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Mittwoch, 5. Juli 2023

Me made Mittwoch - Halla Coat aus "Breaking the Pattern" Named Clothing

Nun bin ich doch beim Me made Mittwoch. Obwohl das genähte Kleidungsstück zwar fertig ist, aber noch geändert werden muss. Es fehlt nicht mehr viel und natürlich mache ich es fertig, denn Ufos sind nicht meine Sache. Allerding steigen die Temperaturen wieder und die Jahreszeit, in der das genähte Kleidungsstück getragen werden kann/soll, ist noch weit entfernt. Wenn die Kisten mit den Wintersachen wieder ausgepackt werden, treffe ich eine endgültige Entscheidung, ob es geändert für mich tragbar ist oder nicht.

Der Mantel Halla, den ich mit viel Engagement und Elan in der letzten Woche zugeschnitten und genäht habe, passt nämlich nicht. Da ich bereits das Saraste Dress aus dem Buch der beiden Named Schwestern genäht habe, liegt es kaum an der Größe, denn das Kleid passt perfekt. Vermutlich fehlt an dem Mantel erhebliche Mehrweite oder mein Stoff ist zu dick und trägt die gesamte Mehrweite auf oder ich bin zu anspruchsvoll geworden, was die Passform/Bequemlichkeit eines Mantels betrifft. Mir fällt gerade ein, dass ich schon einmal einen Mantel mit dem gleichen Problem genäht habe (Stokx Stadtmantel). Das Hauptproblem, ich nenne es schon mal vorab, sind die Ärmel. Dass sie zu kurz sind, ist eine Sache, das kann ich noch ändern, indem ich Futterstoff innen ansetze. Aber sie sind mir auch zu eng. Jedenfalls werde ich keine gestrickten Wollpullover darunter anziehen können, das ist klar. Ich finde nicht, dass ich besonders dicke Oberarme habe, es muss also an meiner Einstellung zum Ärmel oder am Schnitt liegen.


Begonnen hat das ungewöhnliche Sommerprojekt damit, dass das Buch "Breaking the Pattern" in deutscher Übersetzung in der Bibliothek für mich bereit lag. Bestellt hatte ich es aus einem anderem Grund, der sich zwischenzeitlich erledigt hatte. Am vorletzten Tag der Karstadt Auflösung Ende Juni (bis dahin bin ich stark geblieben und habe nur platzsparende Knöpfe, Garn und Reißverschlüsse gekauft) waren die noch verbliebenen Stoffe um 90 % reduziert. Verblieben waren insbesondere Winter- und Karnevalsstoffe sowie reichlich Venezia Futter in allen möglichen Farben. Bei den Preisen und den Stoffen, die da noch lagen, konnte ich nicht Nein sagen und bin mit 13 m Stoff nach Hause marschiert (davon 6 m Futter, das zählt vielleicht nicht so ganz).

U.a. lagen auf 2 Rollen 2 unterschiedlich gefärbte Fake Fur in, ich nenne es mal, Nerzoptik, die waren bereits mehrfach reduziert, leider war von jedem Stoff nur noch ca. 1 m da, auch etwas schief geschnitten, also im Bruch nicht mal 1 m. Aber zusammen kann man daraus etwas nähen. Von dem Mantel Halla aus dem Named Buch gibt es etliche Bilder, auf denen Kragen und falsches Revers in Kontrastfarbe genäht sind. Passendes Futter hatte ich im Mai bei Annette Görtz gekauft.

Somit hatte ich eine Inspiration, habe den Schnitt und die Anleitung kopiert und geschaut, wie ich mit dem Stoff hinkomme. Vorder- und Rückenteil, Tasche (verkleinert und ohne Klappe) und die oberen Besätze sind aus Stoff Nr. 1, Ärmel, Belege, Gürtel und Gürtelschlaufen aus Stoff Nr. 2 - und damit war alles restlos aufgebraucht. Ich habe den Mantel um ca. 13 cm gekürzt und ich konnte die Ärmel nicht verlängern. Damit bin ich hinsichtlich der Ärmel ein Risiko eingegangen. Aber irgendwie dachte ich, es ist vielleicht nicht so schlimm.

Ich habe dann zugeschnitten und eigentlich war der Plan, die Teile im Herbst zu einer Nähreise mitzunehmen. Das Wiegen ergab fast 1,7 kg Stoff. Da ich zu der Nähreise mit Flugzeug und 8 kg Handgepäck reise, keine so gute Idee. Da schon alles zugeschnitten war, es letzte Woche und vor allem am Wochenende nicht so heiß war, habe ich immer mal wieder genäht. Mit den Details (geflochtener Aufhänger, Etikett, kleines Herz an der Tasche) machte ich mir ein bisschen Mühe. Dafür habe ich auf Schulterpolster und Ärmelfische verzichtet. Einige Handnähte habe ich durch Maschinennähte ersetzt.



Bis zum Ansetzen der Frontbelege an den Mantel passte auch alles prima, sogar das Einsetzen der Ärmel verlief reibungslos. Mir ist dann die aufgebügelte Einlage förmlich "abgefallen", vermutlich ist sie "überlagert". Dann stimmte irgendwas mit der Länge der Belege auf der einen Seite nicht. Da ich die Gürtelschlaufen (weil sie so massiv aussahen) aus der Seitennaht getrennt hatte, war wieder ein bisschen Stoff da (habe den aufgetrennt und zu einem Stoffstück zusammen genäht), um den Beleg unten anzugleichen.

Als nächstes ergab die Anprobe, dass die Ärmel massiv zu kurz sind, sie endeten gut 2 cm oberhalb des Handgelenks: weiter kürzen zu 3/4 Ärmeln ist bei einem Wintermantel keine Option. Was tun? Ich habe den Gürtel auf einer Länge von 2 x des Ärmelumfangs aufgetrennt und daraus Besätze genäht. Der Gürtel wurde somit zum Binden zu kurz, er bekam einen D-Ring aus dem Fundus zum Schließen.

Abschließend habe ich die Besätze unten an die Ärmel genäht und den Futtermantel an den Mantel genäht, über die Öffnung gewendet, die Ärmel ans Futter genäht. Und blöderweise habe ich das Futter nicht in der Länge angepasst, jetzt zieht das Futter den Ärmel in die Höhe und verkürzt ihn wieder. Wenn man genau schaut, sieht man das auf den Fotos unten. Futter ist noch reichlich da. Mittlerweile sind die Ärmel vom Futterärmel getrennt. Das sieht dann so aus:

Meine Lust weiterzumachen, ist im Moment gering. Es wird auch wieder wärmer. Und - wie gesagt - der Ärmel ist mir vermutlich auch zu eng.

Für die Fotos (vor dem Auftrennen der Ärmelsäume) habe ich eine Jeans und eine langärmlige Bluse angezogen (mit Blusen geht es), vorne habe ich 2 dicke Druckknöpfe angenäht. Die Wendeöffnung ist noch offen, denn zur Verlängerung der Futterärmel und zum Zusammennähen brauche ich die noch. Vielleicht nimmt auch meine Tochter den Mantel, er könnte ihr passen, ich habe das Gefühl, dass mir der ganze Mantel zu klein ist bzw. die Ärmelweite oben nicht meine Anforderungen an einen gemütlichen Wintermantel erfüllt. Ich trage lieber oversize. Aber die Haptik ist sensationell, so weich.



Schwierigkeitsgrad: machbar, die Anleitung ist gut verständlich, der Teil mit dem Futter etwas unklar, aber da habe ich mich an dem Video zum Mantel Tiffany orientiert. Das Nähen mit dem dicken Fake Fur war an manchen Stellen etwas fummelig, es hat zum Glück nicht so schlimm gefusselt wie ich befürchtet habe. Ich habe mich nicht akribisch an die Anleitung gehalten, das zumindest habe ich vom letzten Projekt, dem Calvari Dress, mitgenommen. Mein Fehler, dass ich vorher nicht ordentlich ausgemessen und angepasst habe.

Kosten: gering, 9 Euro Stoff aus der Karstadt Insolvenz und Futter vom Annette Görtz Outlet Sale, D-Ring, Druckknöpfe, Garn aus dem Bestand

Zeitaufwand: reichlich, ca. eine Woche immer mal wieder abends und am Wochenende mindestens 2 halbe Tage.

Der Mantel hat einen Bindegürtel, damit finde ich die Optik suboptimal, erinnert an einen Bademantel:


Was habe ich gelernt: immer, wirklich immer die Ärmel überprüfen und verlängern. Schnittmusterteile mit meinen Maßen abgleichen, wo es wie bei einem Mantel nicht geht, die Maße mit einem gut sitzenden fertigen Teil vergleichen. Bzw. wenigstens den Schnitt ausmessen, was ich diesmal nicht getan habe. Auch Blogbeiträge und Fotos des fertigen Mantels, sofern verfügbar, sind hilfreich, vorher und nicht hinterher recherchieren. Auf denen sieht man (übrigens sogar auf dem Originalfoto aus dem Buch, unten in der oberen Reihe links) zu kurze Ärmel, auf einigen Fotos blitzt der Pullover fast 4-5 cm heraus.

Im Herbst gehe ich den Mantel nochmal an, bis dahin habe ich sicher Muße, die Ärmel zu verlängern und kann gucken, welche Wintergarderobe darunter passt.

Wenn dann die Ärmel verlängert sind, wird er so aussehen:


 Verlinkt beim Me made Mittwoch und der einzige Wintermantel, den es heute dort zu sehen gibt, aber es gibt jemanden in einem winterlichen Kleid, allerdings von der Südhalbkugel:-).

Viele Grüße

Anja

Freitag, 31. März 2023

Pantalon Wrap - Ersatzversion

 Meine grüne Pantalon Wrap von Mon Cours de Style war verwaschen und wirklich nicht mehr schön, vor allem sind durch die Waschmaschine oder das Trocknen solche Linien wie bei einer Jeans entstanden. Ich habe ich sie vor 1 - 2 Jahren aussortiert. Der Stoff war auch eigentlich zu schwer für den Bindegürtel, dennoch habe ich sie gerne und oft getragen. Mittlerweile ist ein grünes Nachfolgemodell entstanden. In Wirklichkeit schon im Herbst bei der AnNäherung Süd in Niedernhausen. Ein superschnelles Projekt, gleich am ersten Abend fertig gestellt. Das Schnittmuster habe ich in einer Verlinkung innerhalb der obigen Verlinkung beschrieben. Insgesamt habe ich die Hose jetzt 4 x genäht, weitere Versionen sind vorstellbar. Ich mag die weiten Beine, die Bequemlichkeit und den besonderen Look mit dem Bindegürtel.

Der Stoff ist gut abgelagert. Ich habe ihn nämlich noch vor der Pandemie gekauft. Ich kann nicht mehr genau sagen wann, aber er ist aus der sogenannten Stoffscheune in Haar bei München. Dort lag er auf dem Dachboden, ein Grün in diesem Farbton gibt es selten, es war genau das Grün, das ich schon viele Jahre für die Hose gesucht habe, deswegen habe ich auch gleich 2 m (dachte ich, es waren wohl doch eher 1,5 m) von dem Stoff, einem leichten Gabardine von guter Qualität, mitgenommen, auch wenn ich damals noch eine gute grüne Pantalon Wrap hatte. Denn es war klar, dass die grüne Hose aus dem Brax Stoff nicht bis in alle Ewigkeit hält. Dieser neue Stoff schien mir auch von der Festigkeit geeigneter.

Ich habe ein paar Anpassungen vorgenommen, vor allem den Schnitt in die Taille verlängert, nicht genug, denn die Hose sitzt ein bisschen zu tief, ich muss sie mit der Schleife weiter oben fixieren. Das ist nicht 100 % bequem. Die Druckknöpfe halten auch nicht perfekt. Erst die Schleife hält die Hose da, wo sie sitzen soll. Ich habe gerade meinen alten Post nochmal gelesen, die andere grüne Hose hatte Knopflöcher. Das war vermutlich eine gute Idee. Aber ich meckere auf hohem Niveau. Die Schleife ist auch zu kurz, ich musste schon stückeln, um die langen Bänder zusammen zu nähen. Vermutlich habe ich beim Kauf doch weniger Stoff als angegeben gekauft, weil ich bei der anderen Hose zuviel Stoff hatte und noch eine Shorts nähen konnte.


Ich bin zufrieden, der Stoff ist für die Übergangszeit, die jetzt eigentlich anfangen sollte, perfekt, er fällt an den Beinen genau mit dem richtigen Schweregrad. Insofern hoffe ich, die Hose demnächst öfter anziehen zu können. Ich habe aufgesetzte Taschen ergänzt. Deren Schnittmuster ist von irgendeiner Burda cargoartigen Hose. Ich brauche bei einer Hose definitiv vorne Taschen und nicht hinten.





Der kleine Aufnäher sitzt hinten unterhalb des Bindegürtels. Ein Geschenk von Jule Futterstoff von der AnNäherung.

Ein Blick von hinten, gebügelt habe ich bisher nicht. 

Kosten: ca. 12 Euro (der Stoff kostete 8 Euro pro Meter, ich hätte etwas mehr kaufen können), Schnittmuster, Material usw. vorhanden

Zeitaufwand: Zuschnitt ratzfatz, Nähzeit ebenso. Die Konstruktion und der Zuschnitt der Taschen, die nicht zum Schnittmuster gehören, war etwas aufwändiger, auch die Suche nach der richtigen Taschenform

Schwierigkeit: supereasy, wenn alle Anpassungen gemacht sind, was bei der 4. Hose der Fall ist

Und damit ein schönes Wochenende, viele Grüße, Anja


Review im November 2024:

Schwer zu sagen, warum die Hose im Schrank hängt, Farbe und Material sind super. Die Passform ist oben etwas suboptimal, es fehlte ein wenig in der Bundhöhe, aber man kann sie mit Hilfe des Gürtels zurecht ruckeln. Trotzdem, irgendwie nicht oft angezogen. Nummer 1 wurde mehr getragen. Vielleicht ist bei dem Schnitt die Luft raus.

Dienstag, 7. Februar 2023

Manteau en Feutre - aus Wolle statt Filz

Ich wusste - seit dem Kauf des Buches Mon Cours de Style, - dass ich mir den Mantel daraus irgendwann nähen möchte. Es ist kein "normaler" Mantel, der im Herbst oder Winter wärmt, er hat kein Futter, er hat keinen Verschluss, er sieht allerdings speziell aus, vor allem durch die riesigen Ösen. Wenige Schnittteile, wenige Nähte, ein schnelles einfaches Projekt laut Beschreibung.

Als mein Regenmantelstoff kam, dachte ich, wow, der ist perfekt auch für den Mantel, aber ich wollte und brauchte dringend einen  Regenmantel und nichts, das keinen wirklichen Einsatzzweck hat. Eine kleine Umfrage unter den Nähfreundinnen hat diese Annahme bestätigt.

 Da der Sale bei The Fabric Sales noch andauerte und ich mit Service und Qualität mehr als zufrieden war, habe ich nochmal bestellt: einen Wollstoff Double Face, der mir auch für den Mantel aus dem Buch geeignet schien. Es gab mehrere Farbkombinationen, ich habe mich letztendlich für einen roten (mit olivbeiger-senffarbener Rückseite, nicht gerade mein Farbtraum, aber alles andere gefiel mir noch weniger) entschieden. Der Stoff ist haptisch ein Traum, er fällt fließend, was für das Modell nicht perfekt ist, aber ich wollte es ausprobieren.

Nun fehlten mir noch die Riesenösen. Im Buch steht, dass man in einem Spezialgeschäft solche Ösen in den Stoff einarbeiten lassen soll. Keine Ahnung, welches Spezialgeschäft das in Frankfurt gemacht hätte. Es sind Ösen wie ich sie in meinen Gardinen habe. Man kann solche Ösen im Internet kaufen, mindestens 10, aber auch 250 auf einen Schlag. Sie sind leider alle aus Kunststoff in Metalloptik. Die in meinen Gardinen sind aus Metall. Vermutlich hätte das Spezialgeschäft sie auch aus Metall gehabt. So habe ich mit Plastik, das wie Metall aussieht, Vorlieb genommen. Ich habe die kleinste günstige Menge in einer Metalloptik, die mir vom Bild her, gefiel, bestellt. 10 Stück - und man kann eigentlich viele tolle Sachen daraus machen, nicht unbedingt ein Gardinenband.


Erstmal das Schnittmuster aus dem Buch abgenommen, alles gut beschriftet, zur größten Größe, der französischen 42 noch einen Zentimeter zugegeben, 5 cm Länge ergänzt. Die Ärmel so gelassen, sie schienen sehr lang. Sieht man auch auf dem Foto, aber da ich sehr lange Arme habe, wollte ich nicht riskieren, dass sie nachher zu kurz werden. Sie sind zu lang und ich werde sie noch 5 cm kürzen und zusätzlich vermutlich dauerhaft umschlagen. Stoff zugeschnitten, franst nicht, so soll es für dieses Modell sein. Dann ging es daran, Probeösen in Stoffreste einzuarbeiten. Das einzig Aufwändige war das Ausprobieren und letztendlich Berechnen des richtigen Durchmessers. Man kann auch teurere Ösenpakete mit Schablonen bestellen. Ich habe ein Schnapsglas als Schablone zu Hilfe genommen. Der runde Ausschnitt muss genau 4 cm sein, die Ösen sind innen 3,5 cm, außen 5,5 cm. Es brauchte einige Versuche, bis ich es raus hatte, wie man die Öse in den dicken Mantelstoff einsetzt. Aber man kann sie jedes Mal wieder heraus montieren und hat somit unendlich viele Versuche frei.

Wie man sieht, hat das mit der Probeöse irgendwann gut geklappt. Dann ging es ans Nähen.

Die Anleitung ist grundsätzlich auch ohne Französischkenntnisse verständlich, da alles gut bebildert und der Schnitt sehr einfach ist. Es fehlten Markierungen, um den vorderen und hinteren Ärmel zu unterscheiden, aber da muss man ja nur den Raglanärmel mit einem anderen Raglanärmel vergleichen und erkennt den Unterschied. Ansonsten passten alle Teile perfekt zusammen.

Alles wird offenkantig verarbeitet und bis auf den Ärmel rechts auf links genäht. Dies ist dem Filz, der eigentlich verwendet werden soll, geschuldet. Bei meinem Regenmantel hätte ich das auch so machen können, kam aber nicht auf die Idee. Erst als ich am Ende ein Ursprungsmodell für den Stoff von Annemie Verbeke gesehen habe, wurde mir klar, dass bei so schweren, dicken und unbeweglichen Stoffen, die nicht fransen, gerne rechts auf links genäht wird.

Ich habe versucht, die Abstände beim Nähen gleichmäßig zu verteilen (man sieht ja immer nur die eine Stoffseite und es kann - obwohl ordentlich gesteckt - ein bisschen was beim Nähen verrutschen, musste dann auch am Kragen noch überschüssigen Stoff abschneiden, da die Naht nicht 100 % gerade verlief.

Etwas Kopfzerbrechen hat mir noch der Übergang vom Ärmel (rechts auf rechts) zum Hauptteil gemacht (rechts auf links), im Buch wird darauf hingewiesen, dass manche Maschinen zu klein dafür seien, das war jedoch nicht mein Problem. Ich hatte an einer Seite ein kleines Loch an der Bruchstelle, das ich im zweiten Versuch zugenäht habe. Wer schaut schon an diese Stelle unter dem Ärmel?

Als alles fertig war, entdeckte ich, dass mir die eigentlich linke Seite auch gut gefällt. Ich fragte mich, ob es nicht möglich sein sollte, den Mantel zu wenden und je nach Lust und Laune zu tragen. Die linke Seite hatte nur keine Taschen und die fehlten mir schon. Beim nachträglich Aufnähen hätte ich die Nähte der Taschen auf der anderen Mantelseite genau treffen müssen, was mir illusorisch schien. Also musste eine andere Lösung her. Im Prinzip sind beim Tragen der linken Seite die Brustabnäher sichtbar (es gibt ja Designermode, wo das gewollt ist, hätte mich insofern auch nicht gestört), die Ärmelabnäher liegen unter dem umgeklappten Kragen. Ich habe Brusttaschen zugeschnitten, die über den Äbnähern liegen. Damit habe ich quasi 2 Fliegen mit einer Klappe geschlagen.

Rot ist die eigentlich geplante Außenseite:



Andersrum geht es auch, bitte die Stecknadel an der Brusttasche ignorieren, ich habe vor dem Nähen der Taschen und dem Kürzen der Ärmel flott Fotos gemacht, weil das Licht in der Wohnung außerordentlich gut war.



Ich bin wirklich schwer begeistert von dem neuen Mantel. Ich glaube, dass ich ihn prima bei milderen Temperaturen draußen tragen kann, aber auch jetzt kann ich ihn als Überziehdings drinnen anziehen, wenn die Temperaturen niedrig sind. So eine Art Strickjacken- oder -mantelersatz wie meine karierte Manteljacke, die im Dauereinsatz ist. Oder eine Decke zum Anziehen.

Da noch Stoff da war, habe ich noch einen Bindegürtel genäht, eher geschnitten und um eine Öse gewicketl. Angezogen sieht es nicht wirklich gut aus, es sei denn man drapiert aufwändig am Mantel hin und her, so geht es einigermaßen:


So auf gar keinen Fall, ein Bindegürtel ist in dem Modell auch nicht vorgesehen und das hat seinen Grund:



Kosten: Wollstoff Della, 3 m, es bleiben Reststücke vom Zuschnitt, für die ich schon eine Idee habe, gekauft im Sale mit 20 % Rabatt zzgl. Porto (geteilt durch 3 Stoffe): 53 Euro; Ösen: 5 Euro, Schnittmuster, Garn usw. aus dem Bestand: insgesamt 58 Euro

Zeitaufwand: sehr wenig, ein sehr schnelles Projekt, einige wenige Stunden, die meiste Zeit habe ich mit dem Ausprobieren, wie das mit den Ösen geht, verbracht

Schwierigkeitsgrad: supereinfach, totales Anfängerprojekt, wenn man eine Maschine hat, unter die man gut dicke Stoffe legen kann, der Stoff könnte mehr Griff haben, Filz wäre schon besser gewesen, dann hätte der Mantel soviel Stand wie auf den Fotos im Buch


Beim letzten Nähtreffen wurde darüber diskutiert, inwiefern man darauf achtet, ob die Kleidung, die man anhat, zum Mantelstoff, insbesondere zum Mantelfutter, passt. Ich würde sagen, nur, wenn sie sichtbar ist, dann sollte es harmonieren. Das ist bei diesem Mantel immer der Fall, da er offen getragen wird. Die Kleidung muss für mich daher zur Außenseite und zur Innenseite des Double Face Stoffes passen. Ich werde nun austesten, was mein Kleiderschrank dazu hergibt, bin aber recht zuversichtlich, dass sich genug findet. Die Länge ist dann natürlich auch ein Kriterium, wenn man es genau nimmt, der  Zipfel vom Kleid (übrigens auch aus dem Buch) ist zufällig das gleiche Rot wie der Mantel. 

Viele Grüße, Anja

Review November 2024:

In dem Winter, in dem das Gas so teuer wurde und wir wenig heizen sollten (vermutlich gleich Anfang 23) habe ich den Mantel auch indoor wie einen Überwurf getragen. Sehr gemütlich. Im Herbst hatte ich ihn fast täglich beidseitig in Italien an, ebenso im Herbst 23, wo es in Deutschland gemischte Temperaturen hatte. Der Mantel passt perfekt zu 15 Grad, wenn es etwas kühler ist, geht es auch noch. Für deutsche Normalwinter ungeeignet. Aber gern getragen. Mittlerweile fransen die offenen Kanten etwas aus. Ich habe ein Video gespeichert, wo erklärt ist, wie man Double Face eigentlich verarbeitet. Ob ich mich daran wage? Ist bloß sehr zeitraubend. So könnten die offenen Kanten "gerettet" werden.

Und: mit Gürtel kam der Mantel nie zum Einsatz, der ist inzwischen entsorgt


Dienstag, 1. März 2022

Saraste Hemdblusenkleid von Named Pattern

Eigentlich habe ich mir das Buch der beiden Named Pattern Schwestern (deutsche Version "Selbst genäht", der englische Titel "Breaking the Pattern" ist jedoch viel passender, weil sämtliche Schnittmuster viele Varianten beinhalten) ausgeliehen, um den Mantel vom Titel der englischen Version anzuschauen und zu beurteilen, ob er für meinen Mantelstoffneuerwerb geeignet ist. Ist er nicht, weil einfach sehr viele Teilungsnähte da sind (es handelt sich um ein Tartanmuster).

Aber das Kleid Saraste, das den Titel der deutschen Version schmückt, gefiel mir schon immer. Außerdem hatte ich letzten Sommer in Paris einen Coupon (3 m) Chambray gekauft, sehr geeignet für dieses Kleid.

Das Abpausen war allerdings ein Desaster, die Schnittmusterbögen sind nicht nummeriert, es gibt auf den Bögen auch keine Angabe, welche Schnitte auf welchen Bögen sind und die Schnitteile sind über mehrere Bögen (in meinem Fall 3 Seiten) verteilt, dazu in 2 verschiedenen Farben gedruckt. D. h. ich musste alle Bögen aufklappen, suchen, kopieren und wieder zurück falten. Das hat wirklich lange gedauert. Ob nur der deutsche Verlag das so gelöst hat, weiß ich nicht.


Nach dem Ausmessen der Schnittmusterteile entschied ich mich Größe 5 zu nähen, die an der Taille in Größe 7 ausläuft, das hätte ich mir sparen können, am Ende habe ich wahrscheinlich weniger als die inkludierten 1 cm Nahtzugabe gebraucht und konnte an den Seiten jeweils 2 - 3 cm rausnehmen. Der Kragen ist genau nach Anleitung genäht, ich glaube aber, dass es mit den Rüschen sinnvoller gewesen wäre, ihn ein wenig zu verschmälern, im Internet sieht man unterschiedliche Versionen, die schönen haben ziemlich sicher den Kragen verschmälert. Ich lasse einfach den oberen Knopf offen, sonst überlappen sich nämlich die Rüschen, was nicht gewollt sein kann. Abgesehen davon, dass ich Nahttaschen ergänzt habe, gibt es keine weiteren Änderungen. Das Nähen lief leicht und flüssig, Chambray ist ein sehr dankbares Gewebe.

Ich habe alle Nähte mit braunem Garn gesteppt und braune Knöpfe aus der Restekiste genommen. Ich bin mir unsicher, ob mir die vielen Fältchen in der Taille gefallen, sie machen die Hüfte sehr breit. Es gibt in meinem Bestand noch einen Ledergürtel (gekauft und runtergehandelt auf einem italienischen Markt vor mehr als 35 Jahren und in den letzten 25 Jahren quasi nie getragen). Zu dem Kleid finde ich ihn passend.



Leider sind die Bilder etwas körnig, kein gutes Licht in der Wohnung, Selbstauslöser vom Handy, ihr wisst schon...


Logischerweise kann ich das Kleid noch nicht tragen, es ist zu kalt. Aber der Frühling und der Sommer kommen ja in großen Schritten.


Damit ich nicht friere (aber vor allem, um Platz zu schaffen) habe ich aus Resten von Kleidern, Hosen, Pyjamahosen, Sweatshirts, den Hemdschal Eleni gleich 2 Mal genäht. Ein Gratisschnitt (man braucht aber keinen Schnitt, nur die Idee), den trage ich rauf und runter. Bin sehr begeistert. Sobald ich genug Herrenhosen von meinem Mann abgestaubt habe, mache ich mich an andere Schnitte von Milch.




Und zuletzt, wer bis hierher mit Lesen durchgehalten hat, es gibt noch einige Restplätze für unsere NähFrauenReise vom 6.-8. Mai in Frankfurt. Details zum Programm und die Anmeldung findet ihr bei Muriel Nahtzugabe.

Verlinkt beim Me Made Mittwoch. Danke an das Team für die Organisation.

Viele Grüße, Anja



Samstag, 6. April 2019

Stylish Dress Book - Modell V

Ich bin mittlerweile im Rückstand mit dem Verbloggen genähter Sachen. Aber heute schaffe ich es, das zuletzt genähte einfache und schnelle Kleid V aus dem Stylish Dress Book (es gibt schon lange auch eine deutsche Übersetzung davon, ich weiß nur gerade nicht, wie der Titel ist) zu zeigen. Aus dem Buch habe ich schon sehr viele Sachen für mich und später auch für meine Tochter genäht. Die Erläuterungen und Bilder sind perfekt. Das Nähniveau ist nicht zu einfach bzw. es gibt Projekte unterschiedlichen Schwierigkeitsgrades. Eine Zeitlang waren Japanschnitte sehr populär. Vor 5 oder 6 Jahren gab es sogar mal eine Japanschnitt Link Party, ich glaube, die gibt es nicht mehr. Jedenfalls bin ich darüber auf das Buch gestoßen und habe es mir in England gekauft.


Meine Teenagertochter verfolgt diverse Fashion Show Kanäle, hat kürzlich beim Durchblättern der neuen Burda einen Boilersuit entdeckt und damit wieder das Potential des Selbernähens entdeckt. Den Boilersuit hat sie bei Stella McCartney oder Isabell Marant entdeckt, ich weiß auch das nicht mehr genau, es ist auch nicht so wichtig, jedenfalls brauchte sie ganz dringend einen und im Laden gibt es sie hier zumindest noch nicht, jedenfalls nicht so wie sie ihn sich vorstellt.

Dann hat sie eine lange Liste mit Modellen aus diversen Zeitschriften und Büchern für den Sommer erstellt. Die arbeite ich derzeit ab. Demnächst folgen auch Fotos und Texte zu den bereits fertigen Stücken. Ein Vintage Kleid für mich ist auch dabei. Und zur Contemporary Muslim Fashion Ausstellung im MAK in Frankfurt lohnt auch ein Post.

Gerade direkt von der Nähmaschine und dem Bügelbrett gekommen ist das Japankleid V:



Da meine Tochter noch im Reitstall ist, gibt es kein angezogenes Bild, aber wir haben heute Morgen anprobiert, die Länge von Saum und Ärmeln justiert und es passt, es soll ja sowieso locker fallen. Den Baumwollstoff habe ich letztes Jahr in einem der einschlägigen Stoffgeschäfte unterhalb des Montmartre gekauft. Von dem günstigen Coupon ist noch etwas mehr als ein Meter übrig geblieben.

Hier noch ein Detail der Knopfleiste, ich habe mich für kontrastierendes Garn für die Knopflöcher und das Knopfannähen entschieden. Vielleicht bekommt das Kleid noch eine aufgesetzte kleine Tasche auf dem Rockteil, auf der entgegengesetzten Seite wie oben, mal sehen. Das muss ich erst besprechen. Eigentlich werden 6 Knöpfe für das Kleid benötigt und angenäht. Leider habe ich beim Vermessen der Knopflöcher eines zuviel eingeplant (falsch dividiert). Dann habe ich die Knöpfe angenäht und kurz vor Schluss gemerkt, oben fehlt ein blauer Knopf, der ist jetzt schwarz geworden.


Ich verlinke diesen Post bei Sew La La, wo Donnerstag wieder ein Handarbeitsbücherspecial stattfindet. Ich habe einen Klassiker genutzt, aus dem ich schon lange und oft nähe (und für den Sommer ein weiteres Exemplar, Modell F, zugeschnitten habe) .

Ich finde sowieso, dass der Markt für Neuigkeiten im Handarbeits- bzw. Nähsektor zunehmend unübersichtlich wird. Bei Hugendubel und Co liegen die Neuigkeiten der großen Verlage in der Präsentationstheke, im Regal gibt es ein paar weitere Bücher (manchmal ein Buch aus einem kleineren Verlag, vermutlich von einem Kunden bestellt und dann nicht gekauft). Die Inhalte gleichen sich immer mehr und richten sich sehr oft an Nähanfänger. Früher habe ich regelmäßig im Buchladen geschaut, inzwischen lohnt sich das nicht mehr.

Am liebsten stöbere ich in der Zentralbibliothek, wo es wirklich gute und viele Handarbeitsbücher gibt, die teilweise schon ein paar Jahre alt sind oder noch älter und nichts von ihrer Aktualität verloren haben. Die Neuerscheinungen werden mit ein bisschen Zeitverzögerung auch eingearbeitet. Aber iirgendwie habe ich doch das Gefühl richtig viel Neues kommt da nicht.

Viele frühlingshafte Grüße

Anja

Dienstag, 11. Dezember 2018

Nähtreffen, neue Hose, neue Schnitte, neuer Stoff ....

Ich finde es total super, Leute zu treffen, die mein Hobby teilen. Natürlich gibt es die, die das Ganze viel pingeliger und genauer angehen als ich, aber über deren Kommentare schmunzele ich mittlerweile, dafür ist mein Output bezogen auf die zur Verfügung stehende Zeit recht hoch.

Letzten Freitag war ich beim Frankfurter Nähtreffen, das abwechselnd in den Gemeindesälen von zwei Kirchengemeinden gleich "um die Ecke" stattfindet. Ich hatte davon schon im Gemeindebrief gelesen, aber die Vorstellung, dass es sich um eine Ansammlung älterer Damen handelt, die dort gemeinsam handarbeiten. Fehlanzeige. Es ist privat organisiert und lauter Frauen wie ich sitzen dort einmal im Monat vor ihren Nähmaschinen.

Bis dorthin schaffe ich es, meine Nähmaschine zu transportieren, weiteres Material in Rucksack oder Fahrradtaschen. Letzte Woche habe ich nur Schnitte kopiert und zugeschnitten, aber dennoch muss so ein Abend gut geplant werden, damit alle benötigten Materialen dabei sind. Allerdings merke ich, dass ich viel weniger konzentriert arbeite als zuhause, da passieren schon mal blöde Flüchtigkeitsfehler (Nahtzugabe angeschnitten, obwohl bereits im Schnitt enthalten) und manches dauert viel länger als zuhause (Schnitt aus einer Fashion Style kopiert, was ewig gedauert hat, teils lag das aber auch an dem Bogen, der erheblich unübersichtlicher ist als der der Burda). So habe ich also letzte Woche in 4 Stunden "nur" 2 Schnittmuster kopiert und eine Hose zugeschnitten und getrunken, Plätzchen gegessen, gequatscht. Das war auch schön. Nähen tue ich dann gerne in Ruhe daheim.


Eine weitere Merchant & Mills Strides Trousers ist fertig. Aus dem wunderbaren Workbook. Aus cognacfarbenem Cord, den ich gleich nach Fertigstellung der November Sew Along Hose , die auch aus dem Buch stammt, gekauft habe. Geändert im Vergleich zum Schnitt habe ich wenig, nur einen Formbund statt normalem geradem Bund (sitzt mir mit Hohlkreuz viel besser) und Paspeltasche hinten (bei der letzten Strides hat sich der Knopfverschluss als extrem praktisch erwiesen). Die Anleitung für die ergänzte Paspeltasche stammt aus diesem hier beschriebenen sehr nützlichen Buch.

Da die Nähmaschine beim Festnähen der Gürtelschlaufen mehrfach gestreikt hat (8 Lagen Stoff übereinander) und mir 2 Nadeln gebrochen sind, habe ich nur 4 statt 5 Gürtelschlaufen und die letzten beiden per Hand angenäht. Ebenso ist der Saum händisch genäht, das gefällt mir besser.


Meine Tochter findet weite Cordhosen sehr trendy, so dass ich nochmal marineblauen Cord nachgekauft habe (es gab noch 2 Ballen von dem reduzierten Baumwollcord im Kaufhaus) und ihr auch eine Hose nähen werde, aber nicht ganz so weit. Damit wird das Winterkleid aus der Fashion Style, für das ich beim Nähtreffen den Schnitt kopiert habe und grünen French Terry hier liegen habe, zurück gestellt.

Die Hose fällt viel schwerer als die erste Strides aus Wolle. Generell finde ich, dass derart weite Hosen im Sommer praktischer sind (wegen der Verschmutzungs- und Wasseraufsaugefähigkeit am Boden) und aus leichtem Stoff besser fallen. Insofern gibt die Stoffempfehlung im Buch Sinn. Außerdem habe ich das Gefühl, dass sie sich nach einigen Tagen geweitet hat, ist das ein typisches Phänomen bei Cord? Ich werde die beiden Verschlussknöpfe vorne nochmal versetzen.


Ich finde die Kombinationsmöglichkeiten im Winter schwieriger, eine Bluse oder ein dünner Rolli sind mir zu kalt, mit einem dicken Pullover sieht man gleich ziemlich dick aus. Ich müsste mir vielleicht ein körpernäheres Exemplar stricken? Oben mit einem frei Schnauze gestrickten Mohairpulli.

Hier die Hose von hinten mit der Paspeltasche, leider nur zu erahnen.


Und einmal ein Blick in die Innenkonstruktion des Reißverschlusses. Dass ich rechts und links vertauscht habe, sieht keiner. Ich habe irgendwie zu spät gemerkt, dass ich das Schnittteil falsch aufgelegt habe. Und der Reißverschluss ist anders rum als bei der anderen Hose. Ich vergesse immer diese Regel mit Reißverschluss und Knopfleiste bei Damen- und Herrenkleidung.


Gruß aus Frankfurt

Verlinkt bei Sew La La.

Anja

P.S. Die Cordhose wurde nicht so oft getragen, ich habe sie dann auf 4/5 gekürzt, das führte zu mehr Liebe, im Winter 23/24 war sie ausgebeult und unschön, entsorgt

Mittwoch, 7. November 2018

Make Fashion Work Merchant & Mills Strides

Ich bin sehr begeistert von meiner neuen weiten Hose Strides aus dem Buch Make Fashion Work von Merchant & Mills. Die kurze Hose konnte ich ja noch ein paar Tage im Herbsturlaub tragen, sie saß gut und gefiel mir von der Machart her. Der November Sew Along von Küstensocke inspirierte mich, den im Urlaub gekauften Stoff alsbald zu vernähen. Und hier ist meine neue Lieblingshose, eine lange Strides aus italienischem Wolltweed in einer meiner Lieblingsfarben, die ich hier in Deutschland bisher in keinem Laden gesehen habe:




Hier habe ich jeweils über die Planungsphase, den Zuschnitt und den Zwischenstand berichtet. Das macht diesen Post jetzt schwer lesbar, ich weiß, ich habe jedoch keine Zeit, alles nochmal zu schreiben.

Noch Details des Reißverschlusses, der anders als sonst gearbeitet wird,


der ergänzten Paspeltasche und der mittleren Bundes hinten, den ich leider "reparieren" musste und der schrägen Seitentasche, mit deren Anleitung ich bei der Shorts gekämpft habe.

Die Hose wird innen mit 2 Knöpfen bzw. Haken und Öse unsichtbar geschlossen.

Ich habe sie wirklich oft an, kombiniere sie mit einer hinein gesteckten Bluse, einen engen, dünnen Rolli und / oder dem schwarzen Strickpullover auf dem Foto. Schwierig ist es, eine passende Jacke dazu zu finden. für meinen Winterparka ist es noch zu mild, der Übergangsmantel und der Poncho passen farblich nicht dazu. So trage ich am liebsten den dicken Pullover. Einzig beim Rad fahren finde ich weite Hosen nach wie vor nicht optimal, der Schlag "wischt" immer in der Nähe der schmutzigen Kette und bei diesem Exemplar habe ich größere Angst vor Verschmutzung, weil der Stoff sehr viel wertiger ist als andere Hosen. Ich sollte einfach daran denken, eine Wäscheklammer parat zu haben, ich weiß.

Verlinkt beim Me Made Mittwoch im November. 

Und am Donnerstag bei https://sewlala.de/sew-la-la-link-up-party-23-mit-naehen-aus-buechern-special.

Und in der zweiten Novemberwoche bei Antje Küstensockes November Wetter Sew Along. Und mittlerweile habe ich auch den grisseligen Hosensaum aufgetrennt (danke für den Hinweis, liebe Antje, ich glaube, das hat mir den letzten Schubs gegeben) und mit der Hand neu angenäht (und gebügelt). Hier das Beweisfoto, leider ist es draußen heute zwar warm, aber sehr, sehr novemberdunkel. Interessanterweise kommt die Farbe gut raus.


Viele Grüße aus Frankfurt, Anja

P.S. Und weil ich mich in der Hose so wohl fühle, habe ich gerade (Mittwoch Mittag) bei Karstadt spontan  auf 5,90 Euro den Meter reduzierten Baumwollcord gekauft, die Farbe ist im Schatten eher Schoko, in der Sonne eher Cognac, haha und auf dem Foto eher grün, sehr merkwürdig:


Review Ende 2024:

Ich trage die Hose immer noch sehr regelmäßig. Der Stoff war nicht billig, aber er sieht auch nach 6 Jahren noch super aus. Die Knopflöcher waren irgendwann ausgerissen, ich habe sie geflickt, den Knopf auch versetzt, damit sie besser sitzt. Der Schnitt ist nicht meins, ich würde ihn nicht nochmal nähen wegen der Bundfalten, aber der Stoff und die Gesamtoptik, wenn man einen Pullover über die Taille hängt, super.