Mittwoch, 2. Dezember 2020

Me made Mittwoch - neuer Strickpullover aus Islandwolle

Vor 2 Jahren habe ich Lettlopi, isländische Schafwolle, für insgesamt 3 traditionelle Islandpullover aus dem Supermarkt in Reykjavik mitgebracht, das rote Strickkleid für mich wurde ganz schnell fertig, aus den beiden Pullovern, die meine Tochter noch stricken wollte, wurde erstmal nichts. Letzten Winter habe ich dann einen klassischen Pullover für meinen Mann gestrickt, aus Farben, die ihm gefielen, d. h. ich habe teils neue Wolle, teils Reste verwendet. Ich musste ja auch aus den Mengen für die Tochter einen Pullover für den Mann stricken.

Mit den verbleibenden Knäuel Lettlopi, die jetzt farblich auch nicht mehr alle aufeinander abgestimmt waren, wollte ich mir zuerst einen schlichten grauen Pullunder stricken, aber dann hätte ich noch mehr Reste in diversen Farben gehabt. Und ein Pullover ist im Winter eigentlich praktischer. Ich habe erst mal mit dem grau, von dem 6 Knäuel vorhanden waren, begonnen, wohlwissend, das das nicht so ganz reichen wird, oben wollte ich dann eine Passe stricken, mglw. aus mehreren Farben, vielleicht aus einem wunderbar graublauen blassen Ton, von dem 2 Knäuel vorhanden waren, auf jeden Fall mit Rollkragen. Es zeichnete sich aber im Verlauf des Strickens ab, dass ich für den oberen Teil mindestens 3 Knäuel brauchte, auch ohne Rollkragen. Also hieß es umdisponieren.

Ich fand diesen schlichten Pullover, von dem ich nur das mittlere Muster verwendete. Für die Abnahmen im oberen Bereich habe ich mich an den klassischen Anleitungen für Lopapeysa (Islandpullover) orientiert. Mit dem unteren Teil, Länge, Weite, auch mit den Ärmeln, Länge, bewusst etwas weiter als sonst bin ich zufrieden, Aber: Offensichtlich habe ich oben lockerer gestrickt, was ziemlich blöd ist, selbst durch Nassmachen und Spannen ließen sich die Beulen nicht reduzieren. Es ist so wie es ist. Da die Wolle sehr stark filzt, ist aufribbeln keine Lösung, sonst würde ich das machen. Beim nächsten Mal bin ich klüger.

Gestrickt habe ich Größe XS, die Lopapeysa sind üblicherweise riesig konzipiert. Ich stricke locker und ich glaube, ich habe diesmal Nadel 4 statt Nadel 3 genommen, denn bei gleicher Maschenzahl und gleicher Wolle, ist das Gestrick nicht soviel enger wie es nach meinen Berechnungen im Vergleich zu meinen anderen Lopapeysa hätte sein müssen.

Zu dem Pullover habe ich - eher zufällig - einen uralten Wollrock an. Meine Mutter hat in den 80er Jahren ein Kostüm genäht, die doppelreihige Blazerjacke mit Samtkragen, hatte ich in der zweiten Hälfte der 80er bis mindestens zur Mitte der 90er Jahre getragen. Ich wusste gar nicht, dass dazu ein Rock existierte. Nach Aussage meiner Mutter fand ich den Rock damals häßlich, scheußlich, untragbar.

Da meine Mutter immer wieder Sachen ausräumt, stieß sie kürzlich auf den Rock, der ihr mittlerweile fast bis auf den Boden reicht. Ich fand ihn - als ich letztes Wochenende in Ostwestfalen war, sehr tragbar, sehr modern, er ist unglaublich warm (Wolle), ich habe ihn mit nach Frankfurt genommen und ziehe ihn gerne bei den jetzigen Temperaturen an. Man soll doch nie etwas wegwerfen. Zumindest wenn das Material eine gewisse Qualität hat.

So, nun verblogge ich diesen Text noch und verlinke ihn mit dem Me made Mittwoch

Auf bald, viele Grüße, Anja

Mittwoch, 4. November 2020

Me made Mittwoch in neuer Miette aus alter Baumwolle

 Es ist unendlich lange her, dass ich mir das Strickmuster für die Miette Jacke von Andi Satterland (oder Sutterland?) heruntergeladen habe. Das war irgendwann nachdem so ziemlich jeder sie schon gestrickt hatte, vor mindestens 5 Jahren. 

Genauso unendlich lange ist es her, dass ich mir bei Drops Baumwolle bestellt habe (für 2 unterschiedliche Projekte, zu dem einen ist es nie gekommen, das andere wurde nie getragen, aufgeribbelt, wieder neu verstrickt, fast nie getragen, wieder aufgeribbelt), so hatte ich am Ende 2 verschiedene Farben, ähnlich zwar, aber nicht ganz gleich, ich habe einen Versuch gestartet, sie am Anfang in abwechselnden Reihen zu verwenden, das ging für mich irgendwie gar nicht, dann habe ich nochmal neu gestartet und beschlossen, die Bündchen komplett in dem einen Grünton, den Rest in dem anderen zu stricken. Eigentlich dachte ich, das ich aus dem Muscatgrün die kompletten Körperteile zuzüglich Ärmel bekomme, da die aufgeribbelte Jacke sehr locker saß und deutlich länger war als diese Miette, aber das Lockmuster verbraucht wohl doch deutlich weniger Garn als glatt rechts wie bei Miette. 

Am Ärmel merkte ich dann, dass die Wolle knapp wird, ich wollte aber KEIN Teil mit kurzem Ärmel (das hatte ich ja mehrmals nicht getragen), also habe ich einfach an beiden Seiten an in etwa der gleichen Stelle den Farbton gewechselt. Das ist nicht optimal, man sieht es bei gutem Licht sehr deutlich, aber an dunklen Tagen, in nicht perfekt ausgeleuchteten Innenräumen oder dunklen Sommerabenden wird man den Kontrast nicht sehen.

Das Stricken von oben nach unten war neu für mich, die Abnahmen an der Brust passen für mich leider gar nicht, aber zum Glück dehnt sich die Jacke, dass es nicht so auffällt. Mittlerweile ist Miette aus Passformgründen nicht mehr erhältlich (war kostenlos), es gibt ein Pendant in mehreren Größen und mit tiefer sitzenden Abnähern. 

Anleitung und Muster waren klar verständlich, ich habe außerdem einen Knit Along gefunden, der mir vor allem an der Stelle als es um das Ablegen der Maschen für die Ärmel ging geholfen hat, im Prinzip ist top down auch nicht anders als Runden stricken bottom up, nur ist mir da als Gewohnheitstier klarer, was ich an welcher Stelle mache. Das Jackenteil ist etwa 5 cm verlängert, die Ärmel sind deutlich länger, die Knöpfe muss ich wohl nochmal fester nähen, ich merke, dass sie sich in dem Maschen lockern und die Festnähfäden auf die rechte Seite rutschen.  Sie werden dann auch seitlicher festgenäht, denn die Jacke zieht sich mittig an den Knöpfen sehr auseinander.

Die Jacke wird vermutlich eher im nächsten Sommer getragen werden, im Halbdunkel oder zuhause, aber da sie letzte Woche fertig wurde, zeige ich sie heute beim Me made Mittwoch, einmal zusammen mit dem Burdasommerkleid aus Seide (Montag bei fast 20 Grad getragen) und gestern zusammen mit einem älteren Simplicitykleid. 

Viele Grüße, Anja


P.S. Die Miette wurde fast nie getragen, dann aufgeribbelt, die Wolle liegt noch herum und wartet auf weitere Verwendung.

Mittwoch, 7. Oktober 2020

Me Made Mittwoch - alte Strides, neues Burdashirt

Es ist Me Made Mittwoch und ich habe doch noch etwas gefunden, das ich diesen Sommer genäht und im Blog nicht gezeigt habe. Wobei es sich eigentlich um eine Wiederholung handelt, die zweite Wiederholung sozusagen und diesmal auch noch aus einem identischen Stoff, nur andere Farbzusammenstellung, da wusste ich genau, welche Änderungen mich erwarten. Details habe ich in der Verlinkung bereits beschrieben. 


Von dem Stoff, unten in Großaufnahme, hatte ich reichlich gekauft (deshalb sind die Ärmel diesmal gemütlich lang geworden), an sich dachte ich bei der Stoffmenge an ein Kleid, elegant, besonders, aber so etwas brauche ich derzeit nicht. Stattdessen brauche ich wirklich und zwar dringend einfarbige Oberteile, die dürfen gerne auch etwas besonders sein, aber kombinationsfreudig. Da können gerne noch mehr in marine, braun, grün usw. entstehen.


Zu dem Schnitt und dem Entstehungsprozess gibt es nichts weiter zu ergänzen.

Die Hose ist auch bereits beschrieben, damals sogar in mehreren Schritten. Ich habe auch noch eine Wiederholungshose genäht, aus Cord, bin bei der Cordhose mit der besseren Passform im Schritt viel zufriedener, der Fall ist jedoch bei der Wollhose besser. Weitere Strides nähe ich nicht, denn ich bin zu dem Schluss gekommen, dass die Bundfalten mich dick machen und dieser Hosentyp mit den weiten, sehr weiten Beinen für mich besser geht, wenn oben keine Falten sind, mit dieser französischen Hose oder dieser Burdahose bin ich erheblich zufriedener und in der Gesamtoptik wirken sie ähnlich. Von den beiden Hosen wird es definitiv Nachfolgehosen geben, roter Wollstoff aus Rom bzw. grüner Gabardine aus München liegen bereit.

Anläßlich einer kleinen Feier im Bethmannpark am Sonntag bei glücklicherweise gutem Wetter habe ich über das Burdashirt noch einen dicken Aranpullover übergezogen, so war ich warm und bequem gekleidet.


Auf bald, liebe Grüße, Anja






Dienstag, 22. September 2020

Burda Mix

Nun habe ich mich den letzten etwas mehr als 2 Metern Cord gewidmet, die ich aus der Auflösung des K-Kaufhauses sehr günstig erworben habe (inzwischen wurde entschieden, dass das K-Kaufhaus doch nicht aufgelöst wird, in 5 Jahren wird es dann erneut eine Auflösung der Stoffabteilung geben, ich hoffe mal, dass die Ballen und Regale wieder aufgefüllt werden und ich noch einige Jahre dorthin gehen kann, denn das von mir weiter entfernt liegende G-K-Kaufhaus hat schon lange keine Stoffabteilung mehr).

Der Stoff war genug für erheblich mehr als die angedachte Jacke, deshalb reichten die bereits erworbenen und nicht mehr erhältlichen Knöpfe leider nicht für das neu Genähte. Ich habe abgetrennte schlicht schwarze Knöpfe von Herrenjackets verwendet, die sammele ich.

Schon immer interessierte mich ein Hemdblusenkleid, fraglich, ob das in Cord funktioniert. Ich habe mir mehrere Schnitte angeschaut, Pro und Contra abgewogen und bin letztendlich bei diesem Schnitt mit mehr Schwung und Weite als ein herkömmliches Hemdblusenkleid gelandet, insbesondere damit der schwere Cord nicht am Körper klebt. Burda 8/2020, vorne beschloss ich, eine Knopfleiste einzufügen, außerdem war klar, dass der Bändelverschluss in Cord nicht klappt.


D. h. Vorder-, Rückenteil und Ärmel entsprechen dem Burdaschnitt, etwa 10 cm verlängert, das Vorderteil ist geteilt und ergänzt um eine angeschnittene Knopfleiste. Die Ärmel sind bereits über lang geschnitten, gut für mich. Mir fällt gerade auf, dass ich das fertige Modell leider nicht von hinten fotografiert habe.


In Burda 8/2018 gab es eine Cordjacke mit sehr interessantem Knotenverschluss, den habe ich oben angefügt. Außerdem habe ich an die Ärmel auch gleich Riegel mit Knopf angenäht, Knöpfe hatte ich jetzt ja genug.


Und Taschen wollte ich auch, da schwankte ich lange zwischen zusätzlichen Brusttaschen, habe mich dann aber dagegen entschieden und einfach riesige Taschen (mit Knopf) aufgesetzt. Die Inspiration habe ich mir bei einem Schnitt von dp-Studio oder Named geholt - oder von beiden, genau weiß ich es nicht mehr, denn ich habe wirklich lange nach dem perfekten Schnitt für 2,10 + zusätzliche Zipfel an den Rändern gesucht. Der Stoff ist jetzt auch restlos aufgebraucht.

Das Nähen war erstmal easy peasy. Allerdings ist mir ganz am Ende ein Malheur mit den aufgesetzten Taschen passiert: schief aufgenäht, weil ich das Knopfloch der einen Tasche nicht an der gleichen Stelle wie an der anderen Tasche eingenäht habe. Das Knopfloch wollte ich nicht nochmal ändern, insofern musste ich die Position der Knöpfe unterschiedlich hoch platzieren. Das alles habe ich natürlich erst gemerkt, als ich bereits die Nähmaschine weggeräumt hatte. Insofern hat es ein bisschen gedauert bis ich getrennt und neu aufgenäht habe. Das Foto, auf dem man deutlich erkanne, dass die Taschen unterschiedlich hoch aufgesetzt sind, habe ich bereits gelöscht. Hier nun die neuen Aufnahmen vom Mantelkleid nach der Umarbeitung:


Das Ergebnis ähnelt optisch - und ich dachte, ich schaue nicht richtig als ich in der Bahnhofsbuchhandlung die neue Fibremood durchblätterte - Rya. Das Cordkleid lässt sich genauso wie meins offen wie ein Mantel, geschlossen mit Gürtel oder geschlossen ohne Gürtel tragen, sicher auch über einer Hose. Aber eigentlich finde ich mein Kleid doch spezieller als Rya, weil der Knoten am Hals etwas ganz anderes ist.




Den Gürtel habe ich aus zusammengesetzten Stoffresten "gebastelt", erst zum Knoten, das war dann zuviel Knoten mit der Wiederholung vom Hals, dann abgeschnitten und mit einer Steckschnalle von einem alten Rucksack, in Ermangelung einer anderen Schnalle, ich wollte nämlich ein schnelles Ergebnis und nicht nochmal in den Laden gehen. Diese Steckschnallenlösung hatte ich kürzlich erst in einem Schaufenster in der Goethestraße gesehen (das ist Frankfurts Kö, Maximilianstraße, Via Condotti oder wie sie alle heißen), also als Stylingelement durchaus innovativ. In der Winterkollektion von Prada. Im Schaufenster an einem Rock, aber im Internet gefunden auch als Gürtelschnalle.


An der Tasche scheint noch ein Faden zu hängen, was man auf Fotos dann alles sieht. Und dann habe ich vergessen einen Knopf zu schließen, als ich das Kleid eben nur für die Fotos angezogen habe.


Mit dem Kleid nehme ich nicht am ersten Me made Mittwoch im Herbst teil (habe ich erst geplant). Der Post und die Fotos sind schon fertig, was soll's, dann öffnen den Post eben 600 Leute weniger.

Viele Grüße

Anja


Montag, 14. September 2020

Cord, Cord, Cord, ....

Ich habe Cord schon immer gemocht und gerne getragen, es gab allerdings ein paar Jahrzehnte, wo er irgendwie nicht präsent war. Seit einigen Jahren sieht man ihn wieder. Meist als Rock, Hose, Jacke. Das war auch mein Plan. Aber die Menge, die ich noch von dem Großeinkauf übrig hatte, reichte für mehr: 2,10 zzgl. Zipfel, die Ärmel, Taschen oder ähnliches ergaben, auch ein Gürtel war noch drin. Also wurde es etwas anderes, hier ein Teaser:


Ich muss allerdings an das fast fertige Teil noch mal ran, weil es ein Missgeschick mit den Taschen gibt, ich weiß noch nicht, ob ich es so lasse, meine Tochter meinte, das sieht wie Absicht aus und ist cool, ich finde es eher unsorgfältig gearbeitet, aber alles lässt sich sowieso nicht mehr retten .... ich berichte demnächst. Meine Lust zu trennen hält sich in Grenzen, zumal die Nähmaschine bereits wieder verräumt ist. Und zur Zeit ist es sowieso zu warm, um Cord zu tragen.

Vorher fertig waren die zweite Jacke / Hemdbluse für meine Tochter, die sie sich genau so im Colour Blocking gewünscht hat, Grundlage war der Schnitt für die Sahariana, allerdings ohne Abnäher und mit schlichten Taschen, außerdem gekürzt.



Ein wirkliches Gefummel waren dann die beiden "der andere Rucksack", wenn ich nicht schon beide zugeschnitten hätte und die ganzen Reißverschlüsse, Gurtbänder und Schrägbänder gekauft hätte, hätte ich vermutlich nur den einen für die Tochter genäht. So wurde es ein grauer für sie, ein blauer für mich. Beim zweiten habe ich die Gurtbänder mit deutlich mehr Tiefe festgenäht und mehrfach übernäht, unten ist nämlich eines an ihrem Rucksack am ersten Tag ausgerissen (schwere Chemiebücher), das geht besser. Als Innenfutter wurden ausrangierte Röcke, Kleider von mir verwendet, aber eigentlich braucht es nur für das Hauptfach ein Innenfutter, was das Nähprozedere auch deutlich vereinfacht hätte, aber wie gesagt, alles war schon zugeschnitten, also habe ich alles schön gefüttert. Aus Reststoffen habe ich noch je zwei Schulterpolster genäht, denn ich finde die Trageeigenschaften dieses Rucksacks nicht so toll, zumindest nicht, wenn er schwer bepackt ist. Aber das Original hat auch nur Gurtband - unfassbar für den Preis.





Ansonsten: sie mag ihren Rucksack wegen des Designs, ich bevorzuge, wenn schon Rucksack, einen anderen gekauften, sonst habe ich genug hübsche Taschen. Den Hype um "den anderen Rucksack" verstehe ich nicht. Aber die Anleitung ist kostenlos, sie ist auch verständlich und logisch.

Und die Hündin hat noch ein kuscheliges neues Fellkissen bekommen, der Stoff stammt auch aus dem Karstadt Räumungsverkauf.


Viele Grüße, Anja

Mittwoch, 2. September 2020

Me made Mittwoch - mein Sommerlieblings- und -erfolgskleid

Ich habe in der letzten Zeit ein wenig für meinen Mann und meine Tochter genäht, Hosen und Jacken. Demnächst folgen noch Rucksäcke für meine Tochter und ich, dann bleiben noch 2 m roter Cord für mich übrig, eigentlich habe ich eine Jacke ins Auge gefasst, aber ie brauche ich nicht wirklich.


Deswegen gibt es an diesem Me made Mittwoch nichts Neues zu sehen. Aber ein Kleid, das ich diesen Sommer seit seiner Fertigstellung ziemlich oft, fast einmal pro Woche getragen habe. Ein echtes Erfolgsmodell. Der Stoff fällt leicht und luftig, auch an warmen Tagen. Die ellbogenlangen Ärmel eignen sich auch für etwas kühlere Tage wie zur Zeit. Gleiches gilt für die Saumlänge, die ich in der Mitte der Wade habe enden lassen. Man kann das Kleid mit Sandalen oder auch mit Sportschuhen tragen. Also auch gut geeignet als Wanderkleid. Und ich besitze mehrere leichte Jäckchen, die bei frischem Wind oder Kälte am Morgen bzw. Abend dazu passen. Außerdem liegen die aufgebauschten Ärmel ganz im Trend dieser Saison.



Näher beschrieben habe ich das Kleid bereits in diesem Post. Das Mantelkleid darüber ist auch schon älter und diesen Sommer neu entdeckt, besprochen hier. Gerne kombiniere ich das Ganze mit der Heldinnentasche, die ein unglaubliches Fassungsvermögen besitzt und dennoch immer eine Hand frei lässt (um die Hundeleine zu halten und schnell an die Leckerchen zu kommen). Einzig getrübt wird die Trageleidenschaft derzeit dadurch, dass ich das Kleid anhatte, als ich auf der Rolltreppe ausgerutscht bin und ich jedes Mal beim Anziehen an diesen blöden Tag denken muss. In der Uniklinik hatte ich nach dem Sturz auch große Angst, dass man mir den Ärmel aufschneiden muss, wie ich es bereits vor Jahren bei einer Bluse erlebt hatte als ich mir den Arm gebrochen habe.


Verlinkt am Me made Mittwoch, den ich mir immer wieder gerne anschaue. Danke den Organisatorinnen.

Lieben Gruß

Anja

Montag, 31. August 2020

Kwik Sew 4045 - Cordhose für Männer

Die Probehose , in der Verlinkung ganz unten, habe ich vor langer Zeit genäht. Sie passt gut, aber die Farbe, dieses schlammartige, war ja nur eine Notlösung, weil es gerade diesen Chino auf dem Restetisch von Kar... gab.


Die Anleitung der Hose ist genial, ich habe noch nie so wenig Schwierigkeiten mit dem Einnähen eines Reißverschlusses gehabt. Für die beiden Cordhosen habe ich die Beinweite sofort reduziert, ich habe mittlerweile den Papierschnitt komplett geändert. Bei der roten Hose habe ich zudem die Taschen abgewandelt. Beim nächsten Mal möchte mein Mann allerdings große Taschen mit Knopf.

So sind aus den vielen Metern Cord, die ich vor Wochen gekauft habe, 2 Hosen in Fließbandarbeit entstanden. Ich bin tatsächlich stolz auf mich, finde das Nähen von Hosen inzwischen relativ einfach und weiß, worauf ich achten muss. Zum Beispiel schneide ich den Bund etwas breiter, damit ich hinterher wirklich genug Stoff zum ordentlichen Einklappen auf der Innenseite habe und ich die Naht im Nahtschatten nähen kann.



Gruß, Anja

Samstag, 29. August 2020

Sahariana aus La Mia Boutique



Wie im letzten Post berichtet, habe ich viele Meter Cord in verschiedenen Farben aus der Auflösung der Stoffabteilung unseres Kars... Kaufhauses gekauft.

Ich hatte ziemlich schnell eine Hose für den Mann und eine Jacke für die Tochter zugeschnitten. Dann wurde ich wegen des gebrochenen Arms ausgebremst. Mittlerweile kann ich wieder nähen und weil ich es wirklich hasse, halbfertige Sachen in unserer kleinen Großstadtwohnung herumliegen zu haben (die Stoffe befinden sich in einer IKEA Tasche im Wohnzimmer, weil nirgendswo Platz ist), sind die Hose und die Jacke sofort fertig genäht worden.

Erstmal zu der Jacke. Meine Tochter wünschte sich eine Cordjacke / -bluse im Colourblocking Stil. Entsprechende Fotos hatte sie im Netz gefunden. Ich konnte sie jedoch überzeugen, auch eine einfarbige Jacke zu nähen (das Colourblockingteil ist mittlerweile auch zugeschnitten). Die ist erheblich kombinationsfreudiger und in der Übergangszeit fehlt ihr morgens immer ein Kleidungsstück zum Überziehen, das später bei höheren Temperaturen ausgezogen werden kann.

Nun nähe ich ungerne langweilige gerade Sachen, weswegen die Auswahl auf das Schnittmuster 5 aus LMB 4/2017 fiel. Allerdings etwas kürzer, ohne Bindegürtel und ohne Schulterpatten.


Innen sollte eigentlich alles mit Schrägband versäubert werden, ich entschied mich für teils französische Nähte und reines Umbügeln der Abnäher (die werden im Schitt heraus geschnitten). Das mit den französischen Nähten in der Seitennaht führte leider dazu, dass die Armkugel etwas zu groß ist, ich habe sie oben daher gerafft, eine Jacke muss ja nicht perfekt sitzen. Die Schulter ist sowieso zu breit, da ich mich an der Taillenweite für die Größe orientiert habe, meine Tochter hätte oben 2 -3 Größen weniger gebraucht. Die italienischen Schnitte gehen im Gegensatz zu Burda von großer Oberweite bei gleichzeitig sehr schmaler Taille aus.  Den Saum habe ich mit Resten von Webband von Farbenmix übernäht, eine klitzekleine Hommage an das Nähen fürs Kind vor 10 Jahren.


Modell 2 aus Cord wird abgewandelt, schmalere Schulter, 10 cm länger, keine Abnäher, einfache aufgesetzte Taschen unten, das wird ein Kinderspiel, aber diese Sahariana, zu deutsch Buschhemd oder Safarijacke, wie ich mittlerweile gegoogelt habe, bereitete mir großen Nähspaß.



Es ist nicht einfach, in der Farbe die Details, Taschen usw. wiederzugeben, sorry.

Viele Grüße, Anja

Mittwoch, 5. August 2020

Me made Mittwoch - Upcycling eines ehemaligen Hochzeitsgastkleides

Mitte der 80er Jahre hat mein Bruder geheiratet. Zu diesem Anlass hat meine Mutter mir ein damals zeitgemäßes Set (Rock, Bluse, das angezogen wie ein Kleid wirkte - leider kein Foto) aus Dupionseide genäht. Die war damals auch modern, denn ich besitze auch andere schlichte Arbeitsblusen daraus. Das Kleid jedenfalls habe ich nie mehr getragen, zumindest meiner Erinnerung nach, irgendwann ging die Rocklänge nicht mehr, dann passte es in der Taille nicht mehr.



Ich habe den Rock nur unwesentlich verändert, diese Länge funktioniert jetzt gut, der Bund passt. Das kastige, sehr weite Oberteil mit angeschnittenen Ärmeln habe ich zerlegt, die vorderen Knöpfe am schrägen Ausschnitt entfernt, unten viel Stoff abgeschnitten und ein neues Top wie dieses (ganz unten in der Verlinkung) mit kleinem Volant genäht. Der Volant könnte etwas mehr Weite haben, mehr war nicht da.

Die Farbe ist eher Winter, aber dennoch ist ein tragbares Set entstanden. Mehr Text schaffe ich im Moment leider nicht, tippe nur mit einem Finger wie man sieht. Und daher werde ich auch kaum kommentieren, nur schauen bei der anderen Blogs.


Mit Herbstnähprojekten habe ich begonnen. Da "mein" Karstadt schließt, habe ich mich mit 10 m Cord und vielen Knöpfen, Reißverschlüssen usw. eingedeckt. Die Projekte ruhen jetzt leider.

Gezeigt am Me made Mittwoch, Grüße

Anja

P.S. Achtet beim flotten Betreten von nassen Rolltreppen auf euch!

Dienstag, 28. Juli 2020

Seidenkleid Burdastyle Titelmodell 07/2020

Nachdem ich mit dem Teststoff mehr oder weniger erfolgreich eine Seidenbluse genäht habe, stand dem nächsten Schritt - dem Nähen eines Sommerkleides aus schönerer Seide - nichts mehr im Wege.

Ich habe mich nochmal im Internet schlau gemacht, um wirklich alle möglichen Fehler und Gedankenlosigkeiten zu vermeiden: spitze, feine, eventuell neue Nadel einsetzen, Geradstichplatte, damit der Stoff nicht eingezogen wird (beim Versäubern auf den Wechsel der Platte achten), Stichlänge, Fadenspannung justieren und Probenaht nähen (auch nach dem Einkräuseln, denn manchmal reagiert meine Maschine mit Zeitverzögerung auf den Wechsel der Oberfadenspannung), feines Nähgarn verwenden (der Gütermann Allesnäher ist ziemlich dick für Seide, ich hatte noch ein feines Garn aus einem Fabrikverkauf in Rheda-Wiedenbrück), saubere Hände, sauberer Arbeitsbereich, beim Zuschnitt Gewichte verwenden (ich habe Flaschen genommen), nur feine Stecknadeln nehmen (oder Klammern, die ich habe, aber noch nie verwendete, gwöhnungbedürftig, mir sind Nadeln letztendlich lieber), viel bügeln, auch vorher die Mittelfalte ausbügeln, einlagig zuschneiden und den Stoff auf eine rutschfeste Unterlage legen (bei mir ein Baumwollstoff) - das ist eine Menge und vielleicht war es noch mehr. Hier der Stoff in der Zuschnittphase:


Ich habe bei der Verarbeitung einen Rollsaum mit dem Säumerfuß genäht, das klappt mittlerweile leidlich gut, an einer Stelle war der Zuschnitt etwas schief, demzufolge der Saum auch, mit dem Gekräusel hinterher sieht man diese Stelle nur, wenn man davon weiß. Die dünne Seide lässt sich jedenfalls besser einrollen als andere Stoffe. Und der Volant war auch gerade, vielleicht macht das auch einen Unterschied zu einem gebogenen Saum.


Im Ärmel und an den Seitennähten habe ich französische Nähte, allerdings etwas breiter als üblich, genäht. Breiter, um wirklich das Ausfransen zu verhindern und damit nicht Stofffitzel noch durchstehen. Ich habe auf das Kürzen vor der zweiten Naht verzichtet, weil ich dabei in der Vergangenheit schon mal in die Naht geschnitten habe. Da die Naht innen liegt ist es mir egal, ob sie 0, 6 oder 1 cm breit ist.


Die Beleginnennaht ist mit Schrägband eingefasst. Das Schrägband ließ sich gut formen, sehr furchtbar und fummelig war das Annähen. Im nachhinein betrachtet wäre es besser gewesen, den Beleg (am Hals) großzügiger zuzuschneiden und umzubügeln und dann ganz von Hand anzunähen. Die Halskante ist auch insgesamt etwas unordentlich. Ich habe ein oder zwei Stellen getrennt und versucht neu zu nähen, bei Seide eine mittelgute Idee. Aber das fällt im Muster glücklicherweise alles nicht auf. Die unordentlichen Stellen sind da, wo die geraffte Schulter vom Ärmel auf den Beleg trifft und da ist sowieso ziemlich viel Stoff.


Für das Modell sind laut Burda 3,85 m vorgesehen, ich hatte 3 m bestellt und 3,20 m erhalten (ich finde es immer super, wenn nicht so geizig abgeschnitten wird). Da ich den Volant quer und nicht längs zum Fadenlauf zuschneiden wollte (damit auf 15 cm Weite verzichtet habe), sollte das in jedem Fall reichen. Außerdem wollte ich kürzere Ärmel (ich habe 5 cm gekürzt, besser hätte ich 10 cm genommen, jetzt rutschen sie leider genau in den Ellbogen, wenn ich die Arme hebe). Es blieb dann auch genug Stoff, um Vorder- und Rückenteil 5 cm und den Volant 7 cm zu verlängern, denn mein Kleid sollte wadenlang werden.

Beim Zuschnitt (dem wirklich schwierigsten Teil des ganzen Seidenprojekts) sind die Belege etwas unordentlich geworden (im nachhinein hätte es sich gelohnt, sie nochmal zuzuschneiden, jedenfalls den einen, aber ich war zu faul). Ansonsten hat im wesentlichen alles gut geklappt.


Zwischendurch habe ich noch eine Änderung vorgenommen: die komische Kordel (siehe oben) passte nicht zu dem Material, ich habe ein schmales Band genäht und komplett durch den Tunnel am Hals gezogen, bei Bedarf kann ich so auch den Ausschnitt einkräuseln - ähnlich wie bei dem allseits bekannten Wildergown Kleid.

Erst ganz am Ende habe ich vergessen, die Stichplatte wieder auszutauschen und mir eine Jerseynadel zerbrochen, als ich eine Sporthose kürzen wollte.

Das fertige Kleid lässt sich mit oder ohne Bindegürtel tragen. Mir gefällt beides. Die Familie bevorzugt mit Gürtel.



Wie sich das Kleid im Alltag bewähren wird, darüber berichte ich irgendwann. Es ist für mich kein Festkleid. Mit dem reduzierten Seidenpreis komme ich auf 60 Euro Materialkosten, es wäre schade, mit dem Tragen auf besondere Anlässe wie eine Geburtstagsfeier im August zu warten. Ich habe vor, das Kleid an den kommenden heißen Tagen tragen.

Das Thema Waschen ist auch problematisch. Hier scheiden sich im Internet die Geister: Handwäsche vs. chemische Reinigung. Bei Kaufkleidern aus Seide früher habe ich der chemischen Reinigung vertraut, aber das ist in meiner jetzigen Lebenssituation keine Option. Ich werde es mit Handwäsche versuchen.

Sommergrüße

Anja

Montag, 13. Juli 2020

Burda Seidenbluse #115 aus 5/2020

Vor einigen Jahren hat mir Anita/ Lady Petite, deren unheimlich tollen Blog es leider nicht mehr gibt, einen Stoff geschenkt (weil ich ihr einige La mia Boutique Hefte, die ich sowieso nicht mehr brauchte geschickt habe). Es war Seide. Welch eine Herausforderung, ich habe lange, sehr lange gezögert, den Stoff anzuschneiden. Mit 1,5 m kann man einiges machen, schmales Kleid bis langärmlige Bluse, aber Seide, da habe ich eine gewisse Hochachtung.

Aber irgendwann will jeder Stoff im Schrank mal seinen Platz frei machen, ich habe meine Schnittmustersammlung durchsucht und in einer sehr aktuellen Burda dieses Top gefunden, aus Seide.


Gedunden habe ich auch damals bereits ein Kleid aus dem gleichen Stoff , deutlich bessere Fotoqualität, aber sowas ist ganz und gar nicht mein Stil und irgendwie ist der Stoff mit dem sehr auffälligen Muster auch nicht so wirklich meins, ein Grund mehr, endlich etwas damit zu machen. Ich dachte mir, ich kann ja zumindest mal üben, mit Seide zu nähen. Schon das Schneiden war ein Abenteuer, zum Glück neige ich nicht zum Perfektionismus. Sonst wäre ich verzweifelt. Letztendlich bin ich mit dem Ergebnis recht zufrieden, also nähtechnisch. Obwohl mir 2 kleine Schnittteile übrig geblieben sind, es gab 3 Halsblenden / Belege, erst im nachhinein habe ich erkannt, dass ich die eine wohl an das Vorderteil hätte nähen müssen und dann die beiden Belege dagegen. Das war im Text irgendwie nicht klar formuliert. Wegen meines Fehlers sind die Armlöcher arg groß, aber es geht gerade noch so. Das Nähen klappte ganz gut, Microtexnadel, aber keine französischen Nähte, Rollsaum, am Ende hatte ich wenig Lust, deshalb sind die Schrägstreifen für die Armausschnitte unordentlich, weil pi mal Daumen breit zugeschnitten und schlecht gebügelt, aber man sieht nur, was man weiß.



Mit Jeans kombiniert trage ich das Top, ansonsten habe ich wenig passende Sachen dazu. Aber die Trageeigenschaften der Seide sind fantastisch. An diesem heißen Tag mit kühlem Wind habe ich weder geschwitzt noch gefroren, außerdem hatte ich das Gefühl kein Gewicht am Körper zu tragen. Wahnsinnig angenehm für heiße Sommertage, die wir sonst immer hatten (dieses Jahr zum Glück noch nicht, nächste Woche sind nur einmal 34 Grad angekündigt). Also habe ich beschlossen, weitere Seide zu kaufen, in Farben und Mustern, die mir gefallen.


Stoffproben habe ich schon und mittlerweile auch die Bestellung aufgegeben. Ausnahmsweise online, denn die Seide ist deutlich günstiger als in meinem Laden bzw. in anderen Läden, wo ich bereits geschaut und angefasst habe. Ein Schnittmuster (der Titel dieser Burda) ist auch ausgewählt und kopiert, ich habe allerdings nur 3 m bestellt, denn meine Erfahrung zeigt, dass man bei Burda immer viel weniger Stoff  braucht, wenn man sich nicht an den oft idiotischen Auflageplan hält.

Schöne Sommertage noch, viele Grüße, Anja

P.S. Die Bluse ist einfach nicht mein Muster, meine Farbe, quasi nie getragen. Liegt in einer Kiste und nur, weil es eine Seide, sogar geschenkt war, noch nicht entsorgt.