Beim Nähdelstreffen in Münster ist nicht nur die blaue Popeline, aus der das hübsche Japanblüschen wurde, zu mir gekommen, sondern ebenfalls eine mintgrüne Popeline, ähnlich hervorragende Qualität. In diesem Fall habe ich wieder die Rolle leer gekauft, es waren noch knappe 2 m vorhanden.
Das reicht für mehr als eine Bluse. Aber ein weiteres Kleid brauche ich derzeit nicht. Ich habe dennoch meine Schnittmuster durchgeschaut, was mich anspringen könnte. An den sehr heißen Tagen war ich etwas faul und bin dann (da bereits ein Großteil des Schnittes angepasst und kopiert war) an der Saraste Bluse von Named aus dem Buch "Breaking the Pattern" hängen geblieben. Ich habe mein selten getragenes Kleid anprobiert, passt noch, habe den langen Ärmel kopiert und an den Vorderteilen die Schlitzmarkierungen angebracht. Denn ich wollte definitiv die Version mit dem Schlitz oder Cutout nähen, denn das ist das Besondere an dieser Bluse.
Die Anleitung ist super, es brauchte keine weiteren Änderungen. An einem heißen Wochenende habe ich in den Stunden, wo die Wohnung noch nicht komplett abgedunkelt war, alles genäht. An den folgenden 2 Abenden noch die Knopflöcher und Knöpfe angenäht. Fertig.
Schon bei der Anprobe fiel mir auf, dass ich mit dem Kragen haderte. Aber da war schon alles angenäht, gebügelt und fertig. Ein Auftrennen an der Stelle kam für mich nicht mehr in Frage. Mein Saraste Kleid hat Rüschen am Kragen, insofern fällt die Form nicht so auf.
Hinzu kommt, dass der Kragen in geöffnetem Zustand (auch ich trage sie sicher nicht hochgeschlossen) über die Cutouts fällt und diese dann teils verdeckt werden. So soll das nicht sein, hmmm.
Zur Kragenform hat Manuela eine Menge geschrieben. Die Bluse hat Sujuti, evtl. sogar mehrfach, für ihre Tochter genäht. Sie wies auf die zu kurzen Ärmel hin, das Verlängern habe ich immer im Blick, in diesem Fall tatsächlich 8 cm.
Ich hätte besser beide Posts nochmal vor dem Nähen gelesen, zumindest den Kragen hätte ich auch im Schnitt geändert, denn die Geometrie gefällt mir ohne die Rüschen nicht wirklich. Da ich das Kleid immer noch nicht trage (vielleicht ist es auch die Länge) werde ich dort noch mal mit Änderungen in mich gehen. Wieviel Saum habe ich, kann ich was rauslassen. Oder kann ich eine Cropped Bluse machen oder oder oder? Denn der Stoff ist zu schade zum Aussortieren und der Kragen am Kleid gefällt mir.
Und hier ist die fertige Bluse, als normale Hemdbluse gut tragbar, auch im Winter mit den verschiedenen Pullundern und Bustiers, die ich habe. Ernsthaft anziehen tue ich die Bluse nicht bei diesen Temperaturen.
Nun für die Teilnahme am Me Made Mittwoch auch noch ein Tragefoto von vorne und hinten.
Schön finde ich, dass ich jetzt Routine habe, was Manschetten, Kragen, Knopfleiste betrifft. Auch, dass ich bei Hemdblusen einschätzen kann wie ich Weite und Kragen mag. Betrachten wir die Bluse als Lernprojekt. Wie und wann ich sie anziehe, sehe ich dann noch.
Zusammenfassung:
Schwierigkeitsgrad: superklare Anleitung, ich fand es diesmal einfach, aber inzwischen habe ich mehrere Blusen dieser Art genäht.
Zeitaufwand: das der Schnitt bereits kopiert war, schätze ich ca. 2 halbe Tage zzgl. 2 Abende
Kosten: Knöpfe aus dem Bestand meiner Mutter, Garn vorhanden, habe mit Weiß genäht, weil ich nicht ewig viele Rollen herum liegen haben möchte. Stoff: ca. 6 Euro (Stoffschrottplatz Münster)
Und damit noch etwas last-minute zum Me Made Mittwoch, Text am Donnerstag im Office geschrieben, Fotos am Nachmittag daheim gemacht.
Viele Grüße
Anja





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