Posts mit dem Label Eigene Schnittmuster werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Eigene Schnittmuster werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 5. Juni 2026

Platz schaffen durch Nähen

In meinem Schrank stapeln sich seit einem Jahr ein bisschen viele Stoffe, das liegt an den zweimaligen Spontaneinkäufen bei Intrend/Max Mara, dem Einkauf vorletzten Herbst bei Annette Görtz und den Einkäufen bei New Tess in Mailand und The Fabric Sales in Löwen vor einem Jahr.

An sich gehöre ich zur Fraktion derer, die Stoff kaufen, wenn sie ihn brauchen. Außerdem kaufe ich nur vor Ort. Ich lasse mich auch nicht mehr von diesem und jenem Schnittmuster inspirieren, eher von etwas, das ich im Schaufenster sehe (ist aber nicht mehr so oft der Fall seit die Gassirunden durch die Goethestraße nicht mehr stattfinden), manchmal auch von einem Bild bei Instagram.

Aber da nun reichlich Stoffe herum liegen, will ich sie auch "abarbeiten", wobei das Wort dafür etwas schrecklich ist. Der nun verarbeitete Stoff ist von New Tess, von einem Grabbeltisch im Keller, auf dem es unfassbare, couturige, extrem besondere Stoffe gab. Da ich die sowieso nicht brauche, habe ich einen Stoff mitgenommen (neben Seidenorganza, schon verarbeitet, und Seidentaffetta, ebenfalls verarbeitet), der sehr in mein Farbschema passte. Ein Coupon eines technischen, sehr schweren (vermutlich ist da Metall drin) Stoffes. Er glänzt leicht, hoher Anteil Viscose, bisschen Co und dann eine Abkürzung, die ich nicht herausfinden konnte, weder online noch irgendwo sonst. Habe den Zettel nicht mehr. Haptik wie Seide, unelastisch, Nadelstiche hinterlassen Löcher, hoffentlich maschinenwaschbar, ich glaube, mich erinnern zu können, dass dem so war.

Eigentlich war der Stoff prädestiniert für ein Kleid, ich habe allerdings genug Sommerkleider, eine bunte Bluse nein danke, dann also eine bunte Hose (kürzlich bei einer Nähbekannten gesehen, dort mit seitlichen Streifen in Seide). Als Hose ausschließlich aus diesem Stoff hätte sie mich zu sehr an Pyjama erinnert. Für die Streifen an der Seite hätte ich noch Bänder oder ähnliches beschaffen müssen. Also kam mir der Gedanke, den feinen Stoff mit grobem Jeans zu vereinen. Solche Kombinationen mag ich sowieso gerne. Als ich in einem Vortrag anlässlich der Frankfurt Fashion Week bei Albrecht Ollendiek war und dieser auch hervorhob, wie gerne er Kontraste nutzt, war klar, dass ich es so machen werde.

Der Schnitt ist der normale Mischmasch aus selbstkonstruiert, Burda, Inge Soltzyk-Sparrer (deren Videoanleitung ich sehr schätze). Ein Problem war das vorherige Herausfinden der richtigen Länge, denn ich wollte den Jeans mit der Webkante unten verwenden. Üblicherweise lege ich am Ende die Länge fest, aber hier musste ja alles an den Seitennähten aufeinander passen und ich wollte diese in einem Rutsch nähen. Es gab ein paar Probleme, ich habe richtig ausgemessen, aber beim Nähen hat sich was verzogen. Obwohl ich den Schnitt schon mehrfach genauso genäht habe, passte die Bundweite nicht (????), ich habe die Abnäher vorne wieder raugenommen. Ich verstehe das immer noch nicht, denn erst im März habe ich genauso eine Hose genäht, allerdings aus Samt (der ein bisschen stretchy sein könnte). Fazit: ich habe während des Nähens mehrfach den Prozess anpassen müssen.

Mit dem Ergebnis bin ich dennoch zufrieden. Ich habe eine Radtour gemacht, einen Spaziergang in einem Gelände mit dornigem Gestrüpp (da war ich supervorsichtig), bin 2 x in Regen gekommen, das Gewebe ist sehr schnelltrocknend (trekkinggeeignet) und habe sie heute zum Arbeiten casual friday mäßig an.

Die Fotos sind überwiegend gestern auf dem Spaziergang vor dem zugewachsenen Weg entstanden: ich trage dazu die uralte Jeansjacke aus einem Stoff, den ich von Küstensocke in einem Tausch bekommen habe. Die Jacke wird wirklich oft und gerne getragen.



Als die Hose frisch fertig genäht war, habe ich zuhause meine orange-rostfarbene Bluse dazu getragen, leider beim Über-den-Kopf-ziehen einen Riss im Unterarm produziert (ist mittlerweile rudimentär und semisichtbar geflickt).


Die Rückseite wird von 2 Jeanstaschen geziert. Weitere Details, Bund aus Jeans, oranger Knopf, Aufnäher usw. im Foto darunter.

Ach ja, und ganz viele orange Absteppnähte, die man mal mehr, mal weniger gut sieht, die Taschenbeutel auch in Orange.


Zusammenfassung:

Zeitaufwand: 6 - 8 Stunden, der Schnitt war schon kopiert, viele gerade Nähte, alles mit der Maschine genäht

Schwierigkeitsgrad: einfach, ein paar Gedanken für die Anpassungen im Prozess, aber die gibt es ja doch irgendwie fast immer

Kosten: der 1,60 m Coupon kostete zwischen 20 und 30 Euro, erinnere es nicht genau, alles andere aus dem Bestand, auch der Jeansstoff. Wo ich den gekauft habe, erinnere ich nicht mehr, evtl. Stoffschrottplatz Münster, also schon richtig alt. Erst wollte ich einen langen Rock meiner Tochter zerschneiden, aber den ändere ich jetzt für mich. Dieses Stück ist auch ein Rest gewesen, es ist jetzt noch gut 1 m übrig, davon werde ich irgendetwas zur Hose machen, habe schon eine Idee.

Viele Grüße und ein schönes Wochenende

Anja

Donnerstag, 5. März 2026

Organzabluse abgewandelt - La mia Boutique - Me made Mittwoch

Upps, das ging schnell. Montag Abend habe ich in geselliger Online-Runde den Stoff zugeschnitten. Dienstag und Mittwoch Abend genäht und heute bei Sonnenlicht schnelle Indoor-Fotos gemacht. Anziehen kann man die Bluse bei den Temperaturen freilich noch nicht. So nehme ich dann auch mal wieder beim Me made Mittwoch teil. Der gerät immer mehr in Vergessenheit aus unterschiedlichen Gründen.

Es ist im Wesentlich das gleiche Modell wie dieses in diesem Post ausführlich beschriebene Teil. Selbst der Stoff ist am gleichen Tag in gleicher Menge beim gleichen Händler gekauft worden. Schwarz war geplant, im Endeffekt bin ich aber mit der anderen Farbe, Olivgrün, glücklicher. 

Vor der Fertigstellung habe ich noch überlegt, ob ich die Nähte in kontrastierender Farbe nähe, Rot zum Beispiel, habe es dann aber doch gelassen. Einfarbig lässt sich doch besser kombinieren.

Was habe ich anders gemacht als beim Organzakleid: die Länge ist die Originallänge der Bluse. Ich habe mehr Nahtzugabe geschnitten, weil ich das bei dem Überkleid aus Organza für französische Nähte knapp fand - die Bluse ist auch deutlich weiter geworden als das Kleid, fast ein bisschen mehr als ich wollte. Schon beim Auflegen auf den Stoff war klar, dass ich deutlich mehr Weite eingeplant hatte, vorstellen kann man sich das dann aber erst bei der Anprobe. Ich habe einen zusätzlichen Volant auf der anderen Seite eingesetzt, allerdings nicht über den Ärmel, sondern nur im Vorderteil über Eck. Man kann das auf den Fotos alles sehr schlecht erkennen. Das ist auf dem Foto des Originals im Schnittmuterheft in marineblau aber auch so. Dunkle Farben lassen sich einfach schlecht fotografieren.  Außerdem ist der Ärmel ohne Volant erheblich länger und weiter als im Originalschnitt. Ich habe jetzt nicht nur eine asymmetrische Form, sondern auch einen Längenunterschied. Die Volants hängen über den Saum schräg hinaus, es bilden sich unten also zwei Zipfel.


Ach ja, hinten habe ich diesmal die vorgesehene Teilungsnaht gelassen. Das hat die Knopfverschlusslösung vereinfacht. Das Original sieht einen Reißverschluss vor, wegen meiner Mehrweite hätte ich bei dieser Bluse vermutlich gar keinen Verschluss gebraucht. Aber auch das wusste ich vorher nicht. Schlimmer wäre es gewesen, wenn das Halsloch zu eng wird.


Ich habe die Bluse oben über einer Jeanslatzhose angezogen, unten über einer normalen Jeanshose:



Im Sommer gibt es sicher noch weitere Tragevarianten mit leichterer Kleidung, die noch in den Kisten verstaut ist. Aber grundsätzlich gefällt mir der Bruch, feiner Organza, derber Denim.

Die Bluse ist allerdings noch nicht fertig:

Der Beleg hinten und die Nahtzugabe am vorderen Beleg sind noch nicht befestigt. Auf diesem Foto wollte ich euch eigentlich auch noch den schönen Knopf, vermutlich Original 60er Jahre, zeigen, den ich aus dem Bestand meiner Mutter übernommen habe, der hier einen Ehrenplatz bekommen hat. Ebenfalls aus dem Bestand meiner Mutter sind die schwarzen Pailletten, die ich noch aufnähen werde, um die Belege zu befestigen, um Effekte an Vorder-/Rückenteil und an den Volants zu gestalten. Vermutlich mache ich das wieder freestyle wie mit den Perlen an dieser Bluse. Dafür nehme ich mir irgendwann Zeit.

Für die Kosten, den Schwierigkeitsgrad können einfach alle Angaben aus dem Post des Kleides übernommen werden. Zeit habe ich deutlich weniger gebraucht, weil der Schnitt kopiert war und ich im Organzanähen "drin" war und alles so übernommen habe wie vor 2 Wochen.

Gezeigt auf letzte Minute beim Me made Mittwoch im März, auch, um Manuela einen Eindruck zu verschaffen, die schon auf Bilder gehofft hat, das grüne Organzakleid nehme ich mit zu den Munichfrocktails und trage es dort nun über winterlicher Kleidung. Ein Foto packe ich dann in den alten Post von vor 2 Wochen. Hoffentlich treffe ich viele von euch in München....

Lieben Gruß, Anja

P.S. Die Bluse habe ich nun doch bei den Munichfrocktails getragen, hier in der Runde mit den Nähdels, meiner virtuellen Nähgruppe:


Unten in der Runde derjenigen, die bereits bei Milanfrocktails gewesen sind:



Mit meiner Freundin aus München, die am Samstag entschieden hat, zu kommen und noch etwas auf die Schnelle genäht hat:

Und auf der Weiterfahrt noch einmal in anderer ebenfalls eher winterlicher Kombination:





Dienstag, 20. Januar 2026

Beschäftigungsprojekt für lange Tage - aka eine neue Bluse ist entstanden

Ende November musste ich eine Zwangspause nehmen und zuhause sitzen, mit der Knieverletzung konnte ich auch nicht auf dem Boden zuschneiden oder die Nähmaschine bedienen. Eine Freundin fragte mich, ob ich sticke. Eher nicht. Sie brachte mir dann Bücher zur Beschäftigung vorbei, in dem unten fotografierten Band waren wunderbare Projekte - zum Sticken. An Perlen und Pailletten hatte ich dabei nicht gedacht, aber einfach geschnittene Kleidungsstücke ganz zauberhaft bestickt inspirierten mich doch, Perlen und Pailletten aus dem Fundus zu holen.



Ich habe mich für kleine Perlen, die in meiner Sammlung vorhanden waren, entschieden. Gekauft ursprünglich von meiner Tochter, die sich Ohrringe gefädelt hat. Sie passten perfekt zu einem bunten Stoff, ein Rest von diesem Kleid. Relativ freestyle habe ich die Blüten und Ranken in einen runden Stickrahmen gelegt und bestickt. Unten Details, auf dem Gesamtbild ist die Stickerei nicht erkennbar. Ob Maschinenwäsche funktioniert, keine Ahnung.

Irgendwann als mein Knie schon besser wurde, habe ich auch mehr oder weniger freestyle Vorder- und Rückenteil für ein ärmelloses Top ausgeschnitten, Abnäher hinein gebastelt, das Ganze zusammengenäht. Es passte dann nicht ganz von der Länge, zum Glück hatte ich einen Rest farblich passendes Band, das ich vorne angesetzt habe. Als sollte es so sein, gibt dem Ganzen eine sportliche Note.



Ursprünglich wollte ich hinten nichts aufsticken, wer schaut schon auf die Rückseite. Aber als ich kurz vor Weihnachten in einem Workshop eines kleinen Frankfurter Labels war und die Eigner betonten, wie außergewöhnlich es sei, dass sie auch auf der Rückseite eines Kleidungsstücks kleine Besonderheiten gestalten, habe ich auf der Rückseite auch eine lange Perlenreihe aufgestickt. Vielleicht ahnt man es auf den Fotos.



Nun ist mitten im Winter ein sommerliches Kleidungsstück entstanden. Unbeabsichtigt. So richtig wusste ich nicht, was damit anfangen und auch nicht, wie kombinieren. Bis ich - als mein Knie besser wurde - auf der Leiter die Kiste mit den ungetragenen Sachen runterholte (Lederbermudas von 1995 passt noch - juhu) und mir dieser Rock in die Hände fiel. Auf den ersten Blick krass, aber dann irgendwie doch so als ob es absichtlich diesen Mustermix wollte. Hat mich ein bisschen an Dries van Noten erinnert, wie er im Film die Stoffe nebeneinander legte und Kombinationen erarbeitete.




Zusammenfassung:

Zeitaufwand:  Das Sticken hat lange gedauert, immer mal wieder eine Stunde für eine Sequenz, das ist etwas, das man nur machen kann, wenn man wirklich Ruhe und Muße hat. Die hatte ich, da viel sitzen sollte. Das Nähen der Bluse ging fix, sind ja nur 2 Nähte und die Säume.

Schwierigkeitsgrad: Einfach, wenn man einmal raus hat, wie man am besten die Perlen aufstickt und wie lang der Faden sein darf/soll.

Kosten: Absolut keine. Und schön, wenn man im Bestand Dinge hat, die Verwendung finden.

Herzlichen Gruß

Anja


Donnerstag, 15. Januar 2026

Festliche Hose - Idee für Munich Frocktails und andere Einsatzzwecke

In meinem Winterurlaub gab es in dem kleinen Städtchen, in dem wir eine Woche waren, den Auftritt einer wirklich guten Sängerin (eigentlich ein Duo), noch genialer war die Hose, die die Sängerin (unter ihrem Wintermantel) getragen hat. Da sie ihn irgendwann aufgeknöpft hat, konnte ich mir die Hose etwas näher betrachten. Es handelt sich um eine schwarze Spitzenhose, oben waren dreieckige spitze Einsätze aus dichtem Stoff, sehr apart. Sehr festlich, sehr Dolce & Gabbana. Man kann auf dem Foto ein wenig von der Hose erahnen. Anbei, für wen es interessiert eine Verlinkung zu Devotion, einem halbstündigen Film von Giuseppe Tornatore zu den sizilianischen Ursprüngen.



Die Hose oben von Dolce & Gabbana hat nicht diese spitzen Einsätze, so ein Modell wie die Sängerin getragen hat, habe ich nirgends gefunden. Aber auch das lässt sich konstruieren. Ich war nach dem Urlaub im Stoffladen, der reichlich Spitze führt, es gab auch viele Farben, aber Schwarz gerade ausverkauft (nur mit Pailletten, das wollte ich nicht). In Blau oder Grün wäre mir die Hose zu schlecht kombinierbar gewesen, also habe ich den Plan erstmal auf Wiedervorlage gelegt.

Kurz darauf zeigte Gemeine Wildrebe auf Instagram ihre Samthose, auch schön. Und Samt hatte ich zuhause liegen. Im Herbst 2024 bei Annette Görtz gekauft. Ein erinnerungsträchtiger Tag, ein erinnerungsträchtiger Stoff. Die Brennprobe ergab reine Baumwolle und das Gewebe fühlt sich weich und wertig an.

Warum nicht endlich diesen Stoff vernähen statt neuen Stoff kaufen? Gesagt, getan. Mit dem Videokurs Bundfaltenhose nähen von Inge Soltzyk machte ich mich an die Arbeit. Als Schnittmuster habe ich das von dieser Hose genommen, also eine Mischung aus Inges Hose mit meinem Grundschnitt. Diesmal habe ich die Taschen deutlich vergrößert, denn die finde ich in Inges Schnitt zu klein für meine Hände. Die Bundfalten habe ich durch Abnäher ersetzt. Bundfalten kleiden mich nicht wirklich.

Bei den Videos war ich ein wenig unkonzentriert, ich habe sie mir auch nicht parallel zum Nähen angeschaut, sondern einen Tag vorher. Der Reißverschluss ist falsch herum eingenäht, finde ich nicht schlimm. Auf das halbe Futter habe ich verzichtet, einerseits bei einer Samthose nicht notwendig, andererseits glaubte ich, mein Futterstoff hätte nicht gereicht, hätte er aber doch. Für den Bund habe ich doppelte Einlage genommen und kein Bundband gekauft. Mein Kurzwarengeschäft führt das nur in sehr dick und das hätte zu einer Samthose nicht gepasst. Auf Taschen hinten habe ich diesmal verzichtet.

Ich finde so eine Samthose nicht einfach zu kombinieren. Für alle Tage habe ich mich für diesen Mohairpullover in Oliv entschieden, der dünne braune Rolli, den ich aus Urzeiten besitze, ist mir im Winter zu dünn. 


Farblich passende Pullunder habe ich keine. Überhaupt habe ich wenig, das zu Braun passt. Da muss ich nochmal genauer schauen. Gleiches gilt für die Schuhe, Sneakers werden empfohlen, um den Look lässiger zu gestalten, im Winter bei Schnee keine echte Lösung, auch die Kombination mit Jeansjacken (habe ich nicht), das ist mir aber auch nicht winterfest genug. Die Dirndlbluse mit einem upgecycelten ehemaligen Pullover meiner Mutter (ich glaube, nie getragen, hatte einen V-Ausschnitt) ist auch nicht so schlecht. Rot geht also auch. Ich probiere weiter.


Ich war zwischendrin versucht, aus dem Marleneschnitt eine Flaredhose zu basteln, das kleidete mich allerdings nicht wirklich gut. Also habe ich alles so gelassen wie es war. Der Saum ist handgenäht, das Knopfloch allerdings maschinengenäht.

Zusammenfassung:

Zeitaufwand: Genau wie bei der ersten Hose ein Slow Sewing Projekt, fast eine Woche lang, jeden Tag ein bisschen dran gearbeitet.

Schwierigkeitsgrad: Mit der tollen Videoanleitung gut und einfach umzusetzen. Braucht nur seine Zeit, weil die Videos eben immer ausführlich sind und dauern.

Kosten: ich bin mir nicht mehr sicher, aber ich habe ca. 1,5 m gekauft, der Preis lag vermutlich bei 8 - 10 Euro pro Meter, ich schreibe sowas nicht auf. Alles andere aus dem Bestand.

Viele Grüße, Anja

Mittwoch, 7. Januar 2026

Meine Lieblingsstücke 2025

Hier nun meine Lieblingsstücke, die ich ständig trage, der Lederrock, fast immer in der Kombination mit dem Mohairpullover und den Stiefeln, sehr praktisch, schmutzunempfindlich, für alle Gelegenheiten ein bisschen besonders. Das kleine Loch an der Bruchfalte muss jetzt dringend mal unterfüttert werden, es hat sich leider vergrößert. Ich liebäugele schon mit dem Gedanken, mir einen weiteren Ledercoupon auf dem Stoffmarkt zu kaufen.


Im Sommer und auch im Herbst und Winter mit Strumpfhose und warmem Sweatshirt oder dickem Pullover ist der Tüllrock zu einem echten Lieblingsstück geworden, auf dem Fahrrad muss ich immer aufpassen, aber inzwischen habe ich es raus, dass der empfindliche Stoff nicht in die Speichen gerät. Ich liebe den Rock.


Das Kostüm, wobei ich das Kleid meist ohne die Jacke trage, die Jacke hängt dann über der Stuhllehne, wird ebenfalls gerne angezogen. Nicht ganz so oft wie die beiden Stücke oben, es lässt sich halt nicht so stark kombinieren, aber viel viel häufiger als die normalen Kostüme oder Hosenanzüge bestehend aus Jacke und Hose/Rock.

Auffällig finde ich, dass alle drei Lieblingsstücke nun Rot sind. Blau oder Grün sind eigentlich meine Farben (gewesen), Rot ist erst in den letzten Jahren dazu gekommen. Ich glaube, ich brauche eine neue passende Brille.

Und alle Lieblingsstücke sind selbst konstruiert, sie passen daher wirklich gut. Die Stoffe sind teils älter, teils extra gekauft. Neue Stoffe sind in 2026 nur dazu gekommen, wenn sie tatsächlich gleich vernäht wurden, eine Ausnahme mit einem Rest aus Mailand, den ich irgendwie nicht liegen lassen konnte. Der Schrank mit den Stoffen ist jedenfalls deutlich leerer geworden.

Genäht habe ich gefühlt nicht soviel, am Anfang des Jahres hatte ich keine Lust (entstanden ist ein Bustier), rund um den Mailandaufenthalt war ich dann total motiviert (entstanden sind 4 hyperluftige Sommersachen, für die der deutsche Sommer nicht heiß genug war), das dringend für den Kocherlball benötigte Dirndlblüschen im Juli und im Anschluss 2 herbstliche Röcke, 3 Basicrollis und irgendwann der Tabard (dazu fehlt immer noch eine weitere Kombihose), also doch insgesamt 16 Kleidungsstücke, hätte ich jetzt nicht gedacht. Sogar 17, die Weste, der einzige Fail, ziehe ich nicht an, war ein Versuch mit einem Stoffrest. Gebloggt habe ich viel, auch zu den Ausstellungen, in die es mich immer gerne auf Reisen zieht.

Ausgemistet habe ich nicht soviel, bei dem Steppkleid haderte ich im letzten Urlaub noch, eigentlich mitgenommen, um es am Ende der Reise "abzuwerfen", habe es dann doch nochmal mit nach Hause genommen, obwohl der Stoff anfängt, etwas speckig zu wirken. Aber das Kleid an sich ziehe ich weiterhin gerne an, den dritten Winter jetzt bereits. Das war vermutlich mein erstes rotes Lieblingskleid.

Herzlichen Gruß, ein frohes neues Jahr an alle, die dem Me made Mittwoch folgen, diesen Beitrag lesen und vor allem bleibt gesund!

Anja




Freitag, 21. November 2025

Lederrock statt Lederhandschuhe

Vor mindestens 3, wenn nicht sogar 4 Jahren, habe ich auf dem Stoffmarkt Holland, wo es einen Lederstand gibt, ein größeres Stück dünneres Leder gekauft. Keine Handschuhqualität, aber doch so, dass es für Handschuhe geeignet schien. Ich wollte mir gerne Handschuhe nähen, die weit bis zum Ellenbogen reichen. Lt. dem Lederhändler hatte mein Stück Rockgröße. Ein Weinrot, das ein wenig ins Bräunliche geht, d.h. bei Tageslicht Rot, bei Kunstlicht leicht Braun. Das habe ich aber erst zuhause festgestellt. Ich habe noch einen anderen Stoff, der zuhause nicht mehr Rot war, sondern eher Braun wirkte, aber das ist ein anderes Thema.

Voller Elan habe ich damals die Größe bestimmt, ein Schnittmuster aus einem Handschuhnähbuch kopiert und einen Probehandschuh genäht: aus einem haptisch ähnlichen Stoff mit ähnlicher Dicke. Was für ein Fail! Was für eine Fisselbarbeit! Dann viele Handstiche, sehr exaktes Arbeiten gefordert! Nein, das war so gar nicht meins. Also landete das Leder wieder im Schrank. Immer mal wieder angefasst, ausgemessen, wird es eine Tasche, reicht es für den schönen Rock, den Carola diesen Herbst vorstellte? Alles Fehlanzeige.

Aber da das Leder wirklich zu den ältesten "Stoffen" in meinem Schrank gehört und mir bei der Recherche oft Leder begegnete (übrigens auch interessante Oberteile) ging es los, ein ganz schlichter Rock sollte es werden, für mehr hätte das Stück auch nicht gereicht. Ich habe ebenfalls Teilungsnähte in die Mitte genäht, denn ohne diese wäre der Rock sehr kurz geworden. 

Unten meine Inspiration:


Und nun zum Ergebnis:







Von hinten knittert der Rock leider sehr, so ist das Leben nach 3 Stunden auf dem Stuhl:



Da man Ledernähte nicht flachbügeln kann, habe ich alle Nähte beidseitig abgesteppt, siehe Detailfoto unten. Der Saum ist abgesteppt, der Reißverschluss doppelt gesteppt, ich hatte nicht genug Material, um noch einen Innenbund zu nähen, daher habe ich oben ganz schmal umgeklappt und umgesteppt, damit das Futter nicht herausschaut. Da ich sicher niemals etwas trage, was ich in den Rock hinein stecke, kann ich mit der etwas unsauberen Lösung leben.

Ursprünglich habe ich mit einer Ledernadel angefangen zu nähen: entweder diese einzige Nadel, die mir noch nicht gebrochen ist, war zu dick oder das Leder eben doch sehr viel feiner als alle bisherigen Leder, die ich vernäht habe. Die Naht war total unsauber, fiel fast auseinander, Unter- und Oberfaden verbanden sich nicht. Ich bin dann zu einer Jeansnadel umgeschwenkt, was funktioniert hat.

Ich habe wirklich versucht das Maximum an Länge herauszuholen. Leider habe ich kein Foto davon, wie ich die selbst konstruierten Bleistiftrockstücke aufgelegt habe, aber glaubt mir, es passte so gerade.

Leder hat zwar keinen Strich, aber offiziell soll man es schon in einer Richtung auflegen, in Wuchsrichtung. Vor langer Zeit recherchiert und nie beachtet.

Ich bin ganz zufrieden mit dem sehr schlichten Rock. Durch das Material hat er doch etwas Besonderes. Im Endeffekt ist die Farbe schön herbstlich und vermutlich trage ich den Rock genauso oft wie ich Handschuhe tragen würde.

Einen Makel habe beim Sitzen in der U-Bahn bemerkt. An einer Stelle, siehe Foto, schimmert die Strumpfhose durch, da sind zwei kleine Löcher in einer Linie, wo mal ein Faltenbruch oder ähnliches war (auf dem Foto ganz links etwas oberhalb des Saums erkennbar). Habe ich weder beim Kauf noch beim Zuschnitt gemerkt. Ich hoffe nun, dass die Löcher erstmal nicht größer werden bzw. sich nicht miteinander verbinden.



Zusammenfassung: 

Zeitaufwand: Ich habe eine ganze Woche jeden Abend etwa 2 Stunden an dem Rock gearbeitet, Schnittkonstruktion, Zuschnitt planen, Futterrock und Rock nähen, Reißverschluss einigermaßen ordentlich einsetzen. Alle Nähte umkleben und steppen. Eine Menge Zeit für einen einfachen Bleistiftrock. Das Material lässt grüßen.

Schwierigkeitsgrad: einfach, die Konstruktion eines Rockes ist keine große Sache, selbst konstruiert passt er dann auch, das Einnähen des Reißverschlusses in der gekrümmten Seitennaht etwas tricky, nachdem ich die richtige Nadel hatte, funktionierte auch das Zusammennähen gut.

Kosten: Futterrest von Annette Görtz, 2 Euro, Reißverschluss aus der Karstadt Auflösung, 1 Euro, Leder vom Stoffmarkt: 60 oder 70 Euro, erinnere es nicht mehr genau.

Herbstliche Grüße

Anja






Mittwoch, 5. November 2025

Celine - Phoebe Philo - Tabard aus der Resort Collection 2016 - nachgenäht

Über die Seite Archive Dot auf Instagram oder so ähnlich, wo Sachen aus älteren Kollektionen von Celine/Phoebe Philo verkauft werden, bin ich auf mein zuletzt genähtes Kleid gestoßen und auch auf dieses interessante Kleidungsstück, für das ich den letzten Rest des Stoffes von Annette Görtz verwendet habe.

Ich hatte mir ein paar Screenshots gemacht, oben eine kleine Zusammenstellung. Später habe ich dann gezielt gesucht, mir fehlte eine Bezeichnung, was das eigentlich ist: kein Pullunder, kein Kleid, kein Poncho .... so kam ich auf eine andere Seite, in der eben jenes Kleidungsstück in Grün abgebildet war, beide entstammen der Resort Collection 2016 und heißen Thabard oder Tabard oder Tappert oder auf Deutsch Wappenrock. Stimmt, an so etwas erinnert das Teil. Bei Celine werden noch die Cut-outs erwähnt, es sind aber keine Cut-outs, sondern es wird eindeutig geknöpft.

Das Schnittmuster ist sehr einfach. Mein Problem war die Stoffbreite, denn ich bekam nicht beide Stücke mit angeschnittenen Knopf-/Knopflochriegeln nebeneinander auf meinen Stoffrest (es ist der Rest von Kleid/Jacke, nur habe ich die andere, die graue Stoffseite verwendet). Also entschied ich mich, die Riegel separat zuzuschneiden und anzunähen. Gerne hätte ich alles gedoppelt, aber nur der rückwärtige Riegel ist gedoppelt, für alles andere hatte ich nicht genug Stoff. Ein echtes Resteprojekt. Gerade noch genug, um für die Paspelknopflöcher Wendestücke zuzuschneiden.


In meiner Konstruktion waren ein paar Denkfehler: besser hätte ich die Riegel unter der rechten Seite angenäht, damit wären die Nähte weniger sichtbar gewesen. Und noch besser hätte ich die Knopfteile auf die hinteren Riegel genäht, wie im Original. Bei mir schaute man von vorne auf die Öffnung. Ich habe aber keine Lust, alles nochmal aufzutrennen. Dann kam mir der Gedanke, dass ich das Kleidungsstück einfach drehe und Hinter- und Vorderteil tausche. Die Schnittteile sind identisch. Ich habe lediglich den Halsausschnitt vorne weiter aufgeschnitten und gesäumt (das aufgenähte Label wurde abgetrennt und auf die neue hintere Mitte platziert). So geht es.

Ich muss sowieso schauen, wie und wann ich das Teil anziehen kann. Es wird ausschließlich mit Hosen getragen, scheint mir. Wichtig ist auch eine Kontrastfarbe. Jeans habe ich, wären geeignet, sind für mich aber nur in der Freizeit eine Option. Gut wärmen tut der Tabard in jedem Fall.

Einen ersten Versuch habe ich mit der blauen Cordhose und dem dunkelblauen Rolli gestartet. Ein noch größerer Kontrast wäre noch besser, damit man die Cut-Outs richtig sieht.

Der Text des Labels, das Tina selbst gemacht hat und uns allen zum Nähdelstreffen in Frankfurt mitgebracht hat, lautet: Wunderbar. Frankfurt 2025. Danke nochmal an dieser Stelle.




Der Tabard wärmt gut, passt zum Glück unter einen sehr übergroßen von meinem Vater übernommenen Wintermantel und jetzt brauche ich eigentlich weitere einfarbige Hosen. Nein, so ist nicht die Idee. Aber ich trage ihn und habe bereits Komplimente bekommen.

Gezeigt beim Me Made Mittwoch im November, einem Monat, in dem das Kleidungsstück gerne getragen wird, Lagenlook ist einfach super. Weitere Kombinationen stehen noch vor dem Ausprobieren.

Zusammenfassung:

Schwierigkeitsgrad: die größte Schwierigkeit war die Denkleistung hinsichtlich meiner eingeschränkten Stoffmenge und ob das überhaupt Sinn gibt oder für den Mülleimer ist. Zu gerne hätte ich alle Riegel gedoppelt. Zu gerne hätte ich es an einem Stück zugeschnitten.

Zeitaufwand: 4 Tage, jeden Abend, zzgl. Handstiche für 6 Paspelknopflöcher und 4 Knöpfe

Kosten: keine, Stoffrest, für den ich sonst keine Verwendung gehabt hätte, Garn, Knöpfe aus dem Bestand. Und es ist wirklich max. ein Stück 20 x 30 cm übrig geblieben.

Viele Grüße

Anja

Mittwoch, 24. September 2025

Jäckchen aus Stoffrest zum ärmellosen Kleid

Ich berichtete ja schon von der Entstehung meines Wollkleides. Ich besitze mehrere Trägerkleider, die ich gerne im Herbst/Winter mit Rolli usw. trage. Im Fall dieses Kleides habe ich ursprünglich nicht an Rolli gedacht, aber natürlich ist der eine Option. Ich hatte noch reichlich (und habe immer noch mehr als einen Meter) Stoff von dem Kleid übrig und habe beschlossen, ein kleines kurzes Jäckchen zum Kleid zu nähen. Ganz einfach kastig, taillenkurz, mit ähnlichen Teilungsnähten hinten wie am Kleid und mit den großen Gardinenringösen, um eine Verbindung zwischen Kleid und Jacke herzustellen.

In einer der letzten Folgen der britischen Sewing Bee gefiel mir der sehr spitze Blusenkragen der Moderatorin sehr gut. So einen Kragen konnte ich mir auch gut an der Jacke vorstellen. Das Ergebnis ist etwas weniger spitz geworden, aber doch anders als "normale" Kragen.


Auf der Rückseite sollte man eigentlich die identischen Teilungsnähte von Kleid und Jacke erkennen können. Die Gardinenösen sind am Kleidersaum und an den Ärmelsäumen. Da hatte ich vorher etwas herumprobiert. Schlussendlich habe ich auch nur einen Knopf oben angenäht, sonst wäre es mir optisch zu viel gewesen.


Letztes Wochenende fiel mir ein ganz wundervoller, dünner Baumwolljersey von Haider Ackermann in die Hände. Er lag fast 170 cm breit, so dass ich nur 60 cm gekauft habe - in der Annahme, das reicht für ein Shirt - gereicht hat es, aber nicht für einen Rolli. Schnittmuster ist Burdastyle 118 aus 11/21, siehe unten, es gab den Schnitt auch mit langen Ärmeln, die ich nochmal verlängert habe. Das Oberteil ein wenig gekürzt, damit für das breite Bündchen noch Stoff übrig ist. Ein Crunchie ist aus dem Rest auch entstanden, ohne Foto.




In dem Gesamtoutfit fühle ich mich sehr wohl, mit oder ohne Jacke, ganz wie die Temperaturen es verlangen. Was mit dem restlichen Stoff passiert, mal sehen, sicher findet sich noch etwas.


Zusammenfassung:

Schwierigkeitsgrad: einfach, eine schnelle wenig geformte Jacke ohne Anpassungsbedarf und das Shirt mit wenigen Nähten im Zickzack. Die einzige Herausforderung war das Knopfloch, aber von Mal zu Mal gelingen mir Paspelknopflöcher besser. Mit diesem bin ich erstmalig zufrieden.

Zeitaufwand: das Shirt war so schnell zugeschnitten wie der Schnitt kopiert war. Wenige Nähte, ein Abend. Die Jacke, vor allem die Konstruktion des Kragens, dauerten etwas länger, aber auch insgesamt max. 4 Stunden

Kosten: Jersey The Fabric Sales 9 Euro, Wolle Annette görtz Outlet ca. 7 Euro, Knopf, Gardinenösen, Garn aus dem Bestand.

Die kalte Jahreszeit kann kommen.

Herzlichen Gruß, Anja







Mittwoch, 17. September 2025

Im Stil von Celine 2013 - Phoebe Philo

Irgendwann vor ein paar Wochen wurde mir eine Seite in meinen Instagram Account gespült. Ein Kleid, wie es mir sofort gefiel, ich habe es abgespeichert und sehr schnell für so gut befunden, dass ich es sehr bald für den Herbst genäht habe.

Bei dem Kleid handelt es sich um ein Modell von Phoebe Philo für Celine aus der Herbstkollektion 2013. Diese Angaben stammen aus dem Instagram Account, der Vintage Sachen von Celine verkauft, selbst nachprüfen konnte ich das nicht. Ich habe die Kollektion nicht gefunden.

Ich mag diese schlichten Kleider, die dennoch aufgrund von einigen Besonderheiten besonders sind: Teilungsnähte, raw edges, tiefe Taschen, elegant und gleichzeitig sportlich.

Einen Stoff, der ursprünglich für einen Mantel gedacht war (Woll Doubleface grau-weinrot) aus dem Fabrikverkauf von Annette Görtz (knapp 2,5 Jahre alt, einer der alten Stoffe aus meinem Schrank, ältere habe ich nicht, daher gut abgelagert :-) Ich hatte 4 m gekauft, 30 Euro dafür bezahlt, aber der Stoff ist ziemlich dünn. Für einen Wintermantel zu dünn. Für ein Winterkleid prima. Das oben gezeigte Modell ist aus Kaschmir (-mischung?), insofern passt Wolle auch irgendwie.

Als Basis für den Schnitt habe ich ein wenig ausgestelltes A-Linien-Kleid genommen, obligatorische Schulter- und Brustabnäher eingefügt. Dann die Teilung der Vorder- und Rückenteile entsprechend der Bilder geschnitten. Im Anschluss habe ich Teile des seitlichen Rückens an das seitliche Vorderteil montiert, den dortigen Teil des Brustabnähers integriert und die große Tasche ergänzt (dort liegt der Stoff am Ende doppelt. 

Das Probeteil aus Bettwäsche passte auf Anhieb gut. Also habe ich zugeschnitten. Siehe unten.


Platzsparend wie immer, insofern blieb sehr viel Stoff übrig. Dazu in einem der nächsten Posts, denn - wie ihr euch denken könnt - ein Wollwinterkleid mit kurzen Ärmeln ist irgendwie nicht das Wahre.

In der Realität wird es (leider) in den nächsten Tagen wieder warm, so dass ich das Kleid nicht zu dem geplanten Event am Wochenende anziehen werde. Ganz ohne Bluse oder Rolli darunter - wie in den Fashion Show Bildern oben - finde ich auch ein Winterkleid sehr merkwürdig. Ich habe hier für das Foto einfach eine weiße Bluse untergezogen.



Alle Nähte sind unversäubert, der Stoff franst nicht aus. Ich habe jede Naht erneut sichtbar abgesteppt. Die ursprünglich geplante offenkantige Mitte vorn habe ich gegen eine normale Naht rechts auf rechts ausgetauscht. Die Taschen sind ein bisschen tief. Tatsächlich ist das bei dem Modell auch so, ich persönlich hätte sie jetzt allerdings lieber etwas höher.

Um dem ganzen noch ein bisschen Pfiff zu geben habe ich unten die Gardinenringe, die von meinem Mantel übrig geblieben sind, eingebaut. Ein Bandrest als Label auf der inneren Rückseite, das ist es schon.


Auf den Detailbildern sieht man ein bisschen was von der Konstruktion, die mir gut gefällt. Bei einem erneuten Versuch würde ich die Taschen höher setzen, überall etwas Länge zugeben, vor allem in der vorderen Mitte, da hatte ich später mehr weggeschnitten als ich wollte, um diese Krümmung zu erzielen. Es ist o.k. so, aber geplant war etwas länger.


Zusammenfassung:

Schwierigkeitsgrad: Die Konstruktion war sicher eine der komplexesten, die ich bisher ausgeführt habe, insofern habe ich ein wenig getüftelt, das hat Zeit gekostet, war aber nicht schwer. Es musste ja nur ein Basisschnitt zerschnitten und neu zusammen gefügt werden. Aber das ist natürlich immer subjektiv. Das Nähen einfach, ich habe mir mit dem Innenleben keine besondere Mühe gemacht, eher mit der Wirkung nach außen.

Zeitaufwand: sehr hoch, von der Recherche über das Austüfteln, kleben, Probemodell, Zuschneiden, Verändern am fertigen Modell, insgesamt eine Woche mit einem ganzen Wochenendtag und allen Abenden.

Materialkosten: Der Stoff war günstig obwohl er haptisch hochwertig ist, Wolle mit wahrscheinlich noch etwas anderem drin. Es ist noch mehr als die Hälfte übrig, also ca. 12 - 15 Euro. Garn, Gardinenringe, Band aus dem Bestand.

Herzlichen Dank fürs Schauen, viele Grüße

Anja