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Dienstag, 20. Juni 2023

Sofa Makeover (auf die Schnelle)

Vor Jahren stellte Julia von Piek&Fein ihr Schlafsofa Makeover vor. Ich habe auch vor knapp 27 Jahren ein identisches blaues Sofa gekauft. Das hat mich von München nach Frankfurt begleitet und ist auch dort noch einmal umgezogen. Zeitweise stand es etwas planlos im Kinderzimmer herum, als da kein Platz mehr war und ein Klavier einzog, stellte sich bereits die Frage, was damit tun: eine lose übergelegte Stoffbahn suggerierte zumindest Ähnlichkeit zu den anderen Möbeln im Wohnzimmer, aber immer wieder überlegte ich, ob das Sofa nun auf den Sperrmüll gehört. Gebraucht wurde es nur noch selten, aber es war einschließlich der Matratze noch in Ordnung. Ich weiß gar nicht, ob die nachträglich angeschaffte Armlehne noch im Keller ist (sie ist noch da, aber ich kann die Halterung nicht mehr finden).

Als die Tochter letzten Sommer mitsamt Klavier endgültig ausgezogen ist, wurde ein Zimmer frei. Das ehemalige Arbeitszimmer, das vor 20 Jahren zum Kinderzimmer wurde, wurde wieder ein Zimmer für die Erwachsenen (und die Hündin).

Das Sofa mitsamt aufgelegtem Stoff, der aber nicht die gesamte Breite überdeckte, rückte wieder unter das Hochbett. Der blaue Originalstoff war in desolatem Zustand und ich hatte immer im Hinterkopf, da mal was zu machen. Twill & Heftstich hat auch mal ein Sofa aufgehübscht, recht professionell, ich finde den Post gerade nicht. Die blauen Kissenbezüge verschossen auch immer mehr, unten ein Vergleich Innenseite Kissen und Außenseite. Aber die "große" Lösung war mir zu arbeitsaufwändig. So verging wieder fast ein Jahr.


Die Kissen waren bereits zerlegt, so dass ich keine "richtige" Aufnahme des vorherigen Zustandes habe. Meine Kissen sind aber breiter als Julias Kissen, da sie vermutlich gleich ihr Sofa mit Armlehnen gekauft hat. Der Vorteil des Multy ist, dass es ein sehr geradliniges Design hat, aber riesige Stoffmengen durch die Schlafkonstruktion bewegt werden müssten. Es hätte mich auch Einiges an Handnäherei erwartet.

Da ich wusste, dass es auf dem Stoffmarkt einen Holländer gibt, der wirklich schöne und 3 m breite Dekorationsstoffe/Polsterstoffe verkauft, plante ich ein kleines und schnelles Makeover: eine Riesenhusse, quasi ohne Mittelnaht aus einem riesigen Stoffstück, das drapiert wird und an einigen Kontaktpunkten mit Klettband befestigt wird. Ich möchte die Husse zum Waschen abnehmen können. Aus gegebenem Anlass:

Bei den Kissen habe ich die Reißverschlüsse heraus getrennt und wie Julia das alte Kissen als Schnittmuster genommen. Mein Stoffverbrauch lag bei 2,80 m, dennoch werden alle Lagen alter Stoff gut überdeckt. Da das Sofa sowieso an der Wand steht, ist die Rückseite allerdings nicht bodenlang. Im nachhinein hätte mir auch gefallen, die Kissen in Rot zu nähen, aber da hätte ich wieder einen passenden Stoff in ähnlicher Qualität finden müssen. So war es einfacher.

Ist das nicht schön geworden? Der Raum ist an einigen Wänden Grün gestrichten, Teppich, Schreibtischstuhl, Vorhänge sind Rot, insofern harmonieren die Farben gut.

Zeitaufwand: ca. 1 Tag 

Schwierigkeitsgrad: einfach

Kosten: 72 Euro, Stoff und Klettband vom Stoffmarkt Holland, Garn aus dem Bestand 

Der neue Stoff in Nahaufnahme, einen ähnlichen habe ich noch für eine Tagesdecke für das WG-Zimmer der Tochter gekauft. Andere Farbkombination, anderes Muster, aber irgendwie ähnlich. Daraus ist mittlerweile eine Tagesdecke geworden und aus den seitlichen Panelen, die ich dann irgendwie richtig gut zusammengestückelt habe (Musterverlauf!) ein Vorhang für ihr Fenster, denn die Sonne strahlt jetzt doch heftiger hinein als sie vor einem Jahr bei Einzug dachte.

Viele Grüße, Anja

Mittwoch, 7. September 2022

Me made Mittwoch im Hosenrock/Culotte

Der Sommer ist wirklich rasant vergangen, die Kastanie gegenüber hat fast nur noch trockene rostbraune Blätter, morgens ist es so frisch, dass ich ein langärmliges Oberteil überwerfen muss, abends wird es von Tag zu Tag spürbar dunkler (und die Straßenlampen geben nur noch ein Dämmerlicht ab, ist das anderswo auch schon so eingestellt?) 

Ich habe sogar schon etwas für den Herbst genäht, aber das kann ich noch nicht anziehen, dafür sind die Tage zu warm und zu sonnig. Und ein ganz schlichter Rolli für die Tochter ist auch fertig. Weitere Nähpläne hege ich bisher keine, aber ich habe mir aus dem Urlaub Wolle zum Verstricken mitgebracht. 

Ansonsten stand der Sommer im Zeichen von Resteverwertung, Sitzkissen für die Balkonstühle z.B., siehe unten, passend zum Hosenrock. Oder das ganz einfache gerade Oberteil aus einem Rest vom Pulli, das ich heute zeige. Nix Besonderes, aber der Stoff wirkt schon von alleine.

Ich zeige heute noch einmal einen bereits vor 2 Jahren genähten und besprochenen Hosenrock. Schade ist, dass ich den Hosenrock viel zu selten anziehe, obwohl ich ihn wirklich sehr schön finde. Er hat Taschen, eine super Länge, man kann sich prima damit bewegen, was sind die Nachteile: er wird über einen Reißverschluss hinten geschlossen und hat gleichzeitig einen Gürtel mit Schnalle, der vorne geschlossen wird, das bedeutet beim Toilettengang doppelte Arbeit (Jammern auf hohem Niveau, ich weiß), die Falten müssen eigentlich nach dem Waschen ordentlich eingebügelt werden, eine Heidenarbeit und der Effekt geht leider schnell verloren. Das Hauptargument aber ist: ich habe keine passenden bequemen Schuhe zu dem Hosenrock, also Schuhe, mit denen ich mindestens 5 km gut und flott laufen kann, denn das ist die Minimumstrecke, die ich einmal täglich mit dem Hund zurück lege. 




Auf dieser Aufnahme sieht man, dass die gesamte Weite aus den Falten vorne kommt, mir ist es nicht gelungen, ein Foto zu machen, auf dem man von vorne sieht, dass es eine Hose ist, hinten hingegen, ist es offensichtlich. Die Fotos sind am Sonntag entstanden, wo ich "nur" mit dem Fahrrad in den Yachtclub gefahren bin und dort rumsaß.

Hier noch die Sitzkissen aus dem Stoffrest, der dritte Stuhl passte nicht mehr auf das Foto. Und wie man an der Tischdecke sieht, Bügeln ist nicht meine Lieblingstätigkeit.


Ich bin sehr gespannt, wen ich nach dem langen, heißen, trockenen Sommer alles beim Me made Mittwoch wiedersehe. Ich freue mich jedenfalls sehr darauf, weil ich gefühlt lange nicht mehr teilgenommen habe.

Viele Grüße, Anja


Sonntag, 29. Mai 2022

Spontan genäht: Gardine, Vorhang, Bettüberwurf


Vor einer Woche war Stoffmarkt in Frankfurt, ich hatte kein Kopierpapier mehr, auch kaum noch schlichtes Schrägband, dann kam die Idee, nach echtem Leder Ausschau zu halten (ich erinnerte mich an so einen Stand) und schon war ich rechtzeitig (vor dem offiziellen Beginn) an den Ständen. Gleich vorne Möbelstoffe, es gab zwei Stoffe, die mich sehr faszinierten, 2,80 m breit, von dem einen habe ich dann 3 m gekauft. Die Idee war, ihn für einen Bettüberwurf zu verwenden. Ein banales Projekt. Im Endeffekt hat der Stoff noch gereicht, um dem Kopfteil unseres Polsterbettes ein Makeover zu verleihen. O.k., schön wäre gewesen, wenn der Überwurf noch 30 cm länger runterhängen würde, aber dann hätte es nicht fürs Kopfteil gereicht. Die ganze Decke lässt sich wenden, wenn man es mal etwas dezenter will, das Kopfteil lässt sich auch wenden, aber dann sind die Überhänge der französischen Nähte außen an den Seiten, geht, aber suboptimal. Aber alles deutlich besser als vorher. Und wirklich supereasy.


An einem anderen Gardinen-/feste Stoffe Stand hingen außen Drucke mit Obst, Gemüse und anderen Dingen, die an Küche erinnerten. Da fiel mir ein, dass ich tatsächlich immer mal wieder bei IKEA auf der Suche nach gescheitem festen Stoff für eine Küchengardine (zum Zuziehen, Verdunkeln an diesen heißen unerträglichen Sommertagen, wo man den ganzen Tag selbst an der Nordseite kein Licht in die Wohnung lassen möchte) war. In den letzten 2 Sommern habe ich wechselweise Stoffbahnen aus dem Lager bzw. eine dunkle Decke im oberen Fenster befestigt. Das sah nicht toll aus. Und hier auf dem Stoffmarkt hingen Stoffe, die eine erträgliche Küchenübergardine werden könnten. Gleich die doppelte Menge gekauft, denn irgendwann habe ich bei der letzten Veränderung die Schiebefalttür zur Vorratskammer entfernt, der Bereich war seitdem offen und wartete auch auf einen Vorhang. Beides wurde schnell fertig, dazu noch eine kleine Schiebestange für den Durchlass gekauft, eine alte Uhr neu bezogen und von dem Stoff, der noch da ist, werde ich farblich passende Ofenhandschuhe nähen. Ich bin sehr glücklich über die "neue" Küche. Auch wenn die superheißen Temperaturen noch auf sich warten lassen. Die Übergardine lässt sich prima mittig zusammenfassen, im Winter wird sie wieder gegen eine normale Gardine ausgetauscht.


Oben der Gesamteindruck, unten Gardine, Vorhang und Uhr. O.k., mehr dekorativ als zum Ablesen der Uhrzeit geeignet.




Sommergrüße, Anja

 

Donnerstag, 21. März 2019

Hussen statt neuer Möbel

Alle Jahre wieder habe ich Lust, umzudekorieren. Ich habe auch Lust, neue Möbel zu kaufen, aber das scheitert am Angebot, entweder die Wohnzimmergarnituren sind zu großzügig für unsere kleine Wohnung oder sie sind unbequem oder sie wirken "billig" und können dem Preis nach auch kaum lange halten.

Die besondere Herausforderung ist inzwischen der Hund, der auch ab und zu auf das Sofa darf. Deswegen müssen die Bezüge unbedingt maschinenwaschbar sein (natürlich auch abnehmbar). Schon vor Jahren als ich mit diesem Blog anfing, habe ich den ersten abnehmbaren Bezug genäht. Danach folgte ein zweiter und ein dritter, manchmal war der Stoff etwas knapp, manchmal hatte ich Probleme das Muster gescheit zu verwenden, weil es eine bestimmte Richtung hatte und bei Einhaltung der Richtung dann auch zu wenig Stoff da war usw.

So richtig superzufrieden war ich nie, aber es war immer o.k. Auf jeden Fall besser als das ursprüngliche Gelb des Sofas.

Diesmal wollte ich es noch besser machen (mit den Nähkenntnissen steigen die Ansprüche, nicht nur bei der Kleidung). Ich habe außerdem hochwertigeren Stoff gekauft. Die Haptik sprach mich mehr an als die von gewöhnlichen Möbelstoffen, eigentlich ist es eher ein Gardinenstoff. Den Stoff habe ich online gesehen, ihn dann aber bei Stoff & Stil in Weiterstadt angefasst, eine Probe mitgenommen, für gut befunden und dann bestellt. 16 m, fast 10 kg. Es sind noch 2 m übrig geblieben, für die sich sicher eine Verwendung findet. Ich habe schon Ideen.


Ich habe Hussen für ein Sofa und einen Sessel genäht, zwei Rollen und ein Kissen bezogen und eine Stoffbahn auf ein anderes Sofa gelegt, das im Grundton ein ähnliches Blau hat und dessen Bezug auch nicht mehr schön ist. So sind die drei Möbelstücke einheitlich. Die Essecke, der Teppich, die Verdunkelungsgardinen sind rot geblieben, auch wenn das nicht optimal ist, aber der Kontrast passt.




Aus den alten Bezügen habe ich schnelle Kissen für die Balkonmöbel genäht, rot-weiß gestreifter Stoff vom Möbelschweden. Und jetzt setze ich mich auf den Balkon bevor die Sonne hinter den gegenüberliegenden Häusern verschwindet.

Grüße aus Frankfurt, Anja

Mit dem neuen Ambiente bin ich recht zufrieden, die Familie auch, die Hündin nicht so, weil wir jetzt erstmal eine Decke unterlegen und ihr seltener erlauben, sich nach oben zu begeben.

Dienstag, 6. November 2012

Weihnachtsgeschenke I: Untersetzer

Da die gepatchten und gequilteten Untersetzer letzte Woche so gut angekommen sind, habe ich weitere Stoffreste rausgesucht und verwertet. Herausgekommen sind diese beiden Sets (bei dem einen hat der Bodenstoff leider nicht gereicht, daher ist der Boden grün und nicht orange, aber das dürfte ziemlich egal sein):


Für wen die Sachen sind, weiß ich noch nicht. Das entscheide ich, wenn ich all die Dinge, die ich demnächst aus Stoffresten machen möchte, fertig habe. Jetzt mache ich mich auf zum Tierarzt, unser Hund hat nämlich Bronchitis.

Lieben Gruß, Anja

Sonntag, 18. Dezember 2011

Tea and Egg Cosies

Damit die Frühstückseier und der Tee schön warm bleiben, benutzen wir diese Tea und Egg Cosies. Die Anleitung stammt aus meinem Lieblingsbuch von Poppy Treffry.


Adventsgrüße aus dem verregneten Frankfurt, Anja

Sonntag, 2. Oktober 2011

Hocker - gepatcht

Lezte Woche war ich im Baumarkt, weil ich eine Schaumstoffplatte für ein großes Bodenkissen kaufen wollte. Fehlanzeige, es gab nur flache Platten und Rollen (von denen ich zwei mitgenommen habe). Neben dem Baumarkt ist IKEA. Ob es dort große dicke Kissen gibt, die man als Bodenkissen nehmen kann? Ebenfalls Fehlanzeige. Aber in der Fundgrube am Ausgang wurde ich fündig: für 5 Euro gab es diesen häßlichen Hocker (mit einem häßlichen Bezug, den ich noch zerschnipseln werde).


Stoffreste und unbrauchbare alte Kleidungsstücke her und los ging es an den nächsten Abenden. Fertig ist ein anderes Möbelstück als ich eigentlich machen wollte, aber ich bin ganz zufrieden mit dem Ergebnis.


Sonnige Grüße, Anja

Sonntag, 21. August 2011

Waschbare Bezüge statt neuer Sitzecke

Wir haben lange nach einem neuen Ecksofa gesucht, das unsere Anforderungen erfüllt (soll in eine bestimmte Ecke passen, hohe Rückenlehne und niedrige Armlehnen, schmutzunempfindlich, feste Polsterung). Keines der schicken Sofas war bequemer als die alte Sitzgarnitur meines lieben Gatten. Also erkundigte ich mich in einem kleinen Polstergeschäft nach den Möglichkeiten einer "Farbauffrischung". Die nette junge Verkäuferin meinte, dass sich sowas preislich meist nicht lohnt und ich mir doch lieber Meterware beim schwedischen Möbelhaus kaufen soll, um sie drüber zu legen. Gesagt, getan! Das Geschäft hat übrigens inzwischen geschlossen - kein Wunder.

Jetzt habe ich richtige Bezüge genäht. Erstmal wurden alle Seiten vermessen.


Dann habe ich den Stoff einschließlich Nahtzugabe zugeschnitten (die Erstellung von Schnittmustern schien mir zu aufwändig). Anprobe. Stecken (von links, dann schmiegt sich der Bezug gleich gut an).


Nähen, Versäubern, Fertig:


Einen schönen Restsonntag wünscht euch Anja

P.S. Irgendwann waren diese Bezüge nicht mehr schön, dann kamen rot-weiß gestreifte aus IKEA Stoff und letztendlich viel schönere aus richtigem Möbeljaquardt von Stoff&Stil, von Mal zu Mal wurden Passform und Verarbeitung besser