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Mittwoch, 7. Oktober 2020

Me Made Mittwoch - alte Strides, neues Burdashirt

Es ist Me Made Mittwoch und ich habe doch noch etwas gefunden, das ich diesen Sommer genäht und im Blog nicht gezeigt habe. Wobei es sich eigentlich um eine Wiederholung handelt, die zweite Wiederholung sozusagen und diesmal auch noch aus einem identischen Stoff, nur andere Farbzusammenstellung, da wusste ich genau, welche Änderungen mich erwarten. Details habe ich in der Verlinkung bereits beschrieben. 


Von dem Stoff, unten in Großaufnahme, hatte ich reichlich gekauft (deshalb sind die Ärmel diesmal gemütlich lang geworden), an sich dachte ich bei der Stoffmenge an ein Kleid, elegant, besonders, aber so etwas brauche ich derzeit nicht. Stattdessen brauche ich wirklich und zwar dringend einfarbige Oberteile, die dürfen gerne auch etwas besonders sein, aber kombinationsfreudig. Da können gerne noch mehr in marine, braun, grün usw. entstehen.


Zu dem Schnitt und dem Entstehungsprozess gibt es nichts weiter zu ergänzen.

Die Hose ist auch bereits beschrieben, damals sogar in mehreren Schritten. Ich habe auch noch eine Wiederholungshose genäht, aus Cord, bin bei der Cordhose mit der besseren Passform im Schritt viel zufriedener, der Fall ist jedoch bei der Wollhose besser. Weitere Strides nähe ich nicht, denn ich bin zu dem Schluss gekommen, dass die Bundfalten mich dick machen und dieser Hosentyp mit den weiten, sehr weiten Beinen für mich besser geht, wenn oben keine Falten sind, mit dieser französischen Hose oder dieser Burdahose bin ich erheblich zufriedener und in der Gesamtoptik wirken sie ähnlich. Von den beiden Hosen wird es definitiv Nachfolgehosen geben, roter Wollstoff aus Rom bzw. grüner Gabardine aus München liegen bereit.

Anläßlich einer kleinen Feier im Bethmannpark am Sonntag bei glücklicherweise gutem Wetter habe ich über das Burdashirt noch einen dicken Aranpullover übergezogen, so war ich warm und bequem gekleidet.


Auf bald, liebe Grüße, Anja






Dienstag, 11. Dezember 2018

Nähtreffen, neue Hose, neue Schnitte, neuer Stoff ....

Ich finde es total super, Leute zu treffen, die mein Hobby teilen. Natürlich gibt es die, die das Ganze viel pingeliger und genauer angehen als ich, aber über deren Kommentare schmunzele ich mittlerweile, dafür ist mein Output bezogen auf die zur Verfügung stehende Zeit recht hoch.

Letzten Freitag war ich beim Frankfurter Nähtreffen, das abwechselnd in den Gemeindesälen von zwei Kirchengemeinden gleich "um die Ecke" stattfindet. Ich hatte davon schon im Gemeindebrief gelesen, aber die Vorstellung, dass es sich um eine Ansammlung älterer Damen handelt, die dort gemeinsam handarbeiten. Fehlanzeige. Es ist privat organisiert und lauter Frauen wie ich sitzen dort einmal im Monat vor ihren Nähmaschinen.

Bis dorthin schaffe ich es, meine Nähmaschine zu transportieren, weiteres Material in Rucksack oder Fahrradtaschen. Letzte Woche habe ich nur Schnitte kopiert und zugeschnitten, aber dennoch muss so ein Abend gut geplant werden, damit alle benötigten Materialen dabei sind. Allerdings merke ich, dass ich viel weniger konzentriert arbeite als zuhause, da passieren schon mal blöde Flüchtigkeitsfehler (Nahtzugabe angeschnitten, obwohl bereits im Schnitt enthalten) und manches dauert viel länger als zuhause (Schnitt aus einer Fashion Style kopiert, was ewig gedauert hat, teils lag das aber auch an dem Bogen, der erheblich unübersichtlicher ist als der der Burda). So habe ich also letzte Woche in 4 Stunden "nur" 2 Schnittmuster kopiert und eine Hose zugeschnitten und getrunken, Plätzchen gegessen, gequatscht. Das war auch schön. Nähen tue ich dann gerne in Ruhe daheim.


Eine weitere Merchant & Mills Strides Trousers ist fertig. Aus dem wunderbaren Workbook. Aus cognacfarbenem Cord, den ich gleich nach Fertigstellung der November Sew Along Hose , die auch aus dem Buch stammt, gekauft habe. Geändert im Vergleich zum Schnitt habe ich wenig, nur einen Formbund statt normalem geradem Bund (sitzt mir mit Hohlkreuz viel besser) und Paspeltasche hinten (bei der letzten Strides hat sich der Knopfverschluss als extrem praktisch erwiesen). Die Anleitung für die ergänzte Paspeltasche stammt aus diesem hier beschriebenen sehr nützlichen Buch.

Da die Nähmaschine beim Festnähen der Gürtelschlaufen mehrfach gestreikt hat (8 Lagen Stoff übereinander) und mir 2 Nadeln gebrochen sind, habe ich nur 4 statt 5 Gürtelschlaufen und die letzten beiden per Hand angenäht. Ebenso ist der Saum händisch genäht, das gefällt mir besser.


Meine Tochter findet weite Cordhosen sehr trendy, so dass ich nochmal marineblauen Cord nachgekauft habe (es gab noch 2 Ballen von dem reduzierten Baumwollcord im Kaufhaus) und ihr auch eine Hose nähen werde, aber nicht ganz so weit. Damit wird das Winterkleid aus der Fashion Style, für das ich beim Nähtreffen den Schnitt kopiert habe und grünen French Terry hier liegen habe, zurück gestellt.

Die Hose fällt viel schwerer als die erste Strides aus Wolle. Generell finde ich, dass derart weite Hosen im Sommer praktischer sind (wegen der Verschmutzungs- und Wasseraufsaugefähigkeit am Boden) und aus leichtem Stoff besser fallen. Insofern gibt die Stoffempfehlung im Buch Sinn. Außerdem habe ich das Gefühl, dass sie sich nach einigen Tagen geweitet hat, ist das ein typisches Phänomen bei Cord? Ich werde die beiden Verschlussknöpfe vorne nochmal versetzen.


Ich finde die Kombinationsmöglichkeiten im Winter schwieriger, eine Bluse oder ein dünner Rolli sind mir zu kalt, mit einem dicken Pullover sieht man gleich ziemlich dick aus. Ich müsste mir vielleicht ein körpernäheres Exemplar stricken? Oben mit einem frei Schnauze gestrickten Mohairpulli.

Hier die Hose von hinten mit der Paspeltasche, leider nur zu erahnen.


Und einmal ein Blick in die Innenkonstruktion des Reißverschlusses. Dass ich rechts und links vertauscht habe, sieht keiner. Ich habe irgendwie zu spät gemerkt, dass ich das Schnittteil falsch aufgelegt habe. Und der Reißverschluss ist anders rum als bei der anderen Hose. Ich vergesse immer diese Regel mit Reißverschluss und Knopfleiste bei Damen- und Herrenkleidung.


Gruß aus Frankfurt

Verlinkt bei Sew La La.

Anja

P.S. Die Cordhose wurde nicht so oft getragen, ich habe sie dann auf 4/5 gekürzt, das führte zu mehr Liebe, im Winter 23/24 war sie ausgebeult und unschön, entsorgt

Mittwoch, 7. November 2018

Make Fashion Work Merchant & Mills Strides

Ich bin sehr begeistert von meiner neuen weiten Hose Strides aus dem Buch Make Fashion Work von Merchant & Mills. Die kurze Hose konnte ich ja noch ein paar Tage im Herbsturlaub tragen, sie saß gut und gefiel mir von der Machart her. Der November Sew Along von Küstensocke inspirierte mich, den im Urlaub gekauften Stoff alsbald zu vernähen. Und hier ist meine neue Lieblingshose, eine lange Strides aus italienischem Wolltweed in einer meiner Lieblingsfarben, die ich hier in Deutschland bisher in keinem Laden gesehen habe:




Hier habe ich jeweils über die Planungsphase, den Zuschnitt und den Zwischenstand berichtet. Das macht diesen Post jetzt schwer lesbar, ich weiß, ich habe jedoch keine Zeit, alles nochmal zu schreiben.

Noch Details des Reißverschlusses, der anders als sonst gearbeitet wird,


der ergänzten Paspeltasche und der mittleren Bundes hinten, den ich leider "reparieren" musste und der schrägen Seitentasche, mit deren Anleitung ich bei der Shorts gekämpft habe.

Die Hose wird innen mit 2 Knöpfen bzw. Haken und Öse unsichtbar geschlossen.

Ich habe sie wirklich oft an, kombiniere sie mit einer hinein gesteckten Bluse, einen engen, dünnen Rolli und / oder dem schwarzen Strickpullover auf dem Foto. Schwierig ist es, eine passende Jacke dazu zu finden. für meinen Winterparka ist es noch zu mild, der Übergangsmantel und der Poncho passen farblich nicht dazu. So trage ich am liebsten den dicken Pullover. Einzig beim Rad fahren finde ich weite Hosen nach wie vor nicht optimal, der Schlag "wischt" immer in der Nähe der schmutzigen Kette und bei diesem Exemplar habe ich größere Angst vor Verschmutzung, weil der Stoff sehr viel wertiger ist als andere Hosen. Ich sollte einfach daran denken, eine Wäscheklammer parat zu haben, ich weiß.

Verlinkt beim Me Made Mittwoch im November. 

Und am Donnerstag bei https://sewlala.de/sew-la-la-link-up-party-23-mit-naehen-aus-buechern-special.

Und in der zweiten Novemberwoche bei Antje Küstensockes November Wetter Sew Along. Und mittlerweile habe ich auch den grisseligen Hosensaum aufgetrennt (danke für den Hinweis, liebe Antje, ich glaube, das hat mir den letzten Schubs gegeben) und mit der Hand neu angenäht (und gebügelt). Hier das Beweisfoto, leider ist es draußen heute zwar warm, aber sehr, sehr novemberdunkel. Interessanterweise kommt die Farbe gut raus.


Viele Grüße aus Frankfurt, Anja

P.S. Und weil ich mich in der Hose so wohl fühle, habe ich gerade (Mittwoch Mittag) bei Karstadt spontan  auf 5,90 Euro den Meter reduzierten Baumwollcord gekauft, die Farbe ist im Schatten eher Schoko, in der Sonne eher Cognac, haha und auf dem Foto eher grün, sehr merkwürdig:


Review Ende 2024:

Ich trage die Hose immer noch sehr regelmäßig. Der Stoff war nicht billig, aber er sieht auch nach 6 Jahren noch super aus. Die Knopflöcher waren irgendwann ausgerissen, ich habe sie geflickt, den Knopf auch versetzt, damit sie besser sitzt. Der Schnitt ist nicht meins, ich würde ihn nicht nochmal nähen wegen der Bundfalten, aber der Stoff und die Gesamtoptik, wenn man einen Pullover über die Taille hängt, super.

Samstag, 27. Oktober 2018

Paspeltasche mit "Profitechniken" - November-Wetter Sew Along Zwischenstand

Ja, ich bin fertig mit meiner Novemberhose Strides von Merchant & Mills und werde sie stilgerecht am kommenden Wochenende in London ausführen. Der grüne Tweed und der schwarze Aranpullover nach der Anleitung von Alice Starmore passen perfekt zusammen. Fotos von der Kombination gibt es demnächst.

Mein Faden ist nicht gerissen, weder während des Nähens noch im übertragenen Sinne. Alles lief relativ glatt, wenn man mal davon absieht, dass die Hose bei der ersten Anprobe (mit gesteckten Seitennähten und hinterer Mittelnaht gesteckt) in der Taille ein bisschen zu weit war. Ich habe dann großzügig jeweils die Nähte einen guten Zentimeter enger zusammen genäht, den Bund, den Reißverschluss fertig gemacht - und was war passiert, jetzt war die Hose plötzlich zu eng, es wäre gegangen, aber ich fand es ungemütlich. Genaues Ausmessen wäre sicherlich klug gewesen.  Die Nahtzugaben waren logischerweise bereits abgeschnitten, denn die Hose war ja fertig.

Ich habe die Nahtzugaben dann bei allen Nähten bis auf wenige mm reduziert und die Hose "verbreitert", den Bund habe ich nochmal abgetrennt und hinten mittig ca. 2 cm eingesetzt, die unter einer Gürtelschlaufe unsichtbar verschwinden. Jetzt passt alles, man sieht die Stelle nur, wenn man davon weiß. Ich hoffe nur, dass die Nahtzugabe an den 3 Nähten ausreicht und die Naht nicht einreißt.

Zusätzlich habe ich auf der Rückseite der Hose eine Paspeltasche ergänzt. Ich finde, sie passt perfekt zum Look der Hose im Herrenhosenstil. Die Lage und Größe der Tasche habe ich an den Bürohosen meines Mannes abgeschaut. Ich habe mich auch auf eine Tasche beschränkt, weil ich oft Schwierigkeiten habe, dass beide rückwärtigen Taschen völlig identisch liegen. Dann wäre mein Faden voraussichtlich ganz gerissen.

So eine Paspeltasche ist einfacher zu nähen als ich dachte. Ich habe dabei dieses wirklich nützliche Buch zu Rate gezogen (hat mir schon ein paar Mal gute Dienste geleistet).


Die Anleitung der Tasche ist Schritt für Schritt erklärt und gut bebildert. Dabei hangele ich mich tatsächlich von Text und Foto zum nächsten Schritt. Funktionierte gut.


Wie man hier an der fertigen Tasche sehen kann. Ich habe die etwas schwierigere Variante mit Knopf genäht (ohne Probetasche, mutig bei meinem teuren Tweed, aber bei der Anleitung dachte ich, das wird schon und wurde auch). In die Tasche passen gut Kleingeld, Museumskarte, Handy und Ausweis rein und so war ich gerade schon ohne weiteres Taschengedöns (das ich hätte einschließen müssen) in einer Ausstellung.


Für diejenigen, die an Nähbüchern interessiert sind, hier ein Blick ins Inhaltsverzeichnis. Es ist nicht nicht zuviel und nicht zuwenig, das finde ich angenehm. Es gibt ja diese Grundlagenwerke, die 400 Seiten stark sind und aus denen man nur einen Bruchteil braucht. Das Buch richtet sich an diejenigen, die sich weiter entwickeln wollen. Man kann es aber auch nutzen, um z. B. eine Burda Anleitung, die nur kurz schreibt, mache das und das, besser zu verstehen. Sehr hilfreich fand ich auch die Erklärungen zum Bügeln, das habe ich nämlich wirklich nie gelernt und ich bügele auch selten und ungerne.





Ich verlinke diesen Post beim Zwischenstand des November Sew-Alongs.

Viele Grüße

Anja

Montag, 22. Oktober 2018

November-Wetter Sew Along 3. Treffen - Probemodell vor dem Zuschnitt?


Ich war mir nicht sicher, inwiefern ich es schaffe, den Zuschnitt rechtzeitig zu schaffen, aber ich habe es rechtzeitig zum 3. Treffen von Frau Küstensockes November-Wetter Sew Along geschafft. Mittlerweile habe ich mich entschieden, bei dem teuren Stoff (60 Euro für 2 m) keine Wagnisse einzugehen. Ich nähe die Hose Strides von Merchant & Mills, die ich bereits als Shorts genäht habe und werde auch den Verschluss beibehalten. Eventuell, das hängt von Zeit und Lust ab, ergänze ich hinten Taschen, ein besonderes Bonbon wären Paspeltaschen. Eine Anleitung dafür habe ich in dem Nähbuch Schöner Nähen mit Profitechniken gefunden. Falls ich eine solche Tasche nähen sollte, würde ich sie vorher Probe nähen.

Hier liegen die Schnittteile noch auf dem Stoff, unten ist bereits alles zugeschnitten. Auch das Taschenfutter. Die Einlage für den Bund fehlt noch. Die Bundlänge bestimme ich erst am Ende, wenn die Hosenweite fest steht. Einen Reißverschluss in passender Farbe habe ich im Schrank gefunden, ich kürze ihn, Nähgarn ist auch da. Auf ein Hosenfutter verzichte ich. Die Wolle ist angenehm am Bein, sie kratzt nicht, Futtertaft hätte eine eher kühlende Wirkung, bei einer Winterhose will ich das nicht. Ich habe überlegt und mich dagegen entschieden. Ich erinnere mich auch, dass ich das Futter bei einer Kauflederhose eher unangenehm am Bein fand.


Auf diesen Fotos kommt der Grünton erheblich besser zur Geltung als auf dem Bild der letzten Woche. Dabei ist die Wohnung viel dunkler gewesen, weil draußen nicht die Sonne scheint.


Die Frage nach einem Probemodell kann ich ganz klar mit Nein beantworten. Das habe ich noch nie gemacht. Tatsächlich bewege ich mich sonst mit meinen Stoffen im Preisniveau von max. 10 Euro pro Meter. In diesem Fall habe ich das Schnittmuster schon mal genäht, ansonsten könnte ich darüber nachdenken .... aber vermutlich würde ich mich doch dagegen entscheiden. Ich bin dafür einfach zu faul.

Was ich stattdessen immer, wirklich immer mache: ich messe den Schnitt aus, vergleiche ihn mit meinen Maßen, mit meinem Grundschnitt, den ich vor einem Jahr auch nochmal angepasst habe, und passe das Schnittmuster vor dem Zuschnitt daran an. Dadurch habe ich noch nie schlechte Erfahrungen gemacht. Ich neige sowieso dazu, eher ein bisschen weite Kleidung zu tragen, in hautengen Kleidern fühle ich mich nicht wohl, ich will mich auch in Webware bewegen können und die Arme ganz nach oben heben können ohne dass eine Naht einreißen könnte.

Herbstgrüße aus Frankfurt, Anja

Montag, 15. Oktober 2018

November-Wetter Sew Along, 2. Treffen

Bei diesem Wetter kann man eigentlich gar nicht glauben, dass es irgendwann einmal kalt, dunkel, feucht, neblig werden wird. Irgendwie dauert der Sommer ewig. Heute hier wieder pure Sonne bei 25 Grad.

Dennoch passt es für mich, dass Frau Küstensocke aufruft zum November-Wetter Sew Along. Das beflügelt mich, einen wunderbaren Stoff zu vernähen. Dabei gehe ich voraussichtlich auf Nummer Sicher und verwende als Basis ein Schnittmuster, dass ich bereits genäht habe. Obwohl es sich manchmal mit anderem Stoff völlig anders verhält, aber zumindest habe ich eine Idee, welche Änderungen vorab vorgenommen werden müssen. Probeteile sind nicht meins.

Bisher gehörte ich nicht zu der Fraktion, die im Urlaub Stoffgeschäfte aufsucht. Schon bei meiner letzten Reise hatte ich zwar recherchiert, dass es in Arezzo einen Giesse Scampoli gibt, aber der ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln sehr schlecht zu erreichen, daher habe ich damals Abstand davon genommen, dorthin zu fahren. Diesmal war es so, dass ich allgemeiner in der Region Umbrien recherchiert habe und ein vom Internet her interessanter Stoffladen recht nah am Bahnhof in Perugia gelegen war. Während die Familie mit Hund mit der Minimetro ins Centro Storico fuhr, gelangte ich durch die Eisenbahnunterführung zum Stoffladen.

Der Laden war kleiner als erwartet, aber von unten bis oben vollgestopft. Vorwiegend mit edlen, hochwertigen Stoffen in nicht unbedingt niedriger Preisklasse. Ich hatte einen wunderwunderschönen Stoff in der Hand (mit Seidenanteil, wie ich erfuhr), der 79 Euro den Preis kosten sollte. Perfekt für ein Abendkleid, aber das brauche ich nicht. Schade eigentlich. Und auf Vorrat kaufen? Nein danke, aber jetzt weiß ich, wo man einzigartige Stoffe kaufen kann. Dagegen ist"mein" Laden mit italienischen Designerstoffen in Frankfurt ein Witz.

Und die Auswahl an Wollstoffen: Alle Farben, verschiedene Stärken, teils mit Beimischung, teils ein wenig gemustert oder wie der, den ich gekauft habe, ein italienischer Tweed. Genau meine Farben, fühlte sich wunderbar an, reine Schurwolle, trotzdem nicht kratzig, weich fallend. Die Farbe ist ein warmes Moosgrün, ich habe es trotz verschiedener Lichtverhältnisse nicht geschafft, die Farbe annähernd fotografisch zu erfassen. Aber ich weiß, wie schön sie ist und jetzt in der Sonne herrlich warm schimmert. Am Wochenende habe ich den Stoff im Wollwaschgang der Waschmaschine vorgewaschen und keine Veränderungen festgestellt. Ein wenig duftete der feuchte Stoff nach Schaf - wie meine Islandpullover. Ich mag das.


Kleid, Kostüm, Blazer wären mir zu spießig aus dem Stoff. Aber für den Herbst brauche ich weitere Hosen. Da bin ich eigentlich erst am Ende des letzten Winters auf den Geschmack gekommen. Vorher habe ich lediglich banale Gummizug- oder Taillenbandmodelle genäht, jetzt hat es immerhin schon drei Mal mit dem Reißverschluss geklappt. Einmal Jeans und zwei Mal Sommershorts. Nun kommt eine richtige Winterhose. Also bei mir: aus dem gefundenen Material ergibt sich der Schnitt.

Es wird eine Mischung aus dieser Burdahose (Heft 10 / 18) und der Hose Strides von Merchand & Mills, die ich bereits genäht habe.


D.h. Reißverschluss, Taschen wie bei Strides, die Weite beider Hosen ist ziemlich identisch, aber 2 Bundfalten und rückwärtige Taschen wie beim Burdamodell. Den Bindegürtel lasse ich weg. Wenn ich einen Pullover darüber ziehe, habe ich sonst soviel Stoffgeknubbel am Bauch.

Verlinkt beim 2. Treffen bei Frau Küstensocke.

Viele Grüße

Anja

Mittwoch, 3. Oktober 2018

Make Fashion Work - Shorts Strides

Von den 2,5 m meiner letzten Pantalon Wrap hatte ich Stücke an den Seiten der Beinlängen übrig. Mit ein bisschen Gefummel dachte ich, dass der Stoff noch für eine kurze Hose reichen müsste. Die hat mir den ganzen langen heißen Sommer gefehlt, aber zum Nähen fehlte mir die Muße. Vor kurzem kam mir dann das wunderbare Buch von Merchant & Mills in die Hände. Informationen dazu findet man ab und zu in englischen Blogs, seltener in deutschen Blogs. Die meisten in dem Buch enthaltenen Schnittmuster sind sehr schlicht, aus meiner Sicht nicht sehr anspruchsvoll zu nähen, dennoch recht wirkungsvoll. Einleitend zu jedem Schnitt sind Erläuterungen. Beim Zuschnitt im schrägen Fadenlauf hatte ich einen echten Aha-Effekt. Das habe ich bereits einige Male beim gemacht, aber bei einem Kleid fühlt sich irgendetwas schief an. Die Teile müssen nicht nur im schrägen Fadenlauf aufgelegt werden, sondern jeweils gegengleich. Das mag zwar beim Knitterkleid im Schnittauflageplan berücksichtigt sein, aber aus Stoffspargründen schneide ich gerne abweichend zu. Jetzt weiß ich, dass ich das nicht einfach darf.

Unten ein kleiner Überblick über die Modelle aus dem Buch. Sehr angenehm die extrem gut lesbaren Schnittmusterbögen auf sehr festem Papier in einer Klappe vorne im Buch. Ich habe mich entschieden, die Hose Strides zu nähen. Und zwar als Shorts. Vermutlich das anspruchvollste Kleidungsstück aus dem Buch.


Die bebilderte Schritt-für-Schritt Anleitung ist verständlich. Besser fände ich, wenn rechte und linke Stoffseite deutlich farblich / schraffiert voneinander abgegrenzt wären. Beim Einnähen der Taschen hatte ich meine Schwierigkeiten, weil die Taschenteile in Anleitung und Schnittmuster unterschiedlich beschriftet waren. Es brauchte eine Weile bis ich die Teile richtig zusammen gesetzt hatte. Dann lief alles wie am Schnürchen, auch beim Reißverschluss und Knopf. Die Hose brauchte auch keine Anpassungen. Ich glaube, sie fällt eher groß aus, denn nach der Maßtabelle war ich unsicher und hatte noch ein bisschen Spiel in der Taille gelassen, war jedoch unnötig.


Da zur Zeit Herbstferien sind und ich in Umbrien weile, ist die Hose sehr geeignet für die Wandertouren.





Verlinkt beim Me Made Mittwoch http://memademittwoch.blogspot.com/2018/10/mmm-am-3102018.html im Oktober. Stöbern bei den anderen werde ich erst nach den Ferien. Das WiFi im Hotel ist langsam. Gleiches gilt für Sew La La, verlinkt beim Bücher Special https://sewlala.de/sew-la-la-19-naehen-mit-buechern-special