Ende November musste ich eine Zwangspause nehmen und zuhause sitzen, mit der Knieverletzung konnte ich auch nicht auf dem Boden zuschneiden oder die Nähmaschine bedienen. Eine Freundin fragte mich, ob ich sticke. Eher nicht. Sie brachte mir dann Bücher zur Beschäftigung vorbei, in dem unten fotografierten Band waren wunderbare Projekte - zum Sticken. An Perlen und Pailletten hatte ich dabei nicht gedacht, aber einfach geschnittene Kleidungsstücke ganz zauberhaft bestickt inspirierten mich doch, Perlen und Pailletten aus dem Fundus zu holen.
Ich habe mich für kleine Perlen, die in meiner Sammlung vorhanden waren, entschieden. Gekauft ursprünglich von meiner Tochter, die sich Ohrringe gefädelt hat. Sie passten perfekt zu einem bunten Stoff, ein Rest von diesem Kleid. Relativ freestyle habe ich die Blüten und Ranken in einen runden Stickrahmen gelegt und bestickt. Unten Details, auf dem Gesamtbild ist die Stickerei nicht erkennbar. Ob Maschinenwäsche funktioniert, keine Ahnung.
Irgendwann als mein Knie schon besser wurde, habe ich auch mehr oder weniger freestyle Vorder- und Rückenteil für ein ärmelloses Top ausgeschnitten, Abnäher hinein gebastelt, das Ganze zusammengenäht. Es passte dann nicht ganz von der Länge, zum Glück hatte ich einen Rest farblich passendes Band, das ich vorne angesetzt habe. Als sollte es so sein, gibt dem Ganzen eine sportliche Note.
Ursprünglich wollte ich hinten nichts aufsticken, wer schaut schon auf die Rückseite. Aber als ich kurz vor Weihnachten in einem Workshop eines kleinen Frankfurter Labels war und die Eigner betonten, wie außergewöhnlich es sei, dass sie auch auf der Rückseite eines Kleidungsstücks kleine Besonderheiten gestalten, habe ich auf der Rückseite auch eine lange Perlenreihe aufgestickt. Vielleicht ahnt man es auf den Fotos.
Nun ist mitten im Winter ein sommerliches Kleidungsstück entstanden. Unbeabsichtigt. So richtig wusste ich nicht, was damit anfangen und auch nicht, wie kombinieren. Bis ich - als mein Knie besser wurde - auf der Leiter die Kiste mit den ungetragenen Sachen runterholte (Lederbermudas von 1995 passt noch - juhu) und mir dieser Rock in die Hände fiel. Auf den ersten Blick krass, aber dann irgendwie doch so als ob es absichtlich diesen Mustermix wollte. Hat mich ein bisschen an Dries van Noten erinnert, wie er im Film die Stoffe nebeneinander legte und Kombinationen erarbeitete.








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