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Mittwoch, 1. Mai 2019

Me Made Mittwoch im Mai

In der letzten Zeit habe ich zwar genäht, gebloggt, aber den Me Made Mittwoch verpasst. Es ist doch nicht so einfach, an den Zeitplan zu denken, d. h. den Text zeitgerecht zu schreiben und vorher einigermaßen gescheite Fotos zu machen. Heute ist Feiertag und gutes Wetter, beste Bedingungen, um teilzunehmen. In der Wohnung ist es ziemlich kalt, daher trage ich eine alte genähte Strickjacke über dem neu genähten Kleid.


Das Kleid, das ich zeige, ist schon sehr lange in meinem Kopf fertig gewesen. Es ist eine weitere Ausführung meines Weihnachtskleides Butterick 5556 von 2018. Mein einziges Weihnachtskleid, das leider ausnehmend selten getragen wird. Das liegt, glaube ich, wirklich daran, dass es hier entweder sehr kalt ist oder gleich sehr heiß ist. Ich merke generell, dass ich dünne langärmlige Kleidung nur noch selten trage. Die Übergangsjacken und -mäntel bleiben auch im Schrank. Es ist entweder Pulloverwetter oder sofort T-Shirt-Wetter, dazwischen gibt es nur selten. Oder wie heute: drinnen Pullover, draußen T-Shirt.

Dennoch, der Schnitt war klasse, es gab letzten Winter (also vor mehr als einem Jahr kurz nach Fertigstellung des ersten Kleides) im Karstadt WSV einen schönen Stoff (denn man braucht 4 m), der genau meinem Farbspektrum entspricht. Er ist auch etwas dünner als der Originalstoff. Insofern steigert das die Tragemöglichkeiten, hoffentlich!

Das Nähen lief routiniert, die Anpassungen habe ich vom Weihnachtskleid übernommen, den Reißverschluss weggelassen, das Kleid war diesmal deutlich schneller fertig. Der Stoff ließ sich auch besser bügeln, was bei gefühlten 15 Abnähern elementar wichtig ist (in jedem Ärmel sind bereits je 3 davon, Schulterabnäher habe ich ergänzt, brauche ich für die Passform und dann noch die normalen Brust und Taillenabnäher).

Um die Fotos zu machen, habe ich mich au mein (Herren-) Fahrrad geschwungen, wie heute am 1. Mai nahezu jeder in Frankfurt. Die, die ich gesehen habe, tragen allerdings andere Kleidung. Und dann gibt es noch die, die den Radprofis zuschauen. Die kreisenden Hubschrauber über der Stadt haben mich daran erinnert und ich habe mein Ziel angepasst. Auf Straßensperrungen hatte ich nämlich keine Lust, auf Sonntagsradler am Mainufer auch nicht.




Die Fotos sind auf der ruhigen und schattigen Rückseite der Deutschen Nationalbibliothek entstanden. Eine Notausgangtreppe ist das Stativ für mein Tablet. Ich finde weite Röcke sehr gut zum Radfahren und mir ist damit noch nie ein Malheur passiert. Enge Röcke sind dagegen komplett ungeeignet. Bei weiten Hosen habe ich mir angewöhnt, die Beine abzuklammern, denn Kettenfett lässt sich nahezu nicht mehr rauswaschen.


Bisher hatte ich auch keine Probleme mit hochhackigen Schuhen auf den Pedalen. Das war diesmal anders. Es hat den Absatz zerlegt. Ich gehe davon aus, dass das daran liegt, dass das Gummi spröde war. Denn ich habe die Pumps sehr viele Jahre nicht mehr getragen. Gekauft habe ich sie vor ca. 20 Jahren als ich in München wohnte und gerne ins Schuhoutlet nach Rosenheim gefahren bin. Irgendwann wurde die Absatzform altmodisch (jetzt ist sie wieder tragbar), dann hatte ich keine Gelegenheit mehr für tannengrüne Pumps und sie lagerten lange im Keller. Ob ich den Absatz nochmal besohlen lasse, weiß ich nicht. Der Schuh ist bequem (für die Absatzhöhe) und sieht noch gut aus.


Einen schönen Maifeiertag und hallo auf dem Me Made Blog.
https://memademittwoch.blogspot.com/2019/05/mmm-am-01-mai-2019.html
Viele Grüße

Anja

P.S. Das Kleid endete als Schrankleiche, wurde dann zum Rock geändert, der endete ebenfalls als Schrankleiche, entsorgt


Samstag, 23. Dezember 2017

Weihnachtskleid Sew Along - Finale

Im Prinzip bin ich mit meinem Butterick Kleid ja bereits eine Weile fertig, ich habe relativ schnell die Fäden abgeschnitten, den Beleg ordentlich festgenäht, die Taschen in das Kleid gebügelt. So richtig warm werden konnte ich mit dem Ergebnis nicht. Das habe ich ja im letzten Post angedeutet.

Aber mittlerweile habe ich eine Lösung gefunden. Das Kleid und die Accessoires müssen zu mir und meinen Aktivitäten passen. Selbst Weihnachten sitze ich nicht in geheizten Zimmern oder klimatisierten Zügen herum. Das bedeutet - je nach Wetterlage - Spaziergänge, Wanderungen, Museumsbesuche, Radtouren, Theater. Also viel draußen sein und viel laufen. Ich habe mir ein riesiges warmes Tuch um den Hals gewickelt und eine neue Tasche genäht, die Heldinnentasche, das goldene Kunstleder lässt das Kleid festlich erscheinen - ohne mich zu verkleiden. Von dem Taschenschnitt bin ich restlos angetan. Eine Tasche als Kleidungsstück.


Ich habe natürlich auch probiert, wie es ist mit Perlenkette, Ring, Pumps, aber das bin ich nicht. Ich kann mir sehr gut vorstellen, das Kleid nochmal aus leichterem Stoff mit kurzen Ärmeln zu nähen, für das Frühjahr. Der Schnitt und der Kragen sind wirklich schön, aber Kleider mit Ausschnitt im Winter sind nicht meins, das wurde mir zunehmend klar.




Die Schuhe sind schon sehr alt, das Preisschild ist noch in D-Mark, sie standen lange rum, die Absatzform ist jetzt wieder modern. Ich weiß noch, dass sie aus dem Alba Moda Outlet in meiner Heimatstadt stammen, wo ich früher viel eingekauft habe. Alles sehr gute Qualität, ich habe noch einige Stücke von dort im Schrank. Die sind alle um die 20 Jahre alt, ab und zu ziehe ich sie auch an.



Ausgeführt habe ich das Kleid letzte Woche in dieses stilvolle Gebäude aus den 50er Jahren. Der Paternoster ist normalerweise in Betrieb. An dem Abend in der Rooftop Bar war das Licht jedoch komplett unbrauchbar, keine Chance für gute Fotos.

Hier die Version, die ich ausführe und die für mich gemütlich ist, bequeme Schuhe und ein warmes Tuch um den Hals gewickelt.


Dazu die große Tasche, in die ich alles packen kann, was ich unterwegs brauche. Statt Gürtel, die wenigen Gürtel, die ich besitze, engen mich irgendwie ein.


Die Heldinnentasche habe ich nach dem Probenähen mehrfach genäht, auch als Geschenk, weil sie im Nichten- und Tochterkreis sehr cool rüberkam. Das Kunstleder stammt aus Paris, das Futter ist ein Reststück vom Konfirmationskleid.


Die Parade der fertigen Weihnachtskleider ist heute auf dem Me Made Mittwoch Blog zu bewundern. Danke den Organisatorinnen. Frohe Weihnachten noch mit ein paar Impressionen aus der geschmückten Stadt.

Anja

Sonntag, 10. Dezember 2017

Weihnachtskleid Sew Along - Butterick 5556 ist fertig!

Wie ich bereits erwartet hatte, bin ich eine schlechte Sew Along Näherin: nachdem ich das Kleid begonnen hatte, konnte ich nicht aufhören und habe es binnen 6 Tagen fertig gemacht. Am 1.12. abends konnte ich die finale Anprobe machen und muss jetzt nur noch die Fitzel Fäden abschneiden. Wahrscheinlich werde ich das Kleid auch bereits diese Woche anläßlich eines Theaterbesuchs tragen.

Ich habe den Schnitt angepasst: das Oberteil um 2 cm über der Brust verlängert, zusätzliche Abnäher vorne oben und hinten oben eingefügt, den unteren Brustabnäher verkürzt, außerdem das Oberteil von Größe 12 in Größe 14 in der Taille auslaufen lassen. Des Weiteren habe ich die Rockteile nicht eingekräuselt, sondern Falten genäht, die Rockteile entsprechen wieder Größe 12, was weit genug ist. Die Rocklänge habe ich beibehalten, die Ärmel sind um ca. 6 cm verlängert, damit es ein Winterkleid ist. Genäht habe ich das Modell mit dem Kragen von A und den Manschetten von B. Den Gürtel habe ich weggelassen. Die Nahttaschen habe ich ein wenig nach unten versetzt, damit sie mit meiner Armlänge kompatibel sind, leider sind sie nun gute 2 cm zu tief, hmm. Die Form der Taschen habe ich auch verändert, da sie ja nun nicht in der Taille festgesteppt sind. Ich bin unsicher, ob ich noch einen Gürtel nähe. Leider habe ich jedoch kein durchgehendes Stoffstück in der notwendigen Länge mehr. Und an sich mag ich Gürtel nicht. Vielleicht auch ein kontrastierender Gürtel? Eine alte Schnalle zum Beziehen habe ich noch. Was meint ihr?

Benötigt habe ich (ohne Gürtel) 3,60 m Stoff, das sind 30 cm weniger als angegeben. Ich dachte ja, dass mir 3 m Futter reichen, leider Fehlanzeige. Deswegen habe ich nur das Oberteil unterfüttert. Das ist mir auch genug Stoff am Körper. Habe noch überlegt, das Futter zu mixen, aber eigentlich wollte ich dann gar kein Futter mehr im Rockteil.

Nun wartet das Kleid auf einen ersten Einsatz. Es fühlt sich noch komisch an, ein bisschen spießig, ist mir für den Winter auch zu offen am Hals.... auf jeden Fall war das Nähen eine tolle Erfahrung, ich habe etwas gelernt, es war komplexer als andere Kleider und die Anleitung supergut, tolle Grafiken, verständliche Texte.

Auf dem Bild unten schimmert die Tasche leicht durch, das Futter ist limegrün, wie man sieht. Vielleicht wäre es auch schön gewesen, die Innenseite des Kragens in einer anderen Farbe zu nähen. Aber dafür ist es jetzt zu spät.



Auf den Fotos schmucklos, aber mit passendem Burda Vintage Mantel. Alte Schuhe habe ich auch noch im Keller vorgekramt. Der angeschnittene Ärmel ist o.k., nur beim extremen Hochheben der Arme wird es unbequem. So ganz in Uni ist das Kleid langweilig, in gemustertem Stoff wäre vermutlich die Schnittführung nicht mehr so gut rausgekommen und das Muster des Stoffes wäre unterbrochen worden (zahlreiche Teilungsnähte, auf diesen Fotos nicht gut sichtbar).

Wie weit die Anderen so sind, kann man heute auf dem Me Made Mittwoch Bloghttp://memademittwoch.blogspot.de/2017/12/weihnachtskleid-sew-along-zwischenstand.html  lesen.

Viele Grüße

Anja