Mittwoch, 6. Februar 2019

Me Made Mittwoch im ungeliebten Kleid

Manche Stoffe liegen lange bis sie vernäht werden. Manche Schnitte brauchen ewig bis sie umgesetzt werden. Und manchmal zieht sich etwas nach dieser Entscheidung nochmal wie Kaugummi.

Vor mehr als einem Jahr habe ich meine erste (und einzige) Fashion Style gekauft. Angefixt von einigen Bloggerinnen, die Kleider daraus gezeigt haben, auch genäht haben. Es war so ein Kleiderbaukastensystem mit einigen wirklich schönen Schnitten, die mich auf den Fotos sehr angesprochen haben.

Erst auf den zweiten Blick habe ich gesehen, dass etliche der Modelle "Trikotstoff" benötigen. O.k., den gab es vor einem Jahr in schönem Grün im Karstadt Winter Sale, eine hochwertige innen flauschige Wollmischung, reduziert auf ca. 4 - 5 Euro den Meter, genau weiß ich es nicht mehr. Jedenfalls war der Winter dann bald vorbei. Stoff und Schnittmusterzeitschrift lagen den Sommer über im Depot. Der Herbst kam und mit ihm die Nähpläne. Modell 12 sollte es sein, mit verlängerten Ärmeln, wintertauglich eben.


Bei einem Nähtreffen habe ich das Schnittmuster abgepaust, was habe ich geflucht, meine Güte! Schlimmer als Burda, Ottobre, La Mia Boutique, so schlimm, dass ich kurz davor war, alles hinzuschmeißen. Unten seht ihr die wenigen Schnittteile, aber auf dem Bogen mit den unendlich vielen Größen (wie können die alle vernünftig gradiert sein?) in rot und schwarz war es verdammt schwierig die Teile abzupausen. Das macht mir sonst absolut nie Schwierigkeiten. Aber irgendwann war es erledigt. Es fehlten Markierungen am Ärmel, um Vorder- und Rückseite zu unterscheiden. Außerdem erschien mir der Ärmel sehr, sehr eng. Also habe ich erstmal den Ärmel in der Weite angepasst. Dann kamen die üblichen Anpassungen hinsichtlich Länge des Oberteils und Sitz des Brustabnähers. Mit der Schulter habe ich mich nicht weiter beschäftigt, was sich im nachhinein als Fehler erwiesen hat. Auch reichten die Ärmelanpassungen nicht, um ihn hinreichend bequem zu machen. Der Übergang zu den "Teilen" (so werden Vorder- und Rückenteil in der mittelmäßigen Übersetzung bezeichnet) ist auch nur mittelprächtig gelungen.


Dann folgten wieder einige Monate, Weihnachten, Silvester, Winterurlaub, es nahte das nächste Nähtreffen, wo ich e n d l i c h das Kleid fertig stellen wollte. Es wurde fertig. Es ist weiß Gott kein Lieblingskleid. Es sitzt einfach relativ schlecht am Oberkörper. Wobei mir der Kragen / Ausschnitt gut gefällt. Er hält wenigstens warm und ist nicht so offen, wie ich befürchtet hätte. Aber er ist auch nicht so wie er sein soll.


Ich habe nochmal gute 10 cm am Saum gekürzt, denn die Originallänge sah einfach nur schrecklich aus. Als gemütliches Hauskleid ist es jetzt o.k. und der Stoff ist wirklich kuschelig. Ohne Gürtel geht es auch nicht, ein anderer Gürtel wäre sicher besser, aber ich besitze keinen weiteren, weil ich eher gerade geschnittene Kleider trage (und an mir mag).

Ich verlinke trotzdem beim Me Made Mittwoch, nach den Fotos bin ich vorhin gleich in ein anderes Kleid geschlüpft. Dieses, das eigentlich auf das Ausmisten wartet, aber doch zu geliebt ist.

Viele Grüße aus Frankfurt

Anja

Dienstag, 11. Dezember 2018

Nähtreffen, neue Hose, neue Schnitte, neuer Stoff ....

Ich finde es total super, Leute zu treffen, die mein Hobby teilen. Natürlich gibt es die, die das Ganze viel pingeliger und genauer angehen als ich, aber über deren Kommentare schmunzele ich mittlerweile, dafür ist mein Output bezogen auf die zur Verfügung stehende Zeit recht hoch.

Letzten Freitag war ich beim Frankfurter Nähtreffen, das abwechselnd in den Gemeindesälen von zwei Kirchengemeinden gleich "um die Ecke" stattfindet. Ich hatte davon schon im Gemeindebrief gelesen, aber die Vorstellung, dass es sich um eine Ansammlung älterer Damen handelt, die dort gemeinsam handarbeiten. Fehlanzeige. Es ist privat organisiert und lauter Frauen wie ich sitzen dort einmal im Monat vor ihren Nähmaschinen.

Bis dorthin schaffe ich es, meine Nähmaschine zu transportieren, weiteres Material in Rucksack oder Fahrradtaschen. Letzte Woche habe ich nur Schnitte kopiert und zugeschnitten, aber dennoch muss so ein Abend gut geplant werden, damit alle benötigten Materialen dabei sind. Allerdings merke ich, dass ich viel weniger konzentriert arbeite als zuhause, da passieren schon mal blöde Flüchtigkeitsfehler (Nahtzugabe angeschnitten, obwohl bereits im Schnitt enthalten) und manches dauert viel länger als zuhause (Schnitt aus einer Fashion Style kopiert, was ewig gedauert hat, teils lag das aber auch an dem Bogen, der erheblich unübersichtlicher ist als der der Burda). So habe ich also letzte Woche in 4 Stunden "nur" 2 Schnittmuster kopiert und eine Hose zugeschnitten und getrunken, Plätzchen gegessen, gequatscht. Das war auch schön. Nähen tue ich dann gerne in Ruhe daheim.


Eine weitere Merchant & Mills Strides Trousers ist fertig. Aus dem wunderbaren Workbook. Aus cognacfarbenem Cord, den ich gleich nach Fertigstellung der November Sew Along Hose , die auch aus dem Buch stammt, gekauft habe. Geändert im Vergleich zum Schnitt habe ich wenig, nur einen Formbund statt normalem geradem Bund (sitzt mir mit Hohlkreuz viel besser) und Paspeltasche hinten (bei der letzten Strides hat sich der Knopfverschluss als extrem praktisch erwiesen). Die Anleitung für die ergänzte Paspeltasche stammt aus diesem hier beschriebenen sehr nützlichen Buch.

Da die Nähmaschine beim Festnähen der Gürtelschlaufen mehrfach gestreikt hat (8 Lagen Stoff übereinander) und mir 2 Nadeln gebrochen sind, habe ich nur 4 statt 5 Gürtelschlaufen und die letzten beiden per Hand angenäht. Ebenso ist der Saum händisch genäht, das gefällt mir besser.


Meine Tochter findet weite Cordhosen sehr trendy, so dass ich nochmal marineblauen Cord nachgekauft habe (es gab noch 2 Ballen von dem reduzierten Baumwollcord im Kaufhaus) und ihr auch eine Hose nähen werde, aber nicht ganz so weit. Damit wird das Winterkleid aus der Fashion Style, für das ich beim Nähtreffen den Schnitt kopiert habe und grünen French Terry hier liegen habe, zurück gestellt.

Die Hose fällt viel schwerer als die erste Strides aus Wolle. Generell finde ich, dass derart weite Hosen im Sommer praktischer sind (wegen der Verschmutzungs- und Wasseraufsaugefähigkeit am Boden) und aus leichtem Stoff besser fallen. Insofern gibt die Stoffempfehlung im Buch Sinn. Außerdem habe ich das Gefühl, dass sie sich nach einigen Tagen geweitet hat, ist das ein typisches Phänomen bei Cord? Ich werde die beiden Verschlussknöpfe vorne nochmal versetzen.


Ich finde die Kombinationsmöglichkeiten im Winter schwieriger, eine Bluse oder ein dünner Rolli sind mir zu kalt, mit einem dicken Pullover sieht man gleich ziemlich dick aus. Ich müsste mir vielleicht ein körpernäheres Exemplar stricken? Oben mit einem frei Schnauze gestrickten Mohairpulli.

Hier die Hose von hinten mit der Paspeltasche, leider nur zu erahnen.


Und einmal ein Blick in die Innenkonstruktion des Reißverschlusses. Dass ich rechts und links vertauscht habe, sieht keiner. Ich habe irgendwie zu spät gemerkt, dass ich das Schnittteil falsch aufgelegt habe. Und der Reißverschluss ist anders rum als bei der anderen Hose. Ich vergesse immer diese Regel mit Reißverschluss und Knopfleiste bei Damen- und Herrenkleidung.


Gruß aus Frankfurt

Verlinkt bei Sew La La.

Anja

Mittwoch, 5. Dezember 2018

Mode im Film, Filme im Kino und Fernsehen

Die meisten haben sicher mitbekommen, dass heute Abend ein Fernseh-Zweiteiler über das Leben von Aenne Burda startet. An sich habe ich keine hohen Erwartungen an Fernseh-Zweiteiler in der Vorweihnachtszeit, aber das Thema interessiert mich, ich gehe davon aus, dass man interessante Kleider zu sehen bekommt, die Kostümbildnerin hat sich sicher viel Arbeit gemacht. In der Burda vom Dezember konnte man bereits einige Einblicke bekommen und ein Schnittmuster zum Nachnähen war auch dabei. Ich werde also heute Abend um 20.15 Uhr den Fernseher einschalten. Mein Mann hat zum Glück seine Firmenweihnachtsfeier, die Gassirunde ziehe ich vor, die Tochter darf mitschauen, wenn sie möchte, morgen ist erst Schulbeginn zur 3. Stunde (Nachtrag: der Zweiteiler ist schwach, die Kostüme nicht sonderlich spannend, wer den Film nicht gesehen hat, hat nichts verpasst).


Was vielleicht nicht alle mitbekommen haben, dass einige vielversprechende Filme diese Woche gestartet sind bzw. demnächst im Kino starten:

Letzten Montag war ich in der Vorpremiere von "Die Schneiderin der Träume" in Anwesenheit der Regisseurin. Es geht zwar weniger ums Nähen als es der Trailer suggeriert, aber das Thema Frau in Indien, Segregation, Stadt-Land-Kontraste in einem aufstrebenden Land fand ich sehr klasse. Außerdem eine wunderbare Liebesgeschichte, die die Zukunft offen lässt. Eine klare Empfehlung. Derzeit tourt der Verleih mit der Regisseurin durch Deutschland. Am 20.12. startet der Film offiziell, vermutlich in kleineren "Programmkinos". In dem kleinen Kino, in dem das Publikumsgespräch nach dem Film stattfand, saßen vorwiegend Frauen, entweder Inderinnen, die in Deutschland leben, Frauen, die Indien bereist haben und es recht gut zu kennen schienen und Frauen, die in irgendeiner Form Kleidung trugen, die nicht von der Stange war, also die vermutlich selbst nähten. Eine spannende gemischte Zielgruppe.

Ähnliches gilt für die beiden Dokumentarfilme "Alexander McQueen" und "Westwood", die schon laufen bzw. vor Weihnachten anlaufen. Ob ich es schaffe, beide zu sehen, weiß ich nicht. Schade, dass sie fast parallel laufen und das auch noch alles in der vollgepackten Weihnachtszeit (und auch noch das italienische Fimfestival und der isländische Film). Ich priorisiere derzeit den Film über Vivienne Westwood, ich wusste gar nicht, dass sie so eine interessante Frau war. Nachtrag: die Dokumentation über Lee Alexander McQueen zeigt sehr anschaulich die Facetten eines Künstlerlebens, interessant, kurzweilig, traurig - wie so oft die Künstlerleben enden. Nicht verpassen!

Me Made Mittwoch in altem Rock

Guten Morgen an diesem trüben und grauen Dezembermittwoch. Genau der richtige Tag, um graue Sachen anzuziehen oder gerade nicht? Wer was trägt, sehen wir am Me Made Mittwoch
https://memademittwoch.blogspot.com/2018/12/me-made-mittwoch-am-05122018.html

Ich habe nichts Neues zu zeigen, aber einen alten, wirklich sehr alten Rock heraus gekramt, sehr grau und dazu ein schwarzer Kaufrolli. Um dem Grau draußen zu trotzen, trage ich immerhin den türkisblauen Stadtmantel von Crafteln.

Ich habe den grauen Rock vor Urzeiten (ca. 25 Jahren) mit Hilfe meiner Mutter genäht. D.h. sie hat den Schnitt erstellt (ich habe die Inspiration vermutlich in einer Zeitschrift oder einem Schaufenster gehabt, ich weiß nicht mehr von welchem Designer er stammt, ich vermute, es war Jil Sander, deren Sachen mir damals sehr gefielen, aber mir persönlich viel zu teuer waren), ich habe den Rock dann mit ihrer Hilfe genäht. Wahrscheinlich hat sie die Fisselarbeiten (Reißverschluss ordentlich einnähen, Futter händisch säumen usw.) erledigt. Ich habe den Rock viele Jahre gerne mit einer klassischen Bluse und oft mit einem schwarzen taillierten Blazer (der auch noch im Schrank hängt) im Beruf getragen. Die hochwertige Wolle fühlt sich immer noch gut an, deshalb habe ich ihn sicherlich aufbewahrt. Nach der Geburt meines Kindes passte er vermutlich nicht mehr, die Länge lag nicht im Trend und überhaupt habe ich buntere Sachen bevorzugt.


Nun sehe ich seit einer Weile viele Sachen mit Latz oder vorne solchen breiten V-Trägern und habe mich des Rockes erinnert. Er passt in der Taille, wer hätte das gedacht, die Taschen sind ein bisschen ausgeleiert, der Zipper des hinteren Reißverschlusses für den Schlitz ist abgebrochen, aber der Reißverschluss lässt sich noch gut bewegen. Auf den Fotos rutscht der Träger zur Seite. Ich glaube, die Ursprungskonstruktion des Rockes war so, dass die Träger vorne gekreuzt werden, das gefiel mir aber heute Morgen überhaupt nicht.




Die Länge gefällt mir nicht wirklich. Ich mag Bleistiftröcke auch nicht mehr für mich, obwohl mit diesem Fahrradfahren mit geöffnetem Schlitz geht. Aber die Silhouette ist so lang und gerade. Was meint ihr?


Ich tendiere dazu den Rock zu kürzen, oberhalb des Knies (also oberhalb des Schlitzes) zu säumen, um ihm ein jugendlicheres, frischeres Aussehen zu verleihen. Ich könnte natürlich auch etwas Farbigeres, z. B. Rot, dazu kombinieren, aber das gibt mein Schrank nicht her.

Die Fotos habe ich heute Mittag im herbstlich anmutenden Anlagenring gemacht, oberhalb des Brunnens vom Foto unten. Da gibt es kleine Mäuerchen, wo man gut mit Selbstauslöser fotografieren kann und zum Glück war es nicht besonders kalt.


Viele Grüße aus Frankfurt

Anja

Dienstag, 27. November 2018

Minirock 104 aus Burda 8 / 2018

Richtig viel nähe ich im Moment nicht. Es fehlt die Zeit, es fehlt die Inspiration und die Notwendigkeit. Aber der Schrank meiner Tochter ist relativ leer. Als ich kürzlich den wunderbaren, um glatte 10 Euro pro Meter reduzierten Baumwollcord bei Karstadt sah (ich hatte spontan für eine Hose für mich gekauft, allerdings noch nicht genäht geschweige denn zugeschnitten), kam mir die Idee für einen schnellen Rock für die Tochter. Sie trägt zwar überwiegend Jeans, aber neuerdings manchmal auch ein Strickkleid. Früher hatte sie schon mal einen Cordminirock, so entstand die Idee. Der Kinderschnitt von damals aus der Ottobre funktioniert natürlich nicht mehr. So fiel die Wahl auf dieses Modell aus einer relativ aktuellen Burda.


Etwas verlängert, dann wieder ein bisschen gekürzt. Die Maßtabelle von Burda ergab eine 38, was zu großem Frust führte, nach Erklärungen und der Sichtung diverser anderer Maßtabellen (La Mia Boutique und Fashion Style, die aus den Maßen meiner Tochter eine 36 bzw. eine 42 machen) war klar, nicht die Ziffer ist entscheidend, sondern nur die Maße selbst. Interessanterweise sind dann zwei neue Pullis gekauft worden, die recht locker sitzen, beide in XS, das Glück war wieder perfekt. Soviel zu Teenagermädchen.


Der Rock wird gerne getragen. Die Taschen sind unpraktisch zum Öffnen, aber dafür sehen die Riegel hübsch aus. Meine Tochter wollte möglichst unauffällige kleine Knöpfe.

Viele Grüße, Anja

Mittwoch, 14. November 2018

Gedanken zu Mode-, Kostüm-, Modedesignausstellungen

Bis vor ein oder zwei Jahren hatte ich nicht abgespeichert, dass es in renommierten Museen und Galerien Ausstellungen zu relativ aktuellen Modedesignern gibt. Modedesign war für mich nicht Kunst.


Inzwischen weiß ich, dass diverse Museen große Textilsammlungen, auch im Bereich von Mode des 20. Jahrhunderts haben. Und dass diese Museen immer wieder tolle Ausstellungen anbieten. Es lohnt sich also, die Augen offen zu halten, wenn man nach New York, Paris, London oder Florenz fährt. Manchmal kommen diese Ausstellungen auch als Wechselausstellung nach Deutschland. O.k., das habe ich inzwischen gecheckt. Letztes Jahr begann im Frankfurter MAK die Jil Sander Retrospektive, nächstes Jahr gibt es eine spannende Schau zu arabischer Mode.

In diesem Jahr bin ich einmal nach Berlin gefahren, gelohnt hat es sich nicht. Vor zwei Wochen war ich in London in der Frida Kahlo Ausstellung und habe mich wie an einem Samstag auf dem Frankfurter Weihnachtsmarkt gefühlt (obwohl die Tickets lange ausverkauft waren), im Halbdunkel waren die Texte kaum zu lesen, vor kleinen Monitoren und Fotos drängelten sich Dutzende Besucher, die Kleider waren dicht an dicht mehrreihig in einer einzigen schlecht beschrifteten Glasvitrine aufgebaut. Wenn man sich mit der Künstlerin bereits beschäftigt hat, ihre Lebensgeschichte kennt und ihre Bilder in Museen gesehen hat, wird man enttäuscht sein. Um einige rostige Salbentuben und aufgebrauchte Nagellackflaschen aus den 50er Jahren zu sehen, lohnt der Besuch nicht. Die Präsentation der meisten Objeke war mir zu eng, zu dunkel, zu unstrukturiert, das hätte man wirklich besser machen können. Platz ist im Victoria & Albert Museum vorhanden. Andere Schauen in dem Museum sind sicher besser (gewesen), diese hat sich für mich nicht gelohnt. Zum Glück habe ich andere tolle Sachen gemacht und Freunde getroffen.

Aber es gibt sie auch, die kleinen unbeachteten Ausstellungen, die man zwischendurch entdeckt. Auf der Rückreise in den Herbstferien in Arezzo. Ein zauberhafter kleiner feiner Rundumschlag durch die italienische Mode (Kleidung und Accessoires, Damen, Herren, Kinder) von der Jahrhundertwende bis in die 60er Jahre. Großzügig präsentiert, gut beschriftet (Italienisch und Englisch, was in Italien keine Selbstverständlichkeit darstellt), ein kleiner Genuss im Vorbeigehen, während meine Familie mit Hund in einer Pizzeria wartete.


Sehr empfehlenswert finde ich die Ausstellung zur Kostümbildnerin Barbara Baum, die derzeit im Frankfurter Filmmuseum läuft. Kostüme, die der Mode der jeweiligen Zeit entsprechen, werden mit den dazu gehörigen Filmszenen präsentiert. Dazu gibt es einen "Arbeitsbereich" der Designerin mit vielen Stoffproben. Material anfassen und fühlen nehmen einen weiten Bereich ein. Dazu kann man Interviews mit der Designerin hören, in denen sie aus dem Nähkästchen plaudert, oft weichen Wünsche der Regisseure von dem, was schneidertechnisch machbar ist, ab. Unten gefallen mir besonders das blaue Kostüm von Sabeth aus Homo Faber und der helle Wintermantel von Maria Braun. Eindrucksvoll die Stoffsammlung.


Der Originalstoff aus den 20er Jahren (unten rechts) aus der Auflösung der DEFA Studios wurde für die Bluse der Lili Marleen und das Kleid vernäht. Auch die beiden Stoffe (schwarzes Kostüm von Lola) und weißes Kostüm Lili Marleen sind gemeinsam spontan gekauft worden.


Im Vorraum der Ausstellung liegt das Stoff und Faden Lexikon von Nahtzugabe aus.


Außerdem gibt es in Offenbach (da fährt man aus Frankfurt eigentlich nahezu nie hin, obwohl es mit der S-Bahn nur ein paar Stationen sind, ich habe letzten Sonntag überrascht festgestellt, dass ich in 8 min. dort bin) ein völlig unbekanntes, unbeachtetes Ledermuseum. Derzeit ist dort eine schöne Ausstellung zu Handtaschen zu sehen und eine ganz tolle Ausstellung zu verschiedenen Lederarten und deren Anwendung. Mit ganz viel Anfassen! Mein Favorit für eine neue Tasche Elchleder, weich, fest, schön strukturiert. Wow! Dieses Museum will ich im Auge behalten.

Mein persönliches Fazit: eine Extrareise irgendwohin, um einen bestimmten Designer zu sehen, plane ich zukünftig eher nicht, sondern ich halte beim Reisen die Augen nach interessanten Museen und Ausstellungen auf.

Mittwoch, 7. November 2018

Make Fashion Work Merchant & Mills Strides

Ich bin sehr begeistert von meiner neuen weiten Hose Strides aus dem Buch Make Fashion Work von Merchant & Mills. Die kurze Hose konnte ich ja noch ein paar Tage im Herbsturlaub tragen, sie saß gut und gefiel mir von der Machart her. Der November Sew Along von Küstensocke inspirierte mich, den im Urlaub gekauften Stoff alsbald zu vernähen. Und hier ist meine neue Lieblingshose, eine lange Strides aus italienischem Wolltweed in einer meiner Lieblingsfarben, die ich hier in Deutschland bisher in keinem Laden gesehen habe:




Hier habe ich jeweils über die Planungsphase, den Zuschnitt und den Zwischenstand berichtet. Das macht diesen Post jetzt schwer lesbar, ich weiß, ich habe jedoch keine Zeit, alles nochmal zu schreiben.

Noch Details des Reißverschlusses, der anders als sonst gearbeitet wird,


der ergänzten Paspeltasche und der mittleren Bundes hinten, den ich leider "reparieren" musste und der schrägen Seitentasche, mit deren Anleitung ich bei der Shorts gekämpft habe.

Die Hose wird innen mit 2 Knöpfen bzw. Haken und Öse unsichtbar geschlossen.

Ich habe sie wirklich oft an, kombiniere sie mit einer hinein gesteckten Bluse, einen engen, dünnen Rolli und / oder dem schwarzen Strickpullover auf dem Foto. Schwierig ist es, eine passende Jacke dazu zu finden. für meinen Winterparka ist es noch zu mild, der Übergangsmantel und der Poncho passen farblich nicht dazu. So trage ich am liebsten den dicken Pullover. Einzig beim Rad fahren finde ich weite Hosen nach wie vor nicht optimal, der Schlag "wischt" immer in der Nähe der schmutzigen Kette und bei diesem Exemplar habe ich größere Angst vor Verschmutzung, weil der Stoff sehr viel wertiger ist als andere Hosen. Ich sollte einfach daran denken, eine Wäscheklammer parat zu haben, ich weiß.

Verlinkt beim Me Made Mittwoch im November. 

Und am Donnerstag bei https://sewlala.de/sew-la-la-link-up-party-23-mit-naehen-aus-buechern-special.

Und in der zweiten Novemberwoche bei Antje Küstensockes November Wetter Sew Along. Und mittlerweile habe ich auch den grisseligen Hosensaum aufgetrennt (danke für den Hinweis, liebe Antje, ich glaube, das hat mir den letzten Schubs gegeben) und mit der Hand neu angenäht (und gebügelt). Hier das Beweisfoto, leider ist es draußen heute zwar warm, aber sehr, sehr novemberdunkel. Interessanterweise kommt die Farbe gut raus.


Viele Grüße aus Frankfurt, Anja

P.S. Und weil ich mich in der Hose so wohl fühle, habe ich gerade (Mittwoch Mittag) bei Karstadt spontan  auf 5,90 Euro den Meter reduzierten Baumwollcord gekauft, die Farbe ist im Schatten eher Schoko, in der Sonne eher Cognac, haha und auf dem Foto eher grün, sehr merkwürdig: