Nachdem ich letztes Jahr meine Organza Hemdblusenjacke (in Italien ein gebräuchliches Kleidungsstück, jedenfalls tauchen diese Soprabiti in den Sommerheften der La mia Boutique wiederholt auf) genäht habe, war ich von dem Material und den Tragemöglichkeiten sehr angetan, so angenehm an warmen Sommertagen, so vielseitig zu kombinieren, so edel anzuschauen, so nobel das Tragegefühl.
Ich war dann bei Selfmade, ehemals Stoff & Stil, wo ich online Seidenorganza gesehen habe und habe sehr spontan 2 x 2 m Organza gekauft, einmal in schwarz (das war der Plan) und einmal in olivgrün (gab es nur im Laden), die Haptik des Stoffes war identisch mit dem von New Tess, ich habe allerdings den Eindruck, dass der günstige von Selfmade beim Nähen mehr ausfranste. Er kostete die Hälfte, lag allerdings nicht so breit, ca. 100 cm. Einen Plan hatte ich nicht, für eine Bluse sollten 2 m sicher reichen.
Der Stoff lag eine Weile in einer Tüte herum. Kürzlich zeigte Rebekka (bei Instagram Gemeine Wildrebe) ihre Bluse aus dem Organza von New Tess, den sie am gleichen Tag dort gekauft hat wie ich meinen blauen Organza. Da ich sowieso gerade im Nähflow war, holte ich meinen Stoff aus dem Schrank, durchforstete die Schnittmusterhefte und fand diesen Schnitt in einer La mia Boutique vom April 2017. Meine Schnittteile konnte ich genauso wie unten auflegen trotz schmalerer Stoffbreite und problemlos zu einem Kleid verlängern, um die Stoffmenge optimal zu nutzen.
Hier das fertige Kleid auf dem Bügel. Ich habe mich nur teilweise an die Anleitung gehalten. Ein Beleg wurde zu einem weiteren kleinen Volant am Halsausschnitt vorne. Hinten schließt das Kleid mit einem Knopf statt einem Reißverschluss. Die Seiten- und Schulternähte sind als französische Naht gearbeitet.
Das Rollsäumen hat beim Volant nicht geklappt, die gebogene Linie wollte nicht mitfassen, also habe ich mich bei allen Säumen und der Dreifachnaht Vorderteile/Volant für einen ganz engen Zickzackstich entschieden. Das gibt dem durchscheinenden Organza einen etwas robusten Abschluss.
Noch Fotos von einigen Details, Knopf und Saumabschluss:Wie trägt man nun so ein Soprabito?
Meistens mit einem Slipdress darunter, ich habe ein anthrazitfarbenes Unterkleid, das könnte gehen. Es geht aber vermutlich auch mit Hose/Jeans und Shirt/Top in gleicher Basisfarbe.
Möglich ist auch ein Etuikleid, das schwarze, das ich auch unter dem blauen Soprabito in der Verlinkung trage, geht sicherlich. Auch das gemusterte schlicht geschnittene Top ist prima, es enthält ein ähnliches Grün, Rock/Hose muss ich dazu noch finden
Aber insgesamt finde ich, sind das einige Möglichkeiten. Wenn ich im Frühjahr/Sommer die Kisten mit der luftigen Kleidung hervorhole, kommen mir sicher weitere Ideen.
Zusammenfassung:
Schwierigkeitsgrad: da ich mich letztes Jahr bereits mit Organza beschäftigt habe, wusste ich auf was ich zu achten habe und was mich erwartet. Organza ist ein wenig steif, insofern nicht rutschig und flutschig wie Seide, das Nähen ist viel einfacher. Der gebogene Volant war schwierig, Rollsaum klappte garnicht, zum Glück funktionierte der enge Zickzackstich gut und hat keinen Stoff eingezogen. Der Schnitt ist an sich simpel.
Zeitaufwand: manchmal finde ich, das Kopieren eines Schnittmusters, das Anpassen (Abnäher verlegen, Weite kontrollieren, vor allem am Halsausschnitt) und der Zuschnitt brauchen mehr Zeit als das eigentliche Nähen, das war hier so.
Kosten: Grünes Garn hatte ich, Knöpfe auch, der Stoff kostete 35 Euro für 2 m
Herzlichen Gruß und anziehen werde ich das Teil - in welcher Kombi auch immer - hoffentlich bei Swissfrocktails, zu dem ich mich wagemutig angemeldet habe,
Anja







































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