Vor etwas mehr als 2 Jahren habe ich das Karijini Dress genäht, der Schnitt hat mich begeistert, das Nähen hat Spaß gemacht, der Stoff ist toll - aber leider ziehe ich es viel zu selten an.
Teils liegt das daran, weil der Baumwoll Waxprint nicht dünn ist und das Kleid oben gedoppelt ist. Ich finde es auch vorne recht kurz, aber all das erklärt nicht, dass es dauernd im Schrank hängt. Es gefällt mir immer noch sehr. Vielleicht sind es die auffallenden Farben, die es nicht bürotauglich machen? Und für das Wochenende zum Rumhängen, Wandern usw. ist es dann wieder zu gut.
Aber: ich hatte es kürzlich zu einem Stadtspaziergang in Wiesbaden an und bin von mehreren Seiten für das tolle Outfit gelobt worden. Eine Nähfreundin hat auch trotz des wilden Farbschemas das Potential des Schnittes erkannt - dieser zeigt sich noch mehr, wenn es in einem uni Stoff genäht wird.
In der Woche drauf habe ich das Schnittmuster heraus gekramt. Den Schnitt etwas mühselig vorne um weitere 8 - 10 cm verlängert, hinten wollte ich nicht verlängern, aber aufgrund der speziellen Konstruktion fehlte mir die Idee, wie ich das umsetzen sollte. Also habe ich erstmal alles verlängert und wollte dann hinterher schauen, ob ich auf der Rückseite noch kürzen kann.
Als Stoff kam ein wunderbarer Stoff aus dem Max Mara Outlet in Triest in Betracht: blaugrün, eine grandiose Farbe, ich habe den Stoff nur wegen dieser Farbe mitgenommen. 2,60 m einer Mischung mit 25 % Seide und 75 Polyester. Haptisch ist es wie die 100 % Seide von diesem Kleid, er verhielt sich auch beim Zuschnitt ähnlich (wie dünnes Papier), er hat Stand (vielleicht nicht die beste Wahl für das Kleid, aber das kam mir erst hinterher), die Nadel hinterließ feine Löcher, an den Rändern franste er superfein aus. Eine Diva.
Ich habe zugeschnitten und mich wieder durch die komplexe, aber verständliche Anleitung gearbeitet, aufgrund der Hitze draußen und drinnen hatte ich manchmal ein Fragezeichen im Kopf, aber zum Glück konnte ich immer an dem bereits fertigen Kleid schauen und so erschloss sich alles nach und nach. An einigen Stellen französische Nähte, aber nicht überall, dass der Stoff so franst habe ich erst gegen Ende bemerkt. Ein paar Kappnähte, die so in der Anleitung vorgesehen sind. Abnäher, Ecken, Umschläge, Falten - und fertig!
Getragen habe ich das Kleid erstmals bei dem wunderbaren Montags-Nähdelstreffen in Münster, es war frischer als ich dachte, so dass ich indoor im Wesentlichen meinen Organza Soprabito über dem Kleid anhatte. Den hatte ich an allen 3 Tagen und auf der Bahnfahrt über der jeweiligen Kleidung, insofern funktional und zu allem passend.Für das Foto im Foyer des LWL-Museum, wo die Anderen kurz die Toilette besuchten und ich die Ablage eines Desinfektionsspenders für mein Selfie nutzte, habe ich die Jacke ausgezogen.
Das Kleid trägt sich prima, macht alle Bewegungen mit, eignet sich für Tag und Abend (dafür hatte ich es ursprünglich mitgenommen, aber vor dem Abendtreffen haben wir eine Radtour gemacht und das werde ich dem Stoff erst hier zu Hause zumuten, weniger Radtour, als kurze Fahrradfahrt irgendwohin).
Bevor ich es morgen erneut zum Arbeiten anziehe, muss ich es bügeln, Tragen und Transport haben reichlich Knitterfalten erzeugt, die sich nicht aushängen lassen. Ich ergänze dann auch die Aufnahme von der Rückseite. Als ich das Foto im Museum machen wollte, kamen die beiden Begleiterinnen schon von der Toilette zurück.
Auf der Rückseite ist der hintere Zipfel besonders markant. Die Doppelung ist ganz schlicht im Oberteil mit 2 Abnähern.
Zusammenfassung:
Schwierigkeitsgrad: für Fortgeschrittene, der Schnitt ist nicht ohne, er funktioniert nur, wenn man sich genau daran hält, Abwandlungen sind nicht so einfach zu konstruieren, das Nähen mit feinem Stoff kriegt meine Maschine dank Geradstichplatte und Mikrotexnadel gut hin.
Zeitaufwand: eine Woche jeden Abend, mehrere Stunden, also eine Menge, obwohl ich den Schnitt schon kopiert und ausgeschnitten hatte.
Kosten: der Coupon kostete 33 Euro, Garn aus dem Bestand
Sommerliche Grüße
Anja






Der Hut sieht ja fast aus wie mein heißgeliebter japanischer. Der hätte mich jetzt fast vom Kleid abgelenkt. Aber nur fast. Denn der Schnitt ist auch in Uni toll. Ich bin nochmal zurückgegangen in der Zeit und habe mir deine erste Version des Schnittes angesehen, und irgendwie gefällt mir fast das gemusterte besser. Liegt vermutlich hauptsächlich an den Farben. Dabei kannst du dieses Türkis wirklich gut tragen. Ich bin und bleibe ein Rottöne-Mädchen ;-) Den Schnitt finde ich allerdings wirklich sehr toll. Wenn ich nicht befürchten würde, dass das Kleid mit großer Oberweite längst nicht so gut aussehen wird, würde ich den Schnitt glatt auch haben wollen. So bewundere ich das Kleid lieber an dir.
AntwortenLöschenUnd apropos Münster: Es gibt nun einen Direktzug Graz Münster, der auch Frankfurt Flughafen anfährt. In dem saß ich sogar auf meiner Reise, bin allerdings bereits in Köln ausgestiegen. Falls du also mal Lust auf Graz hast...
Liebe Grüße heike
Als ich am Freitag losgefahren bin, sah ich an einem Gleis Graz angeschlagen, war sehr überrascht. Danke für deinen Kommentar, lG Anja
LöschenUnd interessehalber wollte ich wissen, wie lange der Zug bis Graz braucht, wäre ein schöner Nightjet, tagsüber 9 Stunden nein danke...
LöschenDas Kleid sieht sehr edel aus, der Organza Soprabito passt perfekt dazu. Ich hätte allerdings nicht gedacht, das Organza wärmt. Aber bei der Hitze der letzten Tage, fühlt man die kleinsten Temperaturunterschiede. Dein erstes Kleid gefällt mir auch, so bunt ist der Stoff gar nicht. Aber auch mir wäre es zu kurz.
AntwortenLöschenLG Gabi
Es ist beim ersten Kleid auch die Doppelung oben, die ich als zu warm zusammen mit der Kürze und der Ärmellosigkeit erlebe, die Farbe ist toll. Organza hält ein bisschen Kühle ab, vielleicht auch Wind, doch, auch auf der Bahnfahrt habe ich das gemerkt, denn ich hatte sonst nichts dabei, lg Anja
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