trage. Das Muster ist Aftur mit einer Wiederholung am Ärmelbündchen und einem selbst ergänzten Rollkragen. Den mag ich im Winter einfach viel lieber.


Da ich nach Fertigstellung des Kleides im Flow war und in der Wollkiste noch 2 Knäuel Sandnes Merinoull in der gleichen Farbe der Lettlopi entdeckt habe (die gab es mal als Geschenk bei der Buchmesse bei der Präsentation eines Strickbuches der Klompelompefrauen, das kennzeichne ich mal sicherheitshalber als Werbung), wurde endlich eine Balaklava gestrickt. Abgewandelt nach einem Drops Muster, man sieht kaum den Übergang, die Bündchen sind aus Lettlopi. Insgesamt ist der Hals zu lang, ich habe mit der Sandneswolle gestrickt bis das Knäuel aufgebraucht war, hätte ich besser nachgedacht, hätte die Mütze wie November ausgesehen.


Angezogen sieht das Ganze so aus, sehr gemütlich, sehr praktisch, vielleicht besser ohne Rollkragen,  und wenn ich die Mütze nicht brauche, kann ich sie einfach wie eine Kapuze nach hinten wegziehen und muss sie nirgendwohin packen. Ich habe noch etliche Wollreste und werde mir eine weitere Balaklava stricken. Viel einfacher als Socken oder Handschuhe, die ich sonst gerne als Restprojekte nehme.

Das war ein total spannendes Nähjahr, ich habe gefühlt weniger genäht als früher, auch weniger Stoffe gekauft, aber die Sachen auch nahezu alle ganz oft getragen. Dazu beigetragen haben sicherlich die wunderbaren virtuellen Montagsnähtreffen (einschließlich dem völlig abgefahrenen spontanen Silvesternähen ins Neue Jahr, bei dem ich endlich den Mantel zugeschnitten habe), das virtuelle Jeanswochenende, auch wenn meine Tochter die Hose verschmäht, der Spaß war es wert, die Nähfrauenreise im Mai und die AnNÄHerung im November. Ich habe dieses Jahr viele Nähfreundinnen persönlich kennen gelernt und das ist das Beste am Bloggen und am Me made Mittwoch. Danke dafür den Organisatorinnen.

Grüße, Anja

Mittwoch, 2. November 2022

Me made Mittwoch - Gestrickt - Pullunder / Slipover

Bereits seit dem letzten oder sogar vorletzten Winter habe ich mit einem Slipover - wie es neudeutsch heißt - oder Pullunder - wie man es früher nannte - geliebäugelt. Ich war sogar mal fast soweit, einen zu stricken, aber da die damals vorhandene Wolle für einen Pullover reichte, habe ich sie auch dafür verwendet. Denn genauso wie Stoffreste sind mir Wollreste ein Gräuel.

Es gibt den Holiday Slipover, der auf der Webseite der Anleitung ansprechend präsentiert wird, mit getrennten Bündchen unten und sehr weiten Armausschnitten. Meine Wolle ist viel dünner als die Originalwolle, die für diesen Slipover verwendet wird, von daher hätte es keinen Sinn gegeben, die Anleitung zu verwenden. Ähnlich sieht auch der Isla Slipover von dropsdesign aus, einem Muster, das man sich kostenlos herunterladen kann. An dem habe ich mich letztendlich orientiert. Maschenzahl nach meiner Größe berechnet und dann Länge, Armausschnitt, Halsausschnitt und die Kanten in etwa wie in der Anleitung von drops. Als Abschluss habe ich mich für das italienische Abketten entschieden, das schöner aussehen soll (und es auch tut, auch wenn mir ein paar kleine Fehler unterlaufen sind, da ich die Nadel anders einsteche als es in dem Video, an dem ich mich orientiert habe, der Fall war). 


Seit der Fertigstellung trage ich den Pullunder fast täglich, er passt zu ganz vielem und hält den Oberkörper schön warm, gerade in Tagen, wo man noch nicht soviel heizt, wo es morgens und abends frischer als tagsüber ist. Mir schweben auch noch sehr viele weitere Kominationsmöglichkeiten mit dünneren Kleidern für kühle Sommertage vor. Dazu dann vielleicht nächstes Jahr.


Aus den Wollresten und anderen Wollresten der gleichen Wolle habe ich dann noch ein paar Fäustlinge gestrickt, auch nach einer Anleitung von drops. Die kann man immer gebrauchen und es werden vermutlich noch einige folgen. Denn es ist noch Wolle da. 


Verstrickt für den Pullunder habe ich ca. 200 g.  Und zwar Lettlopi von Istex, die ich im Sommer in einem Supermarkt in Reykjavik gekauft habe. Ich mag diese leichte wärmende und wasserabweisende natürliche Wolle total gerne. Es ist auch noch genug in anderen Farben für ein Strickkleid im Islanddesign da.

Als ich die Fotos letzte Woche gemacht habe, trug ich zum Slipover meine sehr gerne getragene weite Breitcordhose, einen dünnen Kaufrolle (trotz Marke miserable Qualität, er pillte bereits nach 4 Tragetagen, für drunter in Ordnung, aufgrund eines anderen aktuellen Falles beschäftige ich mich allerdings im Moment intensiv mit Gewährleistungsansprüchen und stelle fest, eigentlich geht das mit dem Pilling nach so kurzer Tragezeit überhaupt nicht) und darüber die geänderte Jacke in dunkelgrau, die früher ein blauer Mantel war. Die Ärmel der Jacke sind sehr eng, ich glaube, ich habe irgendwas am Ärmel verdreht, da muss ich nochmal ran. Aber mit den ganz dünnen Ärmeln des Kaufrollis geht es. Mittlerweile habe ich den Futterärmel rechts korrigiert und die Trageeigenschaften sind erheblich besser. Das Foto ist leider nicht gut. Aber von neuen Elektrogeräten (siehe oben, Beschäftigung mit Gewährleistungsrechten usw.) habe ich erstmal genug.


Das alles zeige ich beim Me Made Mittwoch im November, dem wunderbaren monatlichen Treffen für selbstgenähte Kleidung.

Heute Nachmittag im Zug werde ich viel Zeit (und hoffentlich funktionierendes Netz) haben, um andere Blogbeiträge anzuschauen.

Liebe Grüße

Anja


Mittwoch, 2. Dezember 2020

Me made Mittwoch - neuer Strickpullover aus Islandwolle

Vor 2 Jahren habe ich Lettlopi, isländische Schafwolle, für insgesamt 3 traditionelle Islandpullover aus dem Supermarkt in Reykjavik mitgebracht, das rote Strickkleid für mich wurde ganz schnell fertig, aus den beiden Pullovern, die meine Tochter noch stricken wollte, wurde erstmal nichts. Letzten Winter habe ich dann einen klassischen Pullover für meinen Mann gestrickt, aus Farben, die ihm gefielen, d. h. ich habe teils neue Wolle, teils Reste verwendet. Ich musste ja auch aus den Mengen für die Tochter einen Pullover für den Mann stricken.

Mit den verbleibenden Knäuel Lettlopi, die jetzt farblich auch nicht mehr alle aufeinander abgestimmt waren, wollte ich mir zuerst einen schlichten grauen Pullunder stricken, aber dann hätte ich noch mehr Reste in diversen Farben gehabt. Und ein Pullover ist im Winter eigentlich praktischer. Ich habe erst mal mit dem grau, von dem 6 Knäuel vorhanden waren, begonnen, wohlwissend, das das nicht so ganz reichen wird, oben wollte ich dann eine Passe stricken, mglw. aus mehreren Farben, vielleicht aus einem wunderbar graublauen blassen Ton, von dem 2 Knäuel vorhanden waren, auf jeden Fall mit Rollkragen. Es zeichnete sich aber im Verlauf des Strickens ab, dass ich für den oberen Teil mindestens 3 Knäuel brauchte, auch ohne Rollkragen. Also hieß es umdisponieren.

Ich fand diesen schlichten Pullover, von dem ich nur das mittlere Muster verwendete. Für die Abnahmen im oberen Bereich habe ich mich an den klassischen Anleitungen für Lopapeysa (Islandpullover) orientiert. Mit dem unteren Teil, Länge, Weite, auch mit den Ärmeln, Länge, bewusst etwas weiter als sonst bin ich zufrieden, Aber: Offensichtlich habe ich oben lockerer gestrickt, was ziemlich blöd ist, selbst durch Nassmachen und Spannen ließen sich die Beulen nicht reduzieren. Es ist so wie es ist. Da die Wolle sehr stark filzt, ist aufribbeln keine Lösung, sonst würde ich das machen. Beim nächsten Mal bin ich klüger.

Gestrickt habe ich Größe XS, die Lopapeysa sind üblicherweise riesig konzipiert. Ich stricke locker und ich glaube, ich habe diesmal Nadel 4 statt Nadel 3 genommen, denn bei gleicher Maschenzahl und gleicher Wolle, ist das Gestrick nicht soviel enger wie es nach meinen Berechnungen im Vergleich zu meinen anderen Lopapeysa hätte sein müssen.

Zu dem Pullover habe ich - eher zufällig - einen uralten Wollrock an. Meine Mutter hat in den 80er Jahren ein Kostüm genäht, die doppelreihige Blazerjacke mit Samtkragen, hatte ich in der zweiten Hälfte der 80er bis mindestens zur Mitte der 90er Jahre getragen. Ich wusste gar nicht, dass dazu ein Rock existierte. Nach Aussage meiner Mutter fand ich den Rock damals häßlich, scheußlich, untragbar.

Da meine Mutter immer wieder Sachen ausräumt, stieß sie kürzlich auf den Rock, der ihr mittlerweile fast bis auf den Boden reicht. Ich fand ihn - als ich letztes Wochenende in Ostwestfalen war, sehr tragbar, sehr modern, er ist unglaublich warm (Wolle), ich habe ihn mit nach Frankfurt genommen und ziehe ihn gerne bei den jetzigen Temperaturen an. Man soll doch nie etwas wegwerfen. Zumindest wenn das Material eine gewisse Qualität hat.

So, nun verblogge ich diesen Text noch und verlinke ihn mit dem Me made Mittwoch. 

Auf bald, viele Grüße, Anja

Mittwoch, 4. November 2020

Me made Mittwoch in neuer Miette aus alter Baumwolle

 Es ist unendlich lange her, dass ich mir das Strickmuster für die Miette Jacke von Andi Satterland (oder Sutterland?) heruntergeladen habe. Das war irgendwann nachdem so ziemlich jeder sie schon gestrickt hatte, vor mindestens 5 Jahren. 

Genauso unendlich lange ist es her, dass ich mir bei Drops Baumwolle bestellt habe (für 2 unterschiedliche Projekte, zu dem einen ist es nie gekommen, das andere wurde nie getragen, aufgeribbelt, wieder neu verstrickt, fast nie getragen, wieder aufgeribbelt), so hatte ich am Ende 2 verschiedene Farben, ähnlich zwar, aber nicht ganz gleich, ich habe einen Versuch gestartet, sie am Anfang in abwechselnden Reihen zu verwenden, das ging für mich irgendwie gar nicht, dann habe ich nochmal neu gestartet und beschlossen, die Bündchen komplett in dem einen Grünton, den Rest in dem anderen zu stricken. Eigentlich dachte ich, das ich aus dem Muscatgrün die kompletten Körperteile zuzüglich Ärmel bekomme, da die aufgeribbelte Jacke sehr locker saß und deutlich länger war als diese Miette, aber das Lockmuster verbraucht wohl doch deutlich weniger Garn als glatt rechts wie bei Miette. 

Am Ärmel merkte ich dann, dass die Wolle knapp wird, ich wollte aber KEIN Teil mit kurzem Ärmel (das hatte ich ja mehrmals nicht getragen), also habe ich einfach an beiden Seiten an in etwa der gleichen Stelle den Farbton gewechselt. Das ist nicht optimal, man sieht es bei gutem Licht sehr deutlich, aber an dunklen Tagen, in nicht perfekt ausgeleuchteten Innenräumen oder dunklen Sommerabenden wird man den Kontrast nicht sehen.

Das Stricken von oben nach unten war neu für mich, die Abnahmen an der Brust passen für mich leider gar nicht, aber zum Glück dehnt sich die Jacke, dass es nicht so auffällt. Mittlerweile ist Miette aus Passformgründen nicht mehr erhältlich (war kostenlos), es gibt ein Pendant in mehreren Größen und mit tiefer sitzenden Abnähern. 

Anleitung und Muster waren klar verständlich, ich habe außerdem einen Knit Along gefunden, der mir vor allem an der Stelle als es um das Ablegen der Maschen für die Ärmel ging geholfen hat, im Prinzip ist top down auch nicht anders als Runden stricken bottom up, nur ist mir da als Gewohnheitstier klarer, was ich an welcher Stelle mache. Das Jackenteil ist etwa 5 cm verlängert, die Ärmel sind deutlich länger, die Knöpfe muss ich wohl nochmal fester nähen, ich merke, dass sie sich in dem Maschen lockern und die Festnähfäden auf die rechte Seite rutschen.  Sie werden dann auch seitlicher festgenäht, denn die Jacke zieht sich mittig an den Knöpfen sehr auseinander.

Die Jacke wird vermutlich eher im nächsten Sommer getragen werden, im Halbdunkel oder zuhause, aber da sie letzte Woche fertig wurde, zeige ich sie heute beim Me made Mittwoch, einmal zusammen mit dem Burdasommerkleid aus Seide (Montag bei fast 20 Grad getragen) und gestern zusammen mit einem älteren Simplicitykleid. 

Viele Grüße, Anja


P.S. Die Miette wurde fast nie getragen, dann aufgeribbelt, die Wolle liegt noch herum und wartet auf weitere Verwendung.

Freitag, 13. September 2019

Islandpullover Hlekkur

Beim letzten Trip nach Island, der bereits fast 2 Jahre zurück liegt, hat die Tochter große Strickpläne gehegt. Von den 3 geplanten Pullovern hat sie letztendlich nur einen fertig gestrickt. Lettlopi hält auch so unglaublich warm, dass man die Pullover im normalen deutschen Winteralltag kaum in geheizten Räumen tragen kann. In wenig geheizten schon. Aber meist wird ja sehr viel geheizt.

In der Übergangszeit eignen sich die Lopapeysa (Islandpullover) perfekt als Outdoorkleidung statt Jacke.

Jedenfalls lag und liegt noch reichlich Lettlopi (Islandwolle) in diversen Schubladen. Neue Wolle in größeren Mengen und Reste von alten Strickstücken, die hier jeweils verbloggt sind: Bahlavit, Kedja, Eyja, Kambur, Afmaeli,


Hlekkur sollte ursprünglich eine Strickjacke mit Reißverschluss für meinen Mann werden. Er fand es dann aber doch zu schade, den Pullover vorne zu zerschneiden. Ich hätte gerne mal den Steek probiert, aber so hatte ich definitiv weniger Arbeit. An einem Ärmel bin ich mit dem Muster etwas durcheinander gekommen, man sieht es nicht. Und die helle Wolle ist nicht genau die gleiche Farbe, die Abweichung ist nur zu erkennen, wenn man weiß, wo welche Wolle verwendet wurde. So sollte es auch sein.

Für den Winter werden jetzt aus den kleineren Restmengen noch Handschuhe gestrickt, die wärmen nämlich auch wunderbar, verfilzen, sind windundurchlässig und stoßen auch geringe Wassermengen prima ab.

Wir mögen Lettlopi, aber es gibt Menschen, denen sie zu kratzig ist.

Viele Grüße

Anja

Montag, 24. September 2018

Islandstrickfieber Teil 5 - Kambur

Pünktlich zum kalendarischen Herbstbeginn ist hier ein weiterer Islandpullover fertig geworden. Gestrickt hat ihn anfangs meine Tochter, ich habe ihn dann fertig gemacht. Er passt uns beiden. Die Wolle ist wie immer Lettlopi / 100 % "kratzige" Islandwolle aus dem Supermarkt in Reykjavik oder Borgarnes. Ich weiß gar nicht genau, denn wir haben soviel Wolle von den beiden Reisen nach Island mitgebracht.

Jedenfalls wollte ich letztes Mal auch Strickhefte kaufen, aber in keinem waren richtig viele tolle Modelle, immer so  zwei oder drei. Aber dann habe ich in einem Buchladen dieses Heft / Buch
 https://www.nordicstore.net/products/create-your-own-lopapeysa-a-guide-to-the-icelandic-traditional-wool-sweater entdeckt (günstiger als in der Verlinkung), darin sind richtig viele, richtig schöne Muster und - am wichtigsten - die Grundlagen der Musterbildung und Abnahmen an der Rundpasse. D. h. mit Hilfe dieses Buches kann man sich seinen eigenen Lopapeysa / Islandpullover kreieren. Viel besser als die Istex-Hefte mit den Anleitungen.


Dieses Muster ist Kambur. Die Ärmel sind nachträglich ein wenig verlängert. Der Halsauschnitt hinten mit Hilfe von verkürzten Reihen etwas höher gelegt. Ein warmer und gemütlicher Pullover ist das geworden.



Verlinkt bei Sew La La https://sewlala.de/sew-la-la-link-up-party-17  am Donnerstag. Lieben Gruß, Anja




Montag, 17. September 2018

Shetland stricken - Bilder von den Shetland Inseln

Ein neues sehr spezielles Buch für Strickerinnen. Eine Reise auf die Shetland Inseln, die nördlich von Schottland auf halbem Weg zu den Färöern im Nordatlantik liegen. Erinnerungen werden wach, Erläuterungen zu Landschaft, Architektur, Schafen, Wolle, zur Geschichte der Strickkunst, der Muster werden gegeben. Die verschiedenen Modelle (Tücher, Kissen, Mützen, Pullover, Stulpen ... für Damen, Babies sind vor der wunderbaren Kulisse dieser einzigartigen Inseln fotografiert.


Eine Sammlung von einfachen mehrfarbigen Mustern, die anhand von übersichtlichen Schemata nachgestrickt werden können. Aber ich persönlich habe mich mehr in den schönen Aufnahmen verloren. Vor mehr als 20 Jahren habe ich den Osterurlaub auf den Inseln verbracht . Die Anreise - anders als die Autorin heute - mit Bahn, Schiff, nochmal Schlafwagen, Nachtfähre und zurück - weil ich das Schiff, das nur 2 x pro Woche fuhr dummerweise verpasst habe - Flug nach Aberdeen, Bahn, Schiff, Bahn (ja, damals gab es noch keinen Ärmelkanaltunnel und Fliegen war ziemlich teuer). Eine Reise, die sich bisher nicht wiederholt hat, obwohl diese Inseln traumhaft schön sind und man heute wirklich viel leichter dahin kommt.




Es ist auch erklärt, was es mit Fair Isle auf sich hat. In den letzten Jahren ist mir dieser Begriff nämlich immer wieder begegnet - nicht in Zusammenhang mit Fair Isle Mustern, sondern einfach in Zusammenhang mit mehrfarbigem Stricken. "Seit den 90er Jahren wird der Ausdruck Fair Isle oftmals für die verschiedensten Strickarbeiten mit Farben benutzt, die man jedoch richtigerweise als "stranded knitting" oder Farbmusterstricken bezeichnen sollte". Unter Fair Isle versteht man Muster aus "maximal fünf Farben, wobei in jeder Runde maximal zwei benutzt werden". Fair Isle Muster sind nach der Fair Isle benannt, einer kleinen Insel, die zu den Shetlands gehört, aber weit im Atlantik liegt. So einen Pullover habe ich mir vor mehr als 20 Jahren von den Shetland Inseln mitgebracht. Er ist wunderbar wärmend und wind- und wasserfest.

Wer nur eine Anleitung sucht, um einen Pullover oder ein Tuch zu stricken, wählt besser ein anderes Buch. Wer jedoch mehr über die Geschichte der Shetlandstrickerei erfahren möchte, ist mit diesem Band gut bedient. Ich habe mir das Buch in meiner Stadtbibliothek ausgeliehen und werde nicht für diesen Artikel bezahlt. Wer eine Sammlung von vielen verschiedenen Fair Isle Mustern sucht, liegt mit diesem Band recht gut, aber das wäre ein anderer Post.

Hier eine Aufnahme des Pullovers, den ich 1996 gekauft habe und den ich viel zu selten trage, weil er viel zu warm ist. Aber ich habe ihn gestern aus dem mehrjährigen Sommer- und Winterschlaf  geholt. Es gibt die Firma sogar noch, sie heißt jetzt Shetland Collection mit dem gleichen Schriftzug wie damals http://www.shetland-knitwear.co.uk/index.htm


Ich habe richtig Lust bekommen, Wollreste rauszukramen und zu stricken.

Lieben Gruß, Anja

Sonntag, 11. Februar 2018

HJKA - Eyja ist fertig!

HerbstJackenKnitAlong - dafür steht das kryptische Kürzel aus der Überschrift. Meine Winterjacke ist keine Jacke, sondern ein Minikleid. Gerade rechtzeitig fertig geworden zum Finale der Herzen, aber was noch wichtiger ist, zur großen Kälte. Das Kleid hält so wunderbar warm, dass ich selbst an diesen eisigen Tagen kaum heizen muss. Die Islandwolle, auf der Homepage des Herstellers Istex ist viel erklärt zu den Besonderheiten des isländischen Schafs, der besonderen Unterwolle usw., bisher dachte ich Wolle ist Wolle. Aber diese Wolle ist nicht nur wasserfest (das wusste ich schon von meinen anderen Lopapeysa (so nennt man den Islandpullover), nein, sie wärmt wirklich wunderwunderbar. Ich finde nicht, dass sie kratzt, aber darüber gehen die Meinungen auseinander.



Vorgestellt habe ich meine Wolle und meine Pläne bereits im Oktober. Ich entschied mich schnell für Eyja (jeder dürfte den berühmten Eyjafjatlajökull kennen), berechnete Maschenzahl, definierte die Farben für das Muster, dann war Pause. Bis Anfang Januar, als ich endlich mit Eyja durchstartete. Ich habe ihn allerdings noch nicht nass gemacht und gespannt, bei den Temperaturen gefriert der Pullover auf dem Balkon, da warte ich auf wärmere Tage. Anziehen geht trotzdem.


Die Fotos sind vor 2 Tagen bei bestem Sonnenschein im Naherholungsgebiet der Dietesheimer Steinbrüche im Kreis Offenbach entstanden.


Und die Hündin Emma Flor wollte auch mit aufs Bild. Verlinkt bei Monika, wo es weitere Nachzügler des HJKA zu sehen gibt. Viele Grüße, Anja