Dienstag, 27. März 2018

La Mia Boutique - Bluse aus Modal

Modal tauchte letztes Frühjahr ziemlich häufig in Nähblogs auf, vor allem bei Rums schien ganz viel Modal vernäht zu werden, meist in bunt gemustert, meist von Lillestoff. Ich wusste gar nicht so genau, was Modal ist. Jersey, Viscose, auf jeden Fall neu und toll.

Nun springe ich nicht auf jeden Zug auf, lieber vernähe ich inzwischen sowieso Webware. Beim Schnittmusterkioskgeburtstag von Meike bekam ich eine Goodie Bag, in der sich 1,5 m Modal in einer - wie ich fand - für den Sommer unglücklichen Farbkombination befanden. Aber wie sagt man so schön, einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul. Der Modal lag dann erstmal ein halbes Jahr im Schrank, weil ich mir so dünnen Stoff nicht im Winter vorstellen kann.

Als ich den gleichen Modal dann beim letzten Me Made Mittwoch bei Anja vom Freizeitparadies vernäht sah, dachte ich, es wird Zeit ...

Ein Schnittmuster war schnell gefunden. Die La Mia Boutique habe ich in den Osterferien vor einem Jahr in Umbrien gekauft. Der Schnitt auf dem Titelbild schien zu Modal und zum grafischen Muster zu passen.

Los ging es: Schnitt abpausen, finde ich nicht schlimm, bei der LMB sind die Linien viel besser erkennbar als bei Burda, Schnitt auf den Stoff auflegen, feststecken, ausschneiden. Den Schnittauflageplan hätte ich mir besser genauer angeschaut. Die asymetrischen Volantärmel hätte ich nämlich im Bruch zuschneiden müssen, dafür war es nach Ärmel Eins zu spät, der Stoff hätte auch nicht mehr für zwei weitere Volants gereicht. Also leider eine Naht an der Vorderseite des Volants. Zum Glück fällt das nicht weiter auf, weil so ein Volant ja in sich zusammenfällt.

So angenehm sich der Modal anfühlt, so seidig seine Optik ist, so flutschig verhält er sich beim Stecken und so fummelig ist es, ihn an den Rändern knapp abzuschneiden, wie ein günstiger Jersey, der sich sofort am Rand einrollt. Mittelprächtig zu bügeln, sehr, sehr schwerer Fall ... so toll finde ich Modal nicht, mir ist Baumwolljersey lieber, aber noch lieber vernähen ich Webware.

Ich habe mich dann auch informiert und festgestellt, dass er auch ökologisch nicht so toll ist wie man denkt. Irgendwo wird er für Nachtwäsche im Sommer empfohlen, weil saugfähig und nicht wärmend.

Am Schnitt (italienische Größe 40) habe ich folgende Modifikationen vorgenommen: 10 cm verlängert, von schräg unten einlaufende Brustabnäher eingefügt (das gefällt mir einfach besser) und den Ausschnitt etwas verkleinert.


Ich mag den Schnitt. Ich kann mir vorstellen, eine ähnliche Bluse aus anderem fließend fallenden Stoff zu nähen. Die Volantärmel haben eine gute Länge und durch die kürzere Vorderseite besteht nicht die Gefahr, dass sie z. B. gleich in die Flamme des Gasherds geraten. Ich besitze eine andere Bluse mit ähnlichen Ärmeln, die sich wesentlich schlechter in den Alltag integrieren lässt.


Anziehfotos gibt es erst bei wärmeren Wetter.

Viele Grüße

Anja

Sonntag, 11. März 2018

La Mia Boutique Jeans - 12xmemade März

Kaum hatte der März begonnen, habe ich den Schnitt in der italienischen Größe 44 abgepaust, dabei die Taille um gute 2 cm verbreitert und die Hose um 10 cm verlängert. Der Zuschnitt gestaltete sich einfach. Denim verzieht sich nicht, ist griffig, zieht keine Fäden, also ein sehr angenehmes Material (warum habe ich damit noch nie gearbeitet?).

Ein paar Tage später begann ich zu nähen, der Anfang war simpel, hintere Taschen, vordere Taschen, Tascheninnenbeutel einnähen, klappte alles gut mit der italienischen Anleitung. Nähte ziersteppen, die Nähte im Schritt hinten und vorne nähen. Und dann kam der Reißverschluss....

Bzw. die Anleitung aus La Mia Boutique war zwar verständlich, aber ich habe versehentlich 1 cm Zugabe auf der falschen Seite abgeschnitten, damit wäre der Reißverschluss sehr sichtbar gewesen. Die Anleitung zum Ginger Sew Along passte nicht, weil ich mit separatem Untertritt / Fly genäht habe. Es fiel mir schwer, das in das Ginger Schnittmuster zu übersetzen. Ich habe dann einen gefühlten ganzen Tag damit verbracht, verschiedene Anleitungen zu sichten, Videos anzuschauen, Texte zu lesen, Nähte zu nähen, aufzutrennen, einen Reißverschluss zu schreddern, weil er schon 3 x heraus getrennt war, usw. Natürlich war es kein ganzer Tag, aber es dauerte ... und dann bin ich auf eine Anleitung gestoßen, die zu meinen Schnittteilen passte, die ich Schritt für Schritt durchlesen konnte (nein, ich mag keine Videos) und bei der mir nach 5 Minuten klar war, das ist es. Das war aber spät abends.

So hat es nochmal ein paar Tage gedauert, bis ich weiter gemacht habe. Es fügte sich alles, Reißverschluss, Anprobe, Bund, Knopf, Knopfloch, Saum. Die Jeans passte auf Anhieb perfekt, das erstaunte mich, denn ich habe ein ziemliches Hohlkreuz und Probleme mit Kaufhosen. Nun ja, sie sitzt schon eng, aber ich kann damit noch gut sitzen. An sich hätte ich gerne noch 1 - 2 cm mehr Bequemlichkeitszugabe in der Taille. Aber obwohl ich keinen Stretchjeans habe, geht es. Ich glaube, die meisten Leute mögen es, wenn die Jeans so sitzt, ich mag es an sich gerne ein bisschen schlabberig. Zunehmen darf ich jedenfalls nicht.

Ich habe mich dann weiter an der italienischen Anleitung orientiert, dabei nicht beachtet, welche Nähte an einer "echten" Jeans wo sitzten, d. h. meine innere Beinnaht ist einfach genäht, die äußere ziergesteppt. Bei Ginger werden die hinteren Taschen am Ende aufgesetzt. Lt. meiner Tochter sitzen meine Taschen sehr tief, das sei aber bei ihrer Jeans, die sie letztes Jahr in Italien gekauft hat, auch so. Ansonsten "ist die Jeans ja garnicht so schlecht". Ein besseres Kompliment für Selbstgenähtes ist kaum zu bekommen. Wow.

Ich ziehe die Hose tatsächlich gerne an, mir gefällt die andere Beinform, damit ist sie anders als die ganzen Kaufjeans. Da mein Denim keinen Stretchanteil hat, ist auch kein Ausleiern oder so zu erwarten, wie sich die Farbe entwickelt wird sich zeigen. Da der Stoff aber aus einem hochpreisigen Fachgeschäft war (wegen Ladenauflösung um 50 % reduziert) nehme ich an, dass er sich anders als Stoffmarktjeans verhält.

Aber seht selbst:


Hier Details von hinten und vorne (nach 45 min. Bahnfahrt zerknittert) ...


...sowie von der Seite:


Die Fotos sind heute am ersten milden Frühlingssonntag bei einer Wanderung rund ums Kirchberghäuschen in Bensheim entstanden, die Gartenwirtschaft war schon gut gefüllt. Im Sommer ist es dort aussichtslos, einen Platz zu bekommen und die Warteschlange an der Essensausgabe wird unerträglich lang, heute passte es gut:


Ende März verlinke ich den Post dann bei Chrissy.https://chrissysnaehkaestchen.wordpress.com/ Zur Jeans trage ich den Burda Pullover aus 12xmemade im Januar, eine uralte Lederjacke und meine geliebte goldfarbene Heldinnentasche.

Viele Grüße

Anja

Donnerstag, 1. März 2018

12xmemade im März - Jeans

Und schon beginnt der dritte Monat des Jahres. Ich habe mir ja vorgenommen, nicht einfach irgendetwas zu nähen, sondern mit dem jeweiligen Monatsstück eine neue Herausforderung anzugehen. Allerdings möchte ich keine neuen Stoffe kaufen, auch keinen Schnitt kaufen.

Es ist jetzt nicht so, dass ich ein bestimmtes Kleidungsstück brauche. Ich beobachte, dass seit einigen Jahren  immer mehr Hosen genäht werden. Darum habe ich mich bisher gedrückt. Es sind nur einige banale Hosen mit Bindeband, Gummizug, Schlupfbund und einmal seitlichem Reißverschluss entstanden. Nun trage ich auch nicht so gerne Hosen, habe sie noch nie getragen, aber manchmal sind sie ganz praktisch. Und eine Herausforderung an Passform und Nähtechnik stellen sie auf jeden Fall dar.

Also Hose. Dann habe ich im November sehr günstige 2 m Jeans in guter Qualität als Reststück bei einer Ladenauflösung in Köln gekauft, die Farbe ist ein sehr dunkles Blau, fast Schwarz, nicht dehnbar, ziemlich dünn, tendenziell feine Qualität (also es hätte auch ein Kleid werden können, aber ein Jeanskleid, hmmm).

Als Schnittmuster gefallen mir eines aus La Mia Boutique: Nachteil, die Anleitung ist auf Italienisch, das verstehe ich zwar, aber muss alles mehrfach lesen, um wirklich zu verstehen. Und bei manchen Begriffen braucht es doch ein Wörterbuch.

Dann gibt es einen Schnitt aus Fashion Style: klare Anleitung, nur die Form der Beine ist mir zu skinny.

Fazit: ich werde die italienische Hoseie nähen, die Beine sicher verlängern und mich auch an der deutschen Anleitung orientieren. Hoffe, dass das soweit klappt.



Meine Märzpläne verlinke ich bei Chrissy.

Viele Grüße

Anja

Mittwoch, 28. Februar 2018

12xMeMade im Februar - Burda Cape

Mein Cape ist fertig. Ich bin sehr angetan davon, finde es schick, auch warm (der günstige Wollstoff wärmt mehr als manch andere Wollware), allerdings sind die Ärmel zu kurz, um es bei ganz eisigen Temperaturen zu tragen (außer mit langen Stulpen, von denen ich nur ein Paar in falscher Farbe besitze). Das ist so gewollt und wird auch von jemand in der Burda Community "bemängelt".




Ich finde das Cape mit Hose schöner als mit Kleid oder Rock, es eignet sich super zum Rad fahren und macht einfach mehr her als ein normaler Mantel, Parka oder Jacke.

Die Schnittteile waren simpel auszuschneiden, die Anleitung (auch für die Pattentaschen) leicht verständlich und ich freue mich, dass ich mittlerweile mit Burda Anleitungen klar komme. Ich habe die Kapuze etwas verkleinert, sie ist immer noch zu groß und fliegt vom Kopf, wenn es weht (was auf dem Fahrrad immer der Fall ist), sie ist gefüttert, und zwar mit dem Außenstoff, weil ich Futter sparen wollte und den Außenstoff schöner finde. Das vorhandene Futter hat trotzdem nicht ganz gereicht, ich habe es aneinanderstückeln müssen, finde ich beim Futter nicht schlimm. Und aufgrund eines Denkfehlers fehlen unten 4 cm in der Länge (der Schnitt ist ohne Futter gedacht), ich wollte zuerst Belege oben hinten und vorne arbeiten, habe ich auch schon bebügelt und geschnitten, aber dann gemerkt, dass ich mit 8 Stofflagen am Kragen hinten (wegen Außenstoff in der Kapuze) Schwierigkeiten bekommen werde. Also habe ich das ganze Futter höher ziehen müssen und es unten nicht mit dem Außenstoff verbunden.

Ergänzt habe ich einen Querriegel hinten. Außerdem habe ich eine andere Verschlusslösung gewählt, weil ich vorhandene Knöpfe verwenden wollte, noch schöner wäre es jetzt natürlich, wenn ich statt 4 die doppelte Anzahl hätte annähen können, denn der Verschluss ist jetzt asymmetrisch. Bei den Knopflöchern habe ich mich von meiner Mutter, die ich letzte Woche besucht habe, unterstützen lassen. Es sind schmale Paspelknopflöcher, die ich jedoch als Riegel genäht habe.




Bei diesem etwas längeren Aufenthalt habe ich die Nähmaschinen meiner Mutter inspiziert. Ihre erste und langjährige Maschine von 1952, die immer noch einwandfrei funktioniert und die nur ausgetauscht wurde, weil sie irgendwann zu schwer zum Heben wurde (gefühlsmäßig 20 kg), hat gigantisch viele Funktionen und Zubehör, von dem ich nicht gedacht hätte, dass es damals schon existierte.  U. a. einen Biesenfuß und eine Platte für Lochstickerei. Sie kostete allerdings damals auch bereits über 1000 DM und war eines der ersten oder das erste elektrische Modell auf dem Markt. Die Anker Werke waren in Bielefeld und  ein Exemplar dieser Nähmaschine befindet sich in der Nähmaschinenabteilung des dortigen Historischen Museums.


Auf dem Riegel hinten sind die Knöpfe nur dekomäßig aufgenäht. Da ich die Gesamtweite des Capes sehr weit fand, habe ich hinten mittig statt einer Längsnaht eine Kellerfalte genäht, die sieht man natürlich unter der Kapuze nicht, hmm, egal. Generell finde ich Kellerfalten hinten sehr schön, unter dem Riegel kann man sie ahnen und manchmal hält die Kapuze auch auf dem Kopf.

Und so sieht das Ganze angezogen aus, verspätet fotografiert im Tiger and Turtle in Duisburg.



Jetzt kann ich langsam überlegen, was ich im März nähen werde. Ich habe noch ein oder zwei Winterstoffe liegen, die verarbeitet werden wollen. Aber mir fehlen die einschneidenden Ideen, was ich daraus nähen könnte, denn ich brauche nicht wirklich neue Kleidung.

Dieses Format mit dem Projekt einmal pro Monat finde ich total super. So ist genug Zeit zum Überlegen, Nähen, Präsentieren. Vielen Dank, https://chrissysnaehkaestchen.wordpress.com/2018/02/28/12x-memade-februar-finale/ Chrissie, dass du die Idee hattest.

Ergänzung nach mehreren Tragewochen: Man hätte auch allein drauf kommen können. Tages- oder sonstige Rucksäcke lassen sich mit dem Cape schlecht tragen. Und Schultertaschen nur mit sehr langem Gurt quer über die Schulter. Fazit: schick, aber für mich nicht uneingeschränkt alltagstauglich.

Grüße aus Frankfurt, Anja

P.S. Das Cape wurde kein Liebling, auch wenn ich oft darauf angesprochen wurde, es ist unpraktisch geblieben. Immer mal wieder getragen. Als ich im Winter 23/24 meinen Arm gebrochen hatte, war ich froh, es zu haben, es war das einzige warme Stück, das ich problemlos über der Orthese tragen konnte. Danach entsorgt, wollte ich eigentlich schon im Jahr davor machen, aber da konnte ich mich noch nicht trennen.

Montag, 19. Februar 2018

Jil Sander Sew Along - Inspiration

Bei Wollix und Stoffix findet seit Anfang des Jahres ein Jil Sander Sew Along statt. Ich schätze die Werke dieser Designerin seit den 80er Jahren sehr und in den 90er Jahren habe ich immer gerne an ihren Schaufenstern Ideen für meine Garderobe (die ich von meiner Mutter nähen ließ) "geklaut". Aus dieser Zeit besitze ich noch zwei klassische einfarbige Kostüme, einen einfarbigen Hosenanzug und einen Trägerrock, den ich mal wieder anziehen könnte, er ist schlicht, aber dennoch pfiffig (die Businesskleidung trage ich derzeit nicht). Als ich vor ca. einem Jahr von der Idee und Umsetzung der Ausstellung in meiner Wahlheimatstadt las, war ich hellauf begeistert.

Bei meinen beiden Besucher in der Ausstellung habe ich das vordere und mittlere Kleid näher untersucht. Mit der Absicht, mir ein leichtes Sommerkleidchen zu nähen. Die Schnitte sind relativ einfach umzusetzen. Ich mag die Rüsche im vorderen Modell, möchte aber beide Schultern bedecken, außerdem keinen Zweiteiler. Vermutlich hat Jil Sander die Schnittteile im schrägen Fadenlauf zugeschnitten, eines ihrer Hauptziele war Bequemlichkeit und dass man sich perfekt bewegen kann. Deswegen hat sie Ärmeleinsätze oft ungewohnt konstruiert. Und ihre Schuhkollektion wurde von bequemen Fußbetten und geringer Differenz zwischen Ferse und Ballen dominiert. Aber ich schweife ab.



Dieser Stoff begegnete mir ein oder zwei Wochen nach dem ersten Ausstellungsbesuch auf dem Grabbeltisch von Stoff und Stil in Köln und dürfte mengenmäßig gerade so reichen (im geraden Fadenlauf). Er entspricht in etwa dem Fall sowie der Qualität des Stoffes in der Ausstellung. Natürlich nicht dem Muster. Zu der Idee für das Muster dieser Serie gibt es ausführliche Erklärungen in der Ausstellung. Mein Stoff gefiel mir von Muster und Farbe - auch wenn es sich um reine Kunstfaser handelt (was ich bei dem Originalpreis von 20 Euro den Meter heftig finde), aber die Kunstfaser fühlt sich schön an. Anders als billige Kunstfaser.


Der Zeitplan des Sew Alongs passt leider nicht zu meinen Nähplänen, ich werde dieses Kleid erst nähen, wenn es langsam wärmer wird und ich es auch anziehen kann. Aber auf jeden Fall nähe ich und beim HJKA habe ich es ja auch mit Verspätung noch geschafft. Auf jeden Fall freue ich mich auf mein schlichtes Sommerkleidchen.

Ich zeige diesen Post beim o.g. Sew Along.

Viele Grüße aus Frankfurt

Anja

Sonntag, 11. Februar 2018

HJKA - Eyja ist fertig!

HerbstJackenKnitAlong - dafür steht das kryptische Kürzel aus der Überschrift. Meine Winterjacke ist keine Jacke, sondern ein Minikleid. Gerade rechtzeitig fertig geworden zum Finale der Herzen, aber was noch wichtiger ist, zur großen Kälte. Das Kleid hält so wunderbar warm, dass ich selbst an diesen eisigen Tagen kaum heizen muss. Die Islandwolle, auf der Homepage des Herstellers Istex ist viel erklärt zu den Besonderheiten des isländischen Schafs, der besonderen Unterwolle usw., bisher dachte ich Wolle ist Wolle. Aber diese Wolle ist nicht nur wasserfest (das wusste ich schon von meinen anderen Lopapeysa (so nennt man den Islandpullover), nein, sie wärmt wirklich wunderwunderbar. Ich finde nicht, dass sie kratzt, aber darüber gehen die Meinungen auseinander.



Vorgestellt habe ich meine Wolle und meine Pläne bereits im Oktober. Ich entschied mich schnell für Eyja (jeder dürfte den berühmten Eyjafjatlajökull kennen), berechnete Maschenzahl, definierte die Farben für das Muster, dann war Pause. Bis Anfang Januar, als ich endlich mit Eyja durchstartete. Ich habe ihn allerdings noch nicht nass gemacht und gespannt, bei den Temperaturen gefriert der Pullover auf dem Balkon, da warte ich auf wärmere Tage. Anziehen geht trotzdem.


Die Fotos sind vor 2 Tagen bei bestem Sonnenschein im Naherholungsgebiet der Dietesheimer Steinbrüche im Kreis Offenbach entstanden.


Und die Hündin Emma Flor wollte auch mit aufs Bild. Verlinkt bei Monika, wo es weitere Nachzügler des HJKA zu sehen gibt. Viele Grüße, Anja



Mittwoch, 7. Februar 2018

Simplicity - das A-Linienkleid vom Titelbild 4/17

Als ich die Simplicity letzten Herbst in der Stadtbibliothek liegen sah, war mir klar, das Kleid möchte ich haben. Genäht hat es recht bald mehrfach die Langsame Schildkröte. Und wahrscheinlich noch weitere Nähblogger.

Ich dümpelte erstmal etwas mit der Stoffwahl herum, denn ich hatte keinen Jersey in ausreichender Menge. Ich hatte aber auch keine Lust, neuen Stoff zu kaufen, denn das Stoffregal ist ausreichend gefüllt, Stoffdiät usw.. Im Wintersale bei Werning Stoffe in Herford (an dessen Restestange ich nie ohne Kauf vorbei gehe, diesmal wollte ich im Laden eigentlich nur Gurtband kaufen, nicht in gewünschter Breite da, dafür mit 3 Reststoffen den Laden verlassen) sprang mich diese Winterviskose an, tolle Farben, toller Druck, leider wie üblich bei Resten 1,5 m und dazu nur etwa 1,3 m breit. Das reichte für die beiden Hauptteile des Kleides. Immerhin. Dann hatte ich farblich sehr gut passende Sweatreste. Natürlich nicht, um die Ärmel in einem Stück zuzuschneiden und auch nicht, um den Rollkragen komplett zuzuschneiden. Für den Winter wollte ich unbedingt diesen Kragen. Daher wurde viel gestückelt, mit Paspeln gespielt, andersfarbige Bündchen angenäht usw. Von beiden Stoffen blieben nur noch Minischnipsel übrig. Den Saum habe ich ca. 6 cm gekürzt, ich glaube, das liegt aber daran, dass der Stoff sehr schwer herunter hängt.





Zugeschnitten habe ich Größe 40, dabei aber nicht die ganze Nahtzugabe ausgeschöpft. Genäht mit der normalen Nähmaschine, auf den Einsatz der Zwillingsnadel verzichtet, in dem wilden Muster wären die Nähte nicht sichtbar gewesen. Der Reißverschluss hinten ist aus meiner Sicht überflüssig, ich würde das Kleid so über den Kopf bekommen. Und dieser Reißverschluss stellte mich auch in Kombination mit der sehr glatten Stoff vor Schwierigkeiten. Laut Anleitung soll man Vlieselineband unterlegen, das hatte ich nicht, dachte, geht auch so, aber das rächte sich mit Verziehen des Stoffes und einem nicht wirklich guten Aufeinandertreffen der Naht hinten mittig. Dann habe ich es nochmal probiert, das Kleid ein paar Mal angezogen, glücklich war ich mit dem unordentlichen Reißverschluss nicht und ich habe ihn auch nicht zum An- oder Ausziehen öffnen müssen. Also habe ich mich gestern nochmal schnell dran gemacht und den Reißverschluss heraus getrennt und das Ganze hinten einfach zusammen genäht. Der Schnitt ist für dehnbare Stoffe, mir ist wirklich nicht klar, warum ich da einen Reißverschluss einnähen soll, da muss man schon einen sehr dicken Kopf haben, um nicht durch zu kommen.


Hier die Rückansicht, man musste zwar schon genau schauen, um den schiefen Reißverschluss zu erkennen. Getragen habe ich es aber so beim Besuch der Versace Retrospektive in Berlin, über die ich gestern berichtete. Jetzt ist er weg und ich fühle mich wohler damit (wenn ich noch lange Haare hätte, ginge es mir genauso).


Ich nehme mit diesem Kleid am Me Made Mittwoch teil, der ab diesem Jahr nur noch einmal monatlich stattfindet.

Viele Grüße

Anja