Ich bin nicht wirklich produktiv zur Zeit, weil ich wirklich genug Sachen habe. Ich habe den Sommer genutzt, um zu versuchen auszusortieren, das ist nur mäßig gelungen, weil die meisten Sachen noch gut passen und in gutem Zustand sind. Nicht alles gefällt mir noch, aber ich weiß, dass manchmal nach Jahren der Zeitpunkt kommt, wo etwas plötzlich wieder tragbar wird, in diesem Sommer war das ein ca. 20 Jahre altes grünes Leinentopp und für den Herbst wird es die 30 Jahre alte Lederbermudas sein. Ich werfe nicht leichtfertig weg, andere Abnehmer habe ich nicht, die Altkeidertonne ist überhaupt keine Alternative und für Oxfam oder Ebay sind meine selbst genähten Sachen dann doch zu wenig perfekt. Vielleicht denke ich das auch nur, aber ich scheue mich auch, etwas komplett unter Preis zu verkaufen von dem ich weiß, wie lange ich daran gesessen habe.
Meine Tochter hat ein Jeanslatzkleid aussortiert, wenig getragen. Es gefiel nicht mehr, passte in der Taille nur noch knapp. Es handelt sich um das Pendant zu diesem Latzkleid von mir, dass ich sehr gerne anziehe. Mir passte es in der Taille gar nicht. Erst lag es mehrere Monate auf dem Auftrennstapel, dann kam mir die Idee, daraus einen Rock zu machen. Wobei machen schon viel ist. Ich habe es oben abgeschnitten, dann einen dehnbaren Jerseybund dran genäht. Damit der ganze Rock etwas besonders daher kommt, habe ich unten viele gemischte Knöpfe aufgenäht. Die Idee habe ich bei Talbot&Runhof geklaut, die so eine Lösung an einem trachtigen Oberteil in der Ausstellung in Augsburg gezeigt haben.
Die Knöpfe ziehen den Rock nach unten, die ersten Trageversuche endeten dann auch damit, dass der Jerseybund ausleierte, der Rock stark rutschte, ich in der Not ein Oberteil wie einen Gürtel darüber knotete (ich war mit dem Teil ein paar Tage unterwegs und konnte nichts anderes machen außer beobachten, dass der Rock von Tag zu Tag mehr rutschte - oder meine Wanderhose anziehen, was ich dann auch auf der Rückfahrt gemacht habe).
Zuhause habe ich einen neuen breiten Gummi eingezogen und jetzt geht es wieder. Ich mag diesen einfachen langen Rock. Ich hatte ihn mit Strümpfen und Wanderschuhen kombiniert, aber es geht auch mit Sneakers und Clogs und im Winter mit Stiefeln. Auch oben rum ist Jeans unendlich variabel. Ich bin also froh, dass ich dieses ReDesign gemacht habe.
Auf dem Foto unten seht ihr den angesetzten Jerseystreifen, ein Reststoff.
Oben nochmal die Knopfsammlung von Leder, Gold, Horn, Grau, Blau, Braun, lauter Einzelstücke aus der Sammelkiste oder abgetrennt, viele von meiner Mutter. Das kleine Label kommt aus der Geschenktüte der Frocktails.
Zusammenfassung:
Supereasy, keine Kosten, wenig Zeitaufwand - und trotzdem ist etwas sehr Tragbares und sehr Spezielles entstanden.
Verlinkt beim Me Made Mittwoch, zum Schauen komme ich erst nach meinem kleinen verlängerten Wochenendurlaub.
Anja



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