Donnerstag, 6. August 2026

Saraste Hemdbluse - Me made Mittwoch last minute!

Beim Nähdelstreffen in Münster ist nicht nur die blaue Popeline, aus der das hübsche Japanblüschen wurde, zu mir gekommen, sondern ebenfalls eine mintgrüne Popeline, ähnlich hervorragende Qualität. In diesem Fall habe ich wieder die Rolle leer gekauft, es waren noch knappe 2 m vorhanden. 

Das reicht für mehr als eine Bluse. Aber ein weiteres Kleid brauche ich derzeit nicht. Ich habe dennoch meine Schnittmuster durchgeschaut, was mich anspringen könnte. An den sehr heißen Tagen war ich etwas faul und bin dann (da bereits ein Großteil des Schnittes angepasst und kopiert war) an der Saraste Bluse von Named aus dem Buch "Breaking the Pattern" hängen geblieben. Ich habe mein selten getragenes Kleid anprobiert, passt noch, habe den langen Ärmel kopiert und an den Vorderteilen die Schlitzmarkierungen angebracht. Denn ich wollte definitiv die Version mit dem Schlitz oder Cutout nähen, denn das ist das Besondere an dieser Bluse.

Die Anleitung ist super, es brauchte keine weiteren Änderungen. An einem heißen Wochenende habe ich in den Stunden, wo die Wohnung noch nicht komplett abgedunkelt war, alles genäht. An den folgenden 2 Abenden noch die Knopflöcher und Knöpfe angenäht. Fertig.

Schon bei der Anprobe fiel mir auf, dass ich mit dem Kragen haderte. Aber da war schon alles angenäht, gebügelt und fertig. Ein Auftrennen an der Stelle kam für mich nicht mehr in Frage. Mein Saraste Kleid hat Rüschen am Kragen, insofern fällt die Form nicht so auf. 

Hinzu kommt, dass der Kragen in geöffnetem Zustand (auch ich trage sie sicher nicht hochgeschlossen) über die Cutouts fällt und diese dann teils verdeckt werden. So soll das nicht sein, hmmm.

Zur Kragenform hat Manuela eine Menge geschrieben. Die Bluse hat Sujuti, evtl. sogar mehrfach, für ihre Tochter genäht. Sie wies auf die zu kurzen Ärmel hin, das Verlängern habe ich immer im Blick, in diesem Fall tatsächlich 8 cm.

Ich hätte besser beide Posts nochmal vor dem Nähen gelesen, zumindest den Kragen hätte ich auch im Schnitt geändert, denn die Geometrie gefällt mir ohne die Rüschen nicht wirklich. Da ich das Kleid immer noch nicht trage (vielleicht ist es auch die Länge) werde ich dort noch mal mit Änderungen in mich gehen. Wieviel Saum habe ich, kann ich was rauslassen. Oder kann ich eine Cropped Bluse machen oder oder oder? Denn der Stoff ist zu schade zum Aussortieren und der Kragen am Kleid gefällt mir.

Und hier ist die fertige Bluse, als normale Hemdbluse gut tragbar, auch im Winter mit den verschiedenen Pullundern und Bustiers, die ich habe. Ernsthaft anziehen tue ich die Bluse nicht bei diesen Temperaturen.



Nun für die Teilnahme am Me Made Mittwoch auch noch ein Tragefoto von vorne und hinten.



Schön finde ich, dass ich jetzt Routine habe, was Manschetten, Kragen, Knopfleiste betrifft. Auch, dass ich bei Hemdblusen einschätzen kann wie ich Weite und Kragen mag. Betrachten wir die Bluse als Lernprojekt. Wie und wann ich sie anziehe, sehe ich dann noch.

Zusammenfassung:

Schwierigkeitsgrad: superklare Anleitung, ich fand es diesmal einfach, aber inzwischen habe ich mehrere Blusen dieser Art genäht.

Zeitaufwand: das der Schnitt bereits kopiert war, schätze ich ca. 2 halbe Tage zzgl. 2 Abende

Kosten: Knöpfe aus dem Bestand meiner Mutter, Garn vorhanden, habe mit Weiß genäht, weil ich nicht ewig viele Rollen herum liegen haben möchte. Stoff: ca. 6 Euro (Stoffschrottplatz Münster)

Und damit noch etwas last-minute zum Me Made Mittwoch, Text am Donnerstag im Office geschrieben, Fotos am Nachmittag daheim gemacht.

Viele Grüße

Anja

Montag, 3. August 2026

Kleines japanisches Blüschen

Es kommt mir länger vor, aber es ist erst 2,5 Wochen her, dass ich mich mit meinen Montagsnähdels in Münster getroffen habe. Besonders inspirierend war für mich die, nennen wir es ruhig Boutique, von Julia alias piekundfein. Ich bin so voller Ideen, Inspirationen, Buchtipps, Stoffgefühlen nach Hause gefahren und musste dann einfach etwas nähen. 

Nachdem die Pattern Magic Bücher in Deutschland nur noch zu Fantasiepreisen erhältlich sind, die Elinor Bluse auf der neuen Fibremood als viel zu banal abgetan wurde und ich mich dann doch nicht durchgerungen habe das DP Blusenschnittmuster zu bestellen, bin ich nochmal in unsere Stadtbücherei, leider auch mit dem Ergebnis, dass anscheinend etliche Bücher "ausgemistet" worden sind. Geblieben ist dieses "Nähen im japanischen Stil" mit einigen interessanten Teilen. Ich hatte es schon mal ausgeliehen, aber manchmal blickt man nach Jahren dann doch wieder anders auf die Kleidung.

Entschieden habe ich mich für ein kleines Blüschen mit einer auffälligen Rüsche am Halsausschnitt. Als Stoff schien mir ein ebenfalls in Münster gekaufter Baumwollpopeline passend. Ich hatte zwar nur knapp 1 m, den gesamten Rest von der Rolle. Aber ich dachte mir, dass man die Rüsche auch im geraden und nicht wie angegeben im schrägen Fadenlauf zuschneiden könnte. Dafür reichte der Stoff dann auch gerade. Kopiert habe ich Größe M, es hätte tatsächlich auch eine Größe kleiner getan (ungewöhnlich bei japanischen Sachen, das Maß sagte mir S, aber ich trage nie S und konnte es nicht glauben). Ergänzt habe ich Brustabnehmer auf meiner etwas tiefer gelegten Höhe.

Hier nun Aufnahmen von vorne und hinten. Am äußeren Rückenausschnitt habe ich einen Aufnäher vom letztjährigen Nädelswochenende aufgenäht.







Statt Schrägband habe ich den Armausschnitt nur umgeklappt, den unsichtbaren Ausschnitt habe ich nicht weiter verarbeitet, er wird von der komplett offenkantig gelassenen gedoppelten Rüsche verdeckt. Die Rüsche soll und wird dann im Zeitverlauf weiter ausfransen.

Beim Saum habe ich noch überlegt, habe ihn dann aber doch ordentlich umgenäht, allerdings 2-fach mit leicht kontrastierendem Garn (wie überall ist das Garn einen Tick dunkler, ich hatte kein passendes) abgesteppt.

Zusammenfassung:

Schwierigkeitsgrad: sehr einfach, auch die Rüsche, so wie sie in dem Buch erklärt ist, funktioniert es einwandfrei auch ohne einen Ruffler.

Zeitaufwand: 4 Stunden für alles

Kosten: 3 Euro (der wirklich wertige Stoff ist vom legendären Stoffschrottplatz)

Auf dem Nähtisch liegt eine Saraste Bluse mit den Cutouts, ich bezweifele allerdings, dass sie bis Mitte der Woche zum Me made Mittwoch fertig wird - auch wenn im wesentlichen nur noch Knöpfe, Knopflöcher und Saum  und die ganze Manschette fehlen. Stay tuned.

Sommerliche Grüße