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Samstag, 19. November 2022

Leder vernähen

 Nach dem Besuch im Ledermuseum und den vielen Informationen, die ich dort während der NähFrauenReise im Mai gesammelt habe, wollte ich mir unbedingt nochmal eine Tasche aus Echtleder nähen. Aus meinem ersten Versuch vor etlichen Jahren wurde eine optisch schöne, noch etwas dilettantisch vernähte und leider aufgrund des fehlenden Reißverschlusses und der nicht wirklich optimalen Henkellänge wenig getragene Tasche. Sie ist in der Verlinkung gezeigt, aber ich habe sie anscheinend nie separat verbloggt. Damals habe ich türkisblaues Nubukleder verwendet, gab es auf dem Stoffmarkt bei Regenwetter am Ende sehr stark reduziert. 

Bevor ich neues Leder kaufen wollte, sichtete ich Schnittmuster. Es geht eben nicht alles, weil meine Maschine zwar Leder gut mit einer entsprechenden Ledernadel vernäht, aber bei kräftigem Leder bei 4 Schichten eine Grenze hinsichtlich des Zwischenraums zwischen Füßchen und Material erreicht ist. D.h. es musste ein Schnittmuster her, wo niemals 4 Lagen aufeinander treffen, bei rechts auf rechts vernähten Nähten heißt das, dass es keine Stelle gibt, wo diese Nähte wiederum aufeinander treffen und miteinander vernäht werden. 

Ich habe mich für eine Reproduktion der bereits mehrfach genähten und sehr gern getragenen Heldinnentasche entschieden. Das goldene Kunstleder fiel aus allen Nähten, die petrolfarbene Tasche war auch nicht mehr schön. Mit den Schnittmusterteilen bin ich dann Anfang Juni zu dem Stand auf dem Stoffmarkt gegangen, der verschiedene Lederstücke verkaufte. Ich habe mir 2 größere unregelmäßige Stücke, eins mit einem Loch in der Mitte, gekauft. Es handelt sich um ein relativ festes Rindleder, zur Provenienz, insbesondere zur Gerbung konnte der nette Verkäufer leider nichts sagen. Er akzeptierte leider keine Kartenzahlung, hatte aber soviel Vertrauen zu mir, dass er mir das Leder mitgab und mich bat, es später zu überweisen. 50 Euro habe ich für die Stücke bezahlt.

Die Heldinnentasche habe ich letztes Wochenende bei der AnNäherung Süd genäht. Ich habe ziemlich geflucht, nicht weil es mit dem Leder nicht klappte, sondern weil ich die deutsche Anleitung an mehreren Stellen nicht mehr verstanden habe. Glücklicherweise hatte jemand eine englische Anleitung gespeichert, die hatte mehr Bilder und trug zur Klärung meiner Fragen bei. Reißverschluss, Innenleben, alles easy, an den Absteppungen bin ich gescheitert (wie auch damals bereits beim Kunstleder, aber diesmal habe ich es bei dem äußeren Bogen erst gar nicht versucht), ein paar gerissene Unterfäden weiter, waren alle Teile aneinander genäht. Beim Annähen des Gurtbandes habe ich auf ein Einklappen des Leders oben verzichtet. Überhaupt hätte ich an einigen Stellen einfach die Schnittkante also links auf rechts legen können. Aber jede Naht hinterlässt Löcher, trennen und neu nähen geht nicht, jede Naht muss sitzen. Herausgekommen ist eine tragbare Tasche mit leicht sichtbaren Mängeln auf der Rückseite. Da die Rückseite immer dem Körper zugewandt ist, ist mir das (fast) egal.






Für das Futter habe ich wunderbaren Waxprint verwendet, von Jule Futterstoff für den Tauschtisch gespendet. Der Reißverschluss ist aus dem Werksverkauf von Dorothee Schumacher, sehr tolle Qualität.

Und weil ich noch Leder übrig hatte, auch einen weiteren Reißverschluss und Kleinteile aus Metall von alten Taschen, habe ich aus den Resten noch eine einfache Crossover Bag aus einem Buch genäht. Der Schnitt heißt Jane, leider weiß ich nicht mehr aus welchem Buch. 2 Schnittteile, 2 Abnäher, Reißverschluss, Waxprint Futter, Gurtband, ganz schnell fertig. Sie beult ein bisschen, ich denke, wenn was drin ist, wirft es nicht so eine Falte vorn.




Es sind immer noch Lederteile (auch Waxprint für das Futter) da. Als nächstes werde ich das Trifold Portemonnaie aus dem zweiten Buch von Lisa Lam in Angriff nehmen. Vermutlich könnte ich aus den Lederresten sogar noch 3 Portemonnaies nähen, aber ich will es ja nicht übertreiben.


Zusammenfassend würde ich sagen, Leder lässt sich super vernähen, sofern man einige Regeln beachtet, dazu gibt es im Internet diverse Hinweise, einfach mal googeln. Ich werde auf jeden Fall noch weitere Projekte in Angriff nehmen. Echtes Leder ist sehr viel langlebiger, fühlt sich angenehmer an und sieht besser aus als Kunstleder. Ich hoffe natürlich auch, lange etwas von den Taschen zu haben, aber ich kann ja notfalls selbst flicken. Beide Lederstücke haben mich 50 Euro gekostet. Einzig habe ich nicht die Laufrichtung beim Zuschnitt beachtet, ich hoffe, dass nichts reißt.

Grüße, Anja

P.S. Und das Trifold Wallet ist schon fertig, ging schnell und einfach, wenn man der Anleitung genau folgte, es ist noch Luft nach oben, schon wieder haben mir 3 Lagen Leder übereinander einen Strich durch die Rechnung mit dem sauberen Absteppen gemacht. Da hilft es nur, Schnitte mehrfach zu nähen und im Fall von Leder eine Futterschicht z. B. wegzulassen.










Freitag, 11. Mai 2018

Alles TipTop, das neue Oberteil aus dem Schnittmusterkiosk Crafteln

Sehr kurzfristig und sehr spontan habe ich mich entschieden zwischendurch das TipTop  http://shop.crafteln.de/produkt/tiptop/ von Crafteln Probe zu nähen.

Es handelt sich um ein schlichtes, dennoch wirkungsvolles und blitzschnell genähtes Oberteil. Aus meiner Sicht eher Bluse als Top. Aber das hängt damit zusammen,dass ich die Version mit Brust- und Taillenabnähern genäht habe. Die Anleitung war bereits fertig, sie inkludiert ein sehr stimmiges Anpassungstutorial. Das ist für mich nicht neu, ich passe jedes Oberteil an - und zwar lege ich die Brustabnäher immer tiefer, hole damit u. a. ein bisschen Länge heraus und verlängere unten nochmal gute 2 cm. Die Ärmel sind angeschnitten, die Armlöcher sind für mich ein bisschen eng, beim nächsten TipTop würde ich sie um 1 bis 1,5 cm vergrößern, das ist bei dem Schnitt ohne Ärmel jedoch kein Hexenwerk.

Den Stoff und die Applikationen (Patches) hat Pepelinchen gesponsert. Vichykaro, kommt das wieder in Mode? Erst war ich skeptisch, aber einem "geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul". Als die Bluse fertig war, habe ich jedoch festgestellt, dass sich das schlichte Vichykaro mit sehr vielen meiner Kleidungsstücke kombinieren lässt, es geht auch gut zu gemusterten Röcken, erst habe ich Tupfen probiert, später auch wildere Muster, die die gleiche Farbe enthalten. Aus der Entfernung wirken die kleinen Karos fast wie ein Pastellton.

Hier Fotos noch ohne Patch, dafür mit Heldinnentasche in petrolfarbenem Kunstleder:




Und ein Blick auf Ambiente und Gesamtoutfit:


Der Basisschnitt lädt zum Verändern ein, eigentlich ist es ein klassisches Etuikleid, wenn man den Schnitt verlängert natürlich. Dann könnte man diverse Ausschnittformen vorn oder hinten schneiden, Kragen konstruieren, sogar eine Knopfleiste vorn oder hinten ergänzen .... es gibt unendlich viele Möglichkeiten das TipTop zu individualisieren. Dazu sind im Schnitt keine Hinweise, aber die Konstruktion macht ja Spaß und daran kann man sich weiter entwickeln.

Der Stoff ist sommerlich dünn, durchgewebt, erinnert an ein klassisches Karo der Westfalenstoffe, also auch griffig, angenehm zu vernähen. Im Schnitt soll man den Ausschnittsaum nur umklappen, das wäre mir mit dem Stoff gewagt erschienen, ich habe einen Beleg zugeschnitten (wie ich das gemacht habe, zeige ich im nächsten Post) und diesen mit dünner Vlieseline verstärkt.

Bis zum 24.5. gibt es bei Pepelinchen bei Bestellungen im Wert von mehr als 30 Euro die Applikation gratis (solange Vorrat da ist). Ich habe sie nur provisorisch auf meinem TipTop befestigt, weil das die Variationsmöglichkeiten einschränkt. Aber mit schlichten Röcken oder Jeans peppt sowas natürlich eine Bluse ungemein auf.

Hier 2 Möglichkeiten, die Applikation aufzusetzen:



Und hier viele Kombinationsmöglichkeiten, wie ihr seht, Nähen lohnt sich, für geübte Schneider eine Stunde Arbeit mit weniger als einem Meter Stoff. Die Materialkosten der fertigen Bluse liegen bei etwa 5 Euro.




Das TipTop  https://mailchi.mp/6b9638b7cada/tiptop ist ein Geschenk von Meike und kann bis zum 24.5. gegen Newsletteranmeldung gratis herunter geladen werden. In 12 Größen, da ist für jede was dabei. Danach kostet es.

Viele Grüße

Anja

Samstag, 23. Dezember 2017

Weihnachtskleid Sew Along - Finale

Im Prinzip bin ich mit meinem Butterick Kleid ja bereits eine Weile fertig, ich habe relativ schnell die Fäden abgeschnitten, den Beleg ordentlich festgenäht, die Taschen in das Kleid gebügelt. So richtig warm werden konnte ich mit dem Ergebnis nicht. Das habe ich ja im letzten Post angedeutet.

Aber mittlerweile habe ich eine Lösung gefunden. Das Kleid und die Accessoires müssen zu mir und meinen Aktivitäten passen. Selbst Weihnachten sitze ich nicht in geheizten Zimmern oder klimatisierten Zügen herum. Das bedeutet - je nach Wetterlage - Spaziergänge, Wanderungen, Museumsbesuche, Radtouren, Theater. Also viel draußen sein und viel laufen. Ich habe mir ein riesiges warmes Tuch um den Hals gewickelt und eine neue Tasche genäht, die Heldinnentasche, das goldene Kunstleder lässt das Kleid festlich erscheinen - ohne mich zu verkleiden. Von dem Taschenschnitt bin ich restlos angetan. Eine Tasche als Kleidungsstück.


Ich habe natürlich auch probiert, wie es ist mit Perlenkette, Ring, Pumps, aber das bin ich nicht. Ich kann mir sehr gut vorstellen, das Kleid nochmal aus leichterem Stoff mit kurzen Ärmeln zu nähen, für das Frühjahr. Der Schnitt und der Kragen sind wirklich schön, aber Kleider mit Ausschnitt im Winter sind nicht meins, das wurde mir zunehmend klar.




Die Schuhe sind schon sehr alt, das Preisschild ist noch in D-Mark, sie standen lange rum, die Absatzform ist jetzt wieder modern. Ich weiß noch, dass sie aus dem Alba Moda Outlet in meiner Heimatstadt stammen, wo ich früher viel eingekauft habe. Alles sehr gute Qualität, ich habe noch einige Stücke von dort im Schrank. Die sind alle um die 20 Jahre alt, ab und zu ziehe ich sie auch an.



Ausgeführt habe ich das Kleid letzte Woche in dieses stilvolle Gebäude aus den 50er Jahren. Der Paternoster ist normalerweise in Betrieb. An dem Abend in der Rooftop Bar war das Licht jedoch komplett unbrauchbar, keine Chance für gute Fotos.

Hier die Version, die ich ausführe und die für mich gemütlich ist, bequeme Schuhe und ein warmes Tuch um den Hals gewickelt.


Dazu die große Tasche, in die ich alles packen kann, was ich unterwegs brauche. Statt Gürtel, die wenigen Gürtel, die ich besitze, engen mich irgendwie ein.


Die Heldinnentasche habe ich nach dem Probenähen mehrfach genäht, auch als Geschenk, weil sie im Nichten- und Tochterkreis sehr cool rüberkam. Das Kunstleder stammt aus Paris, das Futter ist ein Reststück vom Konfirmationskleid.


Die Parade der fertigen Weihnachtskleider ist heute auf dem Me Made Mittwoch Blog zu bewundern. Danke den Organisatorinnen. Frohe Weihnachten noch mit ein paar Impressionen aus der geschmückten Stadt.

Anja

Dienstag, 19. Dezember 2017

Probegenäht - Heldinnentasche von Crafteln / Stokx

Manchmal hat Probenähen ein bisschen was von einer Wundertüte. Man liest einen Aufruf, genäht werden soll ein "Ding", kein Kleidungsstück, meldet sich und bekommt dann ein Bild, eine schriftliche Anleitung und erste Termine.

In diesem Fall gab es die Möglichkeit, die Wundertüte, in der eine Tasche war, wieder zurück zu geben, nicht zu nähen, es gab noch ein paar mehr kleine Bilder vom Nähprozess und der Terminplan wurde nach hinten verschoben, weil spezielle Schnallen fehlten, die es mittlerweile bei Crafteln zu kaufen gibt. Da gibt es auch den Taschenschnitt.

Ich habe zum zweiten Mal für Meike probegenäht. Und ich habe zum gefühlten 100. Mal eine Tasche genäht. Dennoch ist es natürlich wichtig, Schritt für Schritt nach der Anleitung zu nähen, um im Anschluss Feedback zu geben, damit die Anleitung optimiert werden kann. In diesem Fall war das besonders wichtig, denn die Tasche hat anders geformte Schnittteile, es ergibt sich nicht intuitiv, was vorne, hinten, oben, unten ist.

Mittlerweile ist ein bisschen Zeit vergangen und ich habe meine ersten Misserfolge verdaut. Vielleicht ist es besser erstmal Bilder der fertigen Tasche(n) zu zeigen. Wie üblich, wenn ich ein Schnittmuster habe (und mir das fertige Produkt gefällt), nähe ich gleich mehrere Exemplare, manchmal gerate ich dabei regelrecht in einen Flow.

Hier also die petrolfarbene Kunstledertasche, die ich meiner Tochter versprochen habe und mir ausleihen darf. Nicht mit dem vorgesehenen 2-Wege-Reißverschluss in O-Form, dafür mit Innenfutter, weil mein Kunstleder innen nicht schön aussah.


Die Farbe changiert je nach Lichteinfall. Über die Features der Tasche wird hier ausführlich berichtet, das spare ich mir jetzt mal.



Alles begann jedoch damit, dass ich die Anleitung beim ersten, zweiten, dritten Lesen nicht verstanden habe (Bilder gab es da noch nicht). Ich fand sie unübersichtlich, Überschrift und Textteil waren nicht getrennt, so dass man das Gefühl hatte, irgendwie ist das doppelt, was ich da tun soll. Der Reißverschluss wurde anders eingenäht als ich es mache, aber natürlich wollte ich es genau nach Anleitung machen (die ich nicht verstanden habe). Deshalb bin ich bereits bei Schritt 3 aus der Anleitung "ausgestiegen" und habe nach meinem Gefühl weitergenäht. Dazu ist zu sagen, dass es ein regnerischer Sonntag war, an dem wir eine Wanderung abgesagt haben und sich ein unerwartetes Zeitfenster aufgetan hat. Das war ganz am Anfang, als die meisten anderen Probenäherinnen noch ihre Stoffe zusammen suchten. Ich habe Reste vom Mantel genommen, sehr dicken Stoff, aber der Mantel hat auch geklappt, eine Tasche, wo ist das Problem? Wenigstens habe ich die Innentasche und die Handytasche gleich aus anderem dünneren Mantelstoff zugeschnitten. Meine Nähmaschine hat einige Nähte unsauber genäht, da wo Kappnaht (4 Lagen) umgeklappt auf weitere 3 Lagen trafen, passte der Stoff kaum noch unter das Füßchen, also eigentlich gar nicht mehr, ich habe es kurzzeitig abgeschraubt, um den Stoff weiterzuschieben, dann wieder angeschraubt, weitergenäht. Dann noch verschiedene Ziernähte ausprobiert, um den einzig vorhandenen Reißverschluss in einigermaßen passender Länge nicht einsam in Orange aufblitzen zu lassen. Gurtband und Schnallen habe ich aus der Hundeleinenkiste zusammen gesucht. Der verregnete Nachmittag war sehr produktiv.

Am Abend war die Tasche fertig, sie gefiel mir gut. Noch ein uraltes Bügelbild drauf. Perfekt.



Am nächsten Tag bin ich damit Rad gefahren, da gefiel sie mir nicht mehr so gut, weil ich mit dem offenen Fach vorne beim Aufsteigen auf mein Herrenrad am Lenker hängen geblieben bin. Außerdem drohte die Wasserflasche heraus zu fallen. Das Fach war schon sehr weit. Nun ja, Design. Ich habe die Tasche seitlich ein wenig höher genäht (mit der Hand) und dann nochmal ein Stück höher festgenäht, damit sie insgesamt geschlossener war.

Dann nähten immer mehr Probenäherinnen die Tasche und irgendwie schien sie mir anders zu sein, nicht so weit und offen vorne. Bis sich heraus stellte, dass ich ein an einem großen Teil (Haupttasche) oben und unten vertauscht habe. Beschriftet waren die Schnittmusterteile zu dem Zeitpunkt auch eher rudimentär. Ich habe einen Saum genäht, unten, wo man Säume halt so näht, aber die Saum hätte nach oben gehört, damit habe ich das Teil komplett falsch herum angenäht, was die Weite der Außentasche erklärt. Die Tasche sieht dennoch gut aus, ist viel im Einsatz und im Prinzip hat sie nichts gekostet, Reststoffe, alter Reißverschluss, altes Gurtband, alte Schnallen....

Es verging Zeit, ich war ein bisschen demotiviert, bei den anderen Probenäherinnen klappte soweit alles ganz gut. Ich nähte mein Weihnachtskleid und dann verkündete meine Tochter, dass sie eine neue Tasche braucht, in die ihre ganzen Reitsachen reinpassen. Ich versuchte ihr, die Notwendigkeit, eine Heldinnentasche zu besitzen zu verkaufen. Denn ich bin immer reichlich ehrgeizig, was alle schaffen, muss doch auch für mich machbar sein.

Inzwischen gab es farbige Grafiken, eine übersichtliche, überarbeitete Anleitung, also im Prinzip deutlich weniger Risiken, etwas falsch zu machen. Ich hatte diverse Kunstleder im Schrank, schon vor langer Zeit bei Dreyfus in Paris gekauft, in der richtigen Farbe und los ging es. Ergebnis siehe oben.

So schön, dass ich im Anschluss, Heldinnentasche Nummer 3, 4 und 5 für meine Nichte, eine Freundin und mich genäht habe. Die letzte Version für mich ist aus goldenem Kunstleder, auch aus Paris. Ich zeige sie demnächst, hier eine Preview:


Zwei weitere Versionen zum Verschenken sind aus schwarzem, etwas dünneren Kunstleder, ungefüttert bzw. nochmal Petrol mit Waxprint Futter.



Das Schnittmuster und die Anleitung zur Tasche wurden mir kostenlos zur Verfügung gestellt. Nach anfänglicher Skepsis, siehe oben, bin ich inzwischen restlos überzeugt von der Tasche. Und dass auch meine Tochter sie "cool" findet, will eine Menge heißen.

Liebe Grüße, Anja

Mittwoch, 6. Dezember 2017

Me Made Mittwoch - ReDesign

Als ich für einen Bekannten vor kurzem Oberhemden "repariert"bzw. "upgecycled" habe, hat er mir auch einen Haufen Hemden, die ich "verwerten" konnte, gebracht.

In dem, wie ich finde wirklich wunderbaren, sehr lohnenswerten Buch ReDesign sind soviele Ideen, was man aus Dingen, die man nicht mehr liebt, die nicht mehr passen, die nicht mehr schön sind oder die einfach rumliegen, machen kann.

Ich habe ein weißes und ein blaues Oberhemd umgewandelt, kurzärmlig, das zeige ich, wenn es wieder wärmer ist. Auch für den heutigen Tag ist mir dieses Outfit eigentlich zu frisch, aber mit einem Jäckchen drüber, geht es dann doch.


Das weiße Oberhemd habe ich mit Farbe, die seit einem Kindergeburtstag vor vielen Jahren übrig geblieben ist, orange gefärbt, eine Farbe, die hier eigentlich niemandem gefällt. Deswegen habe ich den Hals und die Ärmel unten mit Wolle aus einem eingelaufenen und löchrigen Kaschmirpullover in Lieblingsblau eingefasst. Aus dem Körperteil des Pullovers wurde ein Loop, aus den Ärmeln Stulpen. Aus dem Rollkragen habe ich ein Stirnband gefertigt, hier nicht gezeigt.

Nach dem Färben und Verkleinern des Hemdes habe ich planlos Falten in den Stoff (nicht ganz planlos, man soll möglichst viele kleine eher schräge Nähte steppen) genäht, vorne, in die Ärmel, hinten usw. bis mir die Form gefallen hat. Dabei habe ich auch blaues Garn als Kontrast verwendet.



Aus dem ollen Hemd, dem mülltonnenreifen Pullover und der nicht verwendeten Farbe ist ein absolutes Einzelstück geworden, das ich so sogar zum Ausgehen anziehen würde. Perfekt auch, um im Dunkeln Rad zu fahren, da die Farbe doch an die Warnwesten der Bauarbeiter erinnert. Aber durch derartige Kommentare der Familie muss ich durch. Ich finde die Bluse, die nicht mehr an ein Herrenhemd erinnert, prima.



Zur Bluse trage ich meinen Partyrock von Crafteln / Stokx.

Gezeigt beim Me Made Mittwoch.
http://memademittwoch.blogspot.de/2017/12/groter-reinfall-mottotag-beim-me-made.html
wo es heute eigentlich um den größten Reinfall geht, aber das habe ich gerade erst festgestellt. Bei genauerem Nachdenken habe ich die meisten Misserfolge in den Anfangsjahren des Nähen produziert, einige Male getragen, evtl. geändert, irgendwann ausgemustert. Gestrickte Misserfolge würden aufgeribbelt. Oft habe ich blöde Billigstoffe verwendet, Reißverschlüsse schrumpelig eingenäht, einen schiefen Saum gehabt. Und bei meiner ersten Tunika saß die Brustlinie komplett falsch, danach habe ich Schnittmuster immer ausgemessen. Damals habe ich die Dinge gar nicht als Misserfolg gewertet, aus heutiger Sicht schon.

Viele Grüße aus Frankfurt

Anja

Mittwoch, 8. November 2017

Alltagskleidung eine Woche verspätet

Mittlerweile ist es so, dass ich fast nur noch selbstgemachte Kleidung trage. Zum Bloggen komme ich allerdings nicht regelmäßig und noch weniger dazu, gute Fotos zu machen.

Zufällig weilte die nette Frau Küstensocke letzten Samstag in meiner Stadt, u.a. um die Jil Sander Ausstellung zu besuchen. Wir haben die Gelegenheit ergriffen, bei der letzten spätherbstlicher Sonne am Mainufer spazieren zu gehen und zu fotografieren. Bzw. sie hat mich fotografiert. Das hat Spaß gemacht und es sind tolle Bilder dabei heraus gekommen. Es fiel mir richtig schwer, eine Auswahl zu treffen.

Ich trage, das ist fast langweilig, aber manchmal ist Alltag auch langweilig, den türkisfarbenen Stadtmantel und darunter das marineblaue Ninjakleid. Beides von Stokx/Crafteln, beides schon gezeigt. Theoretisch könnte man damit auch an der Aktion #NinjaNovember teilnehmen, aber für Jersey wird es mir jetzt langsam zu kalt.




Dabei hatte ich auch die selbstgenähte Ledertasche und das Portemonnaie, beides aus Pattydoo Büchern, die ich aus der Stadtbibliothek entliehen hatte.





Am Ufer war es etwas wackelig auf den Steinen. Aber wir hatten Spaß.










Zu der Jil Sander Ausstellung, die ich am Sonntag in anderer netter Gesellschaft besucht habe, schreibe ich demnächst auch noch.

Nun schaffe ich es heute doch noch, am Me Made Mittwoch und bei RUMS teizunehmen.

Und nun noch mit einer Woche Verspätung das gemeinsame Foto von Frau Küstensocke in ihrem tollen Mantel und mir.



Liebe Grüße

Anja

Mittwoch, 25. Oktober 2017

Me Made Mittwoch im Herbstoutfit

An Tagen wie diesen, wo es nicht oder nur wenig regnet, trage ich sehr gerne meinen Stadtmantel von Stokx / Crafteln. Nachdem er zuerst eine Weile im Schrank hing, weil er mir einfach ein bisschen zu schick war, ziehe ich ihn jetzt wirklich ungeachtet dessen ziemlich oft an. Für Regenwetter fehlt ihm eine Kapuze, Schirme mag ich nicht, denn oft bin ich draußen mit Hund unterwegs und da stört ein Schirm eher. Es gibt nur wenige Kleidungsstücke für die ich immer wieder, eigentlich von jedem, der ihn zum ersten Mal sieht, Komplimente bekomme. Letzten Sonntag war ich im Architekturmuseum, hatte ihn an die Kleiderständer in der Garderobe gehängt und traf oben eine flüchtige Bekannte, die mich damit begrüßte, dass sie meinen Mantel schon gesehen hat und wusste, dass ich hier irgendwo unterwegs bin.


Dazu der Partyrock, ebenfalls ein Schnitt von Stokx / Crafteln, eigentlich ein Sommerrock, aber mit Strumpfhose absolut herbsttauglich und mein neuer Lieblingspullover, ein Aran von Alice Starmore, St. Brigid, noch nicht lange fertig und schon oft getragen.


In dieser Kombination fühle ich mich sehr wohl, warm und gemütlich genug und gegen ein bisschen Nebelfeuchtigkeit gewappnet.


Ich hatte den Mantelstoff ja vorgewaschen, aber bisher hat der Walk keine Anzeichen von Verschmutzung gezeigt. Kürzlich hat mich ein großer Hund an einem feuchten matschigen Tag angesprungen, die wenigen Pfotenspuren konnte ich abstreifen. Damit habe ich nicht gerechnet. Ich dachte, der Mantel muss dann mal in die Waschmaschine.



Soviele Fotos gibt es selten von mir, ich konnte mich nicht recht entscheiden, das Licht war recht gut, so sind gestern Mittag etliche beleuchtungstechnisch akzeptable Bilder im Park vor der Haustür entstanden.


Ich verlinke mich beim Me Made Mittwoch, ich glaube zum ersten Mal mit einem "alten" Outfit, aber man kann hier ja auch gerne getragene Kombinationen zeigen. Dort gibt es heute einen wunderbaren Mantel zu bestaunen, aber nein, ich habe 2 Mäntel, 2 lange Parkas und 2 dicke Winterjacken, das reicht.

Gruß aus Frankfurt

Anja