Mittwoch, 5. April 2023

Upcycling - alter Blazer modern und tragbar - Me made Mittwoch

Ein Projekt, das ziemlich lange warten musste. Vor etwa einem Jahr, beschrieben in diesem Post, wollte ich schon für die Nähfrauenreise in Frankfurt den alten Blazer upcyceln, aber mir fehlte damals die Zeit und die Muße. Am vorvorigen Wochenende war ich bei der Volkshochschule in einem Kurs zum Thema Nachhaltigkeit in der Mode und wir haben uns am Ende "verpflichtet" erste Schritte umzusetzen. Ich habe viele Sachen, die ich fast nie getragen habe (die Gründe sind unterschiedlicher Natur) oder die uralt/neudeutsch Vintage sind und ich nie mehr tragen werden bei ebay Kleinanzeigen eingestellt (bloß nie mehr etwas in den Altkleidercontainer werfen, hier der Grund) und den Blazer in Angriff genommen. Hier noch ein Foto aus dem Moodboard, das ich am betreffenden Wochenende gemacht habe:


Ähnlich getragen bei der Milan Fashion Week vor einigen Wochen:


So sieht der auseinander geschnittene grüne Leinenblazer, den meine Mutter mir vor ca. 30 Jahren genäht hat, aus. Im nachhinein hätte ich das Knopfloch erhalten können, ich habe hinterher ein neues eingenäht.

Was ich aus dem unteren Teil mache, weiß ich noch nicht. Gelernt habe ich, dass man selbst für Altkleider besser die graue Tonne verwendet als den Sammelbehälter. Ob Putzlappen aus Leinen funktionieren? Die ganze Aktion ging ratzfatz, ich verstehe gar nicht mehr, warum ich letztes Jahr keine Zeit hatte, ich habe - glaube ich - zu kompliziert gedacht und wollte das Futter wieder unsichtbar wie vorher anstaffieren. Ich habe die ganze Schnittkante diesmal einfach doppelt umgeklappt und mit der Maschine umgenäht. Die Farbe ist dieses warme Grün unten, gefällt mir immer noch, auch 30 Jahre nach dem ersten Tragen:

Ich finde das Seidenkleid passt perfekt dazu. Noch ist es mir zu kalt für diese Kombination, aber wenn der Frühling einmal wirklich kommt, wird es wunderbar, sie zu tragen. Mit dem Kleid habe ich im ersten Jahr auch gehadert, ich hatte Angst, den Stoff beim Tragen zu zerreißen, es zu verschmutzen. Aber letztes Jahr bei der Nähfrauenreise haben wir uns ausgetauscht und was nützt ein schönes Kleid, das im Schrank hängt. So habe ich es in meinen Alltag integriert und bin damit Fahrrad gefahren und Gassi gegangen. Es hat zwar ein paar kleine Fäden gezogen, aber ich freute mich jedes Mal, wenn ich der Wind mich umwehte und ich das Material spürte. Ich trage es im Übrigen immer ohne den Gürtel.






Kosten: keine

Zeitaufwand: gering, vielleicht eine Stunde, nachdem ich wusste, wie ich es mache

Schwierigkeit: ebenfalls gering, eine Möglichkeit wäre auch gewesen, die offene Kante zu lassen und mit einem Zickzackstich sichtbar umzunähen, sowas habe ich in einem Vintageladen in Antwerpen im Herbst gesehen.

Fazit: ran an die alten Blazer und Männerjackets, für meine Tochter zerschneide ich Ostern auch einen grauen Blazer, die jungen Leute wollen ja nicht soviel Farbe.

Verlinken tue ich das Ganze beim Me made Mittwoch im April. Heute zeigt uns Ina erste Frühlingssachen, mit denen sie auch schnell wieder ins Warme geht, es heißt weiter warten auf den Frühling.