Montag, 3. August 2026

Kleines japanisches Blüschen

Es kommt mir länger vor, aber es ist erst 2,5 Wochen her, dass ich mich mit meinen Montagsnähdels in Münster getroffen habe. Besonders inspirierend war für mich die, nennen wir es ruhig Boutique, von Julia alias piekundfein. Ich bin so voller Ideen, Inspirationen, Buchtipps, Stoffgefühlen nach Hause gefahren und musste dann einfach etwas nähen. 

Nachdem die Pattern Magic Bücher in Deutschland nur noch zu Fantasiepreisen erhältlich sind, die Elinor Bluse auf der neuen Fibremood als viel zu banal abgetan wurde und ich mich dann doch nicht durchgerungen habe das DP Blusenschnittmuster zu bestellen, bin ich nochmal in unsere Stadtbücherei, leider auch mit dem Ergebnis, dass anscheinend etliche Bücher "ausgemistet" worden sind. Geblieben ist dieses "Nähen im japanischen Stil" mit einigen interessanten Teilen. Ich hatte es schon mal ausgeliehen, aber manchmal blickt man nach Jahren dann doch wieder anders auf die Kleidung.

Entschieden habe ich mich für ein kleines Blüschen mit einer auffälligen Rüsche am Halsausschnitt. Als Stoff schien mir ein ebenfalls in Münster gekaufter Baumwollpopeline passend. Ich hatte zwar nur knapp 1 m, den gesamten Rest von der Rolle. Aber ich dachte mir, dass man die Rüsche auch im geraden und nicht wie angegeben im schrägen Fadenlauf zuschneiden könnte. Dafür reichte der Stoff dann auch gerade. Kopiert habe ich Größe M, es hätte tatsächlich auch eine Größe kleiner getan (ungewöhnlich bei japanischen Sachen, das Maß sagte mir S, aber ich trage nie S und konnte es nicht glauben). Ergänzt habe ich Brustabnehmer auf meiner etwas tiefer gelegten Höhe.

Hier nun Aufnahmen von vorne und hinten. Am äußeren Rückenausschnitt habe ich einen Aufnäher vom letztjährigen Nädelswochenende aufgenäht.







Statt Schrägband habe ich den Armausschnitt nur umgeklappt, den unsichtbaren Ausschnitt habe ich nicht weiter verarbeitet, er wird von der komplett offenkantig gelassenen gedoppelten Rüsche verdeckt. Die Rüsche soll und wird dann im Zeitverlauf weiter ausfransen.

Beim Saum habe ich noch überlegt, habe ihn dann aber doch ordentlich umgenäht, allerdings 2-fach mit leicht kontrastierendem Garn (wie überall ist das Garn einen Tick dunkler, ich hatte kein passendes) abgesteppt.

Zusammenfassung:

Schwierigkeitsgrad: sehr einfach, auch die Rüsche, so wie sie in dem Buch erklärt ist, funktioniert es einwandfrei auch ohne einen Ruffler.

Zeitaufwand: 4 Stunden für alles

Kosten: 3 Euro (der wirklich wertige Stoff ist vom legendären Stoffschrottplatz)

Auf dem Nähtisch liegt eine Saraste Bluse mit den Cutouts, ich bezweifele allerdings, dass sie bis Mitte der Woche zum Me made Mittwoch fertig wird - auch wenn im wesentlichen nur noch Knöpfe, Knopflöcher und Saum  und die ganze Manschette fehlen. Stay tuned.

Sommerliche Grüße

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