Donnerstag, 6. August 2026

Saraste Hemdbluse - Me made Mittwoch last minute!

Beim Nähdelstreffen in Münster ist nicht nur die blaue Popeline, aus der das hübsche Japanblüschen wurde, zu mir gekommen, sondern ebenfalls eine mintgrüne Popeline, ähnlich hervorragende Qualität. In diesem Fall habe ich wieder die Rolle leer gekauft, es waren noch knappe 2 m vorhanden. 

Das reicht für mehr als eine Bluse. Aber ein weiteres Kleid brauche ich derzeit nicht. Ich habe dennoch meine Schnittmuster durchgeschaut, was mich anspringen könnte. An den sehr heißen Tagen war ich etwas faul und bin dann (da bereits ein Großteil des Schnittes angepasst und kopiert war) an der Saraste Bluse von Named aus dem Buch "Breaking the Pattern" hängen geblieben. Ich habe mein selten getragenes Kleid anprobiert, passt noch, habe den langen Ärmel kopiert und an den Vorderteilen die Schlitzmarkierungen angebracht. Denn ich wollte definitiv die Version mit dem Schlitz oder Cutout nähen, denn das ist das Besondere an dieser Bluse.

Die Anleitung ist super, es brauchte keine weiteren Änderungen. An einem heißen Wochenende habe ich in den Stunden, wo die Wohnung noch nicht komplett abgedunkelt war, alles genäht. An den folgenden 2 Abenden noch die Knopflöcher und Knöpfe angenäht. Fertig.

Schon bei der Anprobe fiel mir auf, dass ich mit dem Kragen haderte. Aber da war schon alles angenäht, gebügelt und fertig. Ein Auftrennen an der Stelle kam für mich nicht mehr in Frage. Mein Saraste Kleid hat Rüschen am Kragen, insofern fällt die Form nicht so auf. 

Hinzu kommt, dass der Kragen in geöffnetem Zustand (auch ich trage sie sicher nicht hochgeschlossen) über die Cutouts fällt und diese dann teils verdeckt werden. So soll das nicht sein, hmmm.

Zur Kragenform hat Manuela eine Menge geschrieben. Die Bluse hat Sujuti, evtl. sogar mehrfach, für ihre Tochter genäht. Sie wies auf die zu kurzen Ärmel hin, das Verlängern habe ich immer im Blick, in diesem Fall tatsächlich 8 cm.

Ich hätte besser beide Posts nochmal vor dem Nähen gelesen, zumindest den Kragen hätte ich auch im Schnitt geändert, denn die Geometrie gefällt mir ohne die Rüschen nicht wirklich. Da ich das Kleid immer noch nicht trage (vielleicht ist es auch die Länge) werde ich dort noch mal mit Änderungen in mich gehen. Wieviel Saum habe ich, kann ich was rauslassen. Oder kann ich eine Cropped Bluse machen oder oder oder? Denn der Stoff ist zu schade zum Aussortieren und der Kragen am Kleid gefällt mir.

Und hier ist die fertige Bluse, als normale Hemdbluse gut tragbar, auch im Winter mit den verschiedenen Pullundern und Bustiers, die ich habe. Ernsthaft anziehen tue ich die Bluse nicht bei diesen Temperaturen.



Nun für die Teilnahme am Me Made Mittwoch auch noch ein Tragefoto von vorne und hinten.



Schön finde ich, dass ich jetzt Routine habe, was Manschetten, Kragen, Knopfleiste betrifft. Auch, dass ich bei Hemdblusen einschätzen kann wie ich Weite und Kragen mag. Betrachten wir die Bluse als Lernprojekt. Wie und wann ich sie anziehe, sehe ich dann noch.

Zusammenfassung:

Schwierigkeitsgrad: superklare Anleitung, ich fand es diesmal einfach, aber inzwischen habe ich mehrere Blusen dieser Art genäht.

Zeitaufwand: das der Schnitt bereits kopiert war, schätze ich ca. 2 halbe Tage zzgl. 2 Abende

Kosten: Knöpfe aus dem Bestand meiner Mutter, Garn vorhanden, habe mit Weiß genäht, weil ich nicht ewig viele Rollen herum liegen haben möchte. Stoff: ca. 6 Euro (Stoffschrottplatz Münster)

Und damit noch etwas last-minute zum Me Made Mittwoch, Text am Donnerstag im Office geschrieben, Fotos am Nachmittag daheim gemacht.

Viele Grüße

Anja

Montag, 3. August 2026

Kleines japanisches Blüschen

Es kommt mir länger vor, aber es ist erst 2,5 Wochen her, dass ich mich mit meinen Montagsnähdels in Münster getroffen habe. Besonders inspirierend war für mich die, nennen wir es ruhig Boutique, von Julia alias piekundfein. Ich bin so voller Ideen, Inspirationen, Buchtipps, Stoffgefühlen nach Hause gefahren und musste dann einfach etwas nähen. 

Nachdem die Pattern Magic Bücher in Deutschland nur noch zu Fantasiepreisen erhältlich sind, die Elinor Bluse auf der neuen Fibremood als viel zu banal abgetan wurde und ich mich dann doch nicht durchgerungen habe das DP Blusenschnittmuster zu bestellen, bin ich nochmal in unsere Stadtbücherei, leider auch mit dem Ergebnis, dass anscheinend etliche Bücher "ausgemistet" worden sind. Geblieben ist dieses "Nähen im japanischen Stil" mit einigen interessanten Teilen. Ich hatte es schon mal ausgeliehen, aber manchmal blickt man nach Jahren dann doch wieder anders auf die Kleidung.

Entschieden habe ich mich für ein kleines Blüschen mit einer auffälligen Rüsche am Halsausschnitt. Als Stoff schien mir ein ebenfalls in Münster gekaufter Baumwollpopeline passend. Ich hatte zwar nur knapp 1 m, den gesamten Rest von der Rolle. Aber ich dachte mir, dass man die Rüsche auch im geraden und nicht wie angegeben im schrägen Fadenlauf zuschneiden könnte. Dafür reichte der Stoff dann auch gerade. Kopiert habe ich Größe M, es hätte tatsächlich auch eine Größe kleiner getan (ungewöhnlich bei japanischen Sachen, das Maß sagte mir S, aber ich trage nie S und konnte es nicht glauben). Ergänzt habe ich Brustabnehmer auf meiner etwas tiefer gelegten Höhe.

Hier nun Aufnahmen von vorne und hinten. Am äußeren Rückenausschnitt habe ich einen Aufnäher vom letztjährigen Nädelswochenende aufgenäht.







Statt Schrägband habe ich den Armausschnitt nur umgeklappt, den unsichtbaren Ausschnitt habe ich nicht weiter verarbeitet, er wird von der komplett offenkantig gelassenen gedoppelten Rüsche verdeckt. Die Rüsche soll und wird dann im Zeitverlauf weiter ausfransen.

Beim Saum habe ich noch überlegt, habe ihn dann aber doch ordentlich umgenäht, allerdings 2-fach mit leicht kontrastierendem Garn (wie überall ist das Garn einen Tick dunkler, ich hatte kein passendes) abgesteppt.

Zusammenfassung:

Schwierigkeitsgrad: sehr einfach, auch die Rüsche, so wie sie in dem Buch erklärt ist, funktioniert es einwandfrei auch ohne einen Ruffler.

Zeitaufwand: 4 Stunden für alles

Kosten: 3 Euro (der wirklich wertige Stoff ist vom legendären Stoffschrottplatz)

Auf dem Nähtisch liegt eine Saraste Bluse mit den Cutouts, ich bezweifele allerdings, dass sie bis Mitte der Woche zum Me made Mittwoch fertig wird - auch wenn im wesentlichen nur noch Knöpfe, Knopflöcher und Saum  und die ganze Manschette fehlen. Stay tuned.

Sommerliche Grüße

Montag, 20. Juli 2026

Karijini Dress - aus Seidenmix von Intrend/Max Mara

Vor etwas mehr als 2 Jahren habe ich das Karijini Dress genäht, der Schnitt hat mich begeistert, das Nähen hat Spaß gemacht, der Stoff ist toll - aber leider ziehe ich es viel zu selten an. 

Teils liegt das daran, weil der Baumwoll Waxprint nicht dünn ist und das Kleid oben gedoppelt ist. Ich finde es auch vorne recht kurz, aber all das erklärt nicht, dass es dauernd im Schrank hängt. Es gefällt mir immer noch sehr. Vielleicht sind es die auffallenden Farben, die es nicht bürotauglich machen? Und für das Wochenende zum Rumhängen, Wandern usw. ist es dann wieder zu gut.

Aber: ich hatte es kürzlich zu einem Stadtspaziergang in Wiesbaden an und bin von mehreren Seiten für das tolle Outfit gelobt worden. Eine Nähfreundin hat auch trotz des wilden Farbschemas das Potential des Schnittes erkannt - dieser zeigt sich noch mehr, wenn es in einem uni Stoff genäht wird.

In der Woche drauf habe ich das Schnittmuster heraus gekramt. Den Schnitt etwas mühselig vorne um weitere 8 - 10 cm verlängert, hinten wollte ich nicht verlängern, aber aufgrund der speziellen Konstruktion fehlte mir die Idee, wie ich das umsetzen sollte. Also habe ich erstmal alles verlängert und wollte dann hinterher schauen, ob ich auf der Rückseite noch kürzen kann.

Als Stoff kam ein wunderbarer Stoff aus dem Max Mara Outlet in Triest in Betracht: blaugrün, eine grandiose Farbe, ich habe den Stoff nur wegen dieser Farbe mitgenommen. 2,60 m einer Mischung mit 25 % Seide und 75 Polyester. Haptisch ist es wie die 100 % Seide von diesem Kleid, er verhielt sich auch beim Zuschnitt ähnlich (wie dünnes Papier), er hat Stand (vielleicht nicht die beste Wahl für das Kleid, aber das kam mir erst hinterher), die Nadel hinterließ feine Löcher, an den Rändern franste er superfein aus. Eine Diva.

Ich habe zugeschnitten und mich wieder durch die komplexe, aber verständliche Anleitung gearbeitet, aufgrund der Hitze draußen und drinnen hatte ich manchmal ein Fragezeichen im Kopf, aber zum Glück konnte ich immer an dem bereits fertigen Kleid schauen und so erschloss sich alles nach und nach. An einigen Stellen französische Nähte, aber nicht überall, dass der Stoff so franst habe ich erst gegen Ende bemerkt. Ein paar Kappnähte, die so in der Anleitung vorgesehen sind. Abnäher, Ecken, Umschläge, Falten - und fertig!

Getragen habe ich das Kleid erstmals bei dem wunderbaren Montags-Nähdelstreffen in Münster, es war frischer als ich dachte, so dass ich indoor im Wesentlichen meinen Organza Soprabito über dem Kleid anhatte. Den hatte ich an allen 3 Tagen und auf der Bahnfahrt über der jeweiligen Kleidung, insofern funktional und zu allem passend.

Für das Foto im Foyer des LWL-Museum, wo die Anderen kurz die Toilette besuchten und ich die Ablage eines Desinfektionsspenders für mein Selfie nutzte, habe ich die Jacke ausgezogen.



Bevor wir den kleinen Stadtrundgang gemacht haben, waren wir im Hutladen, daher hier noch Aufnahmen von Kleid, Soprabito und Hüten, der eine blieb bei mir:



Das Kleid trägt sich prima, macht alle Bewegungen mit, eignet sich für Tag und Abend (dafür hatte ich es ursprünglich mitgenommen, aber vor dem Abendtreffen haben wir eine Radtour gemacht und das werde ich dem Stoff erst hier zu Hause zumuten, weniger Radtour, als kurze Fahrradfahrt irgendwohin).

Bevor ich es morgen erneut zum Arbeiten anziehe, muss ich es bügeln, Tragen und Transport haben reichlich Knitterfalten erzeugt, die sich nicht aushängen lassen. Ich ergänze dann auch die Aufnahme von der Rückseite. Als ich das Foto im Museum machen wollte, kamen die beiden Begleiterinnen schon von der Toilette zurück.



Auf der Rückseite ist der hintere Zipfel besonders markant. Die Doppelung ist ganz schlicht im Oberteil mit 2 Abnähern.

Zusammenfassung:

Schwierigkeitsgrad: für Fortgeschrittene, der Schnitt ist nicht ohne, er funktioniert nur, wenn man sich genau daran hält, Abwandlungen sind nicht so einfach zu konstruieren, das Nähen mit feinem Stoff kriegt meine Maschine dank Geradstichplatte und Mikrotexnadel gut hin.

Zeitaufwand: eine Woche jeden Abend, mehrere Stunden, also eine Menge, obwohl ich den Schnitt schon kopiert und ausgeschnitten hatte.

Kosten: der Coupon kostete 33 Euro, Garn aus dem Bestand

Sommerliche Grüße

Anja

Montag, 6. Juli 2026

Seidenchiffonblüschen aus Shape Shape

Ich habe vor langer Zeit einmal eine vorhandene Seidenbluse geändert und zu dem nun unten erneut genähten Blüschen vernäht. Vermutlich habe ich sie nicht verbloggt, jedenfalls finde ich sie nicht. Der Schnitt ist aus dem ersten Buch von Shape Shape, das ich in der Bücherei ausgeliehen hatte. Dabei habe ich damals die vorhandene Knopfleiste erhalten. Allerdings finde ich eine Knopfleiste im Rücken suboptimal. Die Idee der Bluse ist, dass man sie beidseitig tragen kann. Aber die geschlungene Seite ist vorne einfach viel schöner. Dann hat man allerdings hinten eine Knopfleiste. Mir war das unangenehm, wenn ich angelehnt irgendwo sitze. Insofern trug ich die Bluse selten, mittlerweile ist sie ausgemistet.

Vor ein paar Wochen habe ich eine fantastische Seide (Chiffon) mit 30 % Rabatt gekauft. Es war an einem heißen Tag, ich liebe Seide an derartigen Tage. Besitze allerdings nur Kleider, kein Oberteil. Also habe ich einfach mal 70 cm mitgenommen. Noch ohne eine Idee, was daraus werden kann. Der Schnitt sollte einfach sein, wenige Schnittteile, dennoch besonders in der Optik. Da habe ich mich an die geschlungene Bluse von damals erinnert.

Unten seht ihr grob, wie der Schnitt sich zusammensetzt. Ich habe das Teil mit den Knöpfen im Bruch zugeschnitten, was bedeutet, dass ich die Verschlingung vor dem Nähen arrangieren muss. Im Buch gibt es auch eine Anziehanleitung. Wenn man einmal verstanden hat, wie die Teile zusammen gehören, ist es machbar.

Um die wertige Seide nicht fälschlicherweise in der falschen Größe zuzuschneiden, habe ich ein Probeteil ausgeschnitten - und verdreht zusammengenäht. Was für ein Drama, mehrmals musste ich die Schulternaht auftrennen, weil ich etwas nochmal verdreht habe. Im Prinzip wollte ich die Idee schon "entsorgen" und mir einen neuen Schnitt suchen. Eine Nähfreundin brachte mich auf den Gedanken, die Teile jeweils mit Masking Tape zu markieren, also alle Ecken so wie sie später zusammen gehören. Das hat geholfen. So habe ich in kleinen Schritten 4 Nähte genäht und den Überblick behalten. Armlöcher und die ganzen Langseiten der anderen Teile sind mit Rollsaum maschinengenäht, es hat leidlich funktioniert. Nur da, wo französische Nähte waren, musste ich unterbrechen. Stört mich nicht. Mit dem optischen Ergebnis bin ich zufrieden.



Oben die Verschlingung vorn, unten das "Rückenteil" vorn. Der dünne Stoff ist blickdichter als ich dachte, natürlich kann ich auch etwas unterziehen, damit weniger Haut rausschaut. Im Laden beim Stoffkauf hatte ich übrigens auch die orange Hose an - wahrscheinlich war ich deshalb von dem Stoff so angetan.


Und jetzt noch die Rückseite, einmal gerade unten, einmal gewickelt oben. Alles möglich.


Ich bin sehr, sehr zufrieden mit der dünnen raffinierten Bluse.

Zusammenfassung:

Schwierigkeitsgrad: durch die Abwandlung mit der weggelassenen Knopfleiste tat ich mich schwer, allerdings hätte ich mich mit einer Knopfleiste in diesem Stoff auch schwer getan bzw. es ausgeschlossen, diese zu nähen.

Zeitaufwand: 2 Stunden Probeteil - ohne Erfolg; 2 Stunden Nähen der Bluse nachdem ich ein System hatte, der Rollsaum funktionierte auch einwandfrei. Den Schnitt hatte ich bereits vor ewigen Zeiten kopiert.

Kosten: ca. 24 Euro für den Stoff, Garn hatte ich.

Vielen Dank fürs Schauen, sommerliche Grüße, Anja

Mittwoch, 1. Juli 2026

Bodycon Dress aus Burda 4/2024

In unserer Stadtbibliothek wurden letztens alte Burdahefte ausgemustert. Gegen eine kleine Spende habe ich einige mitgenommen, in denen interessante Schnitte waren.

An dem unten gezeigten Kleid hat mir der Ausschnitt besonders gut gefallen. Das Heft ist vom April 2024, Modell 122, das es in mehreren Varianten gibt. Auch als Oberteil. Und mit einer bebilderten Anleitung. Die wäre zwar nicht nötig, denn im wesentlichen besteht das Kleid aus ganz wenigen Nähten, wenigen Arbeitsschritten. Die Kombination weiter Ausschnitt - lange Ärmel schien mir nicht tauglich, denn gerade erst während des Me Made May habe ich eruiert, warum ich bestimmte Sachen nicht trage - dazu gehörten die, wo Schnitt, Stoff, Saison irgendwie nicht zueinander passen. Lange wärmende Ärmel würde ich nie mit einem weiten luftigen Ausschnitt tragen. Was liegt da näher als die Ärmel zu kürzen?

Den perfekten Stoff für das sogenannte Bodycon Dress (ein Begriff, den ich vorher noch nicht kannte, er bezieht sich auf körpernahe Kleidung) hatte ich letzten Sommer in Löwen bei The Fabric Sales gefunden. Einen gestreiften Jersey, nicht sehr dünn, leichte Struktur, ein wunderbarer ins Petrol gehender Blauton. Davon hatte ich - wie ich schlussendlich feststellte - 1,5 m. Zum Glück lag der Stoff sehr breit, so dass ich Vorder- und Rückenteil sowie Belege und 2 kurze Ärmel auf die volle Länge auflegen konnte. Ein Minirest für ein Scrunchie ist mir noch geblieben.


Genäht und getragen habe ich das Kleid vor der großen Hitze. Für die Hitze wäre es auch nicht tauglich, weil m.E. der Jersey zu dick ist. In dieser Woche würde es wieder gehen. Während der sehr heißen Tag habe ich dieses und dieses A-Linien-Kleider aus Seide getragen, alternativ auch dieses mit technischem Zeug versetzte Seide und dieses aus Seidentaffetta, die wirken etwas dicker, aber da sie Stand hatten, klebte nichts an der Haut. 

An meinem Arbeitsplatz war es 29 Grad warm, die Nächte kühlten bei uns nur auf 25 Grad ab und als die 40 Grad Außentemperatur erreicht waren (Wochenende bzw. freier Freitag) habe ich einmal eine luftige Hose probiert (Leinen), sie klebte nach kurzer Zeit an der Taille - no way. Fluffige Kleider sind das Beste, weil gefragt wurde, was wir bei Hitze tragen. Material definitiv Seide, notfalls Leinen, nichts Anderes.

Damit das Kleid nicht so schlicht und langweilig daher kommt, habe ich oben am Ausschnitt und am Seitenschlitz eine farblich passende Spitze zwischen gefasst. Aus dem Bestand, ursprünglich aus der Nähkiste meiner verstorbenen Mutter stammend. Die Menge reichte gerade so. Ein Minilabel am Rücken - ein Überbleibsel von Munichfrocktails et voilá:


Und ihr seht, bei mir sitzt das Bodycon Dress nicht hauteng, das hätte mir absolut nicht gefallen, ich habe einige cm Spiel zwischen Körper und Stoff gelassen. 




Schnelle Zusammenfassung:

Schwierigkeitsgrad: sehr einfach; Zeitaufwand: sehr schnell; Kosten: ca. 23 Euro für den Stoff, alles andere aus dem Bestand

Präsentiert beim Me Made Mittwoch im Juli, herzlichen Gruß

Anja

Dienstag, 30. Juni 2026

TIM Augsburg - Talbot & Runhof

In sehr netter Begleitung von Gabi-Langer Faden sowie 2 Nähfreundinnen ohne Blog oder Instagram, war ich vor fast 2 1/2 Wochen im TIM in Augsburg - ein wunderbares Museum, ganz in der Nähe meiner einen Freundin, insofern immer eine schöne Gelegenheit für ein Treffen. Außerdem bietet das Museum ein tolles Beiprogramm zur Sonderausstellung Celebrating Fashion an. Leider vorwiegend während der Woche, daher konnte ich an keiner der Veranstaltungen teilnehmen. 

Aber die Talbot & Runhof Ausstellung hat sich gelohnt. Von dem Designerduo aus München (bzw. USA und Wiesbaden) hatte ich vorher am Rande gehört. Keiner von ihnen hat eine klassische Schneider- bzw. Modedesignausbildung. 

Gezeigt werden in Augsburg Modelle, die dem Museum als Dauerleihgabe überlassen wurden und die auf diversen Fashion Weeks in Paris gezeigt wurden. Es gibt auch Videos dieser Shows zu sehen. Dort ist dann ersichtlich, wie die gezeigten Stücke am Körper, in Bewegung aussehen. Die Beleuchtung in der Ausstellung war super, man konnte auch ganz nah an die Kleidung heran gehen und sich so Details wie Nähte, Säume, Stickereien usw. anschauen. In einem nachgebauten Atelier gab es die Möglichkeit, Stoffe zu befühlen, die für die Modelle verwendet wurden. Auch die Hersteller waren benannt, im wesentlichen weniger als eine Handvoll, die langjährig für Talbot&Runhof arbeiten, aus der Schweiz und Norditalien (u.a. Clerici mit dem Laden New Tess in Mailand, der auch für Endkunden geöffnet ist, dieses Kleid, diese Hose, diesen Soprabito habe ich aus Stoffen von dort genäht).

Die Kollektionen sind oft politisch. Die beiden Modelle unten sind aus Cord (Schwulenbewegung), weiter unten sind die Kollektionen mit dem Konterfei von Putin sowie ganz unten T.-Shirts mit Fake Aufschriften nach der ersten Wahl von Trump. Einen Bericht/Erläuterungen dazu gibt es hier.


Die Rückseite dieser Badeanzüge fand ich sehr spannend:


Ganz ganz viel wurde drapiert. Die Ergebnisse wie die oben gezeigte Verzierung zeigen die architektonischen Einflüsse der Designer.

Sehr witzig unten das "Schwarzwaldmädel", tolle Knopfleiste und gut mit Resten nachzubauen.



Black and White sehr plastisch:


Das Material des Mantels unten war irgendwie plastikartik, aber natürlich kein Plastik, eine Firma in der Schweiz fertigt diese besonderen Materialien, die dann verwendet werden.




Oben Hippie/Back to the Sixties and Seventies und unten ein Modell mit unfassbarer Stickerei, wir standen lange davor, um uns die Details anzuschauen....soviele verschiedene Perlen, Elemente, Kreuze, Federn, Bänder usw.


mm

Und zum Schluss möchte ich euch diesen Saum nicht vorenthalten, das können wir besser. An anderer Stelle gab es allerdings Säume, wo überhaupt nicht erkennbar war, wie die befestigt waren, komplett unsichtbar, keine Einstichstellen, nichts, vielleicht mit einer Lupe eine kleine Erhebung zu erkennen. Wahnsinn.

Damit hoffe ich, Geschmack auf die Ausstellung gemacht zu haben. später daheim ist mir auch eingefallen, dass ich schon einmal einen Rock nachgenäht habe, Mema hatte ihn und ich habe ihn kopiert. Einfach und wirkungsvoll.

Herzlichen Gruß

Anja

Montag, 22. Juni 2026

(Not-) Cropped Oberteil aus der Cartamodelli

Aus den Resten der Stoffstücke, die ich an der Hose angenäht habe bzw. eigentlich war der Jeans ja bereits ein Rest von einer Jeansjacke, die ein paar Jahre vorher genäht wurde (so ist das mit Spontankäufen, da bleibt was übrig), habe ich ein schnelles kleines sommerliches Oberteil genäht. Ich habe dieses Schnittmuster unten vom Titel der Cartamodelli vom April verwendet. Kopiert in der deutschen Größe 42 und verlängert, denn ganz so cropped wollte ich es nicht haben.

Ansonsten alles wie im Schnitt vorgesehen, ohne größere Probleme genäht. Fügt sich prima in meine Garderobe ein, allerdings ist es im Moment ein wenig zu heiß für den dicken Stoff. Nicht wirklich dick, aber bei diesen Temperaturen geht nur ganz dünnes leichtes Gewebe, aka Seide.


Letzten Woche konnte ich das Oberteil noch morgens mit meiner Organza Soprabito Jacke ausführen, am späten Vormittag wurde es auch damit zu warm.



Oben das Vorderteil, die Fäden habe ich erst auf dem Foto gesehen und mittlerweile abgeschnitten. Unten die Rückseite. Die Abnäher habe ich nach außen verlegt, Teils mit Orange (analog zur Hose), teils mit Rauchblau wie die Farbe der Knöpfe abgesteppt.



Schnelle Zusammenfassung: keine Kosten, ganz einfacher Schnitt und ganz schnell genäht.

Sonnige Grüße

Anja