Mittwoch, 7. Oktober 2026

ReDesign - Jeansrock

Ich bin nicht wirklich produktiv zur Zeit, weil ich wirklich genug Sachen habe. Ich habe den Sommer genutzt, um zu versuchen auszusortieren, das ist nur mäßig gelungen, weil die meisten Sachen noch gut passen und in gutem Zustand sind. Nicht alles gefällt mir noch, aber ich weiß, dass manchmal nach Jahren der Zeitpunkt kommt, wo etwas plötzlich wieder tragbar wird, in diesem Sommer war das ein ca. 20 Jahre altes grünes Leinentopp und für den Herbst wird es die 30 Jahre alte Lederbermudas sein. Ich werfe nicht leichtfertig weg, andere Abnehmer habe ich nicht, die Altkeidertonne ist überhaupt keine Alternative und für Oxfam oder Ebay sind meine selbst genähten Sachen dann doch zu wenig perfekt. Vielleicht denke ich das auch nur, aber ich scheue mich auch, etwas komplett unter Preis zu verkaufen von dem ich weiß, wie lange ich daran gesessen habe.

Meine Tochter hat ein Jeanslatzkleid aussortiert, wenig getragen. Es gefiel nicht mehr, passte in der Taille nur noch knapp. Es handelt sich um das Pendant zu diesem Latzkleid von mir, dass ich sehr gerne anziehe. Mir passte es in der Taille gar nicht. Erst lag es mehrere Monate auf dem Auftrennstapel, dann kam mir die Idee, daraus einen Rock zu machen. Wobei machen schon viel ist. Ich habe es oben abgeschnitten, dann einen dehnbaren Jerseybund dran genäht. Damit der ganze Rock etwas besonders daher kommt, habe ich unten viele gemischte Knöpfe aufgenäht. Die Idee habe ich bei Talbot&Runhof geklaut, die so eine Lösung an einem trachtigen Oberteil in der Ausstellung in Augsburg (im verlinkten Post ungefähr in der Mitte) gezeigt haben.

Die Knöpfe ziehen den Rock nach unten, die ersten Trageversuche endeten dann auch damit, dass der Jerseybund ausleierte, der Rock stark rutschte, ich in der Not ein Oberteil wie einen Gürtel darüber knotete (ich war mit dem Teil ein paar Tage unterwegs und konnte nichts anderes machen außer beobachten, dass der Rock von Tag zu Tag mehr rutschte - oder meine Wanderhose anziehen, was ich dann auch auf der Rückfahrt gemacht habe).

Zuhause habe ich einen neuen breiten Gummi eingezogen und jetzt geht es wieder. Ich mag diesen einfachen langen Rock. Ich hatte ihn mit Strümpfen und Wanderschuhen kombiniert, aber es geht auch mit Sneakers und Clogs und im Winter mit Stiefeln. Auch oben rum ist Jeans unendlich variabel. Ich bin also froh, dass ich dieses ReDesign gemacht habe.

Auf dem Foto unten seht ihr den angesetzten Jerseystreifen, ein Reststoff.


Oben nochmal die Knopfsammlung von Leder, Gold, Horn, Grau, Blau, Braun, lauter Einzelstücke aus der Sammelkiste oder abgetrennt, viele von meiner Mutter. Das kleine Label kommt aus der Geschenktüte der Frocktails.

Zusammenfassung:

Supereasy, keine Kosten, wenig Zeitaufwand - und trotzdem ist etwas sehr Tragbares und sehr Spezielles entstanden.

Verlinkt beim Me Made Mittwoch, zum Schauen komme ich erst nach meinem kleinen verlängerten Wochenendurlaub. In einer Stunde geht es los.

Anja

 

15 Kommentare:

  1. Gut gemacht. Mit meinen vielen selbstgenähten Kleidungsstücke gehr es mir wie dir.
    Schöner Gruß Mema

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  2. Witzig, mir geht es genau andersherum. Jahrelang habe ich viele spannende Kleidungsstücke nicht genäht, weil ich noch genug Kaufkleidung im Schrank hatte und es nicht nachhaltig fand, mehr zu besitzen als ich trage. Jetzt bin ich Mutter mit viel weniger Nähzeit, die Kaufkleidung löst sich auf und ich habe nichts Selbstgenähtes auf Vorrat, um die auszusortierende Kleidung zu ersetzen.

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    1. Irgendwann hast du dann auch genug selbst genäht Kleidung, die sich meist nicht so schnell wie Kaufkleidung auflöst, lg Anja

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  3. Mir passen viele meiner Sachen nicht mehr, insofern habe ich schon noch Bedarf. Und auch so einige Ideen, die teilweise schon sehr lange auf Umsetzung warten. Zum Glück habe ich auch durchaus dankbare Abnehmer für Teile, die ich kaum getragen aussortiere, weil nicht zu mir oder nicht mehr zu meinem Körper passend. Dein gezeigter Rock ist ja auch ein gutes Beispiel für nicht mehr passen, und noch mehr ein gutes Beispiel, wie man etwas nicht nur passend ändert, sondern noch viel interessanter gestaltet. Die Idee mit den Knöpfen gefällt mir sehr.
    Liebe Grüße heike

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    1. Und ich ziehe ihn jetzt in der Übergangszeit out of office auch gerne an, lg Anja

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  4. Solche Änderungen finde ich besonders gelungen, auch wenn du eine zweite Änderungsschleife gebraucht hast. Gerade das Knopfdetail macht es persönlich und es bleibt trotzdem total unkompliziert.
    Grüße

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  5. Ein Projekt ganz nach meinem Geschmack - die Knöpfe sind so ein toller Hingucker und einen Jeansrock kann man ja unendlich kombinieren. Ich bin auch nicht mehr sehr produktiv, seit mein Kleiderschrank voller selbst genähter Sachen ist. Ich behalte die nämlich auch alle...

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  6. Lustige Idee, die Knöpfe. Mit den Jersey-Bunden geht mir das häufig so, nach ein paar Tagen geben sie nach und nach der Wäsche sitzen sie wieder gut. Ich trenne mich auch nicht leicht von selbst genähten Sachen, habe aber festgestellt, dass einiges einfach nicht mehr zu mir passt und dann kann ich es auch gut gehen lassen. Und natürlich verändert sich die Figur, das Alter und auch der Sport hinterlassen ihre Spuren.
    Der gerettete Jeansrock gefällt mir gut, die Knöpfe sind eine witzige Idee und Jeans passt obendrein zu fast allem.
    Viele Grüße, Stefanie

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    1. Das mit dem nicht mehr zu mir passen, merke ich auch, aber ich lege es dann beiseite und trennen mich nicht. Aber ich habe es geschafft, in diesem Urlaub 3 Teile zu entsorgen. LG Anja

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  7. Der Rock gefällt mir und die Knöpfe sind super. Kleidung wieder benutzbar zu machen ist eine feine Sache. Neues nähen, wenn genug zum Anziehen da ist, finde auch ich schwierig. Bei alten Sachen geht es mir ähnlich, ewig nicht getragen und plötzlich ein Lieblingsteil. Deshal was mir noch passt, kommt nicht weg
    Deinen Beitrag zum Besuch im TIM hab ich total verpasst. Gut daß du hier darauf hinweist.
    Liebe Grüße Gabi

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  8. Ein sehr schöner Blog Post. Deine Gedanken kann ich gut nachvollziehen. Ein sehr gelungenes Projekt und die Idee mit den Knöpfen mag ich. LG Birgit

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  9. Lässiges Refashion! Besonders und dennoch vielseitig kombinierbar Dein Rock. Was will man mehr. Bei mir bezieht sich die Unproduktivität eher aufs Bloggen, obwohl gerade bringe ich auch kein Kleidungsstück zu Ende… Liebe Grüße, Manuela

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  10. Zu allererst: Der Rock ist ja mal ein ganz besonderes Einzelstück - großartig!
    Ich stelle an mir fest, dass es mir sehr schwer fällt, selbstgenähte Teile zu entsorgen bzw. abzugeben. Zu verkaufen, finde ich schwierig, weil ich glaube, kaum jemand weiß die Arbeit und der Wert dahinter zu schätzen. außerdem nähe ich ja ohne Overlock, weshalb die Innenseiten nicht allzu perfekt und schön aussehen. Und für die Tonne sind fast alle Teile zu schade. Bei uns im Ort gibt es zum Glück einmal im Jahr eine Sammlung für Rumänien - da gebe ich mittlerweile vieles hin, vor allem Kindersachen.
    Was ich merke: Bei den selbstgenähten Teilen überlege ich immer: Kann ich aus dem Stoff noch etwas anderes machen? Oder wird es zu kleinteilig? Oder gefällt mir der Stoff an und für sich nicht (mehr)? Aber auf diese Weise stapeln sich jetzt auch schon die "muss ich mal umarbeiten" Teile. Irgendwie auch doof. Naja, zum Glück gibt es doch immer wieder kleine Lücken im Schrank, die ich selber "stopfen" kann. Jippie!
    LG Miriam

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