Samstag, 22. Juli 2023

Tartan-Denim-Mix - Rock aus Resten

 

Ich bin mit meinen Aufzeichnungen der Behind the Seams - Jahrzehnte fast durch und hatte zwischendurch schon Lust, den "Block", also den Grundschnitt auf mich anzupassen, hier ist er, auf festem Tonpapier, damit er nicht gleich wieder zerfällt und ich mit den Abnähern besser herumspielen kann:

Meine Intention ist ja ständig, Stoffreste zu verwerten. Ein Streifen Karo, sehr feste Baumwolle, winterlich, war einmal ein nie getragener Rock, oben eingekräuselt, unmöglich an meinem Bauch und außerdem zu schmal an den Beinen, wurde nie verbloggt, deswegen kein Foto. Unten hatte ich damals schon mit Schrägband gearbeitet, weil ein bisschen zu mini. Dann gab es schwarze Denimreste, unterschiedlich lang und breit, Seitenteile des Zuschnitts dieser Jacke. In meiner Zubehörschublade sind mittlerweile viele Knöpfe und Reißverschlüsse, auch ein paar Bänderreste. Kurzzeitig habe ich noch mit einem partiell aufgenähten Ledergürtel (ja, schwarze Lederreste und eine kleine Schnalle habe ich auch noch) geliebäugelt, aber weniger ist manchmal mehr. Hier der endgültige Entwurf in etwas dilettantischer Ausführung, aber erkennbar:


Aus den Rockvorder- und -hinterteilen habe ich den Abnäher in eine A-Linie transformiert (später habe ich die Hüften noch schräger abgenäht), entsprechend meiner maximalen Stoffbreiten ergab sich ein in Falten gelegtes größeres Karoteil und ein schmales Denimteil. Dazwischen der rote "Sportreißverschluss vorne als Verschluss.

Hier Falten und Reißverschluss im Detail, oberhalb des Karos habe ich später noch einen Denimbund angenäht, damit der Rock nicht supermini wird - und zwar soviel wie der Denim an der Seite noch hergab.

Die Innenseite habe ich mit einem Nahtband bedeckt, denn der Denimbund ist ziemlich schmal geworden und ich hätte ihn nicht mehr einklappen können. Gefüttert ist der Rock nicht. Passendes Futter hätte ich sogar gehabt, aber ich wollte ja erstmal die kleinen Reste verwerten.


Hier der fertige Rock auf dem Kleiderbügel bzw. in einer Full-Karo-Version mit älterer von meiner Mutter genähter Dupionseidenbluse und dem Wollstoff-Reste-Slipover darüber, ich habe dieses Mal auch an Aufhänger für den Bügel gedacht:



Da es dies Wochenende nicht ganz so heiß ist, habe ich das Outfit auch kurz zum Fotografieren angezogen, im Winter dann mit schwarzer Strumpfhose und Stiefeln, ich glaube, das ist tragbar. Ach ja, den Slipover habe ich nochmal ein wenig überarbeitet und in Form gebracht, den kleinen "Tuck" oben bedeckt ein uralter Knopf von meiner Mutter.



Zeitaufwand: alles in allem etwa ein halber Tag, die meiste Zeit brauchte ich, um festzulegen, wie ich die Optik mache: Knöpfe, Schnalle, Reißverschluss ....

Kosten: keine, alles aus dem Bestand, der Reißverschluss wurde allerdings erst kürzlich in der Karstadt Insolvenz reduziert gekauft, ca. 1 Euro

Schwierigkeit: sehr einfach

Der Winter kann kommen ... ich bin vorbereitet. Viele Grüße, Anja


Donnerstag, 13. Juli 2023

20th Century Fashion mit Schnittmustererstellung

Beim Brunch während der Nähdelsreise nach Stuttgart hat Muriel mich darauf gebracht (danke nochmal dafür): Alice&Co Patterns haben eine Reihe, in der die Mode des 20. Jahrhunderts vorgestellt wird, den Behind the Seams Club, Muriel glaubte, dass mich das interessieren könnte und ja, sie hatte Recht. Letzten Montag habe ich mir die Folge zur Mode der 60er Jahre angeschaut, das ist bereits Session 10 (vor dem 20. Jahrhundert gab es auch noch die Jahrhunderte davor, die mich allerdings nicht so interessieren).

Alice, Modedesignerin, und ihre Tochter Lilia, die im Victoria und Albert Museum im Kostümbereich arbeitet, stellen einmal im Monat online ein Modejahrzehnt vor. Ich bin erst ziemlich spät eingestiegen, aber die Session hat mich so begeistert, dass ich mir nachträglich die anderen Sequenzen "gekauft" habe, um mir die Aufzeichnungen der 20er - 50er Jahre in Ruhe anzuschauen. Und dann freue ich mich schon auf die Zeit der 70er, 80er und 90er Jahre, die ich viel bewusster mit erlebt habe. 

Der "Kurs" dauert knapp 2 Stunden und ist in 3 Teile unterteilt: als erstes wurden die typischen Merkmale der Mode der 60er Jahre vorgestellt, Minirock, A-Linie, Cut-Outs, PVC-Stoffe usw., es wurden  verschiedene Designer vorgestellt, die in der Zeit populär geworden sind, auch Modeikonen, Materialien, typische Schnitte (aus dem englischsprachigen Raum). Ich erinnere mich noch an diese Zeit aus meiner Kindheit (mein roter Plastikregenmantel mit Hut, ein Karominirock, die Kleidung, die die Barbiepuppen, mit denen ich spielte, getragen haben), allerdings habe ich das Gefühl, dass manche Trends erst Ende der 60er Jahre, vielleicht sogar erst Anfang der 70er Jahre Deutschland erreichten. Abschließend gab es auch einen Ausblick auf Elemente der 60er Jahre, die in neueren Kollektionen auf dem Laufsteg gezeigt werden. Seit der Jahrtausendwende gibt es m.E. ja nicht mehr arg viel Neues, sondern immer wieder Elemente der früheren Jahrzehnte unterschiedlich miteinander kombiniert, anderer Mustermix, für die Jugend ist das aber alles irgendwie neu und die 90er Jahre Mode kann man inzwischen in Vintageläden in Frankfurt kaufen.

Hier Screenshots aus dieser Sequenz (mit Erlaubnis), damit ihr einen Eindruck bekommt, es war informativ, aber nicht überladen:



Im zweiten Teil zeigten Alice und Lilian eigene Stücke, die sie anhand der Mode der 60er Jahre gefertigt haben, einige der Teilnehmerinnen des Online Kurses hatten auch Kleider aus der Mary Quant Ausstellung, die vor ein paar Jahren in London zu sehen war, genäht. Man konnte und kann sich immer noch Schnitte irgendwo auf der Website herunterladen. Zwischendurch waren jederzeit Kommentare und Fragen möglich. Aber eigentlich wurde alles gesagt, Mutter und Tochter ergänzten sich bestens.

Teil 3 war dann für mich wieder ein Highlight: ich merke einfach, dass ich Schnittkonstruktion und das Verständnis, wie Schnittmuster funktionieren und das Einbringen der eigenen Kreativität zum Abwandeln derselben, viel interessanter finde als das manchmal fummelige und ordentliche Nähen und Erstellen eines handwerklich perfekten Kleidungsstückes. Ich verliere leider auch schnell die Lust, Auftrennen ist mir verhasst, ich gebe mich oft mit einem Zustand zufrieden, den andere suboptimal finden. Solange man die Unregelmäßigkeiten nicht sieht, sind sie mir ziemlich egal.

Zu einer Session erhält man einen "Miniblock", mit dem ein fiktiver Grundschnitt abgewandelt werden kann. Bei dem gesamten 20th Century Bundle ist ein richtiger Schnitt in Körpergröße dabei. Den werde ich noch mit meinem Grundschnitt aus der Anfangszeit meines Nähens abgleichen. Es ist ein anderes Schnittmustererstellungssystem verwendet worden als Hofenbitzer aus meinem VHS Kurs damals, bei Alice&Co ist im Rücken ein Abnäher vorgesehen, bei mir ist die hintere Mitte eingestellt, aber auch das kann man leicht miteinander vergleichen. Am Bildschirm wird dann sehr anschaulich gezeigt, was ich tun muss, um die Abnäher zu verschieben, so wie ich es vor Jahren mit Schere und Klebeband gemacht habe. Es wird mit einfachen Worten erklärt, wie man den Schnitt mit Hilfe von Einschnitten und Zusammenkleben verändern kann. Das war ein toller Fresh-Up, denn in meinen beiden Wochenendkursen haben wir uns primär mit Grundschnitterstellung beschäftigt und die Varianten nur kurz gestreift. Ich habe zwar auch Bücher zu dem Thema, aber ich finde das Lesen von Büchern doch umständlicher als das Anschauen eines Kurses. Ich glaube auch, dass es für jemanden, der sich noch nicht mit Schnittkonstruktion beschäftigt hat, verständlich ist. Das Video von Alice&Co kann ich mir immer wieder anschauen, außerdem gibt es ein hinterher ein Dokument mit den Beispielen der Schnittveränderung. Dabei dienen Bilder von Original Schnittmustern der 60er Jahre als Grundlage.



Nach einem sehr heißen und anstrengenden Tag letzten Montag, hat mir der Kurs richtig Spaß gemacht. Wieviel Arbeit man sich hinterher noch macht, liegt an einem selbst. Ich bin jedenfalls im Moment wieder hochmotiviert, an Schnittmustern zu arbeiten. Dieser interessante Latzrock gefällt mir sehr und ist nicht schwer zu konstruieren. Ich staune auch immer wieder, wieviele sich ähnelnde Schnittmuster verkauft werden und wer die alle kauft. Es ist wirklich nicht schwer, selbst zu konstruieren. Allerdings sind die Sachen der 60er Jahre auch besonders einfach, Alice verwies auch darauf, dass Mary Quant eine geniale Geschäftfrau war, denn die damalige Mode war schnell zu nähen und verbrauchte wenig Stoff, dadurch steigt logischerweise die Gewinnspanne.

Auf bald, Anja



Mittwoch, 5. Juli 2023

Me made Mittwoch - Halla Coat aus "Breaking the Pattern" Named Clothing

Nun bin ich doch beim Me made Mittwoch. Obwohl das genähte Kleidungsstück zwar fertig ist, aber noch geändert werden muss. Es fehlt nicht mehr viel und natürlich mache ich es fertig, denn Ufos sind nicht meine Sache. Allerding steigen die Temperaturen wieder und die Jahreszeit, in der das genähte Kleidungsstück getragen werden kann/soll, ist noch weit entfernt. Wenn die Kisten mit den Wintersachen wieder ausgepackt werden, treffe ich eine endgültige Entscheidung, ob es geändert für mich tragbar ist oder nicht.

Der Mantel Halla, den ich mit viel Engagement und Elan in der letzten Woche zugeschnitten und genäht habe, passt nämlich nicht. Da ich bereits das Saraste Dress aus dem Buch der beiden Named Schwestern genäht habe, liegt es kaum an der Größe, denn das Kleid passt perfekt. Vermutlich fehlt an dem Mantel erhebliche Mehrweite oder mein Stoff ist zu dick und trägt die gesamte Mehrweite auf oder ich bin zu anspruchsvoll geworden, was die Passform/Bequemlichkeit eines Mantels betrifft. Mir fällt gerade ein, dass ich schon einmal einen Mantel mit dem gleichen Problem genäht habe (Stokx Stadtmantel). Das Hauptproblem, ich nenne es schon mal vorab, sind die Ärmel. Dass sie zu kurz sind, ist eine Sache, das kann ich noch ändern, indem ich Futterstoff innen ansetze. Aber sie sind mir auch zu eng. Jedenfalls werde ich keine gestrickten Wollpullover darunter anziehen können, das ist klar. Ich finde nicht, dass ich besonders dicke Oberarme habe, es muss also an meiner Einstellung zum Ärmel oder am Schnitt liegen.


Begonnen hat das ungewöhnliche Sommerprojekt damit, dass das Buch "Breaking the Pattern" in deutscher Übersetzung in der Bibliothek für mich bereit lag. Bestellt hatte ich es aus einem anderem Grund, der sich zwischenzeitlich erledigt hatte. Am vorletzten Tag der Karstadt Auflösung Ende Juni (bis dahin bin ich stark geblieben und habe nur platzsparende Knöpfe, Garn und Reißverschlüsse gekauft) waren die noch verbliebenen Stoffe um 90 % reduziert. Verblieben waren insbesondere Winter- und Karnevalsstoffe sowie reichlich Venezia Futter in allen möglichen Farben. Bei den Preisen und den Stoffen, die da noch lagen, konnte ich nicht Nein sagen und bin mit 13 m Stoff nach Hause marschiert (davon 6 m Futter, das zählt vielleicht nicht so ganz).

U.a. lagen auf 2 Rollen 2 unterschiedlich gefärbte Fake Fur in, ich nenne es mal, Nerzoptik, die waren bereits mehrfach reduziert, leider war von jedem Stoff nur noch ca. 1 m da, auch etwas schief geschnitten, also im Bruch nicht mal 1 m. Aber zusammen kann man daraus etwas nähen. Von dem Mantel Halla aus dem Named Buch gibt es etliche Bilder, auf denen Kragen und falsches Revers in Kontrastfarbe genäht sind. Passendes Futter hatte ich im Mai bei Annette Görtz gekauft.

Somit hatte ich eine Inspiration, habe den Schnitt und die Anleitung kopiert und geschaut, wie ich mit dem Stoff hinkomme. Vorder- und Rückenteil, Tasche (verkleinert und ohne Klappe) und die oberen Besätze sind aus Stoff Nr. 1, Ärmel, Belege, Gürtel und Gürtelschlaufen aus Stoff Nr. 2 - und damit war alles restlos aufgebraucht. Ich habe den Mantel um ca. 13 cm gekürzt und ich konnte die Ärmel nicht verlängern. Damit bin ich hinsichtlich der Ärmel ein Risiko eingegangen. Aber irgendwie dachte ich, es ist vielleicht nicht so schlimm.

Ich habe dann zugeschnitten und eigentlich war der Plan, die Teile im Herbst zu einer Nähreise mitzunehmen. Das Wiegen ergab fast 1,7 kg Stoff. Da ich zu der Nähreise mit Flugzeug und 8 kg Handgepäck reise, keine so gute Idee. Da schon alles zugeschnitten war, es letzte Woche und vor allem am Wochenende nicht so heiß war, habe ich immer mal wieder genäht. Mit den Details (geflochtener Aufhänger, Etikett, kleines Herz an der Tasche) machte ich mir ein bisschen Mühe. Dafür habe ich auf Schulterpolster und Ärmelfische verzichtet. Einige Handnähte habe ich durch Maschinennähte ersetzt.



Bis zum Ansetzen der Frontbelege an den Mantel passte auch alles prima, sogar das Einsetzen der Ärmel verlief reibungslos. Mir ist dann die aufgebügelte Einlage förmlich "abgefallen", vermutlich ist sie "überlagert". Dann stimmte irgendwas mit der Länge der Belege auf der einen Seite nicht. Da ich die Gürtelschlaufen (weil sie so massiv aussahen) aus der Seitennaht getrennt hatte, war wieder ein bisschen Stoff da (habe den aufgetrennt und zu einem Stoffstück zusammen genäht), um den Beleg unten anzugleichen.

Als nächstes ergab die Anprobe, dass die Ärmel massiv zu kurz sind, sie endeten gut 2 cm oberhalb des Handgelenks: weiter kürzen zu 3/4 Ärmeln ist bei einem Wintermantel keine Option. Was tun? Ich habe den Gürtel auf einer Länge von 2 x des Ärmelumfangs aufgetrennt und daraus Besätze genäht. Der Gürtel wurde somit zum Binden zu kurz, er bekam einen D-Ring aus dem Fundus zum Schließen.

Abschließend habe ich die Besätze unten an die Ärmel genäht und den Futtermantel an den Mantel genäht, über die Öffnung gewendet, die Ärmel ans Futter genäht. Und blöderweise habe ich das Futter nicht in der Länge angepasst, jetzt zieht das Futter den Ärmel in die Höhe und verkürzt ihn wieder. Wenn man genau schaut, sieht man das auf den Fotos unten. Futter ist noch reichlich da. Mittlerweile sind die Ärmel vom Futterärmel getrennt. Das sieht dann so aus:

Meine Lust weiterzumachen, ist im Moment gering. Es wird auch wieder wärmer. Und - wie gesagt - der Ärmel ist mir vermutlich auch zu eng.

Für die Fotos (vor dem Auftrennen der Ärmelsäume) habe ich eine Jeans und eine langärmlige Bluse angezogen (mit Blusen geht es), vorne habe ich 2 dicke Druckknöpfe angenäht. Die Wendeöffnung ist noch offen, denn zur Verlängerung der Futterärmel und zum Zusammennähen brauche ich die noch. Vielleicht nimmt auch meine Tochter den Mantel, er könnte ihr passen, ich habe das Gefühl, dass mir der ganze Mantel zu klein ist bzw. die Ärmelweite oben nicht meine Anforderungen an einen gemütlichen Wintermantel erfüllt. Ich trage lieber oversize. Aber die Haptik ist sensationell, so weich.



Schwierigkeitsgrad: machbar, die Anleitung ist gut verständlich, der Teil mit dem Futter etwas unklar, aber da habe ich mich an dem Video zum Mantel Tiffany orientiert. Das Nähen mit dem dicken Fake Fur war an manchen Stellen etwas fummelig, es hat zum Glück nicht so schlimm gefusselt wie ich befürchtet habe. Ich habe mich nicht akribisch an die Anleitung gehalten, das zumindest habe ich vom letzten Projekt, dem Calvari Dress, mitgenommen. Mein Fehler, dass ich vorher nicht ordentlich ausgemessen und angepasst habe.

Kosten: gering, 9 Euro Stoff aus der Karstadt Insolvenz und Futter vom Annette Görtz Outlet Sale, D-Ring, Druckknöpfe, Garn aus dem Bestand

Zeitaufwand: reichlich, ca. eine Woche immer mal wieder abends und am Wochenende mindestens 2 halbe Tage.

Der Mantel hat einen Bindegürtel, damit finde ich die Optik suboptimal, erinnert an einen Bademantel:


Was habe ich gelernt: immer, wirklich immer die Ärmel überprüfen und verlängern. Schnittmusterteile mit meinen Maßen abgleichen, wo es wie bei einem Mantel nicht geht, die Maße mit einem gut sitzenden fertigen Teil vergleichen. Bzw. wenigstens den Schnitt ausmessen, was ich diesmal nicht getan habe. Auch Blogbeiträge und Fotos des fertigen Mantels, sofern verfügbar, sind hilfreich, vorher und nicht hinterher recherchieren. Auf denen sieht man (übrigens sogar auf dem Originalfoto aus dem Buch, unten in der oberen Reihe links) zu kurze Ärmel, auf einigen Fotos blitzt der Pullover fast 4-5 cm heraus.

Im Herbst gehe ich den Mantel nochmal an, bis dahin habe ich sicher Muße, die Ärmel zu verlängern und kann gucken, welche Wintergarderobe darunter passt.

Wenn dann die Ärmel verlängert sind, wird er so aussehen:


 Verlinkt beim Me made Mittwoch und der einzige Wintermantel, den es heute dort zu sehen gibt, aber es gibt jemanden in einem winterlichen Kleid, allerdings von der Südhalbkugel:-).

Viele Grüße

Anja

Dienstag, 20. Juni 2023

Sofa Makeover (auf die Schnelle)

Vor Jahren stellte Julia von Piek&Fein ihr Schlafsofa Makeover vor. Ich habe auch vor knapp 27 Jahren ein identisches blaues Sofa gekauft. Das hat mich von München nach Frankfurt begleitet und ist auch dort noch einmal umgezogen. Zeitweise stand es etwas planlos im Kinderzimmer herum, als da kein Platz mehr war und ein Klavier einzog, stellte sich bereits die Frage, was damit tun: eine lose übergelegte Stoffbahn suggerierte zumindest Ähnlichkeit zu den anderen Möbeln im Wohnzimmer, aber immer wieder überlegte ich, ob das Sofa nun auf den Sperrmüll gehört. Gebraucht wurde es nur noch selten, aber es war einschließlich der Matratze noch in Ordnung. Ich weiß gar nicht, ob die nachträglich angeschaffte Armlehne noch im Keller ist (sie ist noch da, aber ich kann die Halterung nicht mehr finden).

Als die Tochter letzten Sommer mitsamt Klavier endgültig ausgezogen ist, wurde ein Zimmer frei. Das ehemalige Arbeitszimmer, das vor 20 Jahren zum Kinderzimmer wurde, wurde wieder ein Zimmer für die Erwachsenen (und die Hündin).

Das Sofa mitsamt aufgelegtem Stoff, der aber nicht die gesamte Breite überdeckte, rückte wieder unter das Hochbett. Der blaue Originalstoff war in desolatem Zustand und ich hatte immer im Hinterkopf, da mal was zu machen. Twill & Heftstich hat auch mal ein Sofa aufgehübscht, recht professionell, ich finde den Post gerade nicht. Die blauen Kissenbezüge verschossen auch immer mehr, unten ein Vergleich Innenseite Kissen und Außenseite. Aber die "große" Lösung war mir zu arbeitsaufwändig. So verging wieder fast ein Jahr.


Die Kissen waren bereits zerlegt, so dass ich keine "richtige" Aufnahme des vorherigen Zustandes habe. Meine Kissen sind aber breiter als Julias Kissen, da sie vermutlich gleich ihr Sofa mit Armlehnen gekauft hat. Der Vorteil des Multy ist, dass es ein sehr geradliniges Design hat, aber riesige Stoffmengen durch die Schlafkonstruktion bewegt werden müssten. Es hätte mich auch Einiges an Handnäherei erwartet.

Da ich wusste, dass es auf dem Stoffmarkt einen Holländer gibt, der wirklich schöne und 3 m breite Dekorationsstoffe/Polsterstoffe verkauft, plante ich ein kleines und schnelles Makeover: eine Riesenhusse, quasi ohne Mittelnaht aus einem riesigen Stoffstück, das drapiert wird und an einigen Kontaktpunkten mit Klettband befestigt wird. Ich möchte die Husse zum Waschen abnehmen können. Aus gegebenem Anlass:

Bei den Kissen habe ich die Reißverschlüsse heraus getrennt und wie Julia das alte Kissen als Schnittmuster genommen. Mein Stoffverbrauch lag bei 2,80 m, dennoch werden alle Lagen alter Stoff gut überdeckt. Da das Sofa sowieso an der Wand steht, ist die Rückseite allerdings nicht bodenlang. Im nachhinein hätte mir auch gefallen, die Kissen in Rot zu nähen, aber da hätte ich wieder einen passenden Stoff in ähnlicher Qualität finden müssen. So war es einfacher.

Ist das nicht schön geworden? Der Raum ist an einigen Wänden Grün gestrichten, Teppich, Schreibtischstuhl, Vorhänge sind Rot, insofern harmonieren die Farben gut.

Zeitaufwand: ca. 1 Tag 

Schwierigkeitsgrad: einfach

Kosten: 72 Euro, Stoff und Klettband vom Stoffmarkt Holland, Garn aus dem Bestand 

Der neue Stoff in Nahaufnahme, einen ähnlichen habe ich noch für eine Tagesdecke für das WG-Zimmer der Tochter gekauft. Andere Farbkombination, anderes Muster, aber irgendwie ähnlich. Daraus ist mittlerweile eine Tagesdecke geworden und aus den seitlichen Panelen, die ich dann irgendwie richtig gut zusammengestückelt habe (Musterverlauf!) ein Vorhang für ihr Fenster, denn die Sonne strahlt jetzt doch heftiger hinein als sie vor einem Jahr bei Einzug dachte.

Viele Grüße, Anja

Donnerstag, 15. Juni 2023

Calvari Dress von Pauline Alice Pattern

Nachdem ich die Lust am Nähen wieder gefunden habe und das Cividini Dress erfolgreich fertig gestellt hatte, wollte ich aus dem etwas planlos gekauften Reststoff in Orange (vermutlich Triacetat wie die Brennprobe ergab) von Annette Görtz ein Hemdblusenkleid machen. Ich hatte den gesamten Rest von der Rolle genommen, etwa 2,5 m und begab mich auf die Suche nach einem Schnittmuster. Außerdem wollte ich nur 8 Knöpfe verwenden, denn ich hatte in Gütersloh ziemlich viele Knöpfe gekauft, aber jeweils nur 8 von einer Sorte. Insbesondere die Knöpfe stellten ein Problem dar. Manuela von Twill & Heftstich hat mir Kopien der mir fehlenden Nähanleitung des Saraste Dresses geschickt, ich habe ein ganzes Wochenende meinen Bestand an Schnittmustern und Heften durchgeschaut und mir mehrere Burdas in der Bibliothek bestellt. Die meisten Kleider mit maximal 8 Knöpfen entsprachen nicht dem Hemdblusenkleid, das ich mir vorstellte. Wie auch, denn ein Hemdblusenkleid ist üblicherweise durchgeknöpft und dann braucht es mehr als 8 Knöpfe.

Vorvergangenen (sagt man so?) Montag beim Nähdelsabend hat Julia von Piek & Fein ein Kleid gezeigt, das sie gerade näht: so ein Hemdblusenkleid schwebte mir vor und dieses, das Calvari Dress der spanisch-französischen Marke Pauline Alice, hat laut Plan nur 6 Knöpfe (ich habe einen Knopf mehr in die vordere Leiste eingearbeitet). Perfekt. Auch wenn Julia glaubte, dass 2,5 m Stoff zu wenig seien. Es gibt keine klassische technische Zeichnung. Die Ärmel sind im Schnitt definitiv kürzer und der Kragen ist ein normaler angenähter Kragen ohne Steg. Die Zeichnung ist insofern etwas irreführend.

Ich nähe selten Indie Pattern, fast nie, und wenn, dann erhoffe mir, durch die Anleitung neue Erkenntnisse. Der Schnitt war schnell runtergeladen, Montag Abend ging die A0 Datei zum Plotten und Mittwoch lagen die ausgedruckten Teile in meinem Briefkasten, ein langes Wochenende mit Feiertag lag vor mir. Die Fertigmaße des Kleides sind riesig, durch 2 hintere Falten wird sehr viel Weite geschaffen, insofern habe ich mich für Größe 40 entschieden (meine Brustmaße hätten eine 42 ergeben), ich wollte kein Zelt, sondern ein gerades Kleid. Außerdem habe ich das Kleid um 15 cm verlängert (das Modell ist für 165 cm große Frauen, ich bin 176 cm). 

Es war - wie zu erwarten - nicht möglich, die Teile auf meinem vorgesehenen Stoff zu platzieren. Es fehlte nicht viel, aber ich hätte Abstriche in der Länge machen müssen und das wollte ich nicht. Also habe ich einen anderen, haptisch identischen, etwas festeren Stoff herausgekramt. Vor einem Jahr beim Stoffverkauf von Dorothee Schumacher für ein anderes Schnittmuster gekauft. Beide Stoffe haben einen leichten Glanz, zur Zusammensetzung kann ich nur sagen, dass die Brennprobe auch bei dem Schumacherstoff auf Triacetat hinauslief, vielleicht ist aber auch noch etwas anderes beigemischt. Beide Stoffe fühlen sich toll an, fast seidenartig, der Stoff raschelt und knittert allerdings stark. 

Zum Nähen habe ich mich für die Microtexnadel entschieden, da die Nadeln bleibende Löcher produzierten. Verwendet habe ich Seidengarn, das es im Abverkauf von Karstadt reduziert gab.

Gestolpert bin ich beim Zuschnitt über den Ärmel, er kam mir definitiv kürzer vor als die Bildern aus dem Internet suggerierten. Ich habe ihn sicherheitshalber 10 cm verlängert (später wieder 4 cm gekürzt). Dann ging es los, als ich mit allen Taschen und Ziersteppereien fertig war, kam der Kragen. Ich bemerkte erstmals, dass nie von Vlieseline gesprochen wurde. Die habe ich dann entgegen der Anleitung doch in den Kragen, die Manschetten und die vordere Knopfleiste eingebügelt (für die Taschenklappen war es zu spät). Anfangs wurde in der Anleitung jedes Mal geschrieben, wie welche Naht gebügelt wird, der Kragen wurde nicht mehr gebügelt und auch danach fehlte jeglicher Bügelhinweis in der Anleitung. Überhaupt der Kragen. Er passte nicht wirklich gut zusammen, ich habe getrennt und neu genäht und irgendwie dachte ich, als alles einigermaßen fertig war, komisch, so einen Kragen habe ich schon mal mit guten Ergebnis bei der Mimi Bluse von Tilly and the Buttons genäht. Ich habe die Anleitungen allerdings zu spät abgeglichen. Die Reihenfolge ist komplett anders und die von Tilly führt automatisch zu einem saubereren Ergebnis, weil in einem Rutsch durchgenäht wird. Bei Danach habe ich mich nicht mehr so akribisch an der Anleitung orientiert. Auch die Manschetten im Nahtschatten angenäht, das hätte ich auch bei der inneren Passe machen können, die ist von Hand angenäht.

Da die Ärmel schon im Schnittmuster nicht so waren wie ich sie mir vorgestellt hatte, prüfte ich auch die Armkugel und die Armlöcher, sie wichen von meinem Grundschnitt ab. Die Anprobe des fast fertigen Kleides ohne Ärmel ergab, dass ich mich eingeengt fühlte. Ich habe also nachträglich die Armlöcher und die Kugel geändert, was aufgrund meines großzügigen Zuschnitts (1,5 cm Nahtzugabe) unproblematisch war. 

An den Seiten sind Schlitze ergänzt, ganz gerade, mit Paspel hinterlegt, der Fahrradtauglichkeitstest steht noch aus, aber ich bin zuversichtlich. Ich hatte noch überlegt, eine Rundung in die Saumkante einzubauen, habe es aber gelassen. Auf der Rückseite ist ein außen aufgenähter Aufhänger (wie bei dem Saint Shirt von Ann Ringstrand). Von den 3 m vorhandenem Stoff habe ich ca. 2,7 m gebraucht, aus den Resten wurde noch ein Bindeband, das mit dem letzten meiner 8 Knöpfe geschlossen wird. Ich mag das Kleid mit und ohne Bindeband und habe Schwierigkeiten zu entscheiden, was besser ist.

Schlussendlich fiel mir noch ein, dass ich bei Constanze auf der Minipressenmesse schöne Label gekauft habe. Eines schmückt das Kleid nun von innen.


Das Kleid trägt sich extrem luftig und leicht, ein perfektes Sommerkleid. Es hat mich einige Nerven gekostet. Mit dem Ergebnis bin ich jedoch mehr als zufrieden.

Kosten: Garn: 4,70 Euro, Knöpfe: 1,60 Euro, Stoff: ca. 40 - 50 Euro

Schwierigkeitsgrad: machbar, wenn man von der Anleitung abweicht, kann man den Kragen viel einfacher annähen und sich Arbeit sparen, die Passform hinsichtlich Schulter, Ärmel, Gesamtgröße bei mir änderungsintensiv. Überhaupt war ich von der Anleitung des gekauften Schnittmusters enttäuscht. 

Zeitaufwand: Insgesamt eine Woche immer wieder genäht, also für meine Verhältnisse reichlich, viele Ziernähte, die Spaß machen, viel Recherche zu Variationen und Anpassung (gewünscht und notwendig), Ärger über die Anleitung, dann lieber eine dürftige Anleitung, dann denke ich auch gleich von Anfang an nach und mit.

Zur Ergänzung noch Aufnahmen von der Rückseite mit und ohne Gürtel. Die aufgesetzte Tasche ist schwer zu erkennen und könnte für meine Körpergröße etwas tiefer platziert sein. Über Quer-, Längs- und sonstige Faltenwürfe sehe ich hinweg, der Stoff mit Stand betont sie sehr, aber die Bewegungsfreiheit ist gewährleistet, das ist mir sehr wichtig.


Und eine Frontalaufnahme mit Gürtel:
Abschließend Detailaufnahmen von dem Aufhänger, den diversen Taschen, dem Abschluss der vorderen Knopfleiste, die in einer Falte endet und man kann ein wenig besser die schönen Metallknöpfe von Annette Görtz erkennen. Grüße aus Frankfurt, Anja

Review im November 24:

Obwohl ich mich anfangs viel über das Nähen geärgert habe, ist das Kleid sehr, sehr viel in den Sommern 23 und 24 getragen worden - und wird es auch weiterhin bis es auseinanderfällt, vermute ich. Der Stoff ist so toll, der Schnitt mit seinen Besonderheiten ebenfalls, die Farbe der Knüller. Love it.



Mittwoch, 14. Juni 2023

Cindy Shermann - Anti Fashion - Ausstellung und Nähdelstreffen

 In der virtuellen Nähdelsgruppe, ehemals Montagsnähen, kam die Idee auf, die Cindy Sherman Anti-Fashion Ausstellung in der Staatsgalerie in Stuttgart zu besuchen. Für viele ist Stuttgart nicht allzu weit und gut als Tagestrip umsetzbar. Einen ähnlichen Plan gab es schon mal während der Pandemie für eine andere Ausstellung, da machten dann die Covid-Bestimmungen einen Strich durch die Rechnung.

Eine digitale Abstimmung mit sämtlichen Wochenenden bis zum Ende der Ausstellung ergab für fast alle Interessentinnen einen gemeinsamen möglichen Termin. An dem ausgesuchten Samstag haben wir uns zu neunt zu einem ausgiebigen und leckeren Frühstück/Brunch getroffen und sind anschließend zu der gebuchten Führung gegangen. Einige haben sich extra für den Tag (teils in letzter Minute) neue Outfits genäht. 

Cindy Sherman fotografiert seit mehr als 50 Jahren Mode. Überwiegend für hochpreisige Modemarken oder Zeitschriften wie Harpers Bazaar und die amerikanische Vogue. Allerdings bricht Cindy Sherman mit dem, was allgemein als schön empfunden wird, das unterscheidet sie maßgeblich von den anderen bekannten Modefotografen (da fallen mir übrigens gerade nur Männer ein). Die Aufnahmen stellen Fragen nach Geschlecht, Alter, Einsatzzweck der Kleidung, sie stellen den Kontext, in dem die Kleidung getragen werden soll, in Frage. Die Modelle, die Cindy Sherman fotografiert (und als Werbefotos verkauft) werden ungewohnt präsentiert: verzerrte Gesichter, übermäßig und/oder unschön geschminkt, rote Finger, ist es Nagellack oder Blut?, transparente Kleidung, die Damenbinden darunter zeigt oder unrasierte Haare, Männer in Frauenkleidern und umgekehrt - dabei sind alle Fotos Selbstbildnisse von Cindy Sherman, die sich mit Make-up und Perücken entsprechend "verkleidet" hat, das hat sie schon als Kind gemocht. Gerade die Provokation, die in den Fotos liegt, steigert oft den Marktwert der Marke. Nur eine Kampagne einer Strickkollektion von Dorothee Bis wurde abgelehnt.  Hier ist ein digitaler Rundgang möglich. Außerdem gibt es ein tolles Video mit Erläuterungen. 

Uns hat die Ausstellung sehr beeindruckt, es gibt - für die, die in Stuttgart wohnen - auch ein tolles Beiprogramm mit  Vorträgen, Diskussionen, Workshops. Leider für mich zu weit. Als ich aber sah, dass es auch einen Modefotografie Workshop gibt, kam mir die Idee, im Anschluss mit der Nähdelsgruppe, zumindest im Kleinen ein bisschen Model-Foto-Location-Licht Themen zu besprechen und gemeinsam zu fotografieren. Die Staatsgalerie bietet dafür auch eine grandiose Kulisse. Ein gemeinsamer Kaffee rundete das Programm ab und gegen 17 Uhr sind alle wieder in ihre Züge gestiegen und heim gefahren.

Ich selbst habe keine Fotos gemacht und mich auf Gespräche, Ausstellung und Erklärungen konzentriert, aber wir haben hinterher natürlich ein bisschen Bilder ausgetauscht. Hier Eindrücke aus der Ausstellung. Wer man in den digitalen Rundgang (siehe oben) geht, kann man sich alles groß und en detail anschauen.



Ein Gruppenfoto gibt es auch:


Cindy Sherman Anti-Fashion wandert von Stuttgart in die Deichtorhallen Hamburg und danach ins Fotomuseum Antwerpen.

Und jetzt werde ich mich mit Fotos für mein Kleid beschäftigen. Da gab es leider keine Chance, es bis zum betreffenden Samstag fertig zu bekommen. 

Viele Grüße, Anja

Freitag, 9. Juni 2023

Stoffresteverwertung - ein Pullunder wie von MOOT

In einem Artikel in der Süddeutschen bin ich auf die Firma Made Out Of Trash aus Berlin gestoßen. Aus alten Wolldecken werden Mäntel, Jacken und Pullunder gefertigt. Die Pullunder sehen dann in etwa so aus wie auf dem Bild unten. Von  meinem dicken und warmen Wollstoff von Anita Pavani habe ich noch Reste, ganz wenig vom Mantel und einige größere Stücke von der Manteljacke. Das hätte für einen Super-Minirock für die Tochter gereicht (kein Interesse) oder für einen derartigen Pullunder.



Ein Schnittmuster war schnell konstruiert und dann noch ein bisschen angepasst. Ich habe Brustabnäher ergänzt und weil mein Stoff wirklich wahnsinnig dick ist, habe ich auf alles Gedoppelte verzichten. Der untere Rand endet mit der Webkante, ich wollte eigentlich einen kompletten Bruch im Muster, das ist mir nicht gelungen, die Webkante reichte genau so für die untere Kante. Der Mantelstoffrest kam auch nicht zum Einsatz, denn ich hätte die Bündchen daraus gefertigt, aber die hätte ich doppeln müssen, zu dick. Der untere Rand ist minimal verrutscht, damit kann ich leben. Auf die Ziersteppnaht habe ich verzichtet.

Am Ausschnitt und am Ärmel einfach gekauftes Schrägband. So richtig glücklich bin ich damit nicht. Aber etwas Besseres ist mir nicht eingefallen. Schrägband aus dünnem Karostoff wäre cool gewesen, aber ich wollte wirklich nur Reste verwenden.


Fotos von dem angezogenen Pullunder gibt es in der kälteren Jahreszeit. Außerdem habe ich noch aus Resten eine schwarze Leggings und eine Wimpelgirlande für den Balkon genäht (keine Fotos). Es ist wieder Platz im Schrank, juhu.

Kosten: keine, da lauter Reste verwendet

Schwierigkeit: niedrig, habe den alten Grundschnitt als Basis genommen und einfach an den Seiten zugegeben und probiert nach dem trial and error Prinzip

Zeitaufwand: abgesehen von dem Trennen einer schiefen Naht, sehr sehr schnelles Projekt

Grüße aus Frankfurt, Anja