Mittwoch, 8. Mai 2019

Latzkleiderliebe

Nein, es war bestimmt keine Liebe auf den ersten Blick. Seit längerem beobachte ich in der Blogosphäre, dass Latzröcke, -kleider und -hosen genäht werden. Das erinnert mich an meine Kindheit. Auch während meiner Schwangerschaft waren Latzhosen sehr trendy - für Schwangere.

Aber manchmal kommt man an bestimmten Dingen nicht vorbei. Vor allem die im englischsprachigen Raum als Pinafore Dress bezeichneten Kleider gefielen mir. Das sind eigentlich Trägerkleider, aber bei manchen Schnitten ist die Grenze zwischen Träger und Latz nicht ganz klar, zumal wenn vorne und hinten ein Latz sind.

Zum Ausprobieren lagen noch Stoffreste von 2 Hosen herum. Der Cord stammt aus dem Winterverkauf im Karstadt, war günstig und ich hatte für die Marlenehosen reichlich mitgebracht. Den Latzrock, den Sujuti für ihre Tochter genäht hat, fand ich auch für meine Tochter prima, meine Tochter auch. Der Rest vom blauen Cord ihrer weiten Hose passte gerade für den Rock, das Futter ist allerdings aus Futtertaft, ein anderes Überbleibsel und den Träger habe ich an einer Seite gestückelt. Der Rock wurde letzten Freitag an einem Abend im Nähtreff nahezu fertig. D-Ringe und Knöpfe sind alt, alles ist grün abgesteppt, was man auf dem Foto nicht gut sieht.


Und weil es so schön war und ich regelrecht Lust bekam, mir auch ein ähnliches Teil zu nähen und, weil außerdem brauner Cord von meiner Hose übrig war, habe ich mich entschieden, den etwas erwachseneren Burdaschnitt 109 aus 8/2018 zu nähen. Dort als Westenkleid bezeichnet. Vorne breite, westenartige Träger, hinten ein normales ärmelloses Kleid.


Das Bebügeln der Faketaschen hätte ich mir sparen können, letztendlich war es nicht mehr machbar, dort durch 7 Lagen Cord zu steppen (einschließlich 2 Lagen Vlieseline), aber ich habe das Innenfutter am doppelten Beleg mit der Hand angenäht. Da ich noch einen (sehr langen) Reißverschluss aus dem Annette Görtz Stoffverkauf hatte, habe ich den auf der Rückseite montiert statt eines 60 cm Reißers. Der Brustpunkt ist minimal versetzt, ich hätte den Brustabnäher verkleinern können, auf der Rückseite habe ich mindestens 3 cm an jeder Seite heraus genommen, Größe 42 fällt bei diesem Schnitt riesig aus. Die Maße des Schnittmusters stimmen an der Taille auch in keinster Weise mit den Tabellenmaßen überein. Sowas messe ich vorher routinemäßig ab.


Das Kleid wurde bereits getragen und gefällt mir gut, ein Rockfutter wäre hilfreich gewesen, denn Cord klebt ziemlich an der Strumpfhose. Aber vom braunen Futter war alles restlos aufgebraucht. Nun ja … ich bin dennoch zufrieden. Außerdem etliche Reststoffe weniger im Schrank, die sehr sinnvoll verwendet wurden. Der Rock findet sicher nächsten Herbst weitere Einsatzmöglichkeiten. Und zum Glück ist es ja derzeit noch so frisch, dass man getrost Cord tragen kann.

Viele Grüße, Anja


Kommentare:

  1. Klasse ist es geworden! Damit solltest Du in Serie gehen, zumindest eine zweite Version nähen. Der Schnitt steht auch schon länger auf meiner Wunschliste! Danke für den Hinweis, dass er groß aufällt und man ihn auf alle Fälle ausmessen sollte. LG Manuela

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  2. Total schick, Dein Cordkleid! Und zur jetzigen Witterung paßt es doch perfekt. Ja, Cord ohne Unterrock an Strumpfhosen, das ist immer blöd. Vielleicht könntest Du ein Unterkleid darunter ziehen?Das Latzkleid für Deine Tochter ist auch sehr schön geworden, hoffentlich trägt sie es oft!
    Liebe Grüße, Barbara

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  3. Was ein cooler Schnitt! Der V-Latz gefällt mir richtig gut und der grobe Reißverschluss im Rücken auch! :)
    Liebe Grüße
    Katharina

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