Mittwoch, 1. April 2026

Corsage 106 aus Burda 8/2025 - Me made Mittwoch im April

Letztes Frühjahr habe ich eine Corsage oder ein Bustier (was ist hier eigentlich genau der Unterschied?) genäht, die ich neben einer Kaufcorsage sehr gerne anziehe, peppt sie doch einfach schlichte Kleidung auf und wärmt außerdem ein bisschen den Körper. Wo ich das schreibe merke ich, dass ich dafür meine Strickpullunder diesen Winter viel seltener, fast nie eigentlich angezogen habe. Nun ja. Die Corsage von Burda wurde letzten Sommer im Heft gezeigt und hat mir sofort gefallen. Allerdings würde ich sie nicht auf nackter Haut tragen, auch nicht aus einem anderen Stoff, das ist einfach nicht meins. 

Der Schnitt war bereits kopiert, in Größe 42. Nachprüfen konnte ich das nicht mehr, denn ich hatte das Heft aus der Bücherei entliehen. Insofern konnte ich schnell mit Zuschnitt und Nähen starten, als ich vor 2 Wochen den passenden Stoff und geeignetes Futter gefunden hatte. Knöpfe und eine Schnalle hatte ich im Bestand, passendes Nähgarn auch. Ich habe mich akribisch an die Anleitung gehalten, irgendwo musste ich mir die Bilder im Netz mehrfach anschauen, um zu verstehen, wie das mit dem Fake Gürtel gemeint ist, ich habe es aber wohl richtig verstanden.

Das Nähen war - wegen der vielen Teile - etwas mühselig. Wenn ich den Schnitt selbst konstruiert hätte - was ich bei der Corsage letztes Frühjahr gemacht habe - hätte ich wohl auf die ganzen Belege verzichtet, die zu kleinen Ungenauigkeiten führten. Das liegt nicht am Schnitt, die Teile passten genau aufeinander, das habe ich im nachhinein nochmal überprüft, sondern daran, dass ich Pi mal Daumen mit der Nahtzugabe von 1 cm zuschneide, was ggf. auch mal 1, 2 cm oder 0,8 cm sein können. Außerdem nähe ich dann auch nicht superakkurat zusammen. Am Ende fügte sich alles mit einigen Korrekturen irgendwie. 

Vor dem Verbinden von Futter und Außenstoff musste ich allerdings Anpassungen vornehmen. Im Brustbereich habe ich bestimmt insgesamt 6 cm weggenommen, an der Seitennaht und an den Nähten, wo das Mittelteil auf die seitlichen Vorderteile trifft. Da der Stoff eine geringe Menge Elasthan hat, leiert es oben etwas aus, obwohl alle Besätze brav mit Vlieseline bebügelt sind. Die Knopflöcher sind nicht als Paspelknopflöcher gearbeitet, das wäre bestimmt schöner gewesen, habe ich aber im Prozess nicht rechtzeitig bedacht. Der Burdaschnitt sieht Druckknöpfe vor.

Ich habe das Teil, als es fertig war angezogen,, es passte schon, siehe unten, dennoch hatte ich das Gefühl, das es ein wenig locker sitzt. Insbesondere rutschte es, wenn ich mich gebückt habe und danach wieder aufgerichtet habe. Das eignet sich nicht für meinen Alltag, in dem ich mich bewegen möchte und nicht an meiner Kleidung herumzuppeln will. Ich habe also einen weiteren Versuch gestartet, um an den Seitennähten Stoff zu reduzieren, an jeder Seite bin ich von ca. 1,5 bis 2 cm ausgegangen, was nochmal 6 - 8 cm insgesamt ausmacht. Dabei habe ich das Teil über das Loch, durch das der Gürtel gezogen wird, gewendet und enger genäht. Sicher nicht die feine saubere Art, aber die mit dem geringsten Arbeitsaufwand. 


Danach saß es wesentlich enger, körpernäher und verrutschte auch weniger. Hinten wird es schon eng gezogen, sieht man auf der Aufnahme unten von der Rückseite. Aber die Trageeigenschaften sind besser als vorher, wo alles schön ordentlich aufeinanderlag. Im Burda Original ist die Corsage aus meiner Sicht auch zu weit, für ein Foto reicht es, im Alltag sollte sowas besser sitzen.


An der Seite habe ich einen kleinen Einnäher aus der Goodie Bag von den Munichfrocktails eingefasst.


Die passende Handtasche besitze ich auch, ich nutze sie viel zu selten.



Der Rock oben ist uralt, von meiner Mutter für mich vor ca. 24 Jahren für die Schwangerschaft genäht, dann in der Weite mehrfach geändert, lange ungetragen, jetzt wieder schick. Denn man hat diese fast wadenlangen Röcke wieder. 

Und hier noch eine weitere Tragevariante mit der Wollhose (Vogueschnitt), einen dünnen Rolli werde ich sicher auch noch ausprobieren, evtl. auch die blaßblaue Bluse, die ich habe oder die dünnere grüne Hose, die noch bei den Sommersachen liegt.



Zusammenfassung:

Schwierigkeitsgrad: Insgesamt ist so ein Kleidungsstück, das wirklich gut passen muss, schwierig zu nähen. Da gibt es eine Menge Anpassungen, die idealerweise auch gut in den Originalschnitt eingefügt werden. Das ist mir hier mit den nachträglichen Abnähern und dem enger Nähen nicht  perfekt gelungen, dennoch ist ein tragbares Kleidungsstück entstanden. 

Zeitaufwand: Der Schnitt besteht aus einer Unmenge von Teilen, das Kopieren hat ewig gedauert, ebenso das Zuordnen der Schnittteile und der Vlieselinestücke. Man musste schon ziemlich aufpassen, alles richtig zusammen zu setzen. Das finale Nähen und Versäubern war dann relativ schnell erledigt bis es an die Anpassungen ging. Kein schnelles Projekt, mehrere Abende.

Kosten: Den Oberstoff, ein 0,8 m Rest von Max Mara (frisch bei Intrend in Triest gekauft), kostete 9 Euro, von dem Futter (ebenfalls Intrend) habe ich ca. 0,4 m verbraucht, also 2 Euro, insgesamt mit den alten Knöpfen und dem grünen Garn aus der Karstadtauflösung max. 12 Euro.

Ich zeige die Corsage am 1. April beim Me made Mittwoch, wo ich schon ein bissel gestöbert habe, bevor ich den Post fertig gemacht habe.

Frohe Ostern und herzlichen Gruß, Anja


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