Mittwoch, 18. Januar 2017

Me made Mittwoch - Burda Minikleid und Stadtmantel

Ich habe diesen Winter dieses Kleid noch ein zweites Mal aus einem Strickstoff genäht, den ich in der relativ schlecht bestückten und damit uninteressanten Alfatex Filiale in Weiterstadt bei Darmstadt gefunden habe. Das Kleid fällt völlig anders als Nummer 1 aus Sweatshirtstoff, vor allem fehlt der interessante Fall des großen Kragens (wenn dieser noch ein bisschen länger wäre, leider ist er es nicht, könnte ich ihn als Kapuze überstülpen, damit wäre er wieder etwas interessanter). Der Strick ist auch nicht ganz so warm wie der Sweat, insofern ist das Kleid nur bedingt einsatzfähig bei diesen eisigen Temperaturen. Ich trage meine Skiunterwäsche drunter und an den Beinen bewege ich mich ja draußen.




Erst am Wochenende fertig geworden und bei Temperaturen um den Gefrierpunkt auch nur bedingt geeignet, ist der Stadtmantel von Crafteln / Stokx.  Dicke Pullover passen leider nicht drunter, aber das war mir vor dem Nähen klar. Den Walk, die Druckknöpfe und den Besatz- / Futterstoff habe ich kurz nach Neujahr bei meinem ersten Besuch auf dem Maybachufermarkt gekauft. So richtig viele tolle UND günstige Stoffe habe ich dort auch nicht gesichtet. Vielleicht war der Termin auch einfach blöd. Aber ich war richtig lange nicht mehr in Berlin und finde, dass die Stadt sich in den letzten 10 Jahren nochmal immens verändert hat. Den Originalmantel von Stokx habe ich mir auf der weiteren Durchreise auch noch angeschaut und mir dann den Schnitt bestellt.

Das Zusammenkleben war o.k., würde ich im Zweifel nicht nochmal machen, sondern plotten lassen. Zugeschnitten war der Stoff schnell, beim Nähen taten sich beim Annähen des Belegs Schwierigkeiten auf. Ich habe 1 - 1,5 Stunden über der Anleitung und den Fotos gebrütet (ähnlich ging es mir beim Castelbajac Kleid) bis ich irgendwann meinen Verstand eingesetzt habe und die Anleitung ignoriert habe. Ab da war das Weiternähen kein Problem mehr und die Anleitung auch verständlich. Allerdings fehlte mir die Lust und ich wollte endlich fertig werden. Das Einnähen der Futterärmel war etwas fummelig, da fällt mir Handnähen leichter. Ich habe die Taschen gleich vergrößert, weil ich immer viel hinein packe. Leider waren sie dann so groß, dass sie mit dem Beleg kollidierten. Und was mir zu spät aufgefallen ist, ist die fehlende Symmetrie auf der Vorderseite. Ich hätte hier lieber ein Vorderseitenteil um einen Knopfleistenstreifen verbreitert. Nachträglich habe ich den Mantel um gute 6 cm gekürzt. Er war mir zu lang. Auf den Fotos sieht die Vorderseite ungleich aus, hmm, schaue ich mir nochmal an, aber vermutlich müsste ich dann die Druckknöpfe auf einer Seite neu annähen. Die Taschen hätten auch ordentlicher aufgenäht werden können. Ob das überhaupt im normalen Leben auffällt?


Die großen und - wie ich finde - schönen Druckknöpfe kosteten auf dem Maybachufermarkt nur 50 Cent. Sie halten viel besser als andere von Prym, die ich hier im Kurzwarenladen viel teurer gekauft habe. Sie sind deswegen so nah an der Kante angenäht, weil sonst die vergrößerten Taschen verdeckt worden wären.



Ich verblogge beide Teile beim Me made Mittwoch und schaue mir auch heute Abend an, was sonst in diesen winterlichen Tagen getragen wird.

Viele Grüße, Anja

Mittwoch, 16. November 2016

Islandstrickfieber Teil 3: Keðja

Hier auf S. 3 kann man das Originalmodell von Istex, dem isländischer Wollhersteller anschauen. Weil ich von meiner eigentlichen Kombiwolle nicht mehr genug gehabt hätte (da ich ein Knäuel bei Balahvit verwendet habe), habe ich das Muster zweifarbig gestrickt. In dem Heft auf S. 17 ist ein anderer Pulli, der noch mehr Farben enthält. Eigentlich wollte ich ihn auch länger machen, so ganz lang wie im Lopi Heft, aber dafür gab es schon im Laden in Borgarnes nicht genug Wolle in Eisblau. Insgesamt ist dieser Pullover nach dem Nassmachen noch mehr in die Länge und Weite gegangen als Balahvit. Nun bereue ich fast, dass ich zu denen gehöre, die noch nie eine Maschenprobe gemacht haben, geschweige denn diese gewaschen haben. Das war in den 70er und am Anfang der 80er Jahren, als ich angefangen habe zu stricken und viel gestrickt habe, auch nicht nötig, weil alle Pullover weit und groß werden sollten.

Im Gegensatz zu den anderen Islandpullovern ist bei Keðja der Hals hinten etwas höher, sehr angenehm. Die Bündchen sind kraus gestrickt und weil mir der Halsausschnitt, der so weit sein sollte, zu weit war und mir am Hals kalt wurde, habe ich aus den allerletzten Resten noch einen Rollkragen angestrickt. Also: die unteren beiden Fotos sind aktuell. Jetzt passt alles. Und kratzen tut auch nichts. Um das zweifarbige Stricken und eine mögliche Technik habe ich mir noch nie Gedanken gemacht, ich wechsele einfach mit den Farben hin und her und verdrehe die Fäden nur bei sehr langen Abschnitten, was in diesen Mustern nicht der Fall ist.

Gerne trage ich zu Keðja meinen Partyrock, den ich extra dafür genäht habe, aber mit Hose ist er auch prima. Das Wetter hier in der Mitte Deutschlands ist grisselig, daher ist die Fotoqualität na ja. Draußen ist es zum Glück nicht mehr ganz so kalt wie in den letzten Tagen.



Verlinkt beim Me Made Mittwoch. Dort zeigt Himmel und Zwirn ein genial geändertes Kleid.

LG Anja

Mittwoch, 9. November 2016

Getupfter Sommerpartyrock im Herbst

Ich habe ja versprochen dieses Outfit auch angezogen zu zeigen. Voila:




Leider sind bei diesem Nieselwetter keine guten Innenaufnahmen möglich und draußen mochte ich meinen Mantel nicht ausziehen. Den Partyrock habe ich schon für den nächsten Sommer genäht (dünne Baumwolle; im Rahmen des Partyrock Sew Alongs), in einer langen Version würde er sich wunderbar als Flamencorock eignen, leider tanzt hier niemand mehr Flamenco. Durch das breite Schrägband am Saum hat der Rock etwas Stand. Ich mag ihn sehr gerne und warum soll man im Winter nur Cord, Samt, Wolle, Sweat, Fleece tragen?

In einigen Gegenden Deutschlands liegt schon Schnee wie man beim Me Made Mittwoch sehen kann. Der wäre mir auch lieber als dieses graue Sprühregenwetter.

Auf bald, Anja

Mittwoch, 2. November 2016

Me Made Mittwoch - Burda "Minikleid"

Bereits letzten Herbst hatte ich vor, ein gemütliches Winter Sweatkleid zu nähen, habe aber nicht den richtigen Stoff in vor allem der richtigen Farbe gefunden (zu einem erträglichen Preis, also max. 10 Euro den Meter). Geplant war ein Kleid aus der Ottobre, das mir dort gut gefiel, ich aber nur einmal im Netz gefunden habe und mir dann überhaupt nicht mehr gefiel. Leider erinnere ich mich nicht mehr an den Namen und den kopierten Schnitt habe ich schon weg geschmissen.

Dann begegnete mir in der Burda dieses Kleid (leider weiß ich auch nicht, welche Ausgabe es ist, da ich mir die Zeitschrift aus der Bibliothek mitbringe und kopiere, was ich nähen möchte, was insgesamt auch eher selten der Fall ist). Dieses Kleid hatte Potential für ein Sweatkleid, sah nicht so bullig aus, trotzdem gemütlich und mit dem Kragen ein bisschen speziell. Ich erinnere mich, dass es auch ein Schnittteil für eine Kapuze gab, m. E. kann man den Kragen auch andersrum an das Kleid nähen (probiere ich vielleicht nächsten Winter nochmal). Den Reißverschluss habe ich weggelassen, da ich dehnbaren Stoff verwendet habe, die Nahttaschen könnten größer sein (wie immer bei Burda), ansonsten die Größe 42 genäht und oben 5 cm verlängert, da ich groß bin. Unten habe ich auch 5 cm dran gemacht, aber später wieder abgeschnitten, das Minikleid ist nicht so mini wie das Castelbajac Kleid.



Die Fotos sind vom Ausflug in den Taunus, in den ich gestern extra das Tablet mitgenommen habe. In Frankfurt war ein strahlend blauer Himmel, in Oberursel nur noch Nebel, aber ich musste den Hund auspowern, weil ich nachmittags einen Termin hatte.






Den Outdoor Pullover habe ich vor ca. 2 - 3 Jahren aus Drops Andes flott gestrickt und bisher nicht gezeigt (das Muster ist von der Drops Seite, ich finde es aber auf die Schnelle nicht, der  Pulli pillt leider sehr, Andes würde ich nicht nochmal kaufen). Ach ja, und die Ärmel vom Burdakleid habe ich versäumt zu verlängern (ich habe auch überlange Arme), deshalb habe ich mir zusätzliche Stulpen genäht, ich möchte im Winter lange Ärmel haben.

Was sonst noch heute angezogen wird, seht ihr hier.

Viele Grüße

Anja

Dienstag, 1. November 2016

Partyrock Sew Along Teil 4 - Finale

Meine Partyröcke sind seit knapp einer Woche fertig, der eine ist auch bereits mehrfach draußen getragen, der andere gepunktete ist eigentlich ein Sommerrock, da die Baumwolle sehr dünn ist, ich habe ihn hier nur fürs Foto mit einer möglichen Winterausrüstung drapiert. Bei der Wahl des passenden Schrägbandes hat mir meine Tochter geholfen, ich konnte mich nicht hinsichtlich einer Farbe entscheiden, fand die gekaufte Farbe auch nur so lala, aber zuhause stellte ich erstmal fest, dass ich genau passende Schuhe dazu habe (vor vielen Jahren mal sehr günstig im Supersale bei Lands' End gekauft und wegen der Farbe selten getragen, daher noch gut in Schuss) und auch noch einen Pullover (auch von Lands' End, früher oft, in den letzten Jahren seltener getragen).




Der Winter-Partyrock, also der, den ich eigentlich jetzt auch anziehen möchte, wird nun bevorzugt mit den beiden Islandpullovern Balahvit bzw. Keðja (der frisch fertig ist und zu dem ich irgendwann noch was schreibe, habe ihn erstmal nur für das Foto angezogen) kombiniert werden. Denn für den Stoff habe ich sogar ein Wollknäuel mit auf den Stoffmarkt geschleppt, um den passenden Grauton zu finden. Ich mag weite Röcke viel lieber zu weiten Pullovern (und Hosen trage ich sowieso selten). Wobei in diesem Fall das besondere Faltendetail des Partyrocks unter den Pullovern verschwindet. Ich habe auch schon eine Bluse zur Probe angezogen, aber einerseits ist mir das im Winter zu kalt und andererseits hat das gleich sowas Spießiges und Ordentliches und erinnert mich an Business Outfits. Das brauche ich nicht mehr für meinen Alltag.




Für den Partyrock habe ich Samstag auf dem Rückweg vom Wald auch schon ein Kompliment bekommen, allerdings von einem Obdachlosen, der mir zuhause an der Ampel entgegen kam, wie soll ich das werten?

Meike fragt nach unserem Fazit zum Sew Along: jetzt weiß ich, dass man nahtverdeckte Reißverschlüsse auch ohne entsprechendes Füßchen einnähen kann, vor dem Sew Along hätte ich eine andere Größe gewählt, diese Größe ist besser als die, die sich an der Taille orientiert, der Rock ist perfekt zum Wandern und Rad fahren, aber auch - anders gestylt - für Party und Business, beide Stoffe sind o.k., grundsätzlich glaube ich, dass unifarbene besser geeignet sind, weil die Falten dann zum Zug kommen und aus demselben Grund ist es auch besser, nicht so lange Oberteile drüber zu ziehen. Wenn ich die Pullover nochmal stricken würde, würde ich sie kürzer machen. Als Material eignet sich für den Rock m. E. fast alles, solange es nicht arg dehnbar ist. Ich habe jetzt erstmal genug Partyröcke und konzentriere mich auf kuschelige Winterkleider.

Alle anderen Partyrock Finalistinnen findet ihr hier. Danke für den Sew Along, ich fand ihn prima.

Viele Grüße

Anja

Donnerstag, 27. Oktober 2016

Partyrock Sew Along Teil 3

Fertig. Beide Partyröcke sind fertig.

Nachdem die Rockteile eine Woche herum lagen, war von den Markierungen mit Kreide nicht mehr viel zu sehen, aber oben und unten und der Knick am angeschnittenen Beleg reichten als Orientierung. Das Zusammennähen ging flott. Ich habe konventionelle Reißverschlüsse eingenäht, das nächste Mal probiere ich aus, nahtverdeckte Reißverschlüsse ohne entsprechendes Füßchen einzunähen, aber diesmal habe ich die genommen, die ich beschafft hatte. Beide Röcke passten nach dem Zusammennähen ohne weitere Änderungen und sitzen auch besser als mein erster Partyrock, von daher ist es sinnvoll, die Größe an der Hüftweite festzumachen und nicht an der Taille. Neu war für mich das Säumen mit Schrägband. Bei dem dünnen sommerlichen Baumwollstoff steht der Rock dadurch ein wenig ab, der Saum ist sehr fest geworden, aber das kann man als Designmerkmal gelten lassen. Ich bin jedenfalls sehr zufrieden und hoffe, bis zur nächsten Woche das Oberteil fertig zu haben, für das ich den Winter-Partrock extra genäht habe (also eigentlich habe ich ihn für zwei Oberteile genäht, die die gleiche Farbe enthalten, aber ich glaube, das Teil, was noch in der Mache ist, wird noch besser dazu aussehen als das andere Oberteil).


Die Teilnehmerinnen des Sew Alongs finden sich - wie jede Woche - bei Meike.

Viele Grüße, Anja

Mittwoch, 26. Oktober 2016

Islandstrickfieber Teil 2: Afmaeli

Meine Teenagertochter hat ihr erstes Strickstück überhaupt gestrickt. Als wir im Sommer in Borgarnes im Supermarkt (Netto) Wolle gekauft haben, hat die Tochter verkündet, sie will auch einen oder besser noch zwei Pullover stricken. O.k. - im Geiste sah ich mich bereits meine zwei und die zwei Pullover der Tochter stricken (was mir ehrlich gesagt auch ein bisschen viel war).

Aber sie hat fleißig gestrickt, sich im Muster nur einmal vertan und nur ein oder zwei Mal Maschen verloren (die sich bei lettlopi zum Glück nicht gleich aufribbeln). In der Schule haben die Mitschüler gestaunt und gefragt, Stricken bei Achtklässlern ist heutzutage seeeehr exotisch. Meist wurde es für Häkeln gehalten, das kennen viele immerhin aus dem Kindergarten (Fingerhäkeln). Zu meiner Zeit haben wir in der Grundschule Stricken gelernt und später im Unterricht unsere Pullover gestrickt, nun ja, das ist auch schon seeehr lange her.

Der Body wurde immer breiter, weil lockerer, der eine Ärmel ist sehr fest, der andere normal gestrickt, ab der Rundpasse lief alles prima und glatt. Durch das Anfeuchten und glatt legen entbeulte sich das Stück und verlor auch einiges seiner ursprünglichen Kratzigkeit. Zitat vorhin:"Er kratzt ja gar nicht mehr". Nun ja, ein bisschen wohl noch, aber jeder empfindet anders. Die Ärmel sind auch noch etwas feucht und ein Faden noch nicht vernäht.

Das Muster ist kostenlos von der Istex Homepage in Größe S mit Abwandlungen wegen zu lockerem bzw. zu festem Stricken.

Der Pullover ist zwar nicht me made bei mir, aber selfmade bei meiner Tochter (ein Damenmodell in einer Damengröße)  und da auch Fröbelina heute ihren Islandpullover vorstellt, reihen wir uns beim Me Made Mittwoch ein - ohne mich nochmal mit den Bedingungen zu beschäftigen, ab welchem Alter oder welcher Größe man hier etwas vorstellen darf, ich hoffe mal, dass es o.k. ist.


LG Anja