Dienstag, 2. März 2021

Ändern von Kleidung - lohnt es sich?


Dazu würde ich immer sagen "Ja", denn schließlich habe ich in Stoffauswahl, Stoffkauf Geld und Zeit investiert, ich habe einen Schnitt oder ein Schnittmusterheft gekauft und das Muster, manchmal wie diesen mühevoll, kopiert, zugeschnitten und genäht.

Ich versuche Anpassungen schon von vornherein vorzunehmen, das gelingt nicht immer, es ist bei manchen Schnitten auch nicht ganz einfach, vor allem, wenn die Abnäher ganz anders sitzen, in diesem Fall laufen die Brustabnäher aus der Raglannaht schräg nach unten. Manche Anpassungen lassen sich auch leicht im nachhinein vornehmen, vor allem wenn es um Kürzen von Ärmeln und Gesamtlänge geht. Nachdenken vor dem Nähen hilft immer, aber auch da hängt es stark von Lust, Müdigkeit und anderen Faktoren ab, ob ich es immer ausreichend mache. Nachdenken (und Erfahrung) hilft auch, wenn Schnitt und Stoff zusammen treffen (das ist hier sicher auch nicht gut gelöst, der Stoff ist zu dick und zu wenig dehnbar).


Ich habe kürzlich aufgeräumt (da bin ich sicher nicht die Einzige in diesem Jahr) und Reste eines grünen Wollstoffs gefunden, nicht viel, solche Reste lohnen eigentlich nicht aufzubewahren, also Richtung Müll. Das Kleid zu dem Stoff habe ich seit Fertigstellung einmal, eventuell ein zweites Mal angezogen, aber es war eigentlich eine echte Schrankleiche, die immer wieder hin- und hergestapelt wurde und auch in derselben Schrankaufräumaktion der Tonne zugeordnet wurde. Mich hat beim Durchsehen der alten Posts schon erschreckt, dass es tatsächlich über 2 Jahre herumlag ohne getragen zu werden. 

Ich habe es nochmal vor der endgültigen Entsorgung angezogen, in diesen Tagen bei Temperaturen um die 10 Grad, angenehm warm und mollig zu tragen, nur an den Ärmeln zu kurz (dazu ist zu sagen, dass ich den Ursprungsschnitt an den Ärmeln verlängert habe, aber wohl nicht ausreichend, das Kleid hatte allerdings auch andere Mängel). Insgesamt fand ich den Sitz letzte Woche nicht perfekt, aber nicht ganz so schlimm einengend wie nach der Fertigstellung (ich habe auch abgenommen, weil ich im letzten Jahr mehr Zeit für Sport gefunden habe).

So ergab sich, dass der Stoffrest wie ein Bündchen an die Ärmel angefügt wurde und ich das Kleid bereits mehrmals angezogen habe. Gerade zuhause ist es gemütlich, die dicken Nähte an den Ärmel stören minimal, überhaupt ist der dicke Stoff für die vielen Teilungsnähte nicht optimal, aber ich kann es anziehen. In diesem Fall hat sich Aufbewahren und Ändern definitiv gelohnt.

Inspiriert zu diesem Post wurde ich durch Mix und Match von Twill und Heftstich letzte Woche.

Grüße, Anja



Dienstag, 9. Februar 2021

Vogue 9112 - Traumkleid? Ja!

Vor sehr, sehr langer Zeit sah ich dieses Kleid in diesem Post und habe mich augenblicklich darin verliebt. Nun sind Vogueschnitte ziemlich teuer und teilweise nicht so einfach zu beschaffen (jedenfalls hatte mein Karstadt Kaufhaus diesen nicht in seinen Schubladen).

Also träumte ich immer mal wieder von dem Kleid, vergaß es irgendwann auch, es gab ja auch genug andere tolle Schnitte. Außerdem träumte ich wahrscheinlich nicht nur von dem Schnitt sondern auch von dem Stoff. Jedenfalls mit der Möglichkeit auf Instagram andere Modelle dieses Schnittes zu sehen, fand ich vor allem die Kombination von Stoff und Schnitt besonders toll. Und so einen Stoff habe ich hier noch nie gesehen. Beim Bestellen habe ich schon diverse schlechte Erfahrungen, was Haptik und Farbe betrifft, gemacht, daher kommt Bestellen für mich eigentlich nicht in Frage (außer mit vorheriger Bestellung einer Stoffprobe, aber das macht das Ganze schon wieder umständlich).

Vor etwa 3 Jahren begegnete mir auf einer Kurzreise zwecks Familienbesuch im Stoffverkauf von Annette Görtz in Rheda-Wiedenbrück ein interessanter schimmernder Stoff, der sehr steif fiel, aber dennoch dünn war, eine Mischung aus braun, bronze, manchmal leicht bläulich, je nach Lichteinfall. 2 m für 12 Euro, mitgenommen! Das Label am Rand wies auf einen Hersteller technischer Stoffe hin, nie davon gehört, klang interessant. Aus was mein Stoff besteht, keine Ahnung. Ich vermute aufgrund der Beschriftung handelte es sich um ein Muster, das Annette Görtz bestellt hatte.

Vor etwas mehr als einem Jahr machte mich eine Bekannte gegen 22 Uhr darauf aufmerksam, dass es in den USA einen Vogue Schnittmuster Sale gab, bis 24 Uhr (wahrscheinlich US-Zeit, welche auch immer), jedenfalls habe ich danach noch mitten in der Nacht Schnittmuster, Porto, Verzollung usw. gecheckt und letztendlich (rechtzeitig) eine größere Bestellung aufgegeben. Irgendwann nach 10 - 20 Tagen trafen die Schnittmuster bei mir ein, selbst mit den hohen Portokosten ein akzeptabler Preis. Ich habe die Bestellung auf 2 Briefe aufgeteilt, dadurch konnte ich die Verzollung umgehen und musste nur Porto zahlen. Das hing vom Warenwert ab, der blieb bei 3 Schnittmustern genau unter der Obergrenze.

Und dann brauchte es nochmal richtig lange bis ich angefangen habe zu nähen. Obwohl ich immer genau wusste, das Stoff und Schnitt füreinander geschaffen sind, für ein tendenziell festliches Kleid, ich werde es zur Abschlussfeier meiner Tochter diesen Sommer in der Schule anziehen (ich gehe davon aus, dass es eine Feier gibt, letztes Jahr gab es jedenfalls eine Abiturzeugnisverleihung, schlimmer kann es dies Jahr auch nicht kommen). Es liegt dann auch noch Schnittmuster für ein Abiballkleid von Vogue herum, einen Abiball wird es vermutlich nicht geben. Für das Kleid hätte ich 10 m Stoff gebraucht und es wäre auch eine echte Herausforderung gewesen. Der stelle ich mich erstmal nicht.

Der Schnitt Vogue 9112 besteht aus ziemlich vielen Teilen, wie man am Foto unten sehen kann. Das Ausschneiden der Teile (Größe M) dauerte ziemlich lange. Ich hatte danach auch keine Lust mehr auf Verlängern des Schnittes irgendwo im Brust- oder Taillenbereich wegen der Proportionen (3 cm wären schon ganz gut gewesen, der Saum ist jetzt nur ca. 0,7 cm eingeschlagen und es ist ziemlich kurz).

Das Nähen war einfach, die Anleitung wie immer bei den amerikanischen Schnittmustern sehr gut und verständlich, alles passte perfekt zusammen, es reichten etwa 1,60 m Stoff (2,1 m waren angegeben).

Hier das Ergebnis (heute mal mit guten Licht, zum 3. Mal in 2021 Sonne):


Ich plane auf jeden Fall, das Kleid nochmal zu nähen, ich kann es mir gut im Winter (nächsten Winter) aus einer Wolle vorstellen, wie auf den Fotos mit einem Rolli, im Sommer aus leichter Baumwolle (das ist ja eigentlich die Idee), schneide ich vielleicht demnächst zu, ob ich die Möglichkeit Stoffe verschiedener Muster miteinander zu kombinieren wie ich es im Netz gesehen habe, eher nein.

Jedenfalls habe ich wieder Lust bekommen, zu nähen und mich mit dem Inhalt meines Stoffschranks zu beschäftigen. Das ist in letzter Zeit ziemlich zu kurz gekommen. Dafür treibe ich mehr Sport und nutze jede Gelegenheit, um mit dem Hund in den Schnee zu gehen

Viele Grüße

Anja

Mittwoch, 2. Dezember 2020

Me made Mittwoch - neuer Strickpullover aus Islandwolle

Vor 2 Jahren habe ich Lettlopi, isländische Schafwolle, für insgesamt 3 traditionelle Islandpullover aus dem Supermarkt in Reykjavik mitgebracht, das rote Strickkleid für mich wurde ganz schnell fertig, aus den beiden Pullovern, die meine Tochter noch stricken wollte, wurde erstmal nichts. Letzten Winter habe ich dann einen klassischen Pullover für meinen Mann gestrickt, aus Farben, die ihm gefielen, d. h. ich habe teils neue Wolle, teils Reste verwendet. Ich musste ja auch aus den Mengen für die Tochter einen Pullover für den Mann stricken.

Mit den verbleibenden Knäuel Lettlopi, die jetzt farblich auch nicht mehr alle aufeinander abgestimmt waren, wollte ich mir zuerst einen schlichten grauen Pullunder stricken, aber dann hätte ich noch mehr Reste in diversen Farben gehabt. Und ein Pullover ist im Winter eigentlich praktischer. Ich habe erst mal mit dem grau, von dem 6 Knäuel vorhanden waren, begonnen, wohlwissend, das das nicht so ganz reichen wird, oben wollte ich dann eine Passe stricken, mglw. aus mehreren Farben, vielleicht aus einem wunderbar graublauen blassen Ton, von dem 2 Knäuel vorhanden waren, auf jeden Fall mit Rollkragen. Es zeichnete sich aber im Verlauf des Strickens ab, dass ich für den oberen Teil mindestens 3 Knäuel brauchte, auch ohne Rollkragen. Also hieß es umdisponieren.

Ich fand diesen schlichten Pullover, von dem ich nur das mittlere Muster verwendete. Für die Abnahmen im oberen Bereich habe ich mich an den klassischen Anleitungen für Lopapeysa (Islandpullover) orientiert. Mit dem unteren Teil, Länge, Weite, auch mit den Ärmeln, Länge, bewusst etwas weiter als sonst bin ich zufrieden, Aber: Offensichtlich habe ich oben lockerer gestrickt, was ziemlich blöd ist, selbst durch Nassmachen und Spannen ließen sich die Beulen nicht reduzieren. Es ist so wie es ist. Da die Wolle sehr stark filzt, ist aufribbeln keine Lösung, sonst würde ich das machen. Beim nächsten Mal bin ich klüger.

Gestrickt habe ich Größe XS, die Lopapeysa sind üblicherweise riesig konzipiert. Ich stricke locker und ich glaube, ich habe diesmal Nadel 4 statt Nadel 3 genommen, denn bei gleicher Maschenzahl und gleicher Wolle, ist das Gestrick nicht soviel enger wie es nach meinen Berechnungen im Vergleich zu meinen anderen Lopapeysa hätte sein müssen.

Zu dem Pullover habe ich - eher zufällig - einen uralten Wollrock an. Meine Mutter hat in den 80er Jahren ein Kostüm genäht, die doppelreihige Blazerjacke mit Samtkragen, hatte ich in der zweiten Hälfte der 80er bis mindestens zur Mitte der 90er Jahre getragen. Ich wusste gar nicht, dass dazu ein Rock existierte. Nach Aussage meiner Mutter fand ich den Rock damals häßlich, scheußlich, untragbar.

Da meine Mutter immer wieder Sachen ausräumt, stieß sie kürzlich auf den Rock, der ihr mittlerweile fast bis auf den Boden reicht. Ich fand ihn - als ich letztes Wochenende in Ostwestfalen war, sehr tragbar, sehr modern, er ist unglaublich warm (Wolle), ich habe ihn mit nach Frankfurt genommen und ziehe ihn gerne bei den jetzigen Temperaturen an. Man soll doch nie etwas wegwerfen. Zumindest wenn das Material eine gewisse Qualität hat.

So, nun verblogge ich diesen Text noch und verlinke ihn mit dem Me made Mittwoch

Auf bald, viele Grüße, Anja

Mittwoch, 4. November 2020

Me made Mittwoch in neuer Miette aus alter Baumwolle

 Es ist unendlich lange her, dass ich mir das Strickmuster für die Miette Jacke von Andi Satterland (oder Sutterland?) heruntergeladen habe. Das war irgendwann nachdem so ziemlich jeder sie schon gestrickt hatte, vor mindestens 5 Jahren. 

Genauso unendlich lange ist es her, dass ich mir bei Drops Baumwolle bestellt habe (für 2 unterschiedliche Projekte, zu dem einen ist es nie gekommen, das andere wurde nie getragen, aufgeribbelt, wieder neu verstrickt, fast nie getragen, wieder aufgeribbelt), so hatte ich am Ende 2 verschiedene Farben, ähnlich zwar, aber nicht ganz gleich, ich habe einen Versuch gestartet, sie am Anfang in abwechselnden Reihen zu verwenden, das ging für mich irgendwie gar nicht, dann habe ich nochmal neu gestartet und beschlossen, die Bündchen komplett in dem einen Grünton, den Rest in dem anderen zu stricken. Eigentlich dachte ich, das ich aus dem Muscatgrün die kompletten Körperteile zuzüglich Ärmel bekomme, da die aufgeribbelte Jacke sehr locker saß und deutlich länger war als diese Miette, aber das Lockmuster verbraucht wohl doch deutlich weniger Garn als glatt rechts wie bei Miette. 

Am Ärmel merkte ich dann, dass die Wolle knapp wird, ich wollte aber KEIN Teil mit kurzem Ärmel (das hatte ich ja mehrmals nicht getragen), also habe ich einfach an beiden Seiten an in etwa der gleichen Stelle den Farbton gewechselt. Das ist nicht optimal, man sieht es bei gutem Licht sehr deutlich, aber an dunklen Tagen, in nicht perfekt ausgeleuchteten Innenräumen oder dunklen Sommerabenden wird man den Kontrast nicht sehen.

Das Stricken von oben nach unten war neu für mich, die Abnahmen an der Brust passen für mich leider gar nicht, aber zum Glück dehnt sich die Jacke, dass es nicht so auffällt. Mittlerweile ist Miette aus Passformgründen nicht mehr erhältlich (war kostenlos), es gibt ein Pendant in mehreren Größen und mit tiefer sitzenden Abnähern. 

Anleitung und Muster waren klar verständlich, ich habe außerdem einen Knit Along gefunden, der mir vor allem an der Stelle als es um das Ablegen der Maschen für die Ärmel ging geholfen hat, im Prinzip ist top down auch nicht anders als Runden stricken bottom up, nur ist mir da als Gewohnheitstier klarer, was ich an welcher Stelle mache. Das Jackenteil ist etwa 5 cm verlängert, die Ärmel sind deutlich länger, die Knöpfe muss ich wohl nochmal fester nähen, ich merke, dass sie sich in dem Maschen lockern und die Festnähfäden auf die rechte Seite rutschen.  Sie werden dann auch seitlicher festgenäht, denn die Jacke zieht sich mittig an den Knöpfen sehr auseinander.

Die Jacke wird vermutlich eher im nächsten Sommer getragen werden, im Halbdunkel oder zuhause, aber da sie letzte Woche fertig wurde, zeige ich sie heute beim Me made Mittwoch, einmal zusammen mit dem Burdasommerkleid aus Seide (Montag bei fast 20 Grad getragen) und gestern zusammen mit einem älteren Simplicitykleid. 

Viele Grüße, Anja

Mittwoch, 7. Oktober 2020

Me Made Mittwoch - alte Strides, neues Burdashirt

Es ist Me Made Mittwoch und ich habe doch noch etwas gefunden, das ich diesen Sommer genäht und im Blog nicht gezeigt habe. Wobei es sich eigentlich um eine Wiederholung handelt, die zweite Wiederholung sozusagen und diesmal auch noch aus einem identischen Stoff, nur andere Farbzusammenstellung, da wusste ich genau, welche Änderungen mich erwarten. Details habe ich in der Verlinkung bereits beschrieben. 


Von dem Stoff, unten in Großaufnahme, hatte ich reichlich gekauft (deshalb sind die Ärmel diesmal gemütlich lang geworden), an sich dachte ich bei der Stoffmenge an ein Kleid, elegant, besonders, aber so etwas brauche ich derzeit nicht. Stattdessen brauche ich wirklich und zwar dringend einfarbige Oberteile, die dürfen gerne auch etwas besonders sein, aber kombinationsfreudig. Da können gerne noch mehr in marine, braun, grün usw. entstehen.


Zu dem Schnitt und dem Entstehungsprozess gibt es nichts weiter zu ergänzen.

Die Hose ist auch bereits beschrieben, damals sogar in mehreren Schritten. Ich habe auch noch eine Wiederholungshose genäht, aus Cord, bin bei der Cordhose mit der besseren Passform im Schritt viel zufriedener, der Fall ist jedoch bei der Wollhose besser. Weitere Strides nähe ich nicht, denn ich bin zu dem Schluss gekommen, dass die Bundfalten mich dick machen und dieser Hosentyp mit den weiten, sehr weiten Beinen für mich besser geht, wenn oben keine Falten sind, mit dieser französischen Hose oder dieser Burdahose bin ich erheblich zufriedener und in der Gesamtoptik wirken sie ähnlich. Von den beiden Hosen wird es definitiv Nachfolgehosen geben, roter Wollstoff aus Rom bzw. grüner Gabardine aus München liegen bereit.

Anläßlich einer kleinen Feier im Bethmannpark am Sonntag bei glücklicherweise gutem Wetter habe ich über das Burdashirt noch einen dicken Aranpullover übergezogen, so war ich warm und bequem gekleidet.


Auf bald, liebe Grüße, Anja






Dienstag, 22. September 2020

Burda Mix

Nun habe ich mich den letzten etwas mehr als 2 Metern Cord gewidmet, die ich aus der Auflösung des K-Kaufhauses sehr günstig erworben habe (inzwischen wurde entschieden, dass das K-Kaufhaus doch nicht aufgelöst wird, in 5 Jahren wird es dann erneut eine Auflösung der Stoffabteilung geben, ich hoffe mal, dass die Ballen und Regale wieder aufgefüllt werden und ich noch einige Jahre dorthin gehen kann, denn das von mir weiter entfernt liegende G-K-Kaufhaus hat schon lange keine Stoffabteilung mehr).

Der Stoff war genug für erheblich mehr als die angedachte Jacke, deshalb reichten die bereits erworbenen und nicht mehr erhältlichen Knöpfe leider nicht für das neu Genähte. Ich habe abgetrennte schlicht schwarze Knöpfe von Herrenjackets verwendet, die sammele ich.

Schon immer interessierte mich ein Hemdblusenkleid, fraglich, ob das in Cord funktioniert. Ich habe mir mehrere Schnitte angeschaut, Pro und Contra abgewogen und bin letztendlich bei diesem Schnitt mit mehr Schwung und Weite als ein herkömmliches Hemdblusenkleid gelandet, insbesondere damit der schwere Cord nicht am Körper klebt. Burda 8/2020, vorne beschloss ich, eine Knopfleiste einzufügen, außerdem war klar, dass der Bändelverschluss in Cord nicht klappt.


D. h. Vorder-, Rückenteil und Ärmel entsprechen dem Burdaschnitt, etwa 10 cm verlängert, das Vorderteil ist geteilt und ergänzt um eine angeschnittene Knopfleiste. Die Ärmel sind bereits über lang geschnitten, gut für mich. Mir fällt gerade auf, dass ich das fertige Modell leider nicht von hinten fotografiert habe.


In Burda 8/2018 gab es eine Cordjacke mit sehr interessantem Knotenverschluss, den habe ich oben angefügt. Außerdem habe ich an die Ärmel auch gleich Riegel mit Knopf angenäht, Knöpfe hatte ich jetzt ja genug.


Und Taschen wollte ich auch, da schwankte ich lange zwischen zusätzlichen Brusttaschen, habe mich dann aber dagegen entschieden und einfach riesige Taschen (mit Knopf) aufgesetzt. Die Inspiration habe ich mir bei einem Schnitt von dp-Studio oder Named geholt - oder von beiden, genau weiß ich es nicht mehr, denn ich habe wirklich lange nach dem perfekten Schnitt für 2,10 + zusätzliche Zipfel an den Rändern gesucht. Der Stoff ist jetzt auch restlos aufgebraucht.

Das Nähen war erstmal easy peasy. Allerdings ist mir ganz am Ende ein Malheur mit den aufgesetzten Taschen passiert: schief aufgenäht, weil ich das Knopfloch der einen Tasche nicht an der gleichen Stelle wie an der anderen Tasche eingenäht habe. Das Knopfloch wollte ich nicht nochmal ändern, insofern musste ich die Position der Knöpfe unterschiedlich hoch platzieren. Das alles habe ich natürlich erst gemerkt, als ich bereits die Nähmaschine weggeräumt hatte. Insofern hat es ein bisschen gedauert bis ich getrennt und neu aufgenäht habe. Das Foto, auf dem man deutlich erkanne, dass die Taschen unterschiedlich hoch aufgesetzt sind, habe ich bereits gelöscht. Hier nun die neuen Aufnahmen vom Mantelkleid nach der Umarbeitung:


Das Ergebnis ähnelt optisch - und ich dachte, ich schaue nicht richtig als ich in der Bahnhofsbuchhandlung die neue Fibremood durchblätterte - Rya. Das Cordkleid lässt sich genauso wie meins offen wie ein Mantel, geschlossen mit Gürtel oder geschlossen ohne Gürtel tragen, sicher auch über einer Hose. Aber eigentlich finde ich mein Kleid doch spezieller als Rya, weil der Knoten am Hals etwas ganz anderes ist.




Den Gürtel habe ich aus zusammengesetzten Stoffresten "gebastelt", erst zum Knoten, das war dann zuviel Knoten mit der Wiederholung vom Hals, dann abgeschnitten und mit einer Steckschnalle von einem alten Rucksack, in Ermangelung einer anderen Schnalle, ich wollte nämlich ein schnelles Ergebnis und nicht nochmal in den Laden gehen. Diese Steckschnallenlösung hatte ich kürzlich erst in einem Schaufenster in der Goethestraße gesehen (das ist Frankfurts Kö, Maximilianstraße, Via Condotti oder wie sie alle heißen), also als Stylingelement durchaus innovativ. In der Winterkollektion von Prada. Im Schaufenster an einem Rock, aber im Internet gefunden auch als Gürtelschnalle.


An der Tasche scheint noch ein Faden zu hängen, was man auf Fotos dann alles sieht. Und dann habe ich vergessen einen Knopf zu schließen, als ich das Kleid eben nur für die Fotos angezogen habe.


Mit dem Kleid nehme ich nicht am ersten Me made Mittwoch im Herbst teil (habe ich erst geplant). Der Post und die Fotos sind schon fertig, was soll's, dann öffnen den Post eben 600 Leute weniger.

Viele Grüße

Anja


Montag, 14. September 2020

Cord, Cord, Cord, ....

Ich habe Cord schon immer gemocht und gerne getragen, es gab allerdings ein paar Jahrzehnte, wo er irgendwie nicht präsent war. Seit einigen Jahren sieht man ihn wieder. Meist als Rock, Hose, Jacke. Das war auch mein Plan. Aber die Menge, die ich noch von dem Großeinkauf übrig hatte, reichte für mehr: 2,10 zzgl. Zipfel, die Ärmel, Taschen oder ähnliches ergaben, auch ein Gürtel war noch drin. Also wurde es etwas anderes, hier ein Teaser:


Ich muss allerdings an das fast fertige Teil noch mal ran, weil es ein Missgeschick mit den Taschen gibt, ich weiß noch nicht, ob ich es so lasse, meine Tochter meinte, das sieht wie Absicht aus und ist cool, ich finde es eher unsorgfältig gearbeitet, aber alles lässt sich sowieso nicht mehr retten .... ich berichte demnächst. Meine Lust zu trennen hält sich in Grenzen, zumal die Nähmaschine bereits wieder verräumt ist. Und zur Zeit ist es sowieso zu warm, um Cord zu tragen.

Vorher fertig waren die zweite Jacke / Hemdbluse für meine Tochter, die sie sich genau so im Colour Blocking gewünscht hat, Grundlage war der Schnitt für die Sahariana, allerdings ohne Abnäher und mit schlichten Taschen, außerdem gekürzt.



Ein wirkliches Gefummel waren dann die beiden "der andere Rucksack", wenn ich nicht schon beide zugeschnitten hätte und die ganzen Reißverschlüsse, Gurtbänder und Schrägbänder gekauft hätte, hätte ich vermutlich nur den einen für die Tochter genäht. So wurde es ein grauer für sie, ein blauer für mich. Beim zweiten habe ich die Gurtbänder mit deutlich mehr Tiefe festgenäht und mehrfach übernäht, unten ist nämlich eines an ihrem Rucksack am ersten Tag ausgerissen (schwere Chemiebücher), das geht besser. Als Innenfutter wurden ausrangierte Röcke, Kleider von mir verwendet, aber eigentlich braucht es nur für das Hauptfach ein Innenfutter, was das Nähprozedere auch deutlich vereinfacht hätte, aber wie gesagt, alles war schon zugeschnitten, also habe ich alles schön gefüttert. Aus Reststoffen habe ich noch je zwei Schulterpolster genäht, denn ich finde die Trageeigenschaften dieses Rucksacks nicht so toll, zumindest nicht, wenn er schwer bepackt ist. Aber das Original hat auch nur Gurtband - unfassbar für den Preis.





Ansonsten: sie mag ihren Rucksack wegen des Designs, ich bevorzuge, wenn schon Rucksack, einen anderen gekauften, sonst habe ich genug hübsche Taschen. Den Hype um "den anderen Rucksack" verstehe ich nicht. Aber die Anleitung ist kostenlos, sie ist auch verständlich und logisch.

Und die Hündin hat noch ein kuscheliges neues Fellkissen bekommen, der Stoff stammt auch aus dem Karstadt Räumungsverkauf.


Viele Grüße, Anja