Montag, 27. August 2018

Shape Shape - Wendekragen und Bluse

Auf den letzten Drücker habe ich mir noch ein luftiges Sommerteil genäht. Das kam sehr spontan, denn eigentlich wollte ich nur meine Stoffreste verwerten. Aber so hat eine alte Bluse ein neues Leben gefunden....


Inspiriert wurde ich mal wieder durch ein Buch. Zu den besonders spannenden und kreativen Nähbüchern gehören für mich die Reihen Shape Shape, Drape Drape und Pattern Magic.

In allen diesen Reihen sieht man Dinge, die man sonst eher nicht sieht. Vielleicht liegt das daran, dass die Autoren ausnahmslos aus Japan kommen und für ein anderes Modedesign stehen.


In beiden Bänden von Shape Shape sind einfach zu nähende und dennoch sehr wirkungsvolle Projekte. Die Maße richten sich tendenziell an kleine Asiatinnen, ich verlängere regelmäßig bei Größe L. Um einen Eindruck zu bekommen, oben eine Auswahl einiger Projekte aus dem ersten Band.

Diesmal habe ich neben der Wendebluse (Foto oben und ganz unten) aus  Shape Shape Band 1 einen Wendekragen genäht, eine super Sache, um Stoffreste zu verbrauchen. Dieser Kragen ist besonders pfiffig ausgedacht, denn man kann ihn entweder ganz normal tragen oder offen um den Hals drapieren, dadurch hat man eigentlich 4 verschiedene Krägen.



Das andere Projekt aus Shape Shape 1 ist eine in sich verdrehte Bluse, die man entweder mit der Knopfleiste vorn oder hinten tragen kann. Mir gefällt die Variante mit den Knöpfen hinten besser, allerdings ziehe ich dann ein Top unter. Da ich nicht genug Stoff hatte, ist die Bluse etwas kurz geraten. Es handelt sich um ein Probeteil, das ich aus einer alten, schon viele Jahre nicht mehr getragenen Seidenbluse genäht habe. Dabei wollte ich die Knopfleiste mit den Schlaufen und bezogenen Knöpfen retten. Welche Arbeit sich meine Mutter damals gemacht hat, puh! Ich habe also die Schnitteile so gut es eben ging auf die kastenförmige Bluse gelegt und zugeschnitten. Das Nähen selbst ging schnell. Die Anleitungen in allen japanischen Nähbüchern sind mit sehr verständlichen Grafiken unterlegt und damit für Anfänger bestens geeignet.


Die Bluse wäre auch perfekt gewesen für die superheißen Tage im Juli. Mit der sehr dünnen oder feinen Seide habe ich anfangs gekämpft, das ist nicht mein Stoff. Ich habe eine gefühlte Ewigkeit an der richtigen Fadenspannung gefeilt bevor ich nähen konnte. Und dann auch verschiedene Nähgarne ausprobiert. So ein günstiges Allroundgarn von Stoff und Stil ging gar nicht, führte zu Knubbeln, mal unten, mal oben. Nachdem Garn und Fadenspannung passten, ging alles ruckzuck. Die Knopfleiste habe ich eingearbeitet.


O.k., für das Foto hätte ich das Ganze hinten noch ein bisschen runterzuppeln können. Aber - wie gesagt, mir gefällt die Version mit Knöpfen hinten besser.

Verlinkt am 30. August bei https://sewlala.de/sew-la-la-link-up-party-13

Viele Grüße aus Frankfurt

Anja

Freitag, 17. August 2018

Burda Shirt 118 / 8 / 2018

In diesem heißen Sommer habe ich wenig genäht. Es fehlte die Lust, sich bereits mit Herbstsachen zu beschäftigen (für den Sommer habe ich genug leichte Kleider) und die Wohnung war tagsüber bis in die frühen Abendstunden verdunkelt (und dennoch irgendwann superwarm). Spätabends konnten wir dann die Fenster und den Balkon öffnen, aber mit dem Licht wären die Mücken reingekommen. Also saß ich so gut wie immer im Dunkeln, außer natürlich wenn ich gaaaaanz früh morgens und vormittags mit dem Hund unterwegs war bzw. an den Rhein zum Schwimmen gefahren bin (das habe ich sehr oft gemacht, weil es dort nicht überfüllt war wie in den hiesigen Seen und Bädern).

Als die große Hitze vorbei war, habe ich das Shirt 118 mit der Bild für Bild Anleitung aus Burda 8 / 2018 begonnen. Mit einem sehr bunten Jersey aus dem Restverkauf von Stoffe Werning aus Herford. Der Stoff liegt schon seit 2 Jahren im Schrank, da ich nicht mehr gerne Jersey vernähe, wartete er auf seinen Einsatz. Für das im Vorderteil mit einem schräg verlaufenden Streifen gedoppelte Shirt (und noch ein Haarband) reichte die Menge perfekt. In dem wilden Muster kommt allerdings diese Besonderheit nicht gut zur Geltung.


Ich habe mir Mühe gegeben, alles ordentlich genäht, ganz im Sinne von Slow Fashion. Die Säume sind mit der Zwillingsnadel genäht, dabei habe ich 2 verschiedene Oberfadenfarben genommen, die Ausschnitt(schräg)bänder habe ich ordentlich zugeschnitten und sauber eingenäht. Das Shirt gefällt mir sehr gut und wurde bereits mehrfach mit einer Kaufjeans getragen. Eine passende olivgrüne Hose nähe ich demnächst.

Für das Haarband habe ich irgendeine Anleitung aus dem Netz verwendet, ich weiß nicht mehr welche. Es liegt doppelt und ist in der Mitte verschlungen.


Den Ausschnitt habe ich seitlich jeweils 1,5 cm verschmälert. Wenn ich eine Tasche über der Schulter trug, rutschte er mir zu sehr auf die Ärmel. Jetzt hält er besser. Im Heft sieht er sowieso viel kleiner aus.


Die Fotos sind gestern auf dem Weg von Steinheim nach Mühlheim am Mainufer entstanden, eine Strecke, die ich in jeder Jahreszeit immer wieder gerne laufe. Ich war überrascht, wieviel Wasser der Main im Gegensatz zum Rhein führt. Im Hintergrund sieht man Schloss Phillipsruhe. Und am Ende einen erledigten Hund:


Viele Grüße (und nachträglich verlinkt bei
https://sewlala.de/sew-la-la-link-up-party-12)
Anja

Donnerstag, 16. August 2018

Burda Knotenbluse - Sew La La

Heute ist wieder Sew La La Donnerstag. Weil ich einen Ausflug an den Main zwischen Steinheim und Mühlheim gemacht habe, unterwegs Fotos machte und eine Bluse anhatte, von der es noch keine Tragefotos gibt, nehme ich heute teil.



Ursprünglich wollte ich diese Bluse einer Freundin schenken, sie passte ihr jedoch nicht. Ich dachte, wir hätten die gleiche Größe, haben wir aber nicht. Also habe ich die Bluse behalten und heute zum ersten Mal getragen. In dem verlinkten Beitrag stehen alle Details zur Bluse, außerdem sind weitere Knotenblusen verlinkt, diese Bluse ist so schnell genäht und dabei sehr wirkungsvoll. Im Heft wird Jersey empfohlen, ich habe sie IMMER aus Webware genäht, was prima funktioniert.



Es war morgens noch so frisch, dass eine Hose gut passte, später wurde es sehr heiß, dafür war die Knotenbluse ideal. Hier noch Kunst am Wegrand:



Demnächst zeige ich mein einziges diesen Sommer genähtes Shirt, ich hoffe, dass ich dann auch (bei kühleren Temperaturen) wieder mehr nähe. Eine zu dem Shirt passende Hose steht auf der Agenda.

Viele Grüße, Anja

Mittwoch, 1. August 2018

Me Made Mittwoch - Bluse im japanischen Stil

Wie bereits in einem meiner letzten Posts habe ich mich an ein Herrenhemd heran gemacht. Die Basis lag bereits seit einer Weile herum, aber es gefiel mir so nicht 100 %. Also war weitere Veränderung angesagt. Die Usprungsinspiration kommt aus diesem Buch:


Ein schlichtes Herrenhemd wird verfremdet, die Ärmel werden zum Kragen, die Vorder- zur Rückseite. Verschiedene Abnäher geben Form. Bei mir deutlich mehr als vorgesehen.




Im Buch werden aus 2 Hemden das Ober- und Unterteil eines Kleides. Ich habe mich entschieden, nur das Oberteil zu nähen, um eine schlichte weiße Bluse zu erhalten. Im Vergleich zur ersten Version, im verlinkten Post ganz unten, habe ich das Hemd deutlich gekürzt und die Taille definiert, was mir erheblich besser gefällt. Den Ärmel, der zum Kragen wurde, hätte ich besser hinten zusammen genäht, man ahnt die Naht in der Mitte.





Die Reaktion meiner Mitmenschen: kürzlich ganz verschämt auf einem Fest: "Darf ich dich auf etwas aufmerksam machen, ich glaube, du hast deine Bluse verkehrt herum an". Ich "Nein, die ist richtig so"; "Aber die Tasche ist doch hinten", "Nein, alles richtig". Meiner Tochter, die dabei war, war  das Ganze natürlich super peinlich, wer weiß, wieviele Leute dachten, dass ich die Bluse verkehrt herum trug und mich nicht angesprochen haben...


Der Rock ist vom letzten Jahr, entstanden im Rahmen des Stuttgart Sew Along, ein Schnitt aus La Mia Boutique 4/2017, tatsächlich merke ich gerade, dass ich ihn noch nicht verbloggt habe. Ich hatte ihn auch selten an, weil ich a) keine passenden Oberteile hatte (hat sich jetzt ja geändert) und weil b) die Mode mit den wadenlangen Röcken in Deutschland letztes Jahr noch nicht angekommen war (hat sich auch geändet). Den Stoff habe ich bei Werning in Herford vom Resteregal gezogen, superleichte Baumwolle, minimal satiniert.


Verlinkt beim Me Made Mittwoch http://memademittwoch.blogspot.com/2018/08/mmm-am-1-august-mit-gastinnen.html.  Heute Morgen 9 Uhr hat es hier erträgliche 26 Grad und ist bewölkt, so dass ich einen Rock anziehen kann. Wenn es heiß ist, klebt mir die Taille sonst fest.

Dann nehme ich auch bei Sew La La https://sewlala.de/sew-lala-link-up-party-10-mit-naehen-aus-buechern-special, der link party mit dem Bücher Näh Special.

Viele Grüße

Anja

Freitag, 6. Juli 2018

Hemdenupcycling und Buchbesprechung

Wenn mich manchmal die Großstadt auch nervt (Hitze, Lautstärke, Abgase), finde ich es doch toll, dass es eine super Infrastruktur für alles mögliche gibt. In meinem Fall die Stadtbibliothek, die eine wahre Fundgrube für Näh-, Handarbeits- und Modebücher ist. Die Neuerscheinungen werden schnell eingepflegt, es gibt ein Zeitschriftenangebot, das sich halbjährlich vergrößert (dem DIY Boom sei dank) und die älteren Bücher, die es in den einschlägigen Buchgeschäften nahezu nie im Regal gibt, stehen auch bereit. In diesem Fall dieses Buch. Eine Fundgrube von Ideen für die Umarbeitung von Herrensachen. Ich hatte mir erhofft, auch Ideen für die Umarbeitung von Anzugjackets zu finden (im Herrenalltag verschleißen die Hosen schneller als die Jackets, die dann isoliert ohne Hose nicht mehr tragbar sind). Die gibt es leider nicht in dem Buch. Aber reichlich Vorschläge für Hemden, Krawatten, riesige Sweatshirts und T.-Shirts. Teils verwendet man mehrere Teile, teils kombiniert man die Dinge untereinander.


Hier ein Blick ins Inhaltsverzeichnis, es geht immer darum (große) Männerkleidung für Damen zu verwerten, umzustylen, upzucyceln, aufzubrezeln. Es wird auf Basis von Shirts und Hemden gearbeitet, teilweise werden mehrere Hemden - auch in gleicher Farbe - benötigt (das finde ich persönlich schwierig, denn bei meinem Mann gehen selten 2 identische Hemden kaputt).


Oben Designbeispiele und ein Verarbeitungsbeispiel, die Erläuterungen und Grafiken sind super. Ich habe mich dafür entschieden, dieses Hemd nachzuarbeiten.


Mein Ausgangshemd ist nur am Kragen verschlissen, die Manschetten sind noch in Ordnung, eine der Manschetten wird vorn als Besatz aufgenäht. Der Rücken wird mit einem Gummizug in Form gebracht.


Und von hinten sowie die aufgenähte Manschette über den Falten im Detail:



Und weil ich eine derartige Tunika doch meist zu einfarbigen Hosen / oft zu Jeans trage, habe ich seitlich vorn noch ein Patch aufgebügelt und zur besseren Haltbarkeit knapp festgesteppt.


Verlinkt bei Sew La La, https://sewlala.de/sew-la-la-link-up-party-6-mit-naehen-aus-buechern-special erst nächste Woche, diese Woche an der Nordsee, wo es merklich kühler als im Binnenland ist, gut tragbar.

Gruß, Anja


Mittwoch, 4. Juli 2018

Simplicity 1587 am Me Made Mittwoch

Auch wenn ich einen Großteil meiner Urlaubskleidung bereits rausgelegt habe, um meinen Rucksack zu packen, präsentiere ich doch lieber ein neues Kleid am heutigen Me Made Mittwoch und am morgigen Sew La La.


Im Urlaub trage ich praktische, klein zusammenlegbare Kleidung (die teils unterwegs in die Tonne wandert, Stücke, die bereits einige Jahre auf dem Buckel haben, nicht mehr schön aussehen und meinen heutigen Ansprüchen an genähte Kleidungsstücke nicht mehr entsprechen). Durch das Aussortieren am Ende des Urlaubs reduziere ich das Gewichts des Rucksacks, was ich auf der Weiterfahrt bzw. Rückfahrt immer sehr angenehm finde. Von dem Stapel habe ich kein Foto gemacht.


Nun zu meinem neuen Kleid, den Schnitt Simplicity 1587 habe ich in Kleidermanies Flohmarkt vor etlichen Monaten erstanden. Kurz danach erschien der gleiche Schnitt als Retromodell in der Simplicity Zeitschrift, ich habe mir die deutschsprachige Anleitung kopiert, aber die englischsprachige Anleitung ist auch super zu verstehen, die Bilder sind sehr klar und anschaulich.

Als ich den Schitt erstanden habe, habe ich wenig genähte Exemplare im Netz gefunden, alle bereits einige Jahre alt, mittlerweile gibt es einige von diesem Winter. Ich habe einen Biobaumwollstoff in einem milden merkwürdigen schwer zu beschreibenden Grün mit weißen minikleinen Pünktchen vernäht, den Stoff habe ich als Reststück im C. Pauli Laden in Frankfurt aus der Grabbelkiste zum halben Preis mitgenommen. Ich hoffe, dass die Farben lange halten und nicht so schnell ausbleichen wie bei billigen Baumwollstoffen vom Markt. Mir reichten 2 m. Der Schnitt sieht kein Futter vor, im Sommer vermisse ich das nicht.


Entschieden habe ich mich für die kurzärmlige Variante und ein Weglassen der Schleife. Das wäre mir irgendwie zuviel gewesen. In einer Blusenvariante wie hier kann ich mir die Schleife hingegen gut vorstellen.


Zugeschnitten habe ich Größe 14, das stellte sich in der Taille als sehr knapp heraus. Daher habe ich die Kräuselungen im Vorderteil unten weggelassen. Die hätten dem Ganzen schon etwas mehr Pfiff gegeben, aber mehr als 3 kleine Kräusel wären nicht möglich gewesen, ich muss auch atmen können. Der Rock ist 3 cm kürzer als im Schnitt vorgesehen, in der hinteren Taille habe ich 1,5 cm Hohlkreuzanpassung vorgenommen, sonst habe ich nichts geändert. Mich wundert, dass die Länge des Vorder- und des Rückenteils passen, denn da muss ich normalerweise verlängern. Die Ärmel sind mir ein wenig unbequem, aber es geht schlimmer. In Zukunft muss ich wirklich daran denken, das Armloch mit meinem Grundschnitt abzugleichen. Ich kann die Arme jedenfalls in alle Richtungen und nach oben heben ohne das Gefühl zu haben, gleich reißt eine Naht ein.


Den Saum habe ich etwas unordentlich mit dem Blindstich genäht, aber ich hatte keine Lust auf Handnähen. Ich bin sowieso nicht so 100% überzeugt von dem Schnitt, von dem Stoff, vorn der Farbe. Ich kann mir im Moment noch nicht so richtig vorstellen, zu welchen Gelegenheiten ich es tragen soll. Für den Alltag ist es sehr speziell. Man wird sehen, vielleicht muss ich mich einfach an die ungewohnte Silhoutte gewöhnen.


Ich habe aus dem Rest des Stoffes gestern Nacht noch einen Bindegürtel genäht, der ein wenig Taille formt, auch wenn da nicht viel Taille ist. Als Ersatz für die Kräusel quasi. Heute trage ich das Kleid, mal schauen wie ich mich darin fühle.

Einen schönen Sommer an alle Leserinnen und danke an das Me Made und das Sew La La Team für die Organisation der Link Parties.

Viele Grüße

Anja


Donnerstag, 14. Juni 2018

Pattern Magic Stretch - Roots Top - Sew La La

Manchmal habe ich Lust zu experimentieren, Neues auszuprobieren, die gewohnten Pfade zu verlassen. Dabei gehe ich nähtechnisch Risiken ein.

Es gibt Schnitte und Materialien, die funktionieren (mittlerweile) sehr gut, ich weiß, was ich wo anpassen muss, benötige kein Probestück und habe schlussendlich ein schönes tragbares Kleidungsstück. Auf Dauer finde ich das allerdings ein bisschen langweilig, damit entwickele ich mich auch nicht weiter. Also Geld in Stoff und Zeit in Experimente investieren.


In diesem Fall hatte ich das Buch Pattern Magic Stretch in die Hände bekommen. Es gibt inzwischen mehrere dieser Bücher, aber nur eins, dass sich mit Stretchmaterial beschäftigt. Verbloggt gesehen habe ich bisher nur etwas bei Nahtzugabe, allerdings finde ich den Post nicht mehr, nur noch eine Buchrezension, wenn man dann gezielt sucht, gibt es angelsächsische Bloggerinnen, die bereits mehrere magische Kleidungsstücke genäht haben.



Fürs Erste gefiel mir Roots, ein "einfacher" Schnitt, bei dem der Grundschnitt Oberteil zerlegt wird, erweitert, gekürzt und neu zusammengefügt. Solche Konstruktionsarbeiten gefallen mir, ich mochte Mathematik immer schon gerne.


Günstigen Jersey in haptisch angenehmer Qualität habe ich auf dem Stoffmarkt Holland gefunden, in schönem Blau. Zuschneiden, dann den Überblick über die Schnitteile bloß nicht verlieren, zusammen nähen, alles unproblematisch, aber dann, die erste Anprobe .... huh, gruselig, zu groß, zu weit, die Ärmel viel zu lang. Also erstmal die Ärmel gekürzt, mindestens 20 cm, obwohl die wohl so lang sein sollen, man schoppt sie dann hoch, aber das ist nicht meins. Dann im Bereich der mittleren Nähte enger genäht, genauso an den Seiten, auch mindestens 10 cm jeweils vorne und hinten. Insgesamt habe ich überall versucht, die Passform zu verbessern, auch wenn das sicher nicht die Idee dieses Kleidungsstückes ist. Auf dem Foto gefällt mir der Kragen mit etwas Stand, dafür hätte ich wahrscheinlich festeren Stoff (Sweat) gebraucht, mein Kragen klappt einfach runter, obwohl der Jersey nicht dünn ist.



Ergebnis: erstmal reichte es mir mit den Projekten aus dem Buch. Obwohl ich eigentlich noch die Apfelschalenhose und das ganz einfache Shirt "2 gleicher Art" Modell A nähen wollte. Irgendwann. Wirklich irgendwann.



Das Oberteil ist nicht meins, ich trage es im Haus, auch als Pyjama, manchmal als schneller Überwurf, wenn es kalt wird. Am meisten stört mich nicht die Optik, die ist soweit einigermaßen o.k., ganz interessant. Aber ich habe das Gefühl mit den Armen in einer Art Zwangsjacke zu stecken, wenn die Ärmel nicht hochgeschoppt sind. Und wenn sie hochgeschoppt sind, rutschen sie irgendwann runter und der Oberkörper um Brust und Oberarme wird eingezwängt. Man sieht das schon am Schnitt, es soll so sein, aber ich finde es unpraktisch.


Ich hatte am Ende natürlich ganz viel blauen Jersey übrig, denn die Schnittteile haben ungewöhnliche Formen und es blieben viele mittlere bis kleine Stücke übrig. Aus dem Jersey habe ich noch 4 oder 5 Unterhosen genäht. Die trage ich viel lieber. Und zu denen wäre es sicher nicht gekommen, wenn ich nicht diese Reste gehabt hätte, aus denen sich nichts Vernünftiges schneidern ließ.

Verlinkt bei Sew La La.https://sewlala.de/sew-la-la-link-up-party-2

Viele Grüße aus Frankfurt

Anja