Montag, 26. Januar 2026

Ursula Niehaus - der Stoff, aus dem die Bilder sind

Über einen Artikel in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung bin ich auf diese Ausstellung aufmerksam geworden. Gestern bin ich ins 30 Minuten entfernte Bad Soden gefahren - und war ein bisschen überwältigt. Deshalb hier eine Bilderflut, ich konnte mich nicht entscheiden, was ich poste, deswegen ist es viel geworden. Keine große Künstlerin, nicht bekannt, sie schreibt auch Bücher über textile Materialien, historische Romane, ihr könnt sie googeln bei Interesse.

Die Motive sind fast alltäglich - und doch ein bisschen besonders. Momentaufnahmen. Es werden keine Farben verwendet, es handelt sich ausschließlich um Collagen aus Stoff, das Mädchen im Bild unten trägt z.B. eine Jeansshorts aus Jeansstoff. Die gesamte Leinwand ist mit Stoff bezogen, darauf weitere Stoffschichten in verschiedenen Farben. Die Schatten jeweils dunkler. Das Bild ist in echt ziemlich groß, vielleicht 120 x 70. Im Prinzip sind alle Bilder, auf denen mehrere Personen sind größer. Die Bilder, auf denen nur Gesichter sind, haben etwa eine Größe von 70x70.


Viele Frauenmotive, oft Frauen, die gestylt wirken, fast wie Models aus einem Modeheft. Viel Rot, Rosa, Grau, aber vereinzelt auch andere Farben. Viel Baumwolle, Uni, manchmal gemusterte Stoffe, wo das Muster in das Motiv integriert wurde. Ab und zu Stoffe mit anderer Haptik, Fell, Leder, Jeans.



Es gab auch sehr viele Bilder von Stewardessen, ob die Künstlerin einen Bezug zur Luftfahrt hat, weiß ich nicht, der Gedanke kam mir allerdings.




Im Bild unten ist der Mantel aus Fell. Auf den Fotos sind die Strukturen leider nicht erkennbar. Die Großaufnahme darunter verdeutlicht nochmal, wie der Stoff geklebt ist. 



Gut gefiel mir, dass es ein halbfertiges Bild in der Ausstellung gab, der Prozess erinnert mich an Malen nach Zahlen. Stoff aufkleben, vorgezeichnete Felder. 

In der Ausstellung war ein Eimer, jeder war aufgefordert, Stoffreste oder Altkleider mitzubringen, insbesondere in der Farbe Rosa, die zur Neige geht. Leider wusste ich das nicht, sonst hätte ich gerne irgendwas abgegeben.


Ein Bild mit Frauen an Nähmaschinen.



Auch hier oben, das Orange ist richtig dickes Kunstfell. Ich bin richtig motiviert, sowas auch mal auszuprobieren. Eine tolle Art der Stoffresteverwertung. 

Ich merke, dass ich fast nur die Frauenbilder fotografiert habe. Es gab auch eine Serie mit Villen, die an Kalifornien erinnerten. Irgendwie fand ich die nicht so gelungen. Sie wirkten weniger echt. Ein bisschen erinnert der Stil auch an Pop-Art, denke ich gerade.

Viel Spaß beim Schauen und ich denke, dass ich das auch mal auprobieren werde.

Lieben Gruß, Anja



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