Relativ kurz entschlossen habe ich auf Instagram beim Me Made May teilgenommen, nicht jeden Tag und nicht einmal alle Fotos sind dort gelandet. Da ich sowieso jeden Tag selbst gemachte Kleidung trage, manchmal mischt sich auch das ein oder andere Kaufteil darunter, aber im Prinzip ist immer etwas Eigenes dabei, ist der Me Made May nichts Aufregendes mehr für mich.
Ich habe mir diesen Mai zum Ziel gesetzt, Kleiderstücke aus dem Schrank zu holen, die ich normalerweise nie, selten oder schon sehr, sehr lange nicht mehr angezogen habe. Da gibt es einiges.
Dazu gehört die Dirndlbluse unten (bisher einmal zum Kocherlball getragen), zu festlich für alle Tage, weiter unten das upgecycelte Hemd, letzten Herbst mit den Resten der Dirndlbluse verziert und nie getragen, nichts Passendes zum Kombinieren im Winter gefunden. Überzeugt bin ich nicht. Wegwerfen werde ich beide Sachen aber auch noch nicht.
Außerdem - und das ist wirklich schade - die viele Jahre alte Jeansjacke mit der tollen Rückansicht aus Resten (3 x getragen in den vielen Jahren - und diesen Mai auch 3 x, das könnte noch was werden), keine Kombikleidung vorhanden, nicht wärmend, trage eh ungerne Jeans. Ich muss einfach überlegen, wann und wo ich die Jacke mitnehmen kann. Das bedarf einer kleinen Planung.
Weiter geht es unten mit einem Oberteil, das nur 3/4 lange Ärmel hat und ich bis vor mehreren Jahren gerne in der Übergangszeit getragen habe. Immer mit einer Jeans, diese Jeans gibt es nicht mehr und damit blieb das Oberteil auf der Strecke. Hier ein Versuch mit einer grünen Hose (die Streifen auf dem Oberteil sind grün-schwarz, aus dem gleichen Stoff habe ich ein schwarzes Oberteil mit langen Ärmeln, das ich in Dauerschleife trage). Der Stoff ist sehr besonders und deswegen möchte ich das Oberteil trotz der suboptimalen Ärmellänge nicht entsorgen.
Darunter das Ninjakleid, vor sehr langer Zeit genäht und anfangs auch oft angezogen. Die Schwierigkeit dieses Kleides liegt darin, dass es langärmlig ist und m.E. mit farbiger Strumpfhose komisch aussieht. Hier habe ich eine hautfarbene an, aber ich mag diese Nylonstrumpfhosen nicht sehr. An warmen Tagen, wo man keine Strumpfhose/Leggings trägt ist es wegen der Ärmellänge suboptimal, an kalten Tagen ist der Jersey zu dünn. So wird dieses Kleid max. 3 - 4 x pro Saison angezogen.
Weiter geht es mit den Schrankleichen in der zweiten Maiwoche:
Zu Beginn habe ich geschaut, was ich schon sehr lange nicht mehr anhatte: dieser Rock aus Samt mit Cordresten und einer Bommelborte gehört zu meinen ersten genähten Stücken, ich habe ihn als meine Tochter in der Grundschule war (sie hatte einen gleichen Rock) wahnsinnig gerne getragen, auch danach noch (nie im Partnerlook allerdings), aber jetzt seit mehreren Jahren nicht mehr. Der Stoff war hochwertig und die Farben sind überhaupt nicht ausgeblichen, wunderbar an sich. Aus dieser Zeit habe ich noch 2 weitere schöne Röcke, die ich quasi nie mehr anziehe, aber die sehr schön ist. Irgendwann mag ich sie vielleicht wieder sehen. Und irgendwann passt bunt auch wieder besser in meinen Alltag.

Dann änderte sich das Wetter - die Winterstücke waren schon weggepackt, das nächste Bild/Kleidungsstück passt nicht in den Kontext der wenig getragenen Stücke, ich hatte die Kombi mehrere Tage auf einer Kurzreise an. Trage den Rock seit mehreren Jahren wahnsinnig gerne. Das Sweatoberteil fängt schon an zu pillen.

Das Grasserkleid unten - als Probekleid gedacht - wird in dieser Version auch fast nie getragen, für den Winter nicht dick genug, es handelt sich um einen Fake-Wollstoff. Die Ärmel sind auch zu kurz, um in die vorgesehenen Löcher zu greifen, die Taille ein bisschen zu hoch. Bei der finalen Sweatversion habe ich all das geändert und die wird im Winter gern getragen. Jetzt mit den komischen Maitemperaturen, nicht kalt, nicht warm, funktioniert dieser Stoff einigermaßen gut. Mein Problem ist allerdings, dass ich auch keine braunen Schuhe dazu habe bzw. ich habe braune Schuhe, aber die gefallen mir längst nicht mehr. Habe sie trotzdem an dem einen Tag getragen. An sich schade um das Kleid.

Ähnliches Problem: zu dicker Stoff, kurze Ärmel, ein Winterkleid, das im Winter wenig Anlass findet. Es geht nur mit Stulpen oder einer Jacke darüber oder auch einem Shirt, aber das sind lauter suboptimale Lösungen. Der Stoff war ein Rest von Malhia Kent, sehr toll, aber leider nicht genug, um lange Ärmel zu nähen.
Am Monatsende wurde es deutlich wärmer, eigentlich hätte ich gerne noch 2-3 Sachen getragen, wo ich mir auch nicht sicher bin, ob sie überhaupt bleiben dürfen. Aber die Temperaturen waren anderer Meinung:
Der fast nie getragene Seidenrock Delphine hat mich mit seinem Muster animiert, ihn in die Kusama Ausstellung anzuziehen. Mich stört die Form und der breite Bund, aber meine Nähbegleiterinnen fanden die Form gerade gut, mit der neuen Bluse habe ich auch eine Kombination gefunden, die funktioniert.
Das war mein kleiner Einblick, die kleine Zusammenfassung auf dem Blog.
Viele Grüße, Anja
So viele Nähstücke in einem Beitrag, da kann man fast den Überblick verlieren. Ich werde beim kommentieren immer wieder hochscrollen müssen, um nichts zu vergessen ;)
AntwortenLöschenDie Dirndlbluse unter der Latzhose, grandiose Idee. Die grüne Kombi mit dem Dreiviertel Ärmeln spricht mich an, die Stoffstruktur ist so interessant und das schwarze Ninjakleid gefällt mir wahnsinnig gut. Ich würde es auch mit schwarzer Strumpfhose tragen, aber das muss man mögen, so ganz in schwarz. Es steht dir gut.
Und schade, dass das Kent Kleid nicht funktioniert, das ist toll, so eines wollte ich auch machen.
Grüße