Mittwoch, 18. April 2018

12xmemade - April - finished

Die wenigen Dinge aus Stoffresten, die ich im April (mit Mühe) geplant habe, sind schnell fertig geworden. Es handelt sich um immerhin 7 Unterhosen, für die ich den abgewandelten Schnitt Panty von Pattydoo verwendet habe. Ich habe ihn so abgewandelt, dass er eigentlich mit dem Original nur noch wenig zu tun hat, hinten und vorne höher und der Beinausschnitt tiefer, das finde ich bequemer und ist im Laden auch schwerer zu finden. Ich hatte mal ein bisschen Ziergummi gekauft, das reichte gerade für den Abschluss von zwei Unterhosen, alle anderen haben oben normales Gummi eingeschlagen.

Des Weiteren sind die vier Tischsets aus Resten für die Geigenlehrerin fertig. Leider hat sich meine Tochter entschlossen, in der Oberstufe mit den Orchester und dem Instrumentalunterricht aufzuhören. Die Schule und das zwei Mal wöchentliche Reiten reichen ihr neben dem Nachmittagsunterricht, der vermutlich nächstes Jahr noch mehr wird. Also dann jeden Nachmittag, außer an dem Orchesternachmittag.



Dann habe ich aus einem Stoff, den ich letztes Jahr bei Nina von Kleidermanie erworben habe, eine japanische Tunika, Modell E aus dem Stylish Dress Book, genäht. Die hatte ich bereits einmal aus Webware und zwei Mal aus Jersey genäht, alle drei Versionen habe ich letzten Sommer ausgemustert, weil verschlissen bzw. verwaschen. Bei dem Baumwollexemplar saß der Ärmel etwas eng, das habe ich diesmal geändert. Sie ist sehr bequem, die Taschen sitzen perfekt im Stoffmuster.



Derzeit ziehe ich lieber Kleider an, weil mir Hosen zu warm sind, aber es kommen sicher wieder kühlere Tage. Ende des Monats verlinke ich bei Chrissy.

Viele Grüße

Anja

Montag, 16. April 2018

München meets Stuttgart - Spätzle meets Brezn - Nähbloggertreffen 2018

Nach längerer Abstinenz, weil es terminlich nicht geklappt hat bzw. ich keine Lust auf Übernachtung hatte, war ich letzten Samstag auf dem Nähbloggertreffen in Augsburg. Eigentlich war es eher ein Näh-Instagrammer-Treffen, denn auf der Teilnehmerliste konnte ich nur ganz wenige Blogs identifizieren. Das zeigt, wohin die Richtung geht ....  mit dieser Datenschutzverordnung habe ich mich noch nicht beschäftigt, das kommt ja noch dazu.

Aber erstmal zum Treffen: 36 Nähbegeisterte haben im (kleinen, engen, aber feinen) Lagerverkauf von Karlotta Pink in Augsburg wundervolle Ethnostoffe angefasst, gekauft, sich von Modellen von So! Pattern inspirieren lassen und Kontakt geknüpft. Ich kannte Karlotta Pink bisher nicht, ich bestelle auch keine Stoffe, sondern muss sie berühren, um einen Eindruck zu bekommen. Wegen Stoffdiät usw. wollte ich nichts kaufen, wäre aber fast bei einem farblich traumhaften Brokatseidenstoff schwach geworden. Nicht die 69 Euro den Meter haben mich abgehalten, sondern die Breite von 1,20, die finde ich suboptimal. Bei 20 cm mehr Breite hätte ein Meter für ein traumhaftes Etuikleid gereicht, so nicht.

Überhaupt gab es Stoffe, die nur 80 cm breit lagen, man musste also genau aufpassen. Erst am Ende habe ich die (zusammengefalteten) Sarongstoffe entdeckt, ganze Stücke, die nicht zugeschnitten werden. Auf der Homepage des Onlineshops kommen diese überhaupt nicht zur Geltung, ein Zeichen mehr, wie ungeschickt es ist, zu bestellen. Bei den Sarongstoffen (25 Euro für ein Stück, das etwa 180 cm mal 120 cm misst) fand ich den Preis prima, die Waxprint Stoffe kamen mir sehr überteuert vor. Haptisch ähnliche Stoffe habe ich im Kölner Waxprintladen zu einem Fünftel des Preises gekauft (allerdings muss ich dort ein ganzes Stück abnehmen, hier hätte man vermutlich auch kleine Stücke bekommen können).

Danach ging es in das Textil- und Industriemuseum, das erst 2010 in einer alten Weberei und Spinnerei eröffnet worden ist.


Wir hatten eine absolut geniale und informative Führung, die einem wieder einmal klar machte, dass die Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie (und vermutlich nicht nur der) als Startsignal für Industrialisierung auch in Deutschland in ihren Anfangszeiten genauso schlecht waren wie sie es heute in Asien sind. Erst langsam haben sich Arbeitsschutz, Gewerkschaften, Parteien, Kantinen, Gesundheitssysteme usw. heraus gebildet. Schockierend laut waren die ersten Webstühle. Kaum jemand hat sich nicht die Ohren zugehalten, in einer Halle damals war der Lärm aufgrund der Anzahl der Maschinen erheblich höher. Es gab alte Stoffmustermappen zu sehen, Kleidung aus den letzten 2 Jahrhunderten, Informationen zu Färbe- und Stoffdruckentwicklung usw. Leider fehlte uns die Zeit die sehr interessante Modesonderausstellung anzuschauen. Ich kann das Museum jedem, der in Schwaben ist, sehr empfehlen. Es gibt dort auch viele interessante Workshops, auch für und mit Kindern.




Anschließend haben wir gegessen und am Abend habe ich bei meiner Freundin stundenlang in alten Carinaheften geschmökert und Näherfahrungen ausgetauscht.

Das Bloggertreffen habe ich nämlich in eine langes Wochenende in München eingebettet. So war ich Freitag bereits bei bestem Sommerwetter (während es in Frankfurt Dauerregen hatte) im Murnauer Moos wandern, habe endlich das Gabriele Münter Haus besichtigt, einen Stopp am Starnberger See gemacht, wo sich eindrucksvoll ein Gewitter über dem Alpenkamm zusammen braute und mich an alte Zeiten in Pasing und Nymphenburg erinnert. Sonntags ging es dann in die Pinakothek der Moderne und ein studentisches Dachcafe mit Blick auf die Frauenkirche. Ein perfektes Wochenende. Und die Feststellung, dass sich nicht nur Frankfurt in den letzten Jahren sehr gravierend verändert, sondern München auch.

Viele Grüße, Anja

Samstag, 7. April 2018

12xmemade - Pläne für den April

 12xmemade-04



Was ich im April vorhabe, ist nicht so spannend, aber ich schaffe Platz. Es hat auch ein paar Tage gedauert bis ich mir klar geworden bin, was ich diesen Monat überhaupt nähen kann. Winter- oder Übergangssachen sind bei heute 30 Grad auf dem Balkon nicht mehr nötig. Sommersachen habe ich erstmal genug, ich freue mich, die vom letzten Jahr wieder anziehen zu können.

Aber sicher kommt bald wieder die Lust, weitere Sommerkleider zu nähen. Um für die Stoffreste, die dabei zwangsläufig übrig bleiben, Platz zu schaffen, miste ich meine Stoffresteschublade aus. In dieser befinden sich alle kleinen Reste, die nicht für ganze Kleidungsstücke reichen. Reste von dickeren Stoffen, die jetzt schon nicht mehr in die Schublade passen (in meinem Fall Fleece) liegt im Schrank neben den eigentlichen Stoffen (die auf ihre Bestimmung warten).


Ich habe aus Jerseyresten 4 Unterhosen zugeschnitten, aus Baumwolle ganz viele Stoffstreifen, um 4 Platzsets als Geschenk für die Geigenlehrerin zu nähen / quilten. Fleece wird das Innenleben der Tischsets darstellen und für die Rückseite werde ich voraussichtlich eine nicht mehr genutzte schlichte Tischdecke zerschneiden.


Das ist alles nicht spektakulär, weitere Pläne habe ich derzeit nicht. Es passt auch nicht in meine persönliche Challenge, jeden Monat etwas Neues auszuprobieren. Aber: Es wird sich sicher zum Monatsende irgendetwas ergeben. Verlinkt bei Chrissy.

Viele Grüße

Anja

Mittwoch, 4. April 2018

La Mia Boutique Hemdblusenkleid aus "Gruselstoff"

Letztes Jahr habe ich eifrig bei Frau Küstensockes Stoffdiät mitgemacht. Bis ich meine Stoffe gegen Ende des Jahres auf ein Minimum reduziert hatte. Ich verfolge die Posts jedoch immer noch gerne. Beim letzten Treffen der Diätgruppe ging es um die Ideenfindung zur Verwendung von Gruselstoffen. Die Stoffe, die Antje als Gruselstoffe vorstellte, sahen eigentlich nicht so gruselig aus. Insbesondere gefiel mir ein beflockter Jeans, der farblich genau in mein Schema passte.

Danke, liebe Frau Küstensocke, dass du an mich gedacht hast. Ein kurzer Mailaustausch, ein Probestück des Stoffes, ich entschied mich, den Stoff zu nehmen. Als das Päckchen hier ankam, war ich begeistert. So ein schöner Stoff, wunderbar, wie er mich vor dem Spiegel kleidete. Ein Grund, ihn bald zu vernähen.

Beim letzten Me Made Mittwoch hat mir zudem die Jeansversion eines Hemdblusenkleides von Das Büro für schöne Dinge sehr gefallen. Aus einem vorhandenen Jeansstoff habe ich jedoch im März eine Hose genäht. Dieser beflockte Stoff schien mir für ein Kleid noch schöner zu sein.

Bei einer Recherche in Schnittmusterheften fand ich in La Mia Boutique 6/2013 ein schönes schlichtes Kleiderschnittmuster im Hemdblusenstil. Allerdings leider nur als taglia forte, ab der italienischen Größe 46 und dann noch ziemlich oversize.


Beherzt habe ich den Schnitt in der Weite verkleinert, außerdem Brustabnäher eingefügt, die Vorder- und Rückenteile um 10 cm verlängert, die Ärmel im oberen Teil um 10 cm verlängert. Damit das Ganze ein wenig pfiffiger wird, habe ich den beflockten Jeans mit schlichtem schwarzem Jeans gemixt. Taschenoberteile, Kragen, untere Manschetten in Schwarz. Sämtliche Ziernähte sind in staubblau abgesteppt. Meine Knöpfe sind aus dem Bestand, ich habe statt der vorgesehen 5 Knöpfe sämtliche Knöpfe, die irgendwie passten verwendet, insgesamt 8, davon 1 hellblauer und 7 schwarze, alle in der gleichen Größe. Die Knopflöcher könnten einen Minitick länger sein. Hilfreich für die richtige Platzierung der Knöpfe fand ich diese Anleitung.

Zwischenzeitlich dachte ich daran, noch einen Bindegürtel in Schwarz zu ergänzen, aber das steht mir nicht, zum einen ist der Stoff doch recht steif, zum anderen habe ich nicht soviel Taille.



Es kann sein, dass ich den oberen hellblauen Knopf nochmal abtrenne und in Schwarz festnähe. Ich war einfach zu faul umzufädeln. Bin sehr angetan von diesem spontanen Kleid, da die Temperaturen noch nicht so warm sind, kann ich es prima anziehen.



Das Kleid lässt sich auch als Mantel tragen, wie man sieht. Ein sehr variables Kleidungsstück.


Gezeigt beim   http://memademittwoch.blogspot.de/2018/04/me-made-mittwoch-am-4-april-2018.html im April.

Grüße

Anja

Montag, 2. April 2018

Anker RZ

Bei einem der letzten Besuche bei meiner Mutter, meinte diese, dass demnächst alte Geräte abgeholt werden und sie endlich ihre alte Nähmaschine loswerden möchte. Das Museum in Bielefeld hatte bereits ein Exemplar und sie steht ja doch nur herum. Gekauft hat meine Mutter sie nach ihrer Schneiderinnenausbildung als in dem Atelier, in dem sie arbeitete, in den 50er Jahren die ersten elektrischen Nähmaschinen angeschafft wurden. Von den ersten Gehältern (damals vermutlich ein halbes Jahresgehalt) hat sie diese Anker RZ mit einem fest angebauten Pfaff Motor gekauft. Mit dem Nähmaschinenkoffer ist sie damals (in Ermangelung eines anderen Koffers) mit ihrer Chefin zu einer Messe nach Paris gefahren.

Auf der Anker wurde dann 30 - 40 Jahre genäht. Irgendwann in den 80er Jahren hat sie eine leichtere Kunststoffnähmaschine bekommen, weil sie die Anker kaum noch aus dem Nähmaschinenkoffer auf den Tisch heben konnte (ich schaffe das auch kaum!). Seitdem steht der Nähmaschinenkoffer samt Maschine samt Fußpedal und diversem Zubehör und (glücklicherweise) der Bedienungsanleitung in einer Kammer.

Vor etwa 2 Wochen ist sie bei mir eingezogen. Auch wenn ich eigentlich keinen Platz habe, aber mit dieser Maschine sind diverse Kindheitserinnerungen verbunden, denn meine Mutter hat nahezu immer am Esstisch irgendwas damit genäht. Und auch ich habe meine ersten Nähübungen damit gemacht. Erst als wir in der 5. Klasse in der Schule auf Nähmaschinen mit manuellem Fußantrieb, die auf einem Tisch festverschraubt waren (und mit denen ich leider überhaupt nicht zurecht kam), nähen sollten, wurde mir klar, dass die Maschine meiner Mutter "modern" war.

Heute habe ich mir die Zeit genommen, die Maschine zu begutachten und in Betrieb zu nehmen. Die Bedienungsanleitung ist supertoll. Das Einfädeln hat auf Anhieb geklappt, auch wenn die Maschine meiner Mutter für einen Zweinadelbetrieb gerüstet ist und damit ein wenig anders einzufädeln ist. Manch eine neuzeitliche Bedienungsanleitung könnte sich davon ein Stück abschauen.


Genauso klappte das Aufspulen, Einlegen der Spule und Verstellen der Oberfadenspannung auf Anhieb. Sie näht! Laut, langsam erstmal, ungewohnt. Ich habe leider keine Ersatznadel (mal abgesehen von der Zwillingsnadel) und weiß nicht, ob man diese Nadeln noch bekommt.



Oben eine Rückansicht des Motors. Es gibt noch so kleine Kohlestückchen, die ab und zu wie auch immer (???) ersetzt werden müssen. Davon habe ich leider in der Anleitung nichts gefunden. Vermutlich hat die Kohle mit dem Motor zu tun.

Ansonsten viele Füße, einige konnte ich anhand der Anleitung identifizieren (Säumer, Knopfannähfuß, breiter Säumer mit Abstandshalter .....), von den Stichplatten ist eine defekt, dafür gibt es aber einen Ersatz. Was man mit dem Gummiband macht, ist mir ein Rätsel, für das Handrad und den Antrieb ist es zu kurz. Alles praktisch in dem Blechkasten zu verstauen und dann in das ausklappbare Beistellfach zu packen.


Zu diesem Post hat mich der von MadewithBlümchen, den ich heute Morgen gesehen habe, inspiriert.

Ostergrüße

Anja

Dienstag, 27. März 2018

La Mia Boutique - Bluse aus Modal

Modal tauchte letztes Frühjahr ziemlich häufig in Nähblogs auf, vor allem bei Rums schien ganz viel Modal vernäht zu werden, meist in bunt gemustert, meist von Lillestoff. Ich wusste gar nicht so genau, was Modal ist. Jersey, Viscose, auf jeden Fall neu und toll.

Nun springe ich nicht auf jeden Zug auf, lieber vernähe ich inzwischen sowieso Webware. Beim Schnittmusterkioskgeburtstag von Meike bekam ich eine Goodie Bag, in der sich 1,5 m Modal in einer - wie ich fand - für den Sommer unglücklichen Farbkombination befanden. Aber wie sagt man so schön, einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul. Der Modal lag dann erstmal ein halbes Jahr im Schrank, weil ich mir so dünnen Stoff nicht im Winter vorstellen kann.

Als ich den gleichen Modal dann beim letzten Me Made Mittwoch bei Anja vom Freizeitparadies vernäht sah, dachte ich, es wird Zeit ...

Ein Schnittmuster war schnell gefunden. Die La Mia Boutique habe ich in den Osterferien vor einem Jahr in Umbrien gekauft. Der Schnitt auf dem Titelbild schien zu Modal und zum grafischen Muster zu passen.

Los ging es: Schnitt abpausen, finde ich nicht schlimm, bei der LMB sind die Linien viel besser erkennbar als bei Burda, Schnitt auf den Stoff auflegen, feststecken, ausschneiden. Den Schnittauflageplan hätte ich mir besser genauer angeschaut. Die asymetrischen Volantärmel hätte ich nämlich im Bruch zuschneiden müssen, dafür war es nach Ärmel Eins zu spät, der Stoff hätte auch nicht mehr für zwei weitere Volants gereicht. Also leider eine Naht an der Vorderseite des Volants. Zum Glück fällt das nicht weiter auf, weil so ein Volant ja in sich zusammenfällt.

So angenehm sich der Modal anfühlt, so seidig seine Optik ist, so flutschig verhält er sich beim Stecken und so fummelig ist es, ihn an den Rändern knapp abzuschneiden, wie ein günstiger Jersey, der sich sofort am Rand einrollt. Mittelprächtig zu bügeln, sehr, sehr schwerer Fall ... so toll finde ich Modal nicht, mir ist Baumwolljersey lieber, aber noch lieber vernähen ich Webware.

Ich habe mich dann auch informiert und festgestellt, dass er auch ökologisch nicht so toll ist wie man denkt. Irgendwo wird er für Nachtwäsche im Sommer empfohlen, weil saugfähig und nicht wärmend.

Am Schnitt (italienische Größe 40) habe ich folgende Modifikationen vorgenommen: 10 cm verlängert, von schräg unten einlaufende Brustabnäher eingefügt (das gefällt mir einfach besser) und den Ausschnitt etwas verkleinert.


Ich mag den Schnitt. Ich kann mir vorstellen, eine ähnliche Bluse aus anderem fließend fallenden Stoff zu nähen. Die Volantärmel haben eine gute Länge und durch die kürzere Vorderseite besteht nicht die Gefahr, dass sie z. B. gleich in die Flamme des Gasherds geraten. Ich besitze eine andere Bluse mit ähnlichen Ärmeln, die sich wesentlich schlechter in den Alltag integrieren lässt.


Anziehfotos gibt es erst bei wärmeren Wetter.

Viele Grüße

Anja

Sonntag, 11. März 2018

La Mia Boutique Jeans - 12xmemade März

Kaum hatte der März begonnen, habe ich den Schnitt in der italienischen Größe 44 abgepaust, dabei die Taille um gute 2 cm verbreitert und die Hose um 10 cm verlängert. Der Zuschnitt gestaltete sich einfach. Denim verzieht sich nicht, ist griffig, zieht keine Fäden, also ein sehr angenehmes Material (warum habe ich damit noch nie gearbeitet?).

Ein paar Tage später begann ich zu nähen, der Anfang war simpel, hintere Taschen, vordere Taschen, Tascheninnenbeutel einnähen, klappte alles gut mit der italienischen Anleitung. Nähte ziersteppen, die Nähte im Schritt hinten und vorne nähen. Und dann kam der Reißverschluss....

Bzw. die Anleitung aus La Mia Boutique war zwar verständlich, aber ich habe versehentlich 1 cm Zugabe auf der falschen Seite abgeschnitten, damit wäre der Reißverschluss sehr sichtbar gewesen. Die Anleitung zum Ginger Sew Along passte nicht, weil ich mit separatem Untertritt / Fly genäht habe. Es fiel mir schwer, das in das Ginger Schnittmuster zu übersetzen. Ich habe dann einen gefühlten ganzen Tag damit verbracht, verschiedene Anleitungen zu sichten, Videos anzuschauen, Texte zu lesen, Nähte zu nähen, aufzutrennen, einen Reißverschluss zu schreddern, weil er schon 3 x heraus getrennt war, usw. Natürlich war es kein ganzer Tag, aber es dauerte ... und dann bin ich auf eine Anleitung gestoßen, die zu meinen Schnittteilen passte, die ich Schritt für Schritt durchlesen konnte (nein, ich mag keine Videos) und bei der mir nach 5 Minuten klar war, das ist es. Das war aber spät abends.

So hat es nochmal ein paar Tage gedauert, bis ich weiter gemacht habe. Es fügte sich alles, Reißverschluss, Anprobe, Bund, Knopf, Knopfloch, Saum. Die Jeans passte auf Anhieb perfekt, das erstaunte mich, denn ich habe ein ziemliches Hohlkreuz und Probleme mit Kaufhosen. Nun ja, sie sitzt schon eng, aber ich kann damit noch gut sitzen. An sich hätte ich gerne noch 1 - 2 cm mehr Bequemlichkeitszugabe in der Taille. Aber obwohl ich keinen Stretchjeans habe, geht es. Ich glaube, die meisten Leute mögen es, wenn die Jeans so sitzt, ich mag es an sich gerne ein bisschen schlabberig. Zunehmen darf ich jedenfalls nicht.

Ich habe mich dann weiter an der italienischen Anleitung orientiert, dabei nicht beachtet, welche Nähte an einer "echten" Jeans wo sitzten, d. h. meine innere Beinnaht ist einfach genäht, die äußere ziergesteppt. Bei Ginger werden die hinteren Taschen am Ende aufgesetzt. Lt. meiner Tochter sitzen meine Taschen sehr tief, das sei aber bei ihrer Jeans, die sie letztes Jahr in Italien gekauft hat, auch so. Ansonsten "ist die Jeans ja garnicht so schlecht". Ein besseres Kompliment für Selbstgenähtes ist kaum zu bekommen. Wow.

Ich ziehe die Hose tatsächlich gerne an, mir gefällt die andere Beinform, damit ist sie anders als die ganzen Kaufjeans. Da mein Denim keinen Stretchanteil hat, ist auch kein Ausleiern oder so zu erwarten, wie sich die Farbe entwickelt wird sich zeigen. Da der Stoff aber aus einem hochpreisigen Fachgeschäft war (wegen Ladenauflösung um 50 % reduziert) nehme ich an, dass er sich anders als Stoffmarktjeans verhält.

Aber seht selbst:


Hier Details von hinten und vorne (nach 45 min. Bahnfahrt zerknittert) ...


...sowie von der Seite:


Die Fotos sind heute am ersten milden Frühlingssonntag bei einer Wanderung rund ums Kirchberghäuschen in Bensheim entstanden, die Gartenwirtschaft war schon gut gefüllt. Im Sommer ist es dort aussichtslos, einen Platz zu bekommen und die Warteschlange an der Essensausgabe wird unerträglich lang, heute passte es gut:


Ende März verlinke ich den Post dann bei Chrissy.https://chrissysnaehkaestchen.wordpress.com/ Zur Jeans trage ich den Burda Pullover aus 12xmemade im Januar, eine uralte Lederjacke und meine geliebte goldfarbene Heldinnentasche.

Viele Grüße

Anja

Donnerstag, 1. März 2018

12xmemade im März - Jeans

Und schon beginnt der dritte Monat des Jahres. Ich habe mir ja vorgenommen, nicht einfach irgendetwas zu nähen, sondern mit dem jeweiligen Monatsstück eine neue Herausforderung anzugehen. Allerdings möchte ich keine neuen Stoffe kaufen, auch keinen Schnitt kaufen.

Es ist jetzt nicht so, dass ich ein bestimmtes Kleidungsstück brauche. Ich beobachte, dass seit einigen Jahren  immer mehr Hosen genäht werden. Darum habe ich mich bisher gedrückt. Es sind nur einige banale Hosen mit Bindeband, Gummizug, Schlupfbund und einmal seitlichem Reißverschluss entstanden. Nun trage ich auch nicht so gerne Hosen, habe sie noch nie getragen, aber manchmal sind sie ganz praktisch. Und eine Herausforderung an Passform und Nähtechnik stellen sie auf jeden Fall dar.

Also Hose. Dann habe ich im November sehr günstige 2 m Jeans in guter Qualität als Reststück bei einer Ladenauflösung in Köln gekauft, die Farbe ist ein sehr dunkles Blau, fast Schwarz, nicht dehnbar, ziemlich dünn, tendenziell feine Qualität (also es hätte auch ein Kleid werden können, aber ein Jeanskleid, hmmm).

Als Schnittmuster gefallen mir eines aus La Mia Boutique: Nachteil, die Anleitung ist auf Italienisch, das verstehe ich zwar, aber muss alles mehrfach lesen, um wirklich zu verstehen. Und bei manchen Begriffen braucht es doch ein Wörterbuch.

Dann gibt es einen Schnitt aus Fashion Style: klare Anleitung, nur die Form der Beine ist mir zu skinny.

Fazit: ich werde die italienische Hoseie nähen, die Beine sicher verlängern und mich auch an der deutschen Anleitung orientieren. Hoffe, dass das soweit klappt.



Meine Märzpläne verlinke ich bei Chrissy.

Viele Grüße

Anja

Mittwoch, 28. Februar 2018

12xMeMade im Februar - Burda Cape

Mein Cape ist fertig. Ich bin sehr angetan davon, finde es schick, auch warm (der günstige Wollstoff wärmt mehr als manch andere Wollware), allerdings sind die Ärmel zu kurz, um es bei ganz eisigen Temperaturen zu tragen (außer mit langen Stulpen, von denen ich nur ein Paar in falscher Farbe besitze). Das ist so gewollt und wird auch von jemand in der Burda Community "bemängelt".




Ich finde das Cape mit Hose schöner als mit Kleid oder Rock, es eignet sich super zum Rad fahren und macht einfach mehr her als ein normaler Mantel, Parka oder Jacke.

Die Schnittteile waren simpel auszuschneiden, die Anleitung (auch für die Pattentaschen) leicht verständlich und ich freue mich, dass ich mittlerweile mit Burda Anleitungen klar komme. Ich habe die Kapuze etwas verkleinert, sie ist immer noch zu groß und fliegt vom Kopf, wenn es weht (was auf dem Fahrrad immer der Fall ist), sie ist gefüttert, und zwar mit dem Außenstoff, weil ich Futter sparen wollte und den Außenstoff schöner finde. Das vorhandene Futter hat trotzdem nicht ganz gereicht, ich habe es aneinanderstückeln müssen, finde ich beim Futter nicht schlimm. Und aufgrund eines Denkfehlers fehlen unten 4 cm in der Länge (der Schnitt ist ohne Futter gedacht), ich wollte zuerst Belege oben hinten und vorne arbeiten, habe ich auch schon bebügelt und geschnitten, aber dann gemerkt, dass ich mit 8 Stofflagen am Kragen hinten (wegen Außenstoff in der Kapuze) Schwierigkeiten bekommen werde. Also habe ich das ganze Futter höher ziehen müssen und es unten nicht mit dem Außenstoff verbunden.

Ergänzt habe ich einen Querriegel hinten. Außerdem habe ich eine andere Verschlusslösung gewählt, weil ich vorhandene Knöpfe verwenden wollte, noch schöner wäre es jetzt natürlich, wenn ich statt 4 die doppelte Anzahl hätte annähen können, denn der Verschluss ist jetzt asymmetrisch. Bei den Knopflöchern habe ich mich von meiner Mutter, die ich letzte Woche besucht habe, unterstützen lassen. Es sind schmale Paspelknopflöcher, die ich jedoch als Riegel genäht habe.




Bei diesem etwas längeren Aufenthalt habe ich die Nähmaschinen meiner Mutter inspiziert. Ihre erste und langjährige Maschine von 1952, die immer noch einwandfrei funktioniert und die nur ausgetauscht wurde, weil sie irgendwann zu schwer zum Heben wurde (gefühlsmäßig 20 kg), hat gigantisch viele Funktionen und Zubehör, von dem ich nicht gedacht hätte, dass es damals schon existierte.  U. a. einen Biesenfuß und eine Platte für Lochstickerei. Sie kostete allerdings damals auch bereits über 1000 DM und war eines der ersten oder das erste elektrische Modell auf dem Markt. Die Anker Werke waren in Bielefeld und  ein Exemplar dieser Nähmaschine befindet sich in der Nähmaschinenabteilung des dortigen Historischen Museums.


Auf dem Riegel hinten sind die Knöpfe nur dekomäßig aufgenäht. Da ich die Gesamtweite des Capes sehr weit fand, habe ich hinten mittig statt einer Längsnaht eine Kellerfalte genäht, die sieht man natürlich unter der Kapuze nicht, hmm, egal. Generell finde ich Kellerfalten hinten sehr schön, unter dem Riegel kann man sie ahnen und manchmal hält die Kapuze auch auf dem Kopf.

Und so sieht das Ganze angezogen aus, verspätet fotografiert im Tiger and Turtle in Duisburg.



Jetzt kann ich langsam überlegen, was ich im März nähen werde. Ich habe noch ein oder zwei Winterstoffe liegen, die verarbeitet werden wollen. Aber mir fehlen die einschneidenden Ideen, was ich daraus nähen könnte, denn ich brauche nicht wirklich neue Kleidung.

Dieses Format mit dem Projekt einmal pro Monat finde ich total super. So ist genug Zeit zum Überlegen, Nähen, Präsentieren. Vielen Dank, https://chrissysnaehkaestchen.wordpress.com/2018/02/28/12x-memade-februar-finale/ Chrissie, dass du die Idee hattest.

Ergänzung nach mehreren Tragewochen: Man hätte auch allein drauf kommen können. Tages- oder sonstige Rucksäcke lassen sich mit dem Cape schlecht tragen. Und Schultertaschen nur mit sehr langem Gurt quer über die Schulter. Fazit: schick, aber für mich nicht uneingeschränkt alltagstauglich.

Grüße aus Frankfurt, Anja

Montag, 19. Februar 2018

Jil Sander Sew Along - Inspiration

Bei Wollix und Stoffix findet seit Anfang des Jahres ein Jil Sander Sew Along statt. Ich schätze die Werke dieser Designerin seit den 80er Jahren sehr und in den 90er Jahren habe ich immer gerne an ihren Schaufenstern Ideen für meine Garderobe (die ich von meiner Mutter nähen ließ) "geklaut". Aus dieser Zeit besitze ich noch zwei klassische einfarbige Kostüme, einen einfarbigen Hosenanzug und einen Trägerrock, den ich mal wieder anziehen könnte, er ist schlicht, aber dennoch pfiffig (die Businesskleidung trage ich derzeit nicht). Als ich vor ca. einem Jahr von der Idee und Umsetzung der Ausstellung in meiner Wahlheimatstadt las, war ich hellauf begeistert.

Bei meinen beiden Besucher in der Ausstellung habe ich das vordere und mittlere Kleid näher untersucht. Mit der Absicht, mir ein leichtes Sommerkleidchen zu nähen. Die Schnitte sind relativ einfach umzusetzen. Ich mag die Rüsche im vorderen Modell, möchte aber beide Schultern bedecken, außerdem keinen Zweiteiler. Vermutlich hat Jil Sander die Schnittteile im schrägen Fadenlauf zugeschnitten, eines ihrer Hauptziele war Bequemlichkeit und dass man sich perfekt bewegen kann. Deswegen hat sie Ärmeleinsätze oft ungewohnt konstruiert. Und ihre Schuhkollektion wurde von bequemen Fußbetten und geringer Differenz zwischen Ferse und Ballen dominiert. Aber ich schweife ab.



Dieser Stoff begegnete mir ein oder zwei Wochen nach dem ersten Ausstellungsbesuch auf dem Grabbeltisch von Stoff und Stil in Köln und dürfte mengenmäßig gerade so reichen (im geraden Fadenlauf). Er entspricht in etwa dem Fall sowie der Qualität des Stoffes in der Ausstellung. Natürlich nicht dem Muster. Zu der Idee für das Muster dieser Serie gibt es ausführliche Erklärungen in der Ausstellung. Mein Stoff gefiel mir von Muster und Farbe - auch wenn es sich um reine Kunstfaser handelt (was ich bei dem Originalpreis von 20 Euro den Meter heftig finde), aber die Kunstfaser fühlt sich schön an. Anders als billige Kunstfaser.


Der Zeitplan des Sew Alongs passt leider nicht zu meinen Nähplänen, ich werde dieses Kleid erst nähen, wenn es langsam wärmer wird und ich es auch anziehen kann. Aber auf jeden Fall nähe ich und beim HJKA habe ich es ja auch mit Verspätung noch geschafft. Auf jeden Fall freue ich mich auf mein schlichtes Sommerkleidchen.

Ich zeige diesen Post beim o.g. Sew Along.

Viele Grüße aus Frankfurt

Anja

Sonntag, 11. Februar 2018

HJKA - Eyja ist fertig!

HerbstJackenKnitAlong - dafür steht das kryptische Kürzel aus der Überschrift. Meine Winterjacke ist keine Jacke, sondern ein Minikleid. Gerade rechtzeitig fertig geworden zum Finale der Herzen, aber was noch wichtiger ist, zur großen Kälte. Das Kleid hält so wunderbar warm, dass ich selbst an diesen eisigen Tagen kaum heizen muss. Die Islandwolle, auf der Homepage des Herstellers Istex ist viel erklärt zu den Besonderheiten des isländischen Schafs, der besonderen Unterwolle usw., bisher dachte ich Wolle ist Wolle. Aber diese Wolle ist nicht nur wasserfest (das wusste ich schon von meinen anderen Lopapeysa (so nennt man den Islandpullover), nein, sie wärmt wirklich wunderwunderbar. Ich finde nicht, dass sie kratzt, aber darüber gehen die Meinungen auseinander.



Vorgestellt habe ich meine Wolle und meine Pläne bereits im Oktober. Ich entschied mich schnell für Eyja (jeder dürfte den berühmten Eyjafjatlajökull kennen), berechnete Maschenzahl, definierte die Farben für das Muster, dann war Pause. Bis Anfang Januar, als ich endlich mit Eyja durchstartete. Ich habe ihn allerdings noch nicht nass gemacht und gespannt, bei den Temperaturen gefriert der Pullover auf dem Balkon, da warte ich auf wärmere Tage. Anziehen geht trotzdem.


Die Fotos sind vor 2 Tagen bei bestem Sonnenschein im Naherholungsgebiet der Dietesheimer Steinbrüche im Kreis Offenbach entstanden.


Und die Hündin Emma Flor wollte auch mit aufs Bild. Verlinkt bei Monika, wo es weitere Nachzügler des HJKA zu sehen gibt. Viele Grüße, Anja



Mittwoch, 7. Februar 2018

Simplicity - das A-Linienkleid vom Titelbild 4/17

Als ich die Simplicity letzten Herbst in der Stadtbibliothek liegen sah, war mir klar, das Kleid möchte ich haben. Genäht hat es recht bald mehrfach die Langsame Schildkröte. Und wahrscheinlich noch weitere Nähblogger.

Ich dümpelte erstmal etwas mit der Stoffwahl herum, denn ich hatte keinen Jersey in ausreichender Menge. Ich hatte aber auch keine Lust, neuen Stoff zu kaufen, denn das Stoffregal ist ausreichend gefüllt, Stoffdiät usw.. Im Wintersale bei Werning Stoffe in Herford (an dessen Restestange ich nie ohne Kauf vorbei gehe, diesmal wollte ich im Laden eigentlich nur Gurtband kaufen, nicht in gewünschter Breite da, dafür mit 3 Reststoffen den Laden verlassen) sprang mich diese Winterviskose an, tolle Farben, toller Druck, leider wie üblich bei Resten 1,5 m und dazu nur etwa 1,3 m breit. Das reichte für die beiden Hauptteile des Kleides. Immerhin. Dann hatte ich farblich sehr gut passende Sweatreste. Natürlich nicht, um die Ärmel in einem Stück zuzuschneiden und auch nicht, um den Rollkragen komplett zuzuschneiden. Für den Winter wollte ich unbedingt diesen Kragen. Daher wurde viel gestückelt, mit Paspeln gespielt, andersfarbige Bündchen angenäht usw. Von beiden Stoffen blieben nur noch Minischnipsel übrig. Den Saum habe ich ca. 6 cm gekürzt, ich glaube, das liegt aber daran, dass der Stoff sehr schwer herunter hängt.





Zugeschnitten habe ich Größe 40, dabei aber nicht die ganze Nahtzugabe ausgeschöpft. Genäht mit der normalen Nähmaschine, auf den Einsatz der Zwillingsnadel verzichtet, in dem wilden Muster wären die Nähte nicht sichtbar gewesen. Der Reißverschluss hinten ist aus meiner Sicht überflüssig, ich würde das Kleid so über den Kopf bekommen. Und dieser Reißverschluss stellte mich auch in Kombination mit der sehr glatten Stoff vor Schwierigkeiten. Laut Anleitung soll man Vlieselineband unterlegen, das hatte ich nicht, dachte, geht auch so, aber das rächte sich mit Verziehen des Stoffes und einem nicht wirklich guten Aufeinandertreffen der Naht hinten mittig. Dann habe ich es nochmal probiert, das Kleid ein paar Mal angezogen, glücklich war ich mit dem unordentlichen Reißverschluss nicht und ich habe ihn auch nicht zum An- oder Ausziehen öffnen müssen. Also habe ich mich gestern nochmal schnell dran gemacht und den Reißverschluss heraus getrennt und das Ganze hinten einfach zusammen genäht. Der Schnitt ist für dehnbare Stoffe, mir ist wirklich nicht klar, warum ich da einen Reißverschluss einnähen soll, da muss man schon einen sehr dicken Kopf haben, um nicht durch zu kommen.


Hier die Rückansicht, man musste zwar schon genau schauen, um den schiefen Reißverschluss zu erkennen. Getragen habe ich es aber so beim Besuch der Versace Retrospektive in Berlin, über die ich gestern berichtete. Jetzt ist er weg und ich fühle mich wohler damit (wenn ich noch lange Haare hätte, ginge es mir genauso).


Ich nehme mit diesem Kleid am Me Made Mittwoch teil, der ab diesem Jahr nur noch einmal monatlich stattfindet.

Viele Grüße

Anja




Dienstag, 6. Februar 2018

Gianni Versace Retrospektive in Berlin

Letzte Woche hat sich bei mir ein Zeitfenster in Berlin ergeben. Vorab ein bisschen recherchiert und festgestellt, dass es seit dem 31.1. (also ganz frisch) eine Gianni Versace Retrospektive im Kronprinzenpalais in Unter den Linden gibt. Da war ich gefühlt schon sehr, sehr lange nicht mehr. Ein nebliger Vormittag vor einem Termin (ich bin extra superfrüh mit dem allerersten Zug gefahren). Das Ticket hatte ich mir sicherheitshalber online ausgedruckt, wäre nicht nötig gewesen, es gab weder Schlangen noch war die Ausstellung besonders gut besucht. Dadurch hatte ich auch hinterher noch Zeit, ein bisschen herum zu schlendern. Und mich im Kaufhaus Dussmann aufzuwärmen, den vertikalen Garten kannte ich noch nicht.


Aber nun zu der Ausstellung bzw. dem Kronprinzenpalais. Natürlich habe ich mich vorab in der Presse informiert. Von außen hui, von innen ... nun ja ... bisschen Baustelle, bisschen Ex-DDR-Schränke, ein hübsches Treppenhaus, ansonsten kein Vergleich mit einem der Museen, die ich kenne. Alles wirkte sehr provisorisch. Ich weiß nicht, was sonst in diesem Palais ist.


Wenn sich irgendjemand in der Frankfurter Jil Sander Ausstellung über die Musikbeschallung aufgeregt hat, hier ist alles noch schlimmer. Bzw. die Boxen stehen einfach so auf dem Boden, beschallen planlos den Raum, außerdem sind die Bässe so eingestellt, dass es teilweise rauscht. Immerhin hat das Personal die Lautstärke auf meinen Wunsch reduziert. Das wäre im Frankfurter Museum für Angewandte Kunst undenkbar gewesen, denn dort gab es ein ganzheitliches Ausstellungskonzept.


Nun zur Ausstellung: ich habe wenig Erfahrung mit Designerausstellungen. Kenne eigentlich nur die Jil Sander Ausstellung in Frankfurt, bei der mir zumindest detaillierte Informationen zu den Exponaten fehlten. Dass es noch weniger geben kann, habe ich im Kronprinzenpalais gelernt. Die Ausstellung ist klein, fein, wenn man sowieso da ist, lohnt es, sie anzuschauen, es gibt einen Überblick über die 20 Jahres des Schaffens von Gianni Versace (nicht die heutige Marke, das ist bei Jil Sander in Frankfurt ähnlich), mehr aber nicht. Die Informationen sind mehr als dürftig. Gefallen tun mir die Stücke nicht, ich fand sie eher interessant. Schnitttechnisch allerdings konventionell, eher öde, sie leben vom Reichtum des Stoffdrucks. Ich weiß nicht, ob Gianni Versace hier maßgeblich gestaltet hat, es hätte mich interessiert, dazu gab es keine Informationen.



Spannend zum Nacharbeiten die Hose mit den Volants unten, das kommt bestimmt bald wieder, wo es doch haufenweise Volants an Ärmeln gibt. Der Karomix gefiel mir, das Bouclekleid hatte interessante Teilungsnähte, leider nicht erkennbar und die groben Kurzpullover zum Lederrock fand ich spannend, aber eigentlich tragen das heute viele Teenager und kaufen es möglicherweise bei Primark.

Mein Fazit: ein Vormittag, der o.k. war, wer sich interessiert, soll reingehen, eine Reise dafür extra nach Berlin lohnt definitiv nicht. Und tatsächlich sehe ich die Jil Sander Ausstellung in einem anderen Licht und würde sie wirklich, wirklich empfehlen. Am letzten Samstag im Monat kann man sogar gratis rein, es gibt gratis Schließfächer und Garderobe, während im Kronprinzenpalais 14 Euro plus Garderobe fällig werden.

Viele Grüße, Anja